Irland: Arbeitslosigkeit erreicht Höchststand seit 1994

Die Arbeitslosigkeitsrate eines der Hauptschuldner in der Eurozone klettert im Schlussquartal 2010 auf über 14 Prozent. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Irlands Arbeitslosigkeit steigt
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Irlands Arbeitslosigkeit steigt
(c) AP (Frank Franklin Ii)

Erstmals seit 1994 liegt die Arbeitslosigkeit in Irland über 14 Prozent. In einem Bericht des irischen Statistikamts wurden die vorläufigen Arbeitslosenzahlen für den Zeitraum von Oktober bis Dezember nach oben korrigiert.

Demnach betrug die Quote im vierten Quartal im Durchschnitt 14,1 Prozent - im dritten Quartal lag sie noch bei 13,9 Prozent. Analysten machen das kalte Wetter vor Weihnachten für die überraschend schlechten Zahlen verantwortlich und warnen vor einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen im Laufe des Jahres.

Die saisonbereinigten Zahlen sehen noch schlechter aus. Ihnen zufolge ist die Arbeitslosigkeit mit 14,8 Prozent auf dem höchsten Stand seit 17 Jahren. Zuvor hatte die höchste Arbeitslosenquote laut der vorläufigen Zahlen bei 13,6 Prozent gelegen.

Irland hat erst vergangene Woche erfolglos versucht die Zinslast für die Notkredite der EU und des IWF zu reduzieren. Die Europäische Union erwartet von Irland eine Anhebung des gegenwärtig niedrigen Unternehmenssteuersatzes von 12,5 Prozent. Bei einem solchen Schritt befürchtet die Regierung von Enda Kenny eine fallende Attraktivität des Standortes Irland mit dem möglichen Abzug von Unternehmungen von der grünen Insel und damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze.

(APA/Red.)

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