Hanse-Währung als Euro-Alternative für Nordeuropa

14.01.2011 | 11:46 |   (DiePresse.com)

Stefan Törnqvist, Topmanager einer finnischen Bank, glaubt, dass der Euro binnen zwei Jahren scheitern wird. Als Vorbild für eine neue Währung sieht er die Idee einer neuen "Krone" für Skandinavien.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der Topmanager einer finnischen Bank gibt dem Euro noch zwei Jahre und sinniert über verschiedene Möglichkeiten zu einem nordeuropäischen Währungszusammenschluss, darunter eine "nordeuropäische Hanse-Valuta". Der Kapitalverwaltungsdirektor der "Alandsbanken", Stefan Törnqvist, schrieb am Freitag im schwedischsprachigen "Hufvudstadsbladet", er glaube mit 80 Prozent Sicherheit, dass der Euro zusammenbrechen werde. Er sei sich jedoch dessen bewusst, damit eine Minderheitsmeinung zu vertreten.

Mehr zum Thema:

Törnqvist begründet seine Ansicht damit, dass Deutschland "nicht in alle Ewigkeit" bereit sein werde, am meisten Geld in den krisengeschüttelten Euro hineinzupumpen: "Ich bin sicher, dass große Entscheidungsträger irgendwo in einem Hinterzimmer sitzen und darüber beraten, was zu tun ist." In etwa zwei Jahren, glaubt er, müsste die Zeit für eine neue Weichenstellung reif sein.

Als Alternative für Nordeuropa sieht der finnischer Banker neben der erwähnten Neuschaffung eine Rückkehr zur Idee einer gemeinsamen "Krone", wie sie von Dänemark, Schweden und Norwegen Ende des 19. Jahrhunderts in Form der Skandinavischen Währungsunion schon einmal versucht wurde. Auch eine Rückkehr zur Finnischen Mark, analog zum Wunsch vieler Deutscher nach einer Wiederauferstehung der D-Mark, hält Törnqvist für nicht ausgeschlossen.

(APA)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Schäuble: "Solidarität ist keine Einbahnstraße"

    Bild: (c) Reuters (Francois Lenoir) Es könne nicht sein, dass nur die sechs Euro-Staaten mit bester Bonität zur Lösung des Euro-Problems beitragen, sagt der deutsche Finanzminister. Alle 17 Euro-Länder müssten beitragen.

  • Eine Latino-Lösung für die Eurozone

    Bild: (c) EPA (OLIVIER HOSLET) Europas Währungspolitiker schnüren ein Paket, das der Beendigung der lateinamerikanischen Malaise Ende der 1980er-Jahre immer stärker ähnelt. Offiziell weisen sowohl Europas Finanzminister jedes Gerücht zurück.

  • Spekulanten wetten auf steigenden Euro

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Wetteten die Spekulanten bis vor kurzem auf einen fallenden Euro, dreht sich nun das Blatt. Der Euro hält momentan bei einem Kurs von über 1,35 Dollar.

  • „Man sollte wieder auf den Euro setzen“

    Bild: (c) REUTERS (LISI NIESNER) Der Euro wird zum Franken bald wieder zulegen, sagt Marcus Hettinger, Währungsanalyst der Credit Suisse. Das ist gut für die heimischen Franken-Kreditnehmer und schlecht für jene, die Schweizer Aktien halten.

  • EU: Vorbeugende Kredite schon vor Krisen?

    Bild: (c) AP (Yves Logghe) Innerhalb der EU wird offenbar darüber beraten, schwächeren EU-Staaten vorbeugend Kredite zu geben, um finanzielle Schieflagen zu vermeiden.

  • Griechen sollen Anleihen rückkaufen

    Bild: (c) EPA (Karl-josef Hildenbrand) Die Umschuldung des finanziell angeschlagenen Eurolandes rückt offenbar in greifbare Nähe. Kauft die griechische Regierung die Anleihen zurück, müssten Gläubiger de facto auf 30 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

  • Wifo: Bis 2012 sinkt Euro-Kurs auf 1,20 Dollar

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Die dämpfenden Effekte aus der Euro-Krise dürften zunächst überwiegen, sagt das Wifo. Der Ölpreis soll bis 2015 pro Jahr 6,1 Prozent steigen.

  • Österreich behält sein Triple-A-Rating

    Bild: (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Walgram) Österreich behält in Sachen Kreditwürdigkeit die „Bestnote“ Aaa. Der Markt sieht die Lage der Republik jedoch kritischer: Die Versicherung heimischer Anleihen gegen Zahlungsausfall ist deutlich teurer geworden.

  • Moody's bestätigt Österreichs Triple-A-Rating

    Moodys / Bild: (c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com) Die Ratingagentur Moody's beurteilt Österreichs Kreditwürdigkeit weiter mit der Bestnote. Auch der Ausblick wird als "stabil" gewertet.

  • Rettungsschirm: Fitch ortet weitere Kandidaten

    Bild: (c) AP (Armando Franca) Der Euro-Zone droht neues Ungemach: Nach Angaben der Ratingagentur besteht das Risiko, dass weitere Mitglidesländer Hilfe beantragen müssen.

  • EU: Krisen-Wachhund "bloß eine Quasselbude"

    Bild: (c) AP (Martin Oeser) Heute tritt erstmals der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) unter Vorsitz von EZB-Chef Trichet zusammen. Zweifel an Unabhängigkeit und Schlagkraft werden laut.

  • Deutschland bereitet sich auf Griechen-Pleite vor

    Deutschland / Bild: www.bilderbox.com Das deutsche Finanzministerium spielt offenbar Szenarien durch, wie das südeuropäische Land Umschuldungen vornehmen kann. Auch über eine Restrukturierung der Schulden Irlands dürfte Deutschland sich Gedanken machen.

  • Merkel für Wirtschaftsregierung in Eurozone

    Merkel / Bild: (c) REUTERS (Kai Pfaffenbach) Erstmals hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ausdrücklich für eine gemeinsame Wirtschaftsregierung ausgesprochen.

  • Kurssturz bei sicheren Staatsanleihen

    Bild: (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH) Österreich und Deutschland werden für die Schuldenkrise zur Kasse gebeten. Investoren erwarten für diese Länder höhere Risken, wodurch die Kurse der Anleihen fallen und einen jahrzehntelangen Aufwärtstrend brechen.

  • Finanzminister stocken Rettungsschirm nicht auf

    Bild: (c) EPA (Olivier Hoslet) Neue Banken-Stresstests sollen helfen, den Euro abzusichern. Der Euro könne noch zehn Jahre in der Krise sein, sagt der ungarische Ratsvorsitzende.

  • Schuldenerlass als Solidaritätsbeitrag

    Bild: (c) REUTERS (LISI NIESNER) Die stabilen EU-Länder sollen den Sorgenkindern einen Teil ihrer Schulden erlassen, fordert Wifo-Chef Karl Aiginger. Der Rettungsschirm müsse vergrößert werden. Auch Banken, müssten ihren Beitrag leisten.

  • EZB-Mitglied empfiehlt nächsten Tabubruch

    Bild: (c) AP (Martin Oeser) Im Mai 2010 brach die EZB ein Tabu, indem sie Staatsanleihen kaufte. Nun soll auch der Euro-Rettungsfonds EFSF diesen Schritt wagen.

  • Euro-Rettungsschirm: IWF nimmt Spanien ins Visier

    Bild: (c) EPA (Vassil Donev) Der Internationale Währungsfonds sieht sich in Spanien genauer um. Die Positionen klaffen vor dem EU-Finanzminister-Treffen weit auseinander. Deutschlands Außenminister fordert EU-Schuldenbremse.

  • Euroländer brauchen 1300 Mrd. Euro für Anleihen

    Euro / Bild: (c) EPA (European Central Bank / Handout) 40 Prozent der für die Refinanzierung nötigen 1300 Milliarden Euro brauchen alleine die sogenannten PIIGS-Länder. Österreich braucht 8,8 Milliarden Euro für die Schuldentilgung.

  • Österreich: 30 Prozent höhere Zinsen für Anleihe

    ÖBFA / Bild: www.bilderbox.com Die Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) hat am Mittwoch eine Anleihe in Höhe von vier Milliarden Euro mit elfjähriger Laufzeit begeben. Die Zinsen lagen deutlich höher als für ein vergleichbares Papier im Oktober.

  • Spanien kommt mit niedrigeren Zinsen davon

    Spanien / Bild: (c) AP () Die Regierung in Madrid nahm 3 Milliarden Euro auf. Der Durchschnittszinssatz belief sich auf 4,5 Prozent. Erwartet wurden 4,8 Prozent. Noch im November lagen die Zinsen jedoch noch bei 3,6 Prozent.

  • 2010: Das schreckliche Jahr des Euro

    2010 war das Jahr der Euro-Krise: Im Mai stand die europäische Finanzwelt kurz vor dem Abgrund. Stabilität ist bis heute nicht eingekehrt.

  • Banker erwarten eine Euroland-Pleite

    Bild: (c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com) Auch Japan will Euroanleihen aufkaufen, Portugal wehrt sich weiter verbissen gegen den Euro-Rettungsschirm. In Deutschland sorgt die Eurokrise für eine Verunsicherung in der Bevölkerung

  • Portugals Notenbank erwartet für 2011 neue Rezession

    Notenbank / Bild: (c) REUTERS (Jose Manuel Ribeiro) Die "Banco de Portugal" sieht die portugiesische Wirtschaft 2011 um 1,3 Prozent schrumpfen. 2010 ist sie um 1,3 Prozent gewachsen. Die spanische Regierung glaubt für 2011 an ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

  • Nach China: Auch Japan giert nach Euro-Anleihen

    Bild: (c) Reuters (Yuriko Nakao) Nach China stützt auch Japan die Euro-Zone: Die Regierung will mehr als ein Fünftel der von der Euro-Zone geplanten Papiere erwerben. Der europäische Rettungsfonds will Ende Jänner mit der Kapitalaufnahme starten.

  • "Keine Diskussion über Rettung von Portugal"

    EU-Kommission / Bild: (c) REUTERS (Pool) Weder für Portugal noch für ein anderes EU-Mitglied sei finanzielle Hilfe durch EU und IWF nötig, so die EU-Kommission. Spanien setzt sich einstweilen für seinen Nachbar Portugal ein: Das Land mache seine Hausaufgaben.

  • "Mein Beileid": Krugman bedauert Estlands Euro-Beitritt

    Bild: (c) EPA (Valda Kalnina) Als erste ehemalige Sowjetrepublik tritt Estland der Euro-Zone bei. US-Ökonom Paul Krugman sieht das kritisch.

  • Sarkozy: "Euro-Untergang wäre Ende Europas"

    Bild: (c) EPA (Elysee Palace / Channel 2 / Handout) Der französische Staatspräsident will für den Erhalt des Euro kämpfen. "Der Euro ist die Grundlage unseres Wohlstands", sagt die deutsche Kanzlerin Merkel. Indes begrüßt Estland als 17. Land den Euro.

  • "Euro hat geringe Überlebenschancen"

    Bild: (c) EPA (Marc Mueller) Die Wahrscheinlichkeit liege bei 80 Prozent, dass der Euro die nächsten zehn Jahre nicht überleben werde, sagt das britische Institut CEBR.

  • Mehr
10 Kommentare
Pilatus
14.01.2011 17:20
0

Herrn Törnqvist

kann man nur zustimmen, er weiß wovon er redet. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Das ganze Gezeter um den Euro macht diesen nicht besser, sondern schadet ihm eher. In diversen "Hinterzimmern" wird schon über ein Ende dieser Krampfwährung diskutiert, die Öffentlichkeit jedoch wird hingehalten. Die Euroländer sind in ihrer Wirtschaftsstruktur zu verschieden und der Euro wird öffentlich als starke Währung bezeichnet, obwohl er sich am schwächelnden Dollar orientiert. So fährt er Achterbahn und die Steuerzahler verlieren während dieser Fahrt noch mehr Geld.

SchonWiederGesperrt
14.01.2011 16:56
1

Je früher ...

... umso geringer wird der Schmerz sein.
Aber Demokratien haben es an sich, dass ein Wechsel erst dann möglich ist, wenn der Schmerz unerträglich geworden ist.

PiefkeConnection-A
14.01.2011 16:04
1

Mir...

...als gebürtiger Hanseat schmeichelt der Name natürlich. Aber das eine solche sich nennende Währung wirklich kommt, glaube ich wohl weniger.

Aber die Idee eines nordeuropäischen Währungsbundes (also Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien, Polen und die skandinavischen Länder) ist gar nicht mal so schlecht.

Antworten Gast: Gast
17.01.2011 17:39
0

Re: Mir...

Frankreich und Polen dürfen nicht dazugehören. Mit den Ländern gibt es jetzt schon Probleme. Sonst ist die Idee fast gut. La<ngfristig ist ein gesicherte Euro besser. Die Wirtschaftskulturen sind in den EURO-Stzaaten leider sehr unterschiedlich.

ichbinklug
14.01.2011 15:13
1

Eine starke Nord/Mitteleuropawährung führt automatisch zu einer schwachen Südwährung!

Damit sind unsere Exportmärkte gefährdet und dann kostet das entweder ~ 100.000 Arbeitsplätze in Österreich, oder wir stützen die Südwährungen um teures Geld.

In Summe keine Einsparung zum Istzustand.

Antworten hoxworth
14.01.2011 15:45
1

Re: Eine starke Nord/Mitteleuropawährung führt automatisch zu einer schwachen Südwährung!

allzu klug dürften sie nicht sein. eine starke währung verteuert natürlich die exporte, verringert aber auch die importe (rohstoffe, halbzeuge für die industrie etc.), ein aspekt, der in den mainstreammedien vermutlich bewußt nur sehr selten thematisiert wird.

Antworten Antworten Gast: Gast
16.01.2011 14:29
0

Re: Re: Eine starke Nord/Mitteleuropawährung führt automatisch zu einer schwachen Südwährung!

In Hochlohnländern ist der Anteil der Rohstoffkosten an den Endprodukten sehr gering, daher gibt es nur im Endeffekt nur minimale Kostenvorteile.

Eine starke Währung führt zu Produktionsverlagerung und Deindustralisierung - am Ende bleibt nur mehr die Finanzindustrie über, dieser Wirtschaftszweig ist der einzige, der von einer starken Währung profitieren kann (siehe US, UK, ...).


Antworten Antworten Gast: Hubertus
15.01.2011 18:40
0

Re: Re: Eine starke Nord/Mitteleuropawährung führt automatisch zu einer schwachen Südwährung!

Die Südwährungen sind schwach. Na und? Das sind diese Länder doch schon seit ihrem EU und Eurobeitritt und waren sie auch schon vorher. Und das hat weder Deutschland noch Österreich existentiell geschadet. Ich nehme allerdings Spanien und Portugal von diesem Vorwurf der levantininischen Händlergesinnung aus. Diese Länder bemühen sich und sind auch keine übermäßigen Trickser. Italien,Griechenland sind sehr schwach. Belgien und Frankreich sind die nächsten Trickser. Zu glauben, daß nur Griechenland die Zahlen geschönt hat und Italien nicht, setzt ein ungeheures Gottvertrauen voraus. Die Aktivitäten der EU-Kommission auf Verdoppelung des Schirmes deuten darauf hin, die wissen mehr. Wahrscheinlich platzt die Italienblase in Bälde.

Antworten Antworten hoxworth
14.01.2011 15:46
0

Re: Re: Eine starke Nord/Mitteleuropawährung führt automatisch zu einer schwachen Südwährung!

will sagen: verringert die kosten für importe

Antworten Gast: gast
14.01.2011 15:28
0

Re: Eine starke Nord/Mitteleuropawährung führt automatisch zu einer schwachen Südwährung!

eben!
der ganze sogenannte expertenquatsch geht schon sowas auf den keks.

es ist egal wie man die währung nennt, ob getrennt* oder gemeinsam*, entscheidend ist die wirtschaftliche lage der einzelnen länder. soll jetzt das burgenland und jedes kaff eine eigene währung einführen?

*der ausgleich erfolgt über abwertungen oder über ausgleichszahlungen und kommt schlussendlich aufs selbe raus

Jetzt Die Presse Economist Morgenmail (6 Uhr) -Newsletter abonnieren

Einen Schritt voraus mit den entscheidenden Wirtschaftsmeldungen des Tages um 6 Uhr Früh. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Jetzt Die Presse Economist Updatemail (9 Uhr) -Newsletter abonnieren

Einen Schritt voraus mit den entscheidenden Wirtschaftsmeldungen des Tages um 9 Uhr. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Jetzt Die Presse Economist Marketmail (12 Uhr) -Newsletter abonnieren

Einen Schritt voraus mit den entscheidenden Wirtschaftsmeldungen des Tages um 12 Uhr. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Jetzt Die Presse Economist Abendmail (20 Uhr) -Newsletter abonnieren

Einen Schritt voraus mit den entscheidenden Wirtschaftsmeldungen des Tages um 20 Uhr. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden