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Euroländer brauchen heuer 1300 Mrd. Euro für Anleihen

13.01.2011 | 12:42 |   (DiePresse.com)

40 Prozent der für die Refinanzierung nötigen 1300 Milliarden Euro brauchen alleine die sogenannten PIIGS-Länder. Österreich braucht 8,8 Milliarden Euro für die Schuldentilgung.

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Die Regierungen der seit Jahresbeginn auf 17 Länder angewachsenen Eurozone werden heuer und auch in den kommenden Jahren die Kapitalmärkte besonders stark anzapfen müssen. Alleine um die 2011 fällig werdenden Staatsschulden bedienen zu können, liegt der Refinanzierungsbedarf - inklusive staatsnahe Organisationen - in Summe bei rund 1300 Milliarden Euro. 40 Prozent davon entfallen mit rund 518 Milliarden Euro allein auf die am höchsten verschuldeten sogenannten PIIGS-Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Für die Republik Österreich fällt der Kapitalbedarf zur Schuldentilgung mit 8,8 Milliarden Euro vergleichsweise gering aus.

Aber nicht nur die Eurozone-Länder haben einen extrem hohen Kapitalhunger, auch die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, muss heuer laut dem Finanznachrichtendienst Bloomberg überdurchschnittlich viel Geld aufnehmen, um ihre fällig werdenden Schuldtitel in Höhe von umgerechnet fast 2200 Milliarden Euro zurückzahlen zu können. Die in den vergangenen Jahren deutlich angestiegenen Staatsschulden wurden hauptsächlich durch die bereits seit mehreren Jahren dominierende Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgerufen.

Zinsen haben kräftig angezogen

Kein Wunder also, dass aufgrund des immensen Kapitalbedarfs die von den Investoren verlangten Zinsen gerade in den vergangenen Wochen wieder kräftig angezogen haben. Österreich etwa musste für seine am Mittwoch dieser Woche begebene elfjährige 4 Milliarden-Anleihe mit 3,685 Prozent um 30 Prozent höhere Zinsen als noch im Oktober 2010 akzeptieren. Portugal konnte mit seiner jüngsten zehnjährigen Emission mit 6,7 Prozent gerade noch unter der 7-Prozent-Marke bleiben. Auch Spanien musste heute für seine fünfjährige 3 Milliarden-Staatsanleihe mit 4,542 Prozent um knapp 30 Prozent mehr als noch im November (3,576 Prozent) bezahlen.

Am meisten frisches Geld zur Bedienung der fällig werdenden Staatsschulden muss unter den Euroländern heuer Deutschland (rund 306 Milliarden Euro) aufnehmen, gefolgt von Italien (301 Milliarden), Frankreich (287 Milliarden) und Spanien (136 Milliarden Euro).

In den kommenden Jahren werden dann deutlich weniger Staatsschulden fällig. Für die Eurozone verringert sich der Refinanzierungsbedarf 2012 auf 734 Milliarden Euro, 2013 auf 531 Milliarden und 2014 auf 461 Milliarden Euro. Auch für die Problemländer PIIGS entspannt sich die Lage etwas, in Summe werden 2012 weitere 323 Milliarden Euro, 2013 dann 243 Milliarden Euro fällig. Auch die US-Regierung muss 2012 mit umgerechnet 1264 Milliarden Euro wieder deutlich weniger frisches Geld aufbringen. 2013 fällt die Summe nach derzeitigem Stand auf 860 Milliarden Euro.

(APA)

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17 Kommentare
Gast: H. J. Weber
12.02.2011 18:40
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Refinanzierung

Ja- die Summer der zu refinanzierenden Schulden werden 2012 und 2013 geringer, aber
mal sehen, was man uns 2014 erzählt, wenn sich für Deutschland die Zinslast verdoppelt hat.
Haltet schon einmal alle Eure Sparbücher bereit.

Viele Grüße
H. J. Weber

Gast: Wirtschaftsprofessor
16.01.2011 14:47
0 0

Durch die Umverteilung sind jetzt auch die ehemals reichen EU-Länder bankrott.

Komischerweise wurden die armen EU-Länder aber nicht reicher. Das Geld dürfte also wieder einmal bei irgendwelchen Lobbys, Banken etc. versickert sein.

Die breite Masse ist arbeitslos oder so prekär beschäftigt (Teilzeit, Befristung, "Neue Selbstständige", "freie Dienstnehmer"), dass sie bestenfalls von der Hand in den Mund leben.

Die Politiker der SPÖVP haben uns der EUdSSR und den Immigranten ausgeliefert.

Aufstände wie in Tunesien wird es bei uns nicht geben. Einerseits sind wir zu träge, andererseits würde die EUdSSR diese Aufstände als "Aufstand" oder "Aufruhr" im Sinne des Vertrages von Lissabon qualifizieren und sie mit Exekutionen niederschlagen.

Prof. Schachtschneider hat das schon mehrmals erklärt.

http://www.youtube.com/watch?v=vs6mFtR0Dzc

Das ist unsere Zukunft, und die Propagandamedien sind mitschuld!

1 0

Warum steigen bloß die Staatsschulden überall? Hat das vielleicht mit Mathematik zu tun?

Menschen, die die (eigentlich recht einfache) Zinseszinsformel begriffen haben, wissen, daß Zins nicht funktioniert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins#Exponentieller_Schuldenanstieg
Wer an Zins glaubt, glaubt auch an unbegrenztes exponentielles Wachstum - auch wenn er sich dessen nicht bewußt ist. Was sich da wohl durchsetzt? Der menschliche Aberglaube oder die mathematischen Tatsachen? Es bleibt spannend!

http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo

http://wirtschaft.wikispaces.com/Warum+Zins+abgeschafft+werden+mu%C3%9F

Gast: 1. Parteiloser
13.01.2011 19:27
0 0

Woher werden wohl diese Summen kommen um die Staaten zu finanzieren?

Es gibt doch gar keine echten Werte mehr, welche für diese Finanzierungen verwendet werden könnten. Diese Summen können auch nicht bei den Banken, Versicherungen und Fonds zussammen gefunden werden.

Weil diese Mittel aber nicht da sind werden diese wohl geschaffen werden müssen. Das bedeutet dann Geldschöpfung, also Inflation, welche in weiterer Folge die Verbraucherpreise ausbrechen lassen wird.

Abgesehen von der Problematik der Gelschöpfung und der damit verbunden kalten Enteignung, werden es aber dann doch die strukturellen Defizite sein, welche den Euro und die EU in Luft jagen.

Solange Staatsfinanzen als Selbtsbedienungsladen für die mächtigeren Gruppen gesehen werden, solange wird es auch die Umverteilungsexzesse samt strukturellen Defiziten geben.

Gast: soseies
13.01.2011 19:01
0 0

die EU Lobbys und der Eurospekulationswahnsinn sind ein Faß ohne Boden- die steuerzahlenden Arbeitnehmer werden ausgequetscht wie eine Zitrone und immer ärmer!

Die EU Länder sollen sich nun bei den von den ARBEITNEHMERN GERRETTETEN CASINOBANKEN viele frische KREDITE AUFNEHMEN! Diese EU Finanzmärkte wollen den Ländern nun noch mehr Geld aus der Tasche ziehen! Also nicht die Spekulanten und Banken zahlen die Zeche für ihre Versagen und verspekulieren, sondern die Bürger und Steuerzahler. SPÖ Obm.Faymann und Co. haben großspurig immer wieder gesagt, die Bürger dürfen nicht für das Versagen der Banken zur Verantwortung gezogen werden, sondern die Verursacher. Was sich nun abspielt, ist ein unglaubliches demokratiepolitisches Versagen. Die Abzocker Bankenmärke übernehmen schon wieder OFFEN das Kommando- jetzt haben die Finanzmanager kurz den Mund gehalten. Nun, gehts wieder großspurig zur Sache- Milliardenbonis- Millionenabfindungen- Millionenpensionen für die europäischen versagenden Finanzeliten- und der Steuerzahler zahlts schon brav und hat keine Wahl mehr- eine einschneidende EU Vertragsänderung wird OHNE Volksabstimmung umgesetzt- Die EU wurde zu einer unbefristeten Geldumverteilungsmaschinerie gemacht und der Euro ist das Werkzeug dazu. Die staatlichen Pensionsysteme- Asvg Langzeitversicherung, Gesundheitssysteme, Unis, Bildung und Familien müssen dafür bezahlen. Jahrzehnte des schnellen Geldwachstums wurden auch nur genutzt, um die ASVG Arbeitnehmer und Familien zu belasten. Die Steuerbelastung auf die Arbeitsleistungen der Menschen sind auch nur deswegen so hoch, weil die Politik alle Vermögensbesteuerungen abgeschafft haben

Wahnsinn

Ich bin eigentlich kein Befürworter von Hans-Olaf Henkel, aber seine Ansichten bezüglich dieser Einheitswährung Euro teile ich weitgehend.

Ich habe den Verdacht, das als Ausweg bereits die Vereinigen Staaten von Europa (zumindest in wirtschafts- und steuerpolitischer Sicht) vorbereitet werden und das wiederum ohne die Völker darüber entscheiden zu lassen (siehe Werdegang der Eu in den letzten 10 Jahren).

Dieser Euro, in Verbindung mit "unseren" kurzfristig denkenden, von den von ihnen selbst geschaffenen Situationen getriebenen Politikern, hat das Projekt EU bereits schwer beschädigt, wenn nicht schon mittelfristig zerstört.

Re: Wahnsinn

ja ja deine USA...............

US-Finanzminister sagt, die USA ist bald zahlungsunfähig!

Am 6. Januar 2011 schrieb US-Finanz- minister Timothy F. Geithner einen Brief an den US-Senat. Darin bittet er darum, das Schuldenlimit zu erhöhen. Sollte es nicht erhöht werden, warnte er, werden die Vereinigten Staaten zahlungsunfähig sein.

Der Brief wurde an den Mehrheitsführer des US-Senats, Harry Reid, adressiert und Geithner schreibt zu Beginn ... Ich schreibe als Antwort auf ihre Anfrage für eine Schätzung des Finanzministeriums, wann das gesetzliche Schuldenlimit erreicht wird und was für Konsequenzen eine Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten bedeuten würde.

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/01/us-finanzminister-sagt-die-usa-ist-bald.html

Re: Re: Wahnsinn

Nicht "meine" USA.
Ich bin alles andere ein Fan des "Big Money" aus den USA und glaube durchaus, dass die Wallstreet gerade einen Finanzkrieg gegen die EU führt.


Gast: Eurrora
13.01.2011 16:13
3 2

Vergesst die EU ,sie ist ein Fass ohne Boden.


Gast: gast
13.01.2011 16:02
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Anleihen?

Ist der einfachste dreisatz der Welt das verstehe ich sogar mit grade mal 17 Jahren Das durch die gleichschaltung der Risiken in Euroland die unsere führung zugelassen hatt es früher oder später krachen muss wie DOTCOM blase^^

Beispiel: Ein ALGII emfänger möchte sich geld leihen für (bietet) 12% Daneben ist ein Milionär der die beste Schufa der Welt hatt aber bietet nur 2% Zinsen;-)
Jetzt sagt der Milionär [DE] ich sichere die Darlehen des ALGII empfänger VERTRAGLICH! ab...

FRAGE: Wem verleihe ich nun mein Geld?

.
.
.
.
.
Antwortt: Na dem ALGII [GR] empfänger, den da bekomme ich 12% Zinsen und bin im ernstfall über den Milionär abgsichert :P

Da brauch mein keinen Bachelor oder Master in Wirtschaft, da reicht kindliche lockerheit und gesunder verstand^^

Der ´haken; bei dieser konstelation geht dem Milionär irgenwann das geld aus ... BOOM!
Steven Alias: flegelchen :P

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Es gibt nur einen Ausweg...

Der Westen hat um seine Wirtschaftskrisen zu bewaeltigen mehrere Kriege auf der ganzen Welt verzettelt aber diese halfen nicht! Dagegen der 2. WK hatte ja die Wirtschaften in Europa richtig zum blühen gebracht. Es bleibt also nur der Krieg innerhalb von Europa übrig. Brüssel sollte entscheiden wer wen zuerst angreift!

Re: Es gibt nur einen Ausweg...

Wow!

Ich ziehe meinen Hut vor ihrem so umfangreichen historischen Wissen, dass sie in wenigen Worten so umfangreich uns anderen Foristen aufdrängen.


Schreibfehler? Schulden"tilgung" oder Zinstilgung?


Gast: Histi
13.01.2011 13:47
0 0

Wären wir...

...die USA oder auch China, würden wir uns keine Gedanken machen, sondern das Geld ganz einfach drucken, wie es vor kurzer Zeit in den USA passierte und jetzt gerade in China gemacht wird - und trotzdem ist der Dollar die heilige Kuh der Weltwirtschaft. Niemanden scheint es zu interessieren, dass gerade die USA alles unternehmen, um den Euro und Europa unter Druck zu setzen.

Gast: gast
13.01.2011 13:38
0 0

und mit dem euro kriegt man auch suuper



konditionen !

wenn man ein nasenbohrerland ist !

für nettozahler, wie österreich, NICHT so gut!
aber wir sind ja alle solidarisch, die einen arbeiten und sparen, die anderen sind die lilien auf dem felde!

mehrheitsfähig ist das sch..werkl bei uns sicher nicht mehr!!

Gast: M.Gatzke
13.01.2011 13:35
0 0

Vergessen wir das

Sie werden das durchdrücken- und noch viel mehr. Die EU-Haftung kommt, die EU Anleihen ebenfalls.
Was will der normale Bürger dagegen tun?
Was kann er tun? Nichts.
Wenn die Politik es will, wird der EU-Bürger abgezockt bis zum Existenzminimum.
Vergessen wir das " Demokratiegefühl"-es war einmal. Wir gehen an die Wahlurnen, bestätigen die gesetzliche Ordnung der dann regierenden Parteien, dann geht es weiter wie gehabt.
Die wirkliche Macht ist längst wieder irgendwo, aber nicht beim Bürger.
Sie schaffen alle Fakten, die nicht mehr umkehrbar sind.Bis der Bürger es begreift, ist es zu spät.

Probleme prolongiert

Bei diesem hohen Volumen wird wohl die EZB bald ihren Spielraum zur Stützung der Zinsenaufschläge mittels Stimulierung der Nachfrage verspielt haben, womit dann der Markt bald wieder in voller Härte zuschlagen dürfte.

Die steigenden Zinsen für die von Österreich ausgegebene Anleihe sind auch im Zusammenhang mit den übernommenen Haftungen für Griechenland und im Rahmen des Euroschutzschirmes zu sehen, wodurch sich das Risikopotential Österreichs erhöht hat und der Markt entsprechende Zuschläge eingepreist hat.

Nachdem sich die Konjunktur im laufenden Jahr laut aktuellen Presseberichten abschwächen wird, werden die bisherigen Wackelkandidaten zusätzliche Probleme (erhoffte Exportchancen) bekommen. Somit ist von einem weiteren Anstieg der Zinsen für diese Staaten zu rechnen, womit deren finanzielle Gesundung immer schwieriger wird.

Um ein Übergreifen der Krise auf Staaten wie Deutschland oder Österreich, welche noch akzeptable Werte aufweisen, zu verhindern ist zu hoffen, daß Frau Merkel bei ihrem Nein zur Eurobonds und einer Ausweitung des Schutzschirmes bleibt.

Für die Österreicher und Österreicherinnen bietet das vom BZÖ geplante Volksbegehren, welches als Ziel das Verbot von Haftungsübernahmen für andere Länder hat, eine Möglichkeit an Schaden für den österreichischen Steuerzahler (höhere Zinsen bei Eigenaufnahmen oder sogar Rückzahlung von Schulden anderer Staaten) von vornherein zu verhindern.

Hobbyökonom