19.05.2013 02:32 Merkliste 0

EU-Gipfel: Einigung auf 700-Milliarden-Rettungsschirm

25.03.2011 | 16:09 |   (DiePresse.com)

Österreich zahlt 2,2 Milliarden Euro für den Rettungsschirm, insgesamt werden 80 Milliarden Euro eingezahlt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der EU-Gipfel hat Donnerstagabend in Brüssel Einigkeit über den neuen Euro-Rettungsschirm (ESM) erzielt. Der permanente Krisenfonds für schwer verschuldete Euro-Länder wird demnach ab Juni 2013 mit einer Kapitalbasis von 700 Milliarden Euro bereit stehen. Die 17 Euroländer zahlen 80 Milliarden bar ein, weitere 620 Milliarden Euro werden durch Garantien oder abrufbares Kapital gedeckt. Deutschland setzte sich mit der Forderung durch, die Einzahlungsfrist für insgesamt 80 Mrd. Euro Stammkapital von Juli 2013 an über fünf Jahre zu gleichen Raten zu erstrecken.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach von einem "Durchbruch". Der neue Euro-Rettungsschirm (ESM) wird eine effektive Darlehenskapazität von 500 Milliarden Euro haben und soll die Bestnote "AAA" von den Ratingagenturen erhalten, sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Der derzeitige Euro-Rettungsschirm (EFSF) soll im Juni die volle Darlehenskapazität von 440 Mrd. Euro erreichen, sagte Van Rompuy. Derzeit kann der EFSF maximal 250 Milliarden Euro verleihen, um noch das "AAA" zu bekommen.

Durch den gleichzeitig beschlossenen verschärften Stabilitätspakt drohen Defizitsündern nun nicht nur Geldstrafen, wenn die jährliche Neuverschuldung drei Prozent der Wirtschaftsleistung übersteigt, sondern auch wenn die Gesamtverschuldung über 60 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt.

Vorerst kein Rettungsschirm für Portugal

Sowohl Barroso als auch Van Rompuy versicherten, dass der EU-Gipfel nicht über ein möglichen Milliarden-Rettungsplan für Portugal gesprochen habe. Der nach dem Scheitern eines Sparpakets zurückgetretene portugiesische Ministerpräsident Jose Socrates habe die Lage geschildert. Auch in dem wahrscheinlichsten Fall von Neuwahlen würden die Ziele zur Budgetkonsolidierung weiter verfolgt, wer immer Portugal dann regiere, habe Socrates versichert, sagte Barroso, selbst Portugiese. Es gebe in dem Land einen breiten Konsens über dieses Ziel, aber nicht über die Maßnahmen.

Auch über niedrigere Zinsen für die EU-Hilfskredite an Irland sei beim Gipfel nicht gesprochen worden, sagte Van Rompuy. Dieses Thema soll erst von den Finanzministern behandelt werden, wenn die Ergebnisse irischer Bankenstresstests frühestens Ende nächster Woche bekannt seien. Auch die Diskussion über Japan und die Folgen der Atomkatastrophe verschoben die EU-Staats- und Regierungschefs auf Freitag.

2,2 Milliarden aus Österreich

Für Österreich bedeute die Einigung auf den ESM, dass jährlich 450 Millionen Euro an Kapitaleinlagen fällig werden, die Gesamtsumme auf fünf Jahre beträgt 2,226 Milliarden Euro, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Freitag kurz nach Mitternacht. Zunächst hätten Italien und Spanien Bedenken geäußert, aber dann doch zugestimmt.

Faymann betonte, dass mit der Regelung das notwendige Triple-A-Rating eingehalten werden könne. Dabei könnten auch die Staaten ihre "Instrumente suchen", wie das geschehen könne. Es sei "in der Formulierung offengelassen" worden, wie man damit umgehe.

Sechs Nicht-Eurostaaten bei Pakt

Zur Krisensituation in Portugal sagte Faymann, der zurückgetretene Ministerpräsident Socrates habe großen Wert daraufgelegt, dass nicht über den Euro-Rettungsschirm für das Land gesprochen werde. Portugal habe auch nicht um Hilfe gebeten.

Faymann bekräftigte ferner, dass sich sechs Nicht-Eurostaaten bereiterklärt haben, dem "Pakt für den Euro" für mehr Wettbewerbsfähigkeit beizutreten. Dabei handelt es sich laut Van Rompuy um Polen, Bulgarien, Dänemark, Rumänien, Litauen und Lettland. Dezidiert nicht dabei sind laut Faymann Großbritannien, Schweden, Ungarn und Tschechien. Mit dem Pakt wollen sich die 17 Euro-Länder und die sechs weiteren EU-Staaten freiwillig in der Sozial-, Steuer- und Haushaltspolitik eng abstimmen. Dieser von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel angeregte Pakt sieht vor, dass jährlich gemeinsame Ziele vereinbart werden. Die Umsetzung ist Sache der nationalen Regierungen. Geplant ist auch eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für die Körperschaftssteuer. Sanktionen sind allerdings keine geplant.

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

106 Kommentare
 
12 3
Gast: radius
28.03.2011 10:40
0 0

Portugal und Belgien, beides Musterknaben in Rekordverschuldung verkünden das Paket.

Portugal in Person des Baroso
Belgien in Person van Rompuys

EU

EU = E(uropas) U(ntergang)

Re: EU

Leider haben Sie recht!

Deswegen müssen wir reagieren:

www.eu-austritts-volksbegehren.at

Gast: Notiz4
25.03.2011 18:14
7 0

und

weiterhin sieht man die Verbrecher der EU in den uebliche Posen. Und weiterhin steigt die Bevoelkerung nicht auf die Barrikaden und beginnt, die Kreaturen zu toeten. Jene Kreaturen, die Europa bis in den endgueltigen Irrsinn treiben, es kaltbluetig ruinieren

Ein sehr anschaulicher Leserbrief aus

http://www.andreas-unterberger.at/2011/03/die-taeter-sind-bekannt-und-auch-noch-stolz-auf-ihre-tat/#comment-112870

Undine [3.0/9] 25. März 2011 13:22
Man stelle sich eine Klasse mit 27 Schulkindern vor. Sie bilden einen Kreis. Jedes Kind symbolisiert einen EU-Staat. Jedes von ihnen bekommt ein Säckchen Gummibärlis.

Eine Woche später bilden die 27 wieder einen Kreis. Etliche von ihnen haben bereits alle Gummibärlis verspeist, manche besitzen noch etwa die Hälfte des süßen Inhalts, drei oder vier von ihnen haben noch wesentlich mehr übrig. Diejenigen unter ihnen, die kein einziges Gummibärli mehr besitzen, betteln nun die, die sich das Naschwerk gut eingeteilt hatten, an und haben Glück: Sie bekommen großzügig einige geschenkt.

Eine weitere Woche später wieder der Kreis der 27 "Repräsentanten" der EU-Staaten. Die wenigen Kinder, die noch Gummibärlis zur Verfügung haben, weil sie ahnten, daß es keinen Nachschub geben würde, werden nun wieder---diesmal bereits von der Mehrzahl der Kinder!---bestürmt, sich noch einmal SOLIDARISCH zu zeigen und brüderlich zu teilen. Was diese auch bereitwillig und gutmütig taten.

Zuletzt standen auch diejenigen mit leeren Händen da, die brüderlich oder schwesterlich geteilt hatten. Sie wurden aber nicht etwa bedauert, es gab auch keinen Dank, ganz im Gegenteil: Sie wurden beschimpft und geschmäht und heimlich verlacht, weil sie sich so lange zum Narren machen ließen.

Antworten Gast: Gummibaer
26.03.2011 12:17
0 3

Re: Ein sehr anschaulicher Leserbrief aus

Danke liebe Märchentante für diesen anschaulichen Vergleich. Nur was wollen Sie damit aussagen? "Friss deine Gummibärli bevor sie andere fressen?" Versuchen Sie es mal bei krone.at

Warum Rettungsschirm?

Ich verstehe zwar, dass für die Misswirtschaft der Vergangenheit gewisse Vorkehrungen getroffen werden sollen. Aber ist ein Rettungsschirm nicht eine Einladung, dass weiter schlecht gewirtschaftet wird, über die Verhältnisse gelebt wird und riskante Deals gemacht werden? Nach dem Motto "die EU bezahlt die Rechnung schon"... Ganz zu schweigen von der Belastung der Budgets und damit der EU-Bürger.

Gast: Alternativlos
25.03.2011 17:11
0 0

EU-Einwohner = 150 Mio.

Oder warum zahlen wir so viel?

Sind die Wahnsinnig ?

Wer wird das jemals bezahlen können ? Unsere Jugend ? Um unser Geld ist denen wohl nichts zu teuer ? Diese Freunde haben ja Ihre Schärflein schon im Trockenen und wir müssen blechen ? Das sollten wir uns nicht gefallen lassen ! Daher bei der nächsten Wahl : ABWÄHLEN

Leute, helft euch selbst


Und unterschreibt hier

http://eu-austritt.blogspot.com/p/startseite.html

Gast: Reflector
25.03.2011 15:11
11 0

Der € ein voller Erfolg ...

... deswegen brauchen zusehends immer mehr € Staaten Stütze von anderen, eigentlich schon bankrotten, € Staaten.

Einfach Alternativlos dieses Betrugsschema!

Und das nur um die verzockenden Banken nicht abnippeln zu lassen damit die Boni weiter laufen und die Politikerclowns nicht von der Anlegermasse gelyncht werden.

Aber das Ende liebe Politiker kommt so oder so, nur je später desto schlimmer. Und eure Namen wird man sich sicherlich merken ...

Antworten Gast: Gewiss doch
25.03.2011 16:42
1 0

Re: Der € ein voller Erfolg ...

und auf die Laternenpfähle schreiben. Damit ist jedem schon ein Denkmal gesetzt.

Gast: Hochwuerden
25.03.2011 15:05
6 0

Ich bin so stolz auf unsere Regierung,

die "arbeiten" konsequent an unserem Untergang. Wir wollen doch alle gemeinsam untergehen.

EU = Europas Untergang

das stand wohl schon von Anfang an fest.

Das Geld ist ja nicht umsonst ausgegeben.

Wird verzinst und man stabilisiert seine eigenen Märkte…

ein Faß ohne Boden

reicht's nicht schön langsam? Die Politiker sollen gefälligst mit ihrem Privatvermögen für die anderen EU-Länder haften, wenn sie irgendwen oder irgendwas "retten" wollen.

Ein Fass ohne Boden!

.

Gast: L.W.
25.03.2011 14:36
8 0

Österreich zahlt 2,2 Milliarden Euro


Wenn ich das schon lese, könnte ich narrisch werden.

Was heißt hier "Österreich" zahlt ? "Österreich" zahlt genau nix, zahlen dürfen die paar Narren, die sich noch mit ehrlicher Arbeit durchs Leben kämpfen in Form immer unverschämter werdenden Steuern und Abgaben.

Es ist wirklich nur mehr absolut widerlich, was da alles passiert. Und unsere "Politiker" nicken freundlich und winken alles durch, als ob es um Peanuts ginge und nicht die Zerstörung des Landes und seiner Menschen auf Generationen.

Bin gespannt wie lange das noch gut geht. Ich glaube es kracht spätestens im nächsten Sommer, dann aber hoffentlich richtig.

Höchste Zeit für einen Neuanfang bei Null.

3 0

Ernst nimmt diese Einigung wohl niemand mehr

nachdem, so wie ich es lese, Deutschland sich durchgesetzt hat und wirkliches Geld erst ab 2013 fließt, was wahrscheinlich (wir wissen es nicht) noch zusätzlich an ein paar Bedingungen gebunden ist, die wahrscheinlich nie eintreten werden, erscheint mir das ganze ohnehin eher als Trick,um noch ein paar Monate Zeit zu gewinnen bis man die "Konkurse" ordnungsgemäß abwickeln wird. Es sind bis dato alle "Verdächtigen" in regelmäßigen Abständen (Griechenland, Irland, Portugal) insolvent geworden,sodass mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist dass Spanien, Italien ja vielleicht danach auch Frankreich und UK folgen werden (Österreich natürlich auch, aber das zählt dann nicht mehr). Wahrscheinlich hoffen die EU-Politiker noch, dass es vorher die USA erwischt, dann hat man einen Sündenbock, der von sich selber ablenkt. Kennen wir ja schon von der Finanzkrise, da waren ja die Europäer auch die selbst ernannten Unschuldslämmer.
Also so what, das ist alles ein Scheingeplänkel vor den wirklichen Ereignissen auf dem Markt der Staatsanleihen in Europa. Geschichtlich gesehen sind schon viele Staaten pleite gegangen und existieren immer noch. Ein paar Generationen haben halt ziemlich gelitten darunter.

Mal was lustige zu traurigen Thema wenn schon können wir auch noch lachend untergehn

http://www.youtube.com/watch?v=wXx5DaORANs

8 0

Wer wird das wohl wieder bezahlen müssen?

erneut und wie immer der Bürger mittels neuer Steuern bzw Abgaben, damit man nach aussen hin weiter behaupten kann, Österreich sei ein reiches Land.
Müssten nicht spätestens jetzt all die glühenden Eufreunde draufkommen das wir wie auch Deutschland die Melkkühe für all die Korruption sind ?!

Re: Wer wird das wohl wieder bezahlen müssen?

Die Deutschen sind auch die größen Profiteure von freien Markt, Demokratie und Menschenrecht und haben dafür überhaupt noch nie was getan - nicht einmal bei sich selber.

Jetzt in Lybien drücken sie sich wieder die Oportunisten.

Schreien mit den Russen "Verbrecher: nur Blut für Öl" zu ihre "Partnern". Selber wollen sie aber schon ein Luxus-Auto nach dem anderen verkaufen.

Und deswegen zahlen sie jetzt, weil sie alleine da stehen in Brüssel oder sonst wo auf der Welt.

Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
26.03.2011 09:35
0 0

Re: Die pösen Teutschen

Haben ja noch nie nix getan, lassen sich den ganzen Wohlstand von den Griechen u. Ösis zahlen - kopfschüttel!!

"die größten Profiteure" -

ja, überhaupt die Ex-DDR'ler. Dort ist der totale Reichtum ausgebrochen.

8 0

Rette sich, wer kann!

Entweder möglichst bald aus aus DIESER EU oder deren Erneuerung zu einer - wie ursprünglich angedacht - Europäischen Wirtschaftsunion, unter Beibehaltung der jeweils eigenen Währungen, Identitäten etc.

3 0

Entweder möglichst bald aus aus DIESER EU

geht doch nicht mehr, wie uns fast sämtliche Politiker regelmässig weismachen; wir kommen ja nicht einmal von der Zwangsabgabe "Euratom" los, da dies ein Bestandteil der Union sein soll.
Seit dem Beitritt sind wir Sklaven der Hochfinanz geworden, und das wusste man schon sehr lange zuvor !

Hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich sofort aus diesem Land abhauen !


 
12 3

Hobbyökonom