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EU-Finanzminister stocken Rettungsschirm nicht auf

18.01.2011 | 14:51 |   (DiePresse.com)

Neue Banken-Stresstests sollen helfen, den Euro abzusichern. Der Euro könne noch zehn Jahre in der Krise sein, sagt der ungarische Ratsvorsitzende.

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Die EU-Finanzminister sind dem Drängen nach einer Ausweitung des Euro-Rettungsschirms vorläufig nicht nachgekommen. Bei ihrer Sitzung am Dienstag in Brüssel wurde betont, dass es nicht um eine Ausdehnung des Rahmens von 440 Milliarden Euro beim EFSF-Teil des insgesamt 750 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirms gehe, sondern um eine "bessere Effizienz".

Von den 440 Milliarden sind aufgrund der notwendigen Sicherheiten nur 250 Milliarden verfügbar, diese Summe soll durch geeignete "Instrumente" und einen langfristigen Euro-Krisenplan angehoben werden, wobei VP-Finanzminister Josef Pröll keine konkrete Zahl nannte.

"Einige haben die Nase voll"

Während Pröll einerseits davon sprach, dass die "Zeit nicht unmittelbar drängt, weil Irland locker mit den Hilfsmaßnahmen Platz im bestehenden Schirm hat" und kein anderes Land derzeit an die Tür klopfe, wollte der Minister gleichzeitig "aufs Tempo drücken", um ein Gesamtpaket zu schnüren. Dabei seien "verschiedene Optionen" im Gespräch. So sollte über "Modelle" der Lastenaufteilung diskutiert werden.

Jedenfalls dürfe man die Effizienzverbesserung nicht auf Teile der Eurozone wie die Triple-A-Staaten, zu denen Österreich gehöre, abwälzen. Es handle sich um eine solidarische Aufgabe. Dabei fügte Pröll hinzu, dass auch die von einer Hilfe betroffenen Länder "ihre Hausaufgaben" machen müssten. Denn es hätten "viele die Nase voll, dass sich einige um die Tatsache herumdrücken, den eigenen Stall sauber zu halten". Der Stabilitätspakt sei zu erfüllen, das Schuldenmanagement müsse gewährleistet werden.

Strengere Banken-Stresstests

Zu "100 Prozent" steht Pröll hinter den neuen Banken-Stresstests. Diese sollten im Frühsommer 2011 umgesetzt sein. Es gehe darum, ein klares Signal für mehr Transparenz zu geben. Beim neuen Banken-Stresstest in diesem Jahr soll EU-Präsidentschaftskreisen zufolge auch die Liquidität der Institute gemessen werden. Getestet würden die gleichen 91 Geldhäuser wie im vergangenen Jahr. Dieses Mal solle der Test insgesamt aber strenger ausfallen und beispielsweise nicht nur das Handelsbuch der Institute unter die Lupe nehmen, sondern auch das Bankbuch.

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht davon aus, dass dieses Mal wegen der strengeren Kriterien mehr Banken durchfallen. Beim ersten europaweiten Stresstest im vergangenen Jahr waren von 91 Banken nur sieben Institute durchgefallen, was Zweifel an der Stichhaltigkeit der Ergebnisse geweckt hatte. So war damals kein irisches Geldhaus durch den Test gefallen, obwohl der Staat wenig später Milliarden in den Bankensektor pumpen und das Land am Ende unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen musste.

Euro noch zehn Jahre in der Krise?

Aufhorchen ließ in diesem Zusammenhang EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, der die Banken zur "Mäßigung bei den Boni" für Manager aufrief. Millionen Europäer würden unter Arbeitslosigkeit leiden, "die Banken müssen jetzt ihrer Verantwortung besser gerecht werden und sich nach moralischen und ethnischen Gesichtspunkten verhalten. Deshalb rufe ich zur Mäßigung gerade bei den Boni auf". Darauf angesprochen, was passiert, wenn sein Appell nichts nützt, stellte der Kommissar den Banken die Rute ins Fenster. "Es geht um die Glaubwürdigkeit. Wir haben Kapitalanforderungen, da gibt es Gesetzesmaßnahmen. Wenn die Banken nicht auf unseren Appell eingehen, müssen wir etwas bei den Kapitalanforderungen ändern".

Etwas weit lehnte sich der ungarische rotierende Ratsvorsitzende Finanzminister György Matolcsy aus dem Fenster, als er meinte, dass der Euro noch zehn Jahre in der Krise sein könnte. Pröll winkte gegenüber seinem Parteifreund ab und meinte, es gebe keinen Anlass, darüber nachzudenken, ob uns die Krise noch jahrelang begleiten wird. "Ich bin froh, dass solche Kommentare nicht von Ministern kommen, die in der Eurozone Verantwortung tragen", wies Pröll Aussagen seines ungarischen Ressortkollegen zurück.

"Brauchen mehr Budgetdisziplin"

Die EU sucht weiter einen Kompromiss zur Absicherung der Euro-Währung. Während die EU-Kommission in erster Linie den Rettungsfonds für wackelnde Euro-Staaten stärken will, setzen viele Mitgliedsländer andere Akzente. Das wurde am Dienstag beim EU-Finanzministertreffen in Brüssel deutlich. Schnelle Ergebnisse werden deshalb nicht erwartet.

Schwedens Ressortchef Anders Borg kritisierte, es werde zu viel über Hilfsfonds und deren Größe debattiert. "Wir brauchen mehr Budgetdisziplin und weniger Diskussionen über die Lastenteilung", sagte er am Rande der Konferenz. Die Französin Christine Lagarde betonte, die Debatte drehe sich nicht nur um den Rettungsfonds EFSF mit einem Umfang von 440 Milliarden Euro. "Er ist lediglich ein Teil der Gleichung." Die Minister arbeiteten an einer umfassenden Lösung.

Schäuble: Wirtschaftspolitik besser verzahnen

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) drängte die EU-Länder, ihre Wirtschaftspolitik besser zu verzahnen. "Die wirtschaftliche Abstimmung muss verbessert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit in allen Ländern zu steigern."  Der ungarische Ressortchef Matolcsy, der bis Ende Juni die Ministertreffen leitet, warb wie Schäuble für eine bessere Koordination der EU-Wirtschaftspolitik - und zeigte sich optimistisch: Die EU sei auf dem richtigen Weg, um mit der Krise fertig zu werden. "Wir wollen mit den sechs Gesetzesvorschlägen (zur Stärkung des Stabilitätspakts und der Wirtschaftskoordinierung) vorankommen. Das steht im Zentrum der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft." Die Kommission hatte die Gesetze im September vorgeschlagen - danach sollen Defizitsünder schneller und härter bestraft werden.

Einem deutschen Medienbericht zufolge sollen nach Überlegungen der EU-Kommission die Banken den permanenten Rettungsschirm für Euroland ab 2013 mitfinanzieren.

(Ag.)

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11 Kommentare
Gast: Dr. Gold
19.01.2011 02:54
3 0

Ein Staat kann nicht bankrott gehen ...

... lediglich seine Bürger.

Und es nicht die Frage ob, sondern wann das passiert.

Denn es ist wohl jedem klar, dass dieser Haufen drittklassiger Politiker keine derartigen Probleme lösen kann.

Einmal ganz die Tatsache vernachlässigt, dass das alle Hochverräter sind, welche die frisch druchgewunkene Europ. 'Verfasssung', den Lissabon Vertrag, brechen und zwar durch Nichteinhaltung der 'no bail out' Klausel.

Also was soll man von solchen Politikern schon für eine Meinung haben, die sich nicht einmal an Ihre eigene Verfassung halten?

Dazu kommt, dass diese Krise noch lange nicht vorbei ist, sondern erst so richtig beginnt.

Die Zange wurde ja selbst verschuldet vorbereitet;

Die Zinsen können fast nicht mehr erhöht werden, da sofort massive Ausfälle zu befürchten sind.

Die Geldmenge hat man aber derart hochgepumpt, dass diese zwangsweise zu Preisschüben, besonders bei den Gütern des täglichen Bedarfs, führen wird.

Also wird man die Druckmaschine anwerfen und versuchen durch Inflation alle zu berauben.

Wie schon einmal hier ausgeführt, eine Gratwanderng deren Erfolg sehr fragwürdig ist, denn kippt das Vertrauen in die Währung und das ist ja teilweise schon jetzt der Fall, dann geht es Richtung Hyper Inflation.

Bittere (Hyper) Stagflationsjahre könnten vor der Tür stehen.

Je schneller das System kracht, desto besser, je länger es am Leben erhalten wird, desto schlimmer.

Gast: zukünftiger_Topmanager
18.01.2011 21:28
2 0

ich kann das auch

Grüß Gott an Alle !

Ich suche einen Job als Topmanager !

Qualifikationen:

Ich kenne Zahlen, ja aber kann keine Bilanzen lesen !
Kann was versprechen, und morgen weiss ich es nimmer !
Kann auch lügen wie gedruckt, und andere verscheissern !
Ja bin auch für öffentliche Ämter geeignet, Hauptsache ich bekomme genug !

Ja was stell ich mir so vor :

Dienstauto , Oberklasse versteht sich
Gehalt so ab 20.000 € netto, natürlich ohne Diäten, Prämien, Bonis..... , 14 mal im Jahr

Am Besten wäre wenn sie mir das ganze dann gleich auf ein Konto in Liechtenstein überweisen !

PS: Bitte möglichst schnell melden, bevor das Geld alle ist und ich nichts mehr abbekomme !

Danke und fröhlichen Untergang an alle nach mir :-)

Gast: gast
18.01.2011 21:21
1 0

je weniger diese verbrecher machen



umso billiger wird es !!

Gast: gutenacht
18.01.2011 19:53
3 0

alle steuerzahler haben von diesem arm machenden umverteilungseuro und spekulieren die nase voll

Einige haben die Nase voll, ist ein wenig untertrieben -
alle arbeitnehmer in europa haben die nase voll vom euro banken wahnsinn,
alle familien in europa haben nur noch nachteile und belastungen,
alle staatlichen pensionen sollen runtergefahren werden richtung armutsgrenze und die arbeitnehmer können sich nach 45 jahren im arbeitsleben keinen verdienten lebensabend mehr leisten.
alle steuerzahler haben genug vom umverteilen und subventionieren der reichen banker und spekulanten-
alle arbeitnehmer müssen die zeche zahlen -nicht die verursacher und profiteure der bankencasinos-faymann von der SPÖ hat immer gesagt ,die schuldigen sollen zur verantwortung gezogen werden- jetzt müssen die steuerzahler-arbeitnehmer und familien dieses perfide abgewirtschaftete finanzabzockersystem reanimieren und bis zum st. nimmereinstag durchfüttern.

10 Jahre kann die Euro banken krise noch dauern meint der eu Ratsvorsitzende.
na da können sich die österreicher und deutschen steuerzahler und arbeitnehmer sowie asvg pensionisten noch anschnallen- schon jetzt wurden hunderte milliarden in diesem bankensumpf versenkt. diese aussage grenzt schon an eine gefährliche drohung - wer soll diesen eurowahnsinn noch 10 jahre lang aushalten oder bezahlen. die arbeitnehmer und pensionisten sind jetzt schon meist am rande der armut- die leute haben immer mehr streß und weniger vom leben und können von ihren geringen gehältern kaum mehr leben. was mutet uns die EU und politik eigentlich noch zu?

Vorschau

Nachdem die EZB nach der Aufstockung des Grundkapitals noch über einen Interventionsspielraum verfügt, die benötigten Geldaufnahmen der Wackelkandidaten sich derzeit in Grenzen halten sowie der Großteil des Euroschutzschirmes noch frei verfügbar ist, wird sich die Diskussion um die Aufstockung wohl noch bis in die 2 Jahreshälfte ziehen. Die Geberländer können dann argumentieren, daß sie sich lange gegen eine Aufstockung gewährt haben und die Problemländer werden dann auch bereits einige Fortschritte aufweisen können, wobei allerdings diese bei weitem nicht ausreichen werden um eine nachhaltige Sanierung der einzelnen Staatshaushalte zu gewährleisten. Somit werden langfristig die Geberländer zu einem Schuldennachlaß unter dem Argument der europäischen Solidarität genötigt werden.

Nach der Präsidentenwahl aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor dem Sommer wird Portugal in den Euroschutzschirm aufgrund der hohen Zinsen flüchten müssen.

Spätestens im Sommer wird dann die EZB ihr Spielkapital für Stützungskäufe von Wertpapieren gefährdeter Staaten aufgebraucht haben und dann werden bedingt durch die verschärften Stresstests für Kreditinstitute neue Verstaatlichungen in diesem Sektor notwendig werden, womit einem weiteren Land das Schicksal Irlands ereilen könnte. Somit wird derzeit auf Zeit gespielt, den eigenen Bevölkerungen werden Beruhigungspillen vorgesetzt und eine mögliche Aufstockung des Euroschutzschirmes wird realistischerweise erst ab Sommer akut.

Gast: gutenabend
18.01.2011 19:24
0 0

alle haben die nase voll von diesem sozialabbau und bankencasinos! die eu ist eine steuergeld umverteilungsmaschine, sonst nichts

Einige haben die Nase voll, ist ein wenig untertrieben -
alle arbeitnehmer in europa haben die nase voll vom euro banken wahnsinn,
alle familien in europa haben nur noch nachteile und belastungen,
alle staatlichen pensionen sollen runtergefahren werden richtung armutsgrenze und die arbeitnehmer können sich nach 45 jahren im arbeitsleben keinen verdienten lebensabend mehr leisten.
alle steuerzahler haben genug vom umverteilen und subventionieren der reichen banker und spekulanten-
alle arbeitnehmer müssen die zeche zahlen -nicht die verursacher und profiteure der bankencasinos-faymann von der SPÖ hat immer gesagt ,die schuldigen sollen zur verantwortung gezogen werden- jetzt müssen die steuerzahler-arbeitnehmer und familien dieses perfide abgewirtschaftete finanzabzockersystem reanimieren und bis zum st. nimmereinstag durchfüttern.

10 Jahre kann die Euro banken krise noch dauern meint der eu Ratsvorsitzende.
na da können sich die österreicher und deutschen steuerzahler und arbeitnehmer sowie asvg pensionisten noch anschnallen- schon jetzt wurden hunderte milliarden in diesem bankensumpf versenkt. diese aussage grenzt schon an eine gefährliche drohung - wer soll diesen eurowahnsinn noch 10 jahre lang aushalten oder bezahlen. die arbeitnehmer und pensionisten sind jetzt schon meist am rande der armut- die leute haben immer mehr streß und weniger vom leben und können von ihren geringen gehältern kaum mehr leben. was mutet uns die EU und politik eigentlich noch zu?

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>>"die Banken müssen jetzt ihrer Verantwortung besser gerecht werden und sich nach moralischen und ethnischen Gesichtspunkten verhalten.<<


"... und ethnischen Gesichtspunkten", wie ist denn das gemeint?

Eine Gruppe von Bankstern darf exorbitante Boni kassieren, die anderen müssen sich zurückhalten?

Gast: Hans im Glück
18.01.2011 16:38
3 1

Ratsvorsitzender Finanzminister hat Recht!

Bei diesem Affentheater ist eine Lösung des Problems nicht in Sicht.

Nicht einmal in 10 Jahren.

Man kann nur Brüllen und Lachen bei diesen Volksverrätern.

Gast: Knödel-Sepp
18.01.2011 16:37
0 0

Griaß euch Leitl

I bin da Knödel Sepp und dazöhl euch was von da Regierung derweil i was is.

De andern san lauter Trotteln. Des konn ich euch sogn. Ich moch des schon, do leg i de hand ins feier.

Geh gebts ma no a paar knödel, i hab ja so an hunger. Pfiat euch Leitl.

2 0

Was ist die Position von Österreich zum Thema?

Ich vermisse immer die östrr. Position zum Euro? Der östrr. Minister Pröll erklaert seine Meinung nie öffentlich. Barosso, EZB wollen den Euroschirm aufstocken, Merkel und Sarkozy sind dagegen. Wo stehen denn die Österreicher? Warten die Österreicher immer darauf, wer sich durchsetzt und positionieren sich bei den Staerkeren?

1 1

U.U.U.

Unverantwortliche. Undankbare. Ungarn.

Hobbyökonom