Die Ökonomen der zur italienischen UniCredit zählenden Bank Austria gehen im Zusammenhang mit dem noch zu schaffenden ständigen Euro-Schutzschirm mit einem neuen Vorschlag an die Öffentlichkeit. Die als EFSF bekannte Europäische Finanzstabilitätsfazilität sollte mit ihren Mitteln auf den Finanzmärkten auch als Verkäufer von sogenannten Credit Default Swaps (CDS), einer Art Kreditausfallsversicherung, auftreten. Länder wie Portugal könnten dann weiter Anleihen zum aktuellen Preis begeben, die EFSF würde sie aber für eine Gebühr versichern, so Chefökonom Stefan Bruckbauer.
CDSs werden verwendet, um das Kreditrisiko von Kreditengagements abzusichern. Hat ein Investor Anleihen von A gekauft, kann er als Sicherungsnehmer in einen CDS mit A als Basiswert eintreten. Fällt der Schuldner aus, erhält der Investor aus dem CDS vom Sicherungsgeber die vereinbarte Leistung. Diese stellt einen Ausgleich für Verlust dar, der durch die Abschreibung des Kreditengagements entsteht. Dafür zahlt der Investor als Sicherungsnehmer die Prämien, die im Ergebnis seine Zinseinnahmen aus dem Kreditengagement mindern.
Investor trägt nur geringes Risiko
Ein Investor würde netto mit Gewinn aussteigen, ohne ein höheres Risiko als etwa bei der Finanzierung von Deutschland zu übernehmen. Die anderen Länder würden dabei eine Gebühr erhalten, die sie wiederum an ein Land wie Portugal weitergeben könnten, um dessen Zinslast zu reduzieren. "Würde die EFSF flexibel am Markt agieren, könnte mit wenigen Mitteln und geringerer Übernahme von Schulden ein deutliches Signal der Stärke gesendet werden", so Bruckbauer am Donnerstag in einer Presseaussendung.
Bruckbauer wünscht sich nun "deutliche Signale der Solidarität" aus der Politik. Dabei sei das Überwinden der aktuellen Finanzierungsprobleme wichtiger als die mittelfristige Neugestaltung der Wirtschaftspolitik im Euroraum. Mittelfristig sollte zudem die Beaufsichtigung der Verschuldung im Euroraum verbessert werden, fordert der Ökonom.
(APA)
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