Juncker: "Arbeit zum Schutz des Euro beschleunigen"

18.01.2011 | 07:00 |   (DiePresse.com)

Der Euro-Gruppenchef will den Staats- und Regierungschef so bald wie möglich eine "umfassende Antwort auf die Euro-Krise vorlegen, sagte er nach dem Treffen der Euro-Finanzminister. Außerdem soll es neue Banken-Stresstests geben.

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Die Euro-Länder wollen in den kommenden Wochen rasch weitere Schritte zum Schutz ihrer Währung ausarbeiten. "Wir werden unsere Arbeit beschleunigen", um bald eine "umfassende Antwort" auf die Krise des Euro zu geben, sagte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker am Montagabend nach einem Treffen der Euro-Gruppe in Brüssel. Die Ergebnisse sollten den Staats- und Regierungschefs der EU so schnell wie möglich vorgelegt werden.

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Bessere Gestaltung des Schutzschirms

Nach den Worten des luxemburgischen Regierungschefs Juncker diskutierten die Euro-Länder bei ihrem Treffen am Montag "verschiedene Instrumente" zum Schutz des Euro. Dabei sei auch darüber geredet worden, den bisherigen Euro-Rettungsfonds besser zu gestalten.

In den vergangenen Tagen war eine Stärkung des Rettungsschirms diskutiert worden. Zwar liegt der Anteil der Euro-Länder bei 440 Milliarden Euro, nicht jedoch die wirklich verfügbare Summe. Denn um für die an den Märkten aufgenommenen Hilfskredite einen möglichst geringen Zinssatz zu zahlen, muss ein Teil der 440 Milliarden als Sicherheit hinterlegt werden. Daher wird der wirklich verfügbare Anteil der Euro-Länder nur auf rund 250 Milliarden geschätzt.

Schäuble: "Entscheidung drängt nicht"

Finanzminister Josef Pröll (V) sagte, er sehe "zum jetzigen Zeitpunkt" keine Notwendigkeit zur Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. "Wir haben noch genügend Spielraum nach der Hilfsaktion für Irland", sagte er. Allerdings müsse der Rettungsschirm effizienter arbeiten. Dagegen zeigte sich der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble offen für eine Erhöhung der tatsächlich verfügbaren Summe. Über dieses "Problem" müsse mittelfristig diskutiert werden, sagte er. Es gebe aber "keinen dringenden Entscheidungsbedarf". Die erfolgreichen Anleihen-Ausgaben von Portugal und Spanien in der vergangenen Woche hätten nämlich "jede dramatische Zuspitzung herausgenommen".

Neue und schärfere Banken-Stresstests

Um das Vertrauen der Märkte in die Finanzsysteme zu stärken, einigten sich die Minister immerhin auf die Durchführung einer neuen Runde von Banken-Stresstests. Diese werde im ersten Halbjahr erfolgen, sagte Finanzkommissar Olli Rehn. Weil die ersten öffentlichen Stresstests im vergangenen Juli nicht offenlegten, dass viele irische Banken kurz vor dem Bankrott standen, sollten die Regeln bei der zweiten Runde verschärft werden, erklärte Rehn.

Zudem beschlossen die Finanzminister, zum zehnjährigen Jubiläum der Euro-Einführung am 1. Jänner 2012 ein neues Zwei-Euro-Stück einzuführen. Die Münze soll im ganzen Währungsraum die selbe Prägung haben. Wer auf das Verschwinden des Euros gewettet habe, werde so versichert, dass das Geld nicht verschwinden werde, sagte Juncker im Scherz.

Vorschlag für neuen EZB-Direktor

Juncker berichtete auch, dass Belgien und die Slowakei Kandidaten für die Nachfolge der scheidenden österreichischen EZB-Direktorin Gertrude Tumpel-Gugerell vorgeschlagen hätten. Die Slowakei habe die frühere Vizegouverneurin Elena Kohutikova vorgeschlagen. Belgien schicke erneut den Notenbankdirektor Peter Praet ins Rennen. Das Ernennungsverfahren könne nun eingeleitet werden, sagte Juncker. Die Slowakin dürfte bessere Chancen haben, da Tumpel-Gugerell derzeit die einzige Frau in dem fünfköpfigen Leitungsgremium der Europäischen Zentralbank ist. Die Entscheidung treffen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder auf Vorschlag der Minister, offiziell erfolgt der Beschluss beim EU-Gipfel im März.

(Ag.)

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20 Kommentare
Gast: Gasst
18.01.2011 18:27
0

Währung und EU

Eine Währung passt nicht zu EU-Verhandlungen. Währungspolitik muß leise vonstatten gehen.

Gast: Blankenstein Husar
18.01.2011 14:41
1

Juncker kapierts einfach nicht!

Wir wollen den Euro nicht schützen,
wir wollen auch die EU nicht schützen und wir wollen die EU Bonzen schon gar nicht schützen.

Wir pfeiffen drauf.

Gast: unbeteiligter
18.01.2011 13:47
1

Wenn man bald eine umfassende Antwort..

auf die Eurokrise vorlegen will, kann das nur bedeuten, dass man bin jetzt ohne Plan gewurstelt hat (war auch so) .

Die EU sollte sich darauf eintstellen, dass sie bald das selbe Schicksal wie Tunesiens Ex-Diktator erleiden wird..........

Gast: Staatskanzler
18.01.2011 13:19
0

Flucht

Die letzten Heuler der vorgestrigen Eurokraten vor dem Untergang. Der Euro ist in facto Geschichte, flüchte in Gold und Silber wer da kann!

Gast: Staatskanzler
18.01.2011 13:13
0

Falsch, Her Eurokrat

"Zudem beschlossen die Finanzminister, zum zehnjährigen Jubiläum der Euro-Einführung am 1. Jänner 2012 ein neues Zwei-Euro-Stück einzuführen. Die Münze soll im ganzen Währungsraum die selbe Prägung haben. Wer auf das Verschwinden des Euros gewettet habe, werde so versichert, dass das Geld nicht verschwinden werde, sagte Juncker im Scherz."

Am 01.01.2010 wird es keinen Euro mehr geben.


Ich fürchte der Euro wird verschwinden,

und zwar als Bargeld, um die totale staatliche Kontrolle über alle Geldflüsse zu erlangen.

Der Weg in den totalitären Superstaat ist vorgezeichnet, falls sich die Bürger Europas nicht rechtzeitig gegen dieses EU Zentralkomitee zu Wehr setzen.

Gast: DI
18.01.2011 12:17
1

Weiterwurschteln?

Solange die Leute am Ruder sind, welche das ganze Schlamassel angerichtet haben, wird man die Realität nicht akzeptieren wollen, können. Laut Experten ohne Hausverstand?

Totengräber

Jucker ist einer der Totengräber der Union der europäischen Bürger

Gast: Biersauer
18.01.2011 12:12
1

Im Verhältnis zu anderen Währungen hat der Wert des EU noch mehr abgenommen:

Vor Einführung des Eu war der CzKronenkurs 36,60CzK, Heute ist er 25.- CzK, das ist eine Geldentwertung von 32%.
Also war die 1000er Versprechung der Ederer eine glatte Täuschung, welche mit 6Monate Arrest zu bestrafen wäre, weil viele Österr. haben dieser Person vertraut und sind seither getäuscht worden.
Rote Täuscher!

Es bleibt nur eins:


...EURO abschaffen, zurück zur Nationalwährungen. Beginnen wir mit der Rückumstellung in Griechenland & Co.

Das ist der richtige Weg, um uns Bürger vor noch größeren Schäden zu schützen.


Gast: mysterium
18.01.2011 10:22
2

Wie sie schwimmen, wie sie gurgeln die Ertrinkenden,

die sich zu weit hinausgelehnt hatten am Sprungbrett Richtung korrupter Finanzwirtschaft und Organisierter Kriminalität.


Gast: gast
18.01.2011 10:18
1

juncker...



auf dem photo schaut er aus, als hätte er den strick schon um den hals .

Gast: 1. Parteiloser
18.01.2011 09:49
3

Dumpfes Gequacke!

Diese Gequake haben wir nun schon 2 Jahre, auch schon eine längeren Zeitraum über den Rettungsschirm.

Die Fakten sind aber folgende:

- Es ist eine Schuldenkrise der meisten Euroländer und die Defizite sind noch immer nicht unter Kontrolle.

- Der Euroschutzschirm ist noch immer leer, es wird aber trotzdem über eine Ausweitung heftig diskutiert.

- Der Euroschutzschirm wird nur aus zusätzlichen Schulden bestehen und kann daher keine Lösung für die Schuldenkrise sein.

- Der Bankenstresstest kann nichts bringen, weil die Länder die Ursache für die Probleme sind.

- Die Banken sind nach wie vor außer Kontrolle und kommen ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nicht nach. Es wird noch immer gezockt wie es auch beim Glückspiel verboten ist.

- Es wurde noch immer keine Maßnahmen ergriffen den aufgeblähten Bankenbereich in einen Rahmen zu bringen, welcher der Gesellschaft auch nützt.

Dieses laufende Gequacke ist schon nicht mehr auszuhalten. Es ist doch nur dumpfes Gewäsch, die notwendigen Handlungen fehlen zu fast 100%.

Europa und deren Mitgliedländer werden von Entscheidungsträgern verwaltet, welche eigentlich in das Museum der politischen Relikte entsorgt werden sollten.

Re: Dumpfes Gequacke!


Jemand der die Situation realistisch beurteilen kann, würde auch heute niemals in die Politik gehen. Da kann man nur verlieren!

Ein gutes Beispile ist Arnold Schwarzenegger. Damals wollte er unbedingt Politiker werden, hatte aber keine Ahnung, wie schlecht es um Kalifornien stand. Heute steht er vor den Scherben seines Wirkens.

Gast: Gebe nichts
18.01.2011 09:40
4

Da meint er

noch mehr und noch schneller das Geld aus den Säcken der Steuerzahler zu ziehen und vernichten.

Gast: pescador
18.01.2011 08:45
4

Arbeit zum Schutz des Euro

Zunächst wird aber um den Posten des EZB-Direktors gezankt. Man muss schon Prioritäten setzen.

Gast: homo austriacus
18.01.2011 08:42
1

Du, glückliches Österreich,

zahle!

Unsere Lemminge beschleunigen die Kapitalvernichtung

Finanzminister, die nicht mehr der die Interessen der Bevölkerung - also des sogenannten Souveräns - vertreten, sondern nur mehr ferngesteuert agieren und somit hart erabrbeitete Steuergelder der Bevölkerung vernichten, gehören aus dem Amt gejagt.
Natürlich gibt es zu diesem Wahnsinn Alternativen: Nationiale Währungen innerhalb der EU wären as soon as possible wieder einzuführen, um die reale Wirtschaftssituation anhand des Wechselkurses abbilden zu können.
Es geht doch nicht an, andauernd gutes Geld schlechtem nachzuwerfen und somit à la longue selbst dem Staatsbankrott zuzusteuern.

Re: Unsere Lemminge beschleunigen die Kapitalvernichtung

Wobei wirtschaftlich ähnlich tickende Staaten könnten zwecks Vereinfachung wahrscheinlich auch eine gemeinsame Währung behalten oder ihre Währungen aneinader koppeln. Das elektronische hin und her wechseln muss ja nichts kosten.

Aber für Österreich wäre eine eigene Währung, ähnlich wie die Schweiz sicher der günstigere Weg gewesen. Damit hätten die österr. Banken auch nicht so ein großes Risiko im Osten eingehen können.

Ein Haufen Ahnungsloser die "versprecheen" eine umfassende Antwort auf etwas geben zu wollen ? Ein neues Lügenmärchen also.


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