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"Euro versperrt argentinischen Ausweg aus der Krise"

01.04.2011 | 08:41 |   (DiePresse.com)

Der tschechische Präsident Klaus kritisiert bei einem Staatsbesuch in Argentinien den Euro. "Gott sei Dank" habe sein Land diesen nicht eingeführt.

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Der als Euro-Skeptiker bekannte tschechische Präsident Vaclav Klaus hat die europäische Gemeinschaftswährung bei einem offiziellen Besuch in Argentinien am Donnerstag kritisiert. Dabei strich er hervor, wie "relativ leicht" sich das südamerikanische Land von der schweren Wirtschaftskrise Anfang des Jahrhunderts erholt habe, berichtet das "Handelsblatt". Gelungen sei dies durch eine eigene Währung, die extrem abgewertet wurde.

Klaus verglich die aktuelle Krise einiger europäischer Länder mit jener von Argentinien vor zehn Jahren. Allerdings versperre der Euro einen "argentinischen Ausweg" aus der Misere, betonte der Tscheche. "Die Krise in Ihrem Land wurde durch die starre Bindung ihrer Währung an den Dollar ausgelöst, und in Europa spielt der Euro heute eine ähnlich negative Rolle, weil er verhindert, dass die Wechselkurse den jeweiligen wirtschaftlichen Gegebenheiten eines Landes angepasst werden können", sagte er bei einem Essen mit der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner. "Gott sei Dank hat Tschechien den Euro noch nicht eingeführt", fügte er der Zeitung zufolge hinzu.

Kritik an EU-Gipfel

Erst vor wenigen Tagen hatte Klaus den jüngsten EU-Gipfel kritisiert. Die Einigung auf den Euro-Rettungsschirm bedeute "eine weitere radikale Verminderung der Souveränität der Mitgliedstaaten der EU", schrieb er in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Pravo".

Klaus lobte Premier Petr Necas dafür, dass Tschechien dem Pakt für den Euro nicht beigetreten ist. Der Präsident findet außerdem, dass sein Land endlich definieren solle, "welche Form der europäischen Integration wir gerne hätten, sodass ein künftiger tschechischer Verhandler eine klare Position hat. Wir sollten uns trauen zu sagen, dass wir auch keine EMU (Europäische Währungsunion) wollen", erklärte Klaus.

Kritik an "Nimm-es oder Lass-es"-Stil

Necas hatte sich vor dem Gipfel beklagt, dass es für sein Land inakzeptabel sei, nicht in die Schlussverhandlungen über den Pakt einbezogen gewesen zu sein. "Wir wurden nicht eingeladen", kritisierte er laut tschechischer Nachrichtenagentur CTK. Die Endversion sei Tschechien übermittelt worden, "in einem Nimm-es oder Lass-es-Stil. Es ist möglich, dass einige Mitgliedstaaten diesen Ansatz akzeptieren, wir wollen ihn aber aus diesem Grund nicht akzeptieren", sagt er.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich vergangene Woche über den neuen Euro-Rettungsschirm (ESM) geeinigt. Der permanente Krisenfonds für schwer verschuldete Euro-Länder wird demnach ab Juni 2013 mit einer Kapitalbasis von 700 Milliarden Euro bereit stehen. Die 17 Euroländer zahlen 80 Milliarden bar ein, weitere 620 Milliarden Euro werden durch Garantien oder abrufbares Kapital gedeckt. Sechs Nicht-Eurostaaten erklärten sich bereit, dem Pakt, der die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen soll, beizutreten. Dabei handelt es sich um Polen, Bulgarien, Dänemark, Rumänien, Litauen und Lettland. Nicht dabei sind Großbritannien, Schweden, Ungarn und Tschechien.

(Red./APA)

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47 Kommentare
 
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Gast: klaus.karl.kraus
26.04.2011 20:22
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Nimm es oder lass es

Nimm-es oder Lass-es-Stil ?
die füllfeder nehmen oder liegen lassen ?

Gast: gleiche Augenhöhe geht wohl nicht
02.04.2011 02:56
0 0

vom Regen in die Traufe

Herr Klaus hat halt ein déjà vu Erlebnis.

Gerade erst sind (wir) Tschechen der kommunistischen Diktatur entronnen und jetzt sollen wir schon wieder in so ein System hinein, wo alles von oben diktiert wird.
So nach Art des Hauses EU "friss Hund oder stirb" wird der Europakt ohne Einladung u. Mitbestimmung den Tschechen aufoktroyiert.

Nein danke, das kennen wir schon, das wollen wir nicht mehr.




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Re: vom Regen in die Traufe

und warum seid (ihr) Tschechen dann überhaupt der EU beigetreten, wenns doch alleine sooo viel besser gewesen wäre???

Antworten Antworten Gast: zyni
05.04.2011 20:13
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Re: Re: vom Regen in die Traufe

Nichtsdestotrotz ist bei tschechischen im Gegensatz zu einheimischen Politikern noch selbständiges Denken zu erkennen

Gast: Scheingeld
01.04.2011 18:19
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Obama: Dollar ist nur Illusion

In einem Aufsehen erregenden Interview mit dem US-Fernsehsender FOX-News gibt Präsident Barack Obama einen tiefgründigen Einblick ins Geldsystem: "Der Dollar ist nur eine Illusion" - eigentlich sei die US-Währung wertlos.

http://www.mmnews.de/index.php/gold/7592-obama-dollar-ist-nur-illusion

Tragische Figur

Man kann Klaus als tragische Figur sehen. Ein hochintelligenter, gebildeter Mann, der sich als Querulant so gut gefällt, dass er nicht erkennt, wo der Unterschied zwischen sowjetischer Unfreiheit und Einschränkungen liegt, die in Kauf zu nehmen sind, weil man den Planeten nicht rücksichtslos plündern oder in einem Klub von 27 Staaten nicht immer recht haben kann.

Re: Tragische Figur?

welcher staatsmann macht die gute figur?
obama oder bush
sarkozy oder merkel
berlusconi, etc.etc

the full catastrophe!
frei nach 'Zorba, the greek'

Tragische Figuren ...

... verstehen offensichtlich ihre Wortmeldung nicht, wie sie gemeint ist.

Allein ihr Hinweis auf die Einschränkungen im Vergleich zu sowjetischer Unfreiheit sollte doch deutlich genug sein.

Jene aufgezwungenen Einschränkungen, denen ein kleiner Staat als Antwort auf eine Spekulationsoffensive aus dem Bereich der ach so befreiten Finanzmärkte jederzeit ausgesetzt sein kann, möchte ich jedenfalls nicht miterleben und v. a. miterleiden müssen.

Da lobe ich mir die Einschränkungen im Eurobereich, so lange sie mit Erziehungsmitteln für die vorerst Begünstigten verbunden sind. Leider gibt es noch zu viele Menschen, denen präventive Maßnahmen zu wenig bedeuten, weil sie allenfalls an ihr eigenes Morgen denken und erst eine wachrüttelnde Krise benötigen, um sich zu Einsicht zwingen zu lassen (sofern die dafür erforderliche Fähigkeit zur Selbstkorrektur überhaupt vorhanden ist).

1 1

Re: Tragische Figur

...und es gibt immer noch Ahnungslose mit Brettern vorm Kopf die applaudieren, dass unser Land zusehends augebeutet wird und seine Souveränität zerstört wird!
Raus aus der Wahnsinnswährung die uns allen nur Nachteile bringt!

Klaus, hat wie so oft, vollkommen recht!!!

Die Fakten alleinge bezeugen das: Griechenland und Irland hatten vor der EU keine wirklichen Probleme. Sie hatten nur eine relativ schwache Wärung und dementsprechend einen angepasst mittleren Lebensstandard und Lebensqualität. Jetzt haben sie einen harten Euro, und im Land das Chaos.

Re: Klaus, hat wie so oft, vollkommen recht!!!

Und die Erde ist eine Scheibe!

Re: Re: Klaus, hat wie so oft, vollkommen recht!!!

Da haben Sie mich jetzt aber in Grund und Boden argumentiert!

also nicht mitmachen ist ja OK

aber dann muss man auch akzepieren, dass man nicht mehr eingeladen wird. genau da beginnt ja das problem der euroskeptiker: es ist ein konzept das nicht zu ende gedacht ist. ich sehe gerne ein, dass man sachen besser machen kann zB auch Insolvenzrecht innerhalb der € zone, das hat mit dem € an sich ja nix zu tun. es gibt ja neben der abwertung der währung auch die möglichkeit eines haircuts. was ich aber nicht einsehe ist, dass länder die beim € nicht mitmachen sich dann beschweren, dass sie nicht mitreden können. das ist nicht ehrlich. aber das ist halt das problem: jeder vernünftige mensch weiß, dass es ohne zusammenarbeit in europa nicht mehr geht (also schon wenn man in der bedeutungslosgkeit kleiner nationalstaaten verschwinden will) aber wirklich was gemeinsames machen wollen dann halt auch wieder die meisten nicht. genau das gleiche mit der schweiz: ja sie ist unabhängig, aber was immer verschwiegen wird: sie nimmt quasi alles an EU regulierungen an, um eben nicht die insel im meer zu sein. nur, dass die schweiz halt eben nicht mitreden kann wenn es darum geht diese regulierungen zu gestalten.

Re: also nicht mitmachen ist ja OK

nein es ist sogar Pflicht! Man sehe sich mal die ach so kleine Schweiz an die haben sogar zwei Währungen und eine davon ist Umlaufgesichert.

Dann halten sie sich aus dem ganzen Weltpolizeikram raus haben eine direkte Demokratie.

Man schaue sich nur mal die Lissabonverträge an die genau das gleiche ermöglichen was im Bahrain abgegangen ist, den Einmarsch nicht landeseigener Truppen bei einer "Revolution".

Der weltweite Handel würde nicht stehen bleiben, warum sollte er auch?

Das Horrorszenario kleiner Nationalstaaten greift nicht mehr, das Gegenteil beweist die Schweiz seit langer langer Zeit...

Stabile Währung, stabiles System, Neutralität und keine Beteiligung an irgendwelchen Kriegen.

Ja und es gibt sogar Staaten die keine Armee haben einfach mal googeln...

Nicht die Größe ist entscheidend für Qualität eher für Quantität und weniger ist oft mehr in jeder Hinsicht...

Die Binnenmärkte und Autokratie gehören gestärkt und nicht das Exportkarusel überdreht

mfg

Gast: Lutz Berger
01.04.2011 12:40
3 2

Klaus hat recht .....

Der Herr Klaus hat recht.
Bei einer guten Wirtschafts- und Finanzpolitik eines Landes ist die Mitgliedschaft in der EURO-Zone nicht unbedingt notwendig.
Es besteht dann auch nicht die Gefahr, für notorische Schuldenmacher haften zu müssen.
Darüberhinaus ist es fraglich, dem EU-Monster überhaupt anzugehören.
Die Mitgliedschaft im EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) wäre ausreichend; die Schweiz und andere ehemalige EFTA-Staaten sind bisher dabei ganz gut gefahren und unterliegen nicht dem "Brüsseler Diktat".
Großbritannien, Schweden und Ungarn sind mit ihrer EU-Mitgliedschaft auch nicht besonders glücklich und die Bevölkerung vorgenannter Staaten würde wahrscheinlich bei einer nochmaligen Abstimmung über die EU-Mitgliedschaft mit NEIN stimmen.

Gast: neindanke
01.04.2011 11:27
3 0

euro und politischen finanzlobbys haben gerade ein 700 Mrd: Euro untergangspaket für de bürger geschnürt. die grünen in A mit der glawischnigg wollen auch mitmachen.

deutschand hat sich aufgegeben schrieb sarazzin. die eu und der euro sorgen dafür, dass sich ganz europa aufgibt. Private finanzkonzerne werden mit steuergeldern am leben erhalten. diese gierigen finanzkonzerne haben die realwirtschaft und die staaten europas beinahe in den abgrund gerissen und nun werden sie erneut mit 700 Milliarden euros belohnt und subventioniert. die politik hat nichts gelernt. reiche vermögende eliten können steuerfrei ihre milliarden vermehren und zwischen den steueroasen hin und herjonglieren. die lobbypolitik schaut zu oder nascht kräftig mit und der staat mit seinen arbeitnehmerm geht vor die hunde. und dabei verdienen diese gauner nochmals milliarden.
hartz IV staatssubventionen und 1 Euro hungerlohn jobs sind einfach eine unglaubliche negative entwicklung am deutschen arbeitsmarkt. die konzerne werden überall steuerbefreit wenn sie im fernen osten oder billiglohnländern ausbeuter firmen gründen und mitteleuropa verlassen. die firmen und konzerne werden geradzu von der politik ermutigt arbeitsplätze abzubauen und lohndumpng zu betreiben.
700 Milliarden euro steuergelder der arbeitnehmer und kleinen unternehmen werden wieder den casinobanken verschleudert. die konzerne und reichen eliten zahlen ohnehin keine steuern mehr oder sowenig, dass man sich als steuerzahler fragen muß,was soll das ganze theater eigentlich noch. bankensubventionen werden auch bei uns mit massiven sozialabbau bei den pensionen usw. junktimiert. einfach nur mehr zum schämen

Gast: Hans im Glück
01.04.2011 10:30
2 0

Jeder Staat sollte auf seinen eigenen Füßen stehen...

dies wird durch den Rettungsschirm oder Rettungshängematte verhindert.

Es werden sich, a la longue, immer mehr Staaten sich entspannen. In den anderen Staaten wird die Bevölkerung es nicht einsehen warum man gerade bei ihnen Sparen soll.

Je länger der EUR in dieser Form existiert um so schlechter wird es allen gehen.

Gast: Bürger01
01.04.2011 09:58
3 0

wohl wahr ....

aber unser Selbstmitleid sollte sich in Grenzen halten . Schließlich gab es ja Förderungskaiser wie das Pröllsche Niederösterreich und das Burgenland , wo EU-Milliarden erfolgreich eingesackt wurden . Jetzt hört man keine großen Töne mehr , aber natürlich zahlen alle die Rechnung - wozu nach Griechenland oder Irland schauen - hier wirds ja genauso gemacht -

1 0

Re: wohl wahr ....

So, so! Wie viel haben denn Irland und Griechenland für unsere Schulden eingezahlt Verehrtester?

Antworten Antworten Gast: radius
01.04.2011 12:00
0 0

Bürger01 ist der Beweis dafür, dass SPÖ und ÖVP noch immer gewählt werden.

Sie durchschauen es einfach nicht.

Viele meiner tschechischen Freunde nannten Herrn Klaus schon vor vielen Jahren einen Deppen.


Antworten Gast: ich weiß es
01.04.2011 10:33
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Re: Viele meiner tschechischen Freunde nannten Herrn Klaus schon vor vielen Jahren einen Deppen.

Anscheinend sind die "Toleranz" und "Pluralität" der Linken in Tschechien genauso "stark" ausgeprägt wie hierzulande.

Statt Argumenten gibt es nur Beleidigungen.

Antworten Gast: Hans im Glück
01.04.2011 10:22
6 1

Re: Viele meiner tschechischen Freunde nannten Herrn Klaus schon vor vielen Jahren einen Deppen.

Wenn man nichts rationales jemandem entgegen halten kann sondern nur idologisches greift man leicht in die unterste Schublade.

Re: Viele meiner tschechischen Freunde nannten Herrn Klaus schon vor vielen Jahren einen Deppen.

Heute ist er ein wenig älter.

Gast: ich weiß es
01.04.2011 09:51
9 1

Herr Vaclav Klaus, KOMMEN SIE NACH ÖSTERREICH!

Wir brauchen DRINGENDST einen Politiker, der sein Volk VERTRITT und es nicht austauscht bzw. verkauft.

Re: Herr Vaclav Klaus, KOMMEN SIE NACH ÖSTERREICH!

In Österreich ist leider kein Platz für scheinheilige Verfechter der Beneš-Dekrete.

 
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