Portugals Notenbank erwartet für 2011 neue Rezession

11.01.2011 | 16:14 |   (DiePresse.com)

Die "Banco de Portugal" sieht die portugiesische Wirtschaft 2011 um 1,3 Prozent schrumpfen. 2010 ist sie um 1,3 Prozent gewachsen. Die spanische Regierung glaubt für 2011 an ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

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Die portugiesische Notenbank zeichnet ein negatives Szenario, was die Wirtschaftsentwicklung des hoch verschuldeten Euro-Landes betrifft. Nachdem die Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen ist, soll sie heuer schon wieder um 1,3 Prozent abstürzen, glaubt die "Banco de Portugal". Der portugiesische Ministerpräsident José Sócrates hatte das Wirtschaftswachstum 2010 mit 1,3 bis 1,4 Prozent beziffert. Dabei handle es sich um vorläufige Zahlen der Notenbank.

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Notenbank: Erst 2012 erneut Wachstum

Mit einem Minus von 1,3 Prozent heuer wäre das Wachstum aus 2010 auch gleich wieder wettgemacht, sagt die Notenbank. Sie rechnet erst für 2012 wieder mit einem Wachstum. Und auch dann falle dieses mit 0,6 Prozent mager aus.

Regierung: "Plus von 0,2 Prozent ist möglich"

Die Regierung gibt sich wesentlich optimistischer: Sie hält ein Wachstum von zumindest 0,2 Prozent für realistisch. Und das obwohl Portugal aufgrund der hohen Staatsverschuldung einen rigiden Sparkurs einhalten muss. Eine Rezession würde es der Regierung klarerweise schwerer machen, die gesteckten Sparziele zu erreichen. Diese sehen vor, das Haushaltsdefizit 2011 auf 4,6 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken.

Die Notenbank sieht genau im Sparkurs jedoch die Ursache für den Wirtschaftseinbruch 2011. Das Sparprogramm der Regierung sieht Steuererhöhungen und Einschnitte bei den Löhnen im öffentlichen Dienst vor. Dies dürfte laut den Berechnungen der Notenbank die Binnennachfrage um 3,6 Prozent drücken. Allein der private Konsum werde um 2,7 Prozent sinken. Die Exportwirtschaft bleibe dagegen in Schwung und dürfte um 5,9 Prozent anziehen.

Portugal als nächster Euro-Wackelkandidat

Portugal sieht sich derzeit auch an einer anderen Front Spekulationen ausgesetzt. Die Befürchtung, Portugal könnte das nächste Land sein, das Hilfsgelder aus dem Euro-Rettungsschirm von EU und IWF anzapft, erhält wieder Auftrieb. Große Eurozonen-Mitglieder sollen das Land unter den Rettungsschirm drängen.

Ministerpräsident Sócrates weist ein solches Szenario konsequent zurück: "Portugal wird nicht um Hilfe bitten, weil dies nicht notwendig sein wird", sagte er zuletzt. Er argumentiert mit seinem rigiden Sparkurs: Das Haushaltsdefizit im Jahr 2010 liege deutlich unter dem im Zuge des Sparprogramms angepeilten Wert von 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Portugal begibt am Mittwoch Staatsanleihen

Portugal will an diesem Mittwoch neue Staatsanleihen auf den Markt bringen. Von der Höhe des Risikoaufschlags auf die Zinsen dürfte abhängen, ob die Finanzkrise sich weiter verschärft. Portugal ist hoch verschuldet und zahlt hohe Risikoprämien für seine langfristigen Anleihen. "Portugal ist in der Lage, seine Schulden auf den Kapitalmärkten zu finanzieren", beteuerte Sócrates noch am Dienstag.

EU soll schon an Hilfe für Portugal basteln

Nach Medienberichten sollen die technischen Vorbereitungen für eine mögliche Milliardenhilfe der europäischen Partner bereits angelaufen sein. Wie die portugiesische Tageszeitung "Publico" berichtete, könnte die Unterstützung für Westeuropas ärmstes Land 60 bis 100 Milliarden Euro betragen. Die EU-Kommission hat allerdings bereits mehrfach Spekulationen zurückgewiesen, wonach in Brüssel über Hilfen für Portugal gesprochen wird.

Die Euro-Finanzminister werden am kommenden Montag (17. Jänner) bei ihrem Jänner-Treffen in Brüssel über Portugal beraten. Nach Auskunft von Diplomaten ist es aber bisher nicht ausgemacht, dass eine Hilfe an Lissabon auf der Tagesordnung stehen werde. Vieles hänge von den portugiesischen Staatsanleihen ab, die am Mittwoch auf den Markt gebracht werden sollen.

(Ag.)

 
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9 Kommentare
Gast: Conscientia
12.01.2011 19:45
0

Staatsanleihen - Anbot EUROPA Fortsetzung

LÖSUNG: z.B für Österreich- wie beim übertriebenen Eurofighter Ankauf:

Frage: Was brauchen wir unbedingt - und wie am effizientesten und praktischsten Umzusetzen.

Sprich wie beim Eurofighterkauf - mit wie viel Mindestressourcen (Personal, Sachaufwand) kann der effktive und erfolgreiche Nutzen erreicht werden - (für alle Fantasten : natürlich wären 600 Eurofighter auch nicht schlecht und wenn möglich sogar mit Solarenergie zu betreiben - halt nicht wirklich notwendig zur Zeit).

Die Überbeträge und das Überpersonal ist ehstmöglich und unter Vermittlungshilfestellung, doch mit der nötigen ungeschonten Realität aus dem Überteuerungsprozeß zu nehmen, um das Produkt Staatsanleihe wertadäquat werden zu lassen.

Riskio zusätzlich: Zeit ist Geld und die Konkurrenz schläft nicht, daher heute und nicht erst morgen.


Gast: conscientia
12.01.2011 19:37
0

Staatsanleihen - Anbot EUROPA Fortsetzung

.... daher ein völlig neues Produkt.

Staatsanleihen können nur dann lukrativ verkauft bzw. begeben werden, wenn der erwartete Gegenwert auch eintritt - ansonsten das teuerste Verlustgeschäft in Zinszeiten wie diesen und wäre Geld viel sinnvoller in potentielle Privatprojekte zu investieren. Die Einfallslosigkeit der Privatwirtschaft an neuen potentiellen Projekten läßt die Vergabe von Staatsanleihen wirtschaftlich erscheinen, obwohl eigentlich das Unwirtschaftlichste überhaupt - Einen Kredit einem Konkurs Serientäter zu geben - muss wohl nur reichen und bestgläubigen Ländern und Institutionen erlaubt sein - ansonsten Finger weg.

Warum: Die letzten 30 Jahre in europ. Staatshaushalten haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit zur Produktion eines so wertvollen und lukrativen Produktes bei weit unter 50 Prozent liegt. Da ist jedes Glücksspiel im Casino lukrativer.

Einziger Hoffnungsschimmer ist, dass die Staaten sehr wohl wissen, wie dieses Produkt aussehen kann, und wie es ehest möglich produziert werden kann - DOCH???

Die Unmengen Arbeitslosen würden halt sehr , sehr viele Wählerstimmen kosten, denn wer nicht arbeitet könnte drüber nachdenken, warum eigentlich, wo doch gewünscht und gekonnt.

Daher stellt sich einzig die Frage, ob Europa den mutigen und ehrlichen Schritt (wie die USA vor 3 Jahren) gehen werden, der Bevölkerung reinen Wein einschenken werden und die Kraft zum Wiederaufbau auch unter Akzeptanz von UmbruchArbeitslosen - lieber heute als morgen

Gast: Helvetier
12.01.2011 16:48
0

Strukturelle Probleme

Man sieht an diesem Bericht sehr schön, dass gewisse Länder wie eben z. B. Portugal oder Spanien aufgrund struktureller Probleme und fehlender Konkurrenzfähigkeit einfach nicht mit anderen Euro-Nationen wie z. B. Deutschland (Wachstum 2010 angeblich bei über 3,5%) mithalten können.

der graf
11.01.2011 20:59
0

Das allerneueste Dallerei: Japan hilft Portugal


Also grad wann ich meine die derzeitige weltweite Idiotenpartie kann sich nicht mehr steigern legt doch einer noch was drauf. Japan, mit einer Verschuldung von 200% GDP kauft Portugiesische Anleihen. Der Blinde hilf dem Tauben bei der Überquerung der Autobahn... so ca. was jetzt in Europa abgeht.

Gast: Eurrora
11.01.2011 17:42
1

Die Spatzen pfeifen es schon vom Dach ,

das Portugal Pleite ist ,aber sie brauchen sich nicht mehr schämen ,auch die anderen EU Länder hängen schon am Tropf.

Robert Cvrkal
11.01.2011 17:26
1

Kein Ende der Krise in Sicht

Nachdem die guten Werte für 2010 im Vergleich zu den Prognosedaten vor allem auf Vorziehkäufe im Hinblick auf die Umsatzsteuererhöhung 2011 zurückzuführen sind, ist die angekündigte Rezession Portugals nicht wirklich überraschend.

In weiterer Folge werden damit die prognostizierten Steuereinnahmen hinter den Planwerten liegen und sich die Lage dieses Landes insgesamt gesehen verschlechtern. Auf Basis diese Wissens wird wohl Portugal bei Neuaufnahmen trotz Interventionen der EZB zumindest mittelfristig tiefer in die Tasche greifen müssen, womit sich der Gesundungsprozeß zumindest verzögert oder ohne Schutzschirm sogar unmöglich wird.

Für Spanien und Italien bedeuten diese Nachrichten mit hoher Wahrscheinlichkeit, daß ihre Geldaufnahmen umso teurer werden, je länger Portugal sich über den freien Markt finanziert.

Unter diesen Bedingungen wird das Nord-Süd-Gefälle immer größer, womit es eine Frage der Zeit ist, ob es zur Ausgabe von Eurobonds oder zur Euroteilung (Hart- und Weicheuro) kommt. Die bisherigen Beruhigungspillen der Staatenlenker haben nur viel Geld verbrannt aber keine ausreichende Wirkung erzielt.

Gast: 1. Parteiloser
11.01.2011 16:48
2

Die Gelddruckmaschine läuft mit Vollgas, auch wenn es heute nur einfache Buchungen sind!

Meldung aus der Finanzwirtschaft.

"Nach heftigen Spekulationen über die Zahlungsfähigkeit der portugiesischen Regierung hat die Europäische Zentralbank (EZB) eingegriffen. Die Frankfurter Notenbank kaufte nach Angaben von Händlern Staatsanleihen des hoch verschuldeten Landes, um die Märkte zu beruhigen. "Sie kaufen fünf- und zehnjährige Anleihen, eigentlich alles, was angeboten wird", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Händler. Die Renditen auf zehnjährige portugiesische Anleihen, die sich gegenläufig zu den Kursen bewegen, gingen am Nachmittag auf 7,01 Prozent zurück und notierten damit 0,09 Prozentpunkte unter dem Schlusskurs vom Freitag"

Eigentlich ist es egal, ob Portugal die notwendigen Buchungen durch die EZB bekommt oder durch den EU Rettungsschirm. Es sind alle Luftbuchungen, welche keinen Wert haben und nur Schulden schaffen, welche niemals bezahlt werden können. Die Bürger Europas werden diese Schulden niemals akzeptieren, weil die Bürger Europas sich auch die Argumentation Demokratie niemals überzeugt werden können. Die Schulen, welche den Kindern Europa aufgehalst wurden, werden die Kinder Europa abwerfen und die Verantwortlichen zum Teufel jagen.

Das Ganze hat nichts mit den leichten Änderungen beim BIP zu tun, weil auch das BIP nur eine theoretische Größe ist, welche nur die Politiker noch narrischer gemacht hat.

Trotzdem bleibt Portugal nur ein weiteres Indiz für den Niedergang, Frankreich wird es dann fertig machen.

Antworten Paco
11.01.2011 17:54
1

Re: Die Gelddruckmaschine läuft mit Vollgas, auch wenn es heute nur einfache Buchungen sind!

>>" ... Die Renditen auf zehnjährige portugiesische Anleihen, die sich gegenläufig zu den Kursen bewegen, gingen am Nachmittag auf 7,01 Prozent zurück und notierten damit 0,09 Prozentpunkte unter dem Schlusskurs vom Freitag"<<

Da wird die EZB heuer aber einen gewaltigen Reibach machen wenn die von ihr gekauften Anleihen mit ca 7% rentieren.

Vorausgesetzt natürlich, keines dieser Länder geht pleite!

Aber bei bei so hohen Renditen müsste die EZB eigentlich damit rechnen (so wie private Investoren auch).

Vielleicht sollte die EZB die Gewinne nicht ausschütten sondern für die nächste Kapitalerhöhung rückstellen?

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
11.01.2011 18:31
1

Re: Re: Die Gelddruckmaschine läuft mit Vollgas, auch wenn es heute nur einfache Buchungen sind!

Ja, das geht super!

Die EZB schöpft Geld. Die hat aber nichts, auch nicht das Recht Geld zu schöpfen.

Mit diesem Nichts kauft die EZB dann die Staatsanleihen von Portugal. Das Land verpflichtet sich zur Rückzahlung und zu hohen Zinszahlungen. Das Land, also der Staat, holt diese Geld dann von der Bevölkerung, notfalls mit Staatsgewalt. Die Bevölkerung muss dafür eine reale Leistung erbringen, wovon sich der Staat immer größere Stücke abschneidet. Zwangsabgaben auf reale Leistungen sind aber eindeutig Sklavenarbeit, welche verboten ist. Die EZB macht also nicht anders als die Versklavung der Menschen. So gesehen sollte die EZB sofort vor ein UN Tribunal!

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