EZB will sich angeblich von Staatsanleihen befreien

Die EZB soll darauf drängen, dass der Rettungsschirm EFSF Anleihen von Griechenland und Co. übernimmt. Sie dürfte damit auf taube Ohren stoßen.

A reporter takes a photograph of Trichet, President of the European Central Bank (ECB) as he answers
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A reporter takes a photograph of Trichet, President of the European Central Bank (ECB) as he answers
(c) Reuters (Kai Pfaffenbach)

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die von ihr seit dem Höhepunkt der Griechenland-Krise aufgekauften Staatsanleihen angeblich wieder loswerden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" drängt die EZB derzeit in vertraulichen Gesprächen mit den Regierungen der Euro-Zone darauf, dass der europäische Rettungsschirm EFSF Anleihen von Griechenland, Portugal und Irland übernimmt, die die Notenbank im Zuge ihrer Hilfsmaßnahmen für den Euro aufgekauft hat. Aktueller Wert: 77 Milliarden Euro.

Vor allem EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wolle die Zentralbank von den gekauften Papieren befreien. Die EZB halte den Aufkauf für einen Sündenfall, schreibt das Magazin ohne Angabe von Quellen.

Trichet stößt angeblich auf taube Ohren

Mit ihrem Anliegen stößt die Zentralbank bisher laut "Spiegel" bei den Regierungen der Mitgliedstaaten aber auf taube Ohren. EZB, die deutsche Bundesbank und die Berliner Regierung wollten den Vorabbericht am Freitag nicht kommentieren. Die EZB hat in der Vergangenheit mehrfach betont, sie wolle die gekauften Staatsanleihen bis zu deren Fälligkeit halten.

Auch die deutsche Bundesbank hatte sich wiederholt dagegen ausgesprochen, dass der EFSF Staatsanleihen von Problemländern kauft.

Zweifel an Bericht

Ebenfalls gegen die Darstellung der Magazins spricht, dass der Staatsanleihenkauf im Mai 2010 von der EZB als geldpolitische Maßnahme bezeichnet wurde, die dazu dienen soll, dieses von der Krise hart getroffene Segment des Finanzmarktes wieder durchlässig zu machen für geldpolitische Impulse.

Würden nun die Staatsanleihen von der EZB auf den EFSF übertragen, widerspräche dies dem eigentlichen von der EZB selbst postulierten Ziel des Kaufprogramms.

(Ag.)

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