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Moody's stuft Kreditwürdigkeit Portugals weiter herunter

16.03.2011 | 06:45 |   (DiePresse.com)

Die Rückstufung stehe im Zusammenhang mit den erwarteten Auswirkungen der hohen Kreditkosten für das Land, teilte die Ratingagentur mit.

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Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Portugals um zwei Stufen gesenkt und eine weitere Rückstufung nicht ausgeschlossen. Das hoch verschuldete Land werde nun mit der Note A3 geführt, teilte Moody's am Dienstagabend mit.

Der Ausblick sei negativ. Die Maßnahme wurde mit der ungewissen Zukunft der portugiesischen Wirtschaft angesichts des strikten Spar- und Sanierungsprogramms der Regierung begründet. Die schlechten Konjunktur-Aussichten würden zumindest mittelfristig unverändert bleiben, "bis die Strukturreformen vor allem auf dem Arbeitsmarkt und im Justizsystem erste Früchte tragen", heißt es von Moody's. An den Finanzmärkten war die Rückstufung weitgehend erwartet worden.

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Portugal verschärft Sparkurs

Portugal hatte erst am Freitag mit einer Verschärfung seines Sparkurses um das Vertrauen der Finanzmärkte geworben. Nach einem Negativ-Rekord von rund 9,4 Prozent 2009 und den für 2010 angepeilten 7,3 Prozent will Portugal sein Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 4,6 Prozent drücken. Dazu wurde ein umstrittener Staatshaushalt mit nie dagewesenen Sparmaßnahmen verabschiedet. Die Ausgaben für Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst sollen um 5 Prozent gekürzt werden, die Mehrwertsteuer stieg von 21 auf 23 Prozent. Die Sozialleistungen werden gekürzt, die Pensionen eingefroren.

Die Märkte zeigten sich jedoch von den zusätzlichen Einschnitten unbeeindruckt. Vielmehr wuchs die Überzeugung, dass Portugal letztlich doch eine Geldspritze seiner Europartner benötigt.

Die Finanzierungsbedingungen hatten sich zuletzt für das ärmste Land Westeuropas deutlich verschlechtert. Die Risikoaufschläge für portugiesische Staatsanleihen waren in den vergangenen Wochen deutlich auf knapp unter acht Prozent gestiegen. Experten erwarten, dass die hohen Kreditkosten bald auf neue Höchstmarken klettern.

 

(Ag.)

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15 Kommentare
Gast: Walter g
16.03.2011 18:25
0 0

Sind doch schon so viele im Keller,

ich finde noch tiefer geht es nicht mehr ,denn es gibt keine Stufen mehr.

Gast: Träumer
16.03.2011 12:14
3 0

Wahnsinnig wichtig!

Was um Himmels Willen wären wir nur ohne all die gescheiten Menschen die uns bewerten, raten, casten, coachen und so weiter? Unser Tag wäre ein unglücklicher ohne all die Bewertungen denn man stelle sich vor:
- Ich gehe außer Haus und mein Nachbar würde mich nicht vom Scheitel bis zur Sohle mustern ob meines alten Anzuges
- auf dem Weg ins Büro würde mir niemand beibringen, wie man auf der linken Autobahnspur 120 fährt
- ich würde anstatt der Konzernkrawatte gar keine tragen
- das Strategiemeeting endet nicht mit Visionen sondern mit konkreten Plänen
- ich müsste mich nicht in Seminaren per Klangschale, Buschtrommel und Dufttherapie zu finden versuchen
- es gäbe keine Meldungen was Schwachköpfe in Ratingagenturen von anderen halten
- es würden keine 16jährigen von braungebrannten geistigen Tieffliegern live im TV runtergemacht und aussortiert
-
-
-
Entschuldigung, was wollte ich schreiben?
Ich fürchte ich war kurz eingenickt und hab geträumt!

Wen interessiert ...

... der Schwachsinn, den die Ratingagenturen verzapfen? Die "Investoren" = Kreditgeber sind ja keine armen Hascherln sondern Profis und könnten sehr gut aus eigenem entscheiden, wer kreditwürdig ist. Und 2 naheliegende Fragen zu den Agenturen werden nie beantwortet:
1. Welche wissenschaftliche oder sonstige Legitimation haben deren "Expertisen"?
2. Wer beauftragt und bezahlt diese Firmen? Wovon leben die?

Gast: FragenderZwerg
16.03.2011 10:42
3 0

Sehr interresant!

Vor nicht allzu langer Zeit hieß es noch das Ratingagenturen nicht vertrauenswürdig sind aber die Banken orientieren sich noch immer an diesen Ratings!
Die Agenturen sollten mal ein eigenes Rating, in Bezug auf Vertrauenswürdigkeit, bekommen!
Die werden ca. bei DDD liegen!

Gast: Histi
16.03.2011 10:25
5 0

Die einzige Aufgabe...

...dieser sogenannten Ratingagenturen, allen voran Moody's, ist es, den Euromarkt zu verunsichern und zu destabilisieren, damit der Dollar als Leitwährung (diese Rolle verdient er schon lange nicht mehr) ungefährdet ist. Die Finanzgebahrung der USA und deren extreme Verschuldung findet bei diesen Agenturen keinerlei Kritik - logischerweise! Die europäischen Länder sparen sich in ihrer Naivität wirtschaftlich zu Tode, was wiederum dem amerikanischen Markt zugute kommt.

Gast: bucherl
16.03.2011 09:10
0 0

wer ist bitte der bucher?


Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Wenn man sich die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Aussichten Portugals ansieht, dann ist diese Rückstufung mehr als verständlich.

Hinzukommt, daß sich auch bisher Portugal nicht wirklich frei über den Markt finanziert, da massive Stützungskäufe durch die EZB erfolgt sind, womit auch jetzt schon der österreichische Steuerzahler über die EZB mitzahlt, da auch für Portugal mit einem Abwertungserfordernis von zumindest 20 % zu rechnen ist. Durch die EZB Interventionen zugünsten der Wackelkandidaten hat die Europäische Zentralbank ihre Unabhängigkeit defacto bereits verloren, da zur Inflationsbekämpfung notwendige Zinsenerhöhungen in adäquatem Ausmaß nicht gesetzt werden können, da im Falle eines Umfallens der Wackelkandidaten für die EZB und damit auch für alle Eigentümer dieser Bank
ein enormer Schaden entstehen würde.

Immer mehr Staatenlenker (zuletzt unser Finanzminsiter) fordern Portugal auf unter dem Rettungsschirm zu flüchten, was allerdings nur erhebliche Kosten für die Geberländer bedeuten würde.

Wirklich notwendig wäre die Zulassung einer Staatsinsolvenz mit entsprechenden Nachlässen seitens der Ursprungsgläuber und dann sollten die Banken von ihren Heimatstaaten gemäß dem Motto Geld gegen Beteiligungen aufgefangen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten dann Gelder durch Privatierung der Anteile an den Steuerzahler zurückfließen.

Immer mehr Experten der Geberländer sowie auch Josef Bucher (BZÖ) fordern einen sorgfältigen Umgang mit Steuergeld.

Antworten Gast: Ratingkiller
16.03.2011 08:48
1 2

Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Glauben Sie wirklich an diesen Rating-Schmarrn? Diese Agenturen sind ja das letzte, wieso gibt es keinen Verbot? Weil die der Regierung dienen, die sind Instrumente im amerikanischen Wirtschaftskrieg...wieso wurde Kalifornien (die keine Unterstützung bekommt) heraufgestuft und Griechenland (die von der EU unterstützt wurde) herabgestuft? Warum wird Portugal (die einen gewaltigen Sparkurs eingeleitet hat) herabgestuft? Wenn das Defizit sogar unter 5 geht? Das ist SO etwas von unwissenschaftlich und kann nur den amerikanischen Spekulanten zugute kommen die die US-Staatschulden auslagern.

Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Erst informieren, dann schreiben. Wissen Sie, welches Rating kalifornische Staatsanleihen haben? Schon 2009, nun, ich zitiere mal eine Headline von Bloomberg's: "California Credit Rating Cut Close to Junk" wurden sie auf BBB runtergestuft, close to Junk, sprich: zu Ramsch.

Re: Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

und noch ein Nachtrag: es gibt auch außeramerikanische Ratingagenturen. Fitch ist nämlich nicht US-amerikanisch, sondern als Teil der Fimalac-Holding europäisch, genauer: französisch. Und die chinesische Dagong bewertet die meisten europäischen Ländern (aber auch die USA) sehr viel schlechter als die westlichen Rating-Agenturen. Dagong wirft der westlichen Konkurrenz vor, sie würden aus "ideological bias in favour of the West" bewerten, also viel zu milde. In Wahrheit sind Irland, Griechenland, aber auch Spanien und Portugal de facto pleite und werden nur mehr von der EZB quasi künstlich am Leben gehalten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ratingkiller
16.03.2011 11:19
1 1

Re: Re: Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Dual-headquartered in New York and London with 50 offices worldwide, Fitch Ratings is a global rating agency dedicated to providing value beyond the rating through independent and prospective credit opinions, research and data. Fitch Ratings was one of the three Nationally Recognized Statistical Rating Organizations (NRSRO) designated by the U.S. Securities and Exchange Commission in 1975, together with Moody's and Standard & Poor's. It is one of the "Big Three credit rating agencies"(Standard & Poor's, Moody's Investor Service and Fitch Ratings). [1]

The firm was founded by John Knowles Fitch on December 24, 1913 in New York City as the Fitch Publishing Company. It merged with London-based IBCA Limited in December 1997. In 2000 Fitch acquired both Chicago-based Duff & Phelps Credit Rating Co.
Französisch? Ah Fimalac hält Anteile, das hat aber mit dem handeln einer in Amerika gegründete Firma nix zu tun. Ja erst lesen dann schreiben :)

Re: Re: Re: Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Blödsinn. Fimalac ist Alleineigentümer von Fitch, oder, anders gesagt, Fitch ist eine 100%ige Tochterfirma der Fimalac-Holding. In Paris, in der Zentrale der Holding, werden alle relevanten Entscheidungen gefällt, mögen auch einige Verschwörungsdummköpfe, die bis vor gestern noch nicht einmal wussten, wem Fitch gehört, von einer Wallstreet-Verschwörung träumen.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

und noch ein Nachtrag: wie das Beispiel der Dagong-Rating-Agentur zeigt, ist das einzige, was man Fitch & Co. vorwerfen muss, dass sie immer noch europäische bzw. westliche Länder viel zu positiv bewerten. Griechenland, Irland, Portugal und Spanien sind heute de facto Ramsch. Würde nicht die EZB schon seit etlichen Monaten massiv intervenieren bzw. deren Anleihen in großem Stil aufkaufen, würde sich das längst auch deutlich sichtbar auf den Finanzmärkten zeigen.

Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Ich bin Ratingagenturen sehr kritisch gegenüber eingestellt, aber es wird niemand bestreiten, daß Sparpakete wie sie z. B. Portugal oder Griechenland derzeit fahren sich kontraproduktiv aufs Wirtschaftswachstum auswirken. In allen Ländern geht es ja nicht um einen Abbau der Altlasten sondern lediglich um eine Reduzierung der Neuverschuldung, womit die Gesamtschulden insgesamt weiter ansteigen werden. Je höher die Gesamtschulden sind und je geringer die Wirtschaftsleistung ist, desto schwieriger ist es für ein Land auch seine Schulden und Zinsen bedienen zu können. Für die Wirtschaft Portugals wurde ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung prognostiziert, womit es für Portugal noch schwieriger wird seine Zahlungsversprechen einzuhalten, womit sich auch mein Argumentationskreislauf schließt.

Liebe Grüße

Mag. Robert Cvrkal

Antworten Antworten Antworten Gast: Ratingkiller
16.03.2011 09:57
1 1

Re: Re: Re: Am Ende werden die Steuerzahler der Geberländer blechen

Wirtschaftswachstum ist als Maßstab etwas überbewertet denn es kommt mehr auf dem Haushaltsdefizit. Es ist egal ob 4% Wachstum erreicht wird wenn gleichzeitig die Neuverschuldung um z.B. 4 % auf 8% steigt. Das Ergebnis ist Volkswirtschaftlich nicht sehr unterschiedlich als 0% Wachstum und 4% Neuverschuldung, das 2. Szenario ist sogar fast besser (wenn die Produktivität gleich bleibt) denn die Zinsenbelastung im Folgejahr sogar geringer sein wird als im 1. Szenario.
BTW die Ratingagenturen haben auch die Wirtschaftskrise verschärft (wenn nicht sogar verursacht durch triple A auf Lehmanns verbriefte Schrottpapiere) und wurden dafür nicht zur Verantwortung gezogen. Die Ratingagenturen hätten zum. schon längst an Bedeutung verlieren sollen, ist aber nicht so und das ist sehr bedenklich. Es bleibt nur eine Frage offen: wann kommt die nächste Krise? Bzw. wann ist Europa pleite (mit oder ohne den Wackelkandidaten)?

Hobbyökonom