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Die EU-Minister ärgern sich über Ratingagenturen

15.03.2011 | 18:38 |   (Die Presse)

Nach den Herabstufungen von Spanien und Griechenland wird mehr Kontrolle gefordert. Unterdessen drängt die Ratingagentur Fitch ihrerseits die EU beim Thema Schuldenkrise zum Handeln.

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Wien/Ag./Red. Im Zuge der Schuldenkrise der Eurostaaten geraten die Ratingagenturen zunehmend in die Schusslinie. Es gebe „großes Erstaunen“ über den Zeitpunkt der Herabstufung von Spanien und Griechenland durch die US-Agentur Moody's, sagte Jean-Claude Juncker in Brüssel. Der Luxemburger ist Vorsitzender der Runde der Euro-Finanzminister. Er forderte die EU-Kommission auf, Vorschläge für eine bessere Regulierung zu machen.

Zuvor wandte sich Frankreichs Finanzministerin, Christine Lagarde, gegen die Herabstufung und plädierte für eine schärfere Kontrolle der Agenturen. Auch für die EU-Kommission selbst zeigt der Schritt, dass eine stärkere Regulierung notwendig sei.

Wie berichtet, hatte die US-Agentur Moody's vergangene Woche die Kreditwürdigkeit Spaniens um eine Note nach unten herabgestuft. Weil damit die Risikoaufschläge auf die Staatsanleihen steigen, wird so die Finanzierung des Landes teurer. Auch die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Griechenland hatte Moody's kräftig um gleich drei Noten herabgestuft.

Unterdessen drängt die Ratingagentur Fitch ihrerseits die EU beim Thema Schuldenkrise zum Handeln, weil andernfalls noch mehr Zweifel an der Kreditwürdigkeit der angeschlagenen Staaten und damit weitere Herabstufungen drohten. Gefordert seien Strategien zur Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2011)

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2 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
16.03.2011 07:58
0 0

Die machen doch nur eine Bonitätsbeurteilung!

Bonität oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft einer natürlichen Person oder von Unternehmen oder Staaten, die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen.

Tatsächlich ist es aber schon viele Jahre so, dass die Staaten die Zinsen nur zahlen konnten, weil es zu einer Neuverschuldung kam. Die Staaten können also in Wirklichkeit schon sehr lange nicht mehr die Zinsen zahlen und werden auch die Schulden niemals zahlen können.

Viele Staaten haben schon lange keine Kreditwürdigkeit mehr, die Ratingagenturen bestätigen diese aber weiter, wenn auch mit unterschiedlichen Bewertungen.

Das Wunder, bzw. Versagen, der Agenturen ist doch nur, dass die Aberkennung der Rückzahlungsfähigkeit um viele Jahre zu spät gemacht wurde.

Das Problem sind weniger die Agenturen, welche überschätzt werden, sondern das kollektive Versagen der Politiker und der Finanzwirtschaft.

die lösung

wäre doch eine beamtete EU-rating agentur. da kommt dann immer das heraus, was wir grad brauchen...

Hobbyökonom