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EFSF soll als Versicherer von Staatsanleihen auftreten

10.03.2011 | 18:03 |   (DiePresse.com)

Ökonomen der UniCredit bringen einen neuen Vorschlag zur Refinanzierung von Länder ein. Dabei sollen Credit Default Swaps zum Einsatz kommen.

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Die Ökonomen der zur italienischen UniCredit zählenden Bank Austria gehen im Zusammenhang mit dem noch zu schaffenden ständigen Euro-Schutzschirm mit einem neuen Vorschlag an die Öffentlichkeit. Die als EFSF bekannte Europäische Finanzstabilitätsfazilität sollte mit ihren Mitteln auf den Finanzmärkten auch als Verkäufer von sogenannten Credit Default Swaps (CDS), einer Art Kreditausfallsversicherung, auftreten. Länder wie Portugal könnten dann weiter Anleihen zum aktuellen Preis begeben, die EFSF würde sie aber für eine Gebühr versichern, so Chefökonom Stefan Bruckbauer.

CDSs werden verwendet, um das Kreditrisiko  von Kreditengagements abzusichern. Hat ein Investor Anleihen von A gekauft, kann er als Sicherungsnehmer in einen CDS mit A als Basiswert eintreten. Fällt der Schuldner aus, erhält der Investor aus dem CDS vom Sicherungsgeber die vereinbarte Leistung. Diese stellt einen Ausgleich für Verlust dar, der durch die Abschreibung  des Kreditengagements entsteht. Dafür zahlt der Investor als Sicherungsnehmer die Prämien, die im Ergebnis seine Zinseinnahmen aus dem Kreditengagement mindern.

Investor trägt nur geringes Risiko

Ein Investor würde netto mit Gewinn aussteigen, ohne ein höheres Risiko als etwa bei der Finanzierung von Deutschland zu übernehmen. Die anderen Länder würden dabei eine Gebühr erhalten, die sie wiederum an ein Land wie Portugal weitergeben könnten, um dessen Zinslast zu reduzieren. "Würde die EFSF flexibel am Markt agieren, könnte mit wenigen Mitteln und geringerer Übernahme von Schulden ein deutliches Signal der Stärke gesendet werden", so Bruckbauer am Donnerstag in einer Presseaussendung.

Bruckbauer wünscht sich nun "deutliche Signale der Solidarität" aus der Politik. Dabei sei das Überwinden der aktuellen Finanzierungsprobleme wichtiger als die mittelfristige Neugestaltung der Wirtschaftspolitik im Euroraum. Mittelfristig sollte zudem die Beaufsichtigung der Verschuldung im Euroraum verbessert werden, fordert der Ökonom.

 

(APA)

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2 Kommentare
Gast: Hubertus
12.03.2011 19:46
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ironie pur

Vor nicht allzu langer zeit waren Credit Default Swaps Instrumente des Teufels, finanzielle massenvernichtungswaffen (Buffet). Insbesondere sie sollen es gewesen sein, welche die ach so soliden Griechen völlig unverdient in den Staatsbankrott treiben wollten. Und jetzt: Die Rettung aus der Krise. Das Ei des Columbus.

Gast: 1. Parteiloser
11.03.2011 09:35
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Hat das diese Versicherung wirklich einen Sinn?

Es ist einmal klar, dass die Zinsen den Staaten jede Sanierung der Budgets unmöglich machen werden, wenn die Zinsen der Teuerungsrate und dem realen Wirtschaftswachstum davonlaufen. Es würde also vordergründig einen Sinn machen Instrumente zu schaffen, welche den Zinsendienst in einem vernünftigen Rahmen halten.

Es ist aber auch klar, dass diese Versicherung, welche der Steuerzahler übernehmen muss, dann den privaten Investoren die Gewinne garantiert. Es wäre also nichts anderes als ein garantiertes Abschöpfen von volkswirtschaftlicher Leistung zu Gunsten der Finanzwirtschaft. Logisch, dass eine Großbank das so haben möchte.

Diese beiden Punkte zeigen der Perversion des Geldsystems deutlich auf. Auf der einen Seite die Staaten, welche sich in den Bankrott (haben wir in Wirklichkeit schon) manövriert haben auf der anderen Seite eine aufgeblasene Finanzwirtschaft, welche sich weiter an den Leistungen der Realwirtschaft voll bedienen möchte.

Die bessere Lösung wären ordentliche Staatsfinanzen. Staatsfinanzen welche nicht nur unbeholfen Konsolidiert werden, sondern einfach nur noch Saniert werden. In dem Moment, wo die Staaten über 2-3 Jahren keine neuen Schulden machen, in dem Moment sinken die Zinsen und die Staaten können sich dann billig Finanzieren. So wäre das Problem der hohen Zinsen auch einfach in den Griff zu bekommen.

Die Politiker könnten das Problem lösen, wollen aber nicht, weil damit die Umverteilungsexzesse nicht mehr möglich sind.

Hobbyökonom