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Schulden: Düstere Aussichten für Griechenland

04.04.2011 | 17:56 |   (Die Presse)

Das griechische Defizit für das Jahr 2010 ist noch höher als erwartet. Die Regierung in Athen muss weitere Milliarden einsparen. Der IWF stellt sich hinter Griechenland, aber wie lange noch?

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Wien/Hie/Ag. Wie schlimm ist es um Griechenlands Finanzen nun wirklich bestellt? Die Antwort auf diese Frage ändert sich in regelmäßigen Abständen. Das EU-Sorgenkind hat im Vorjahr ein Defizit von 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes angehäuft, berichteten griechische Medien vergangene Woche. Ein herber Rückschlag für die Regierung. Denn der Sparhaushalt für das laufende Jahr wurde auf Basis der ursprünglichen Daten erstellt, die von 9,4 Prozent Defizit ausgegangen sind. Mit der Korrektur nach oben – die offiziellen Zahlen folgen Ende April – steigt nun auch der Sparbedarf. Und zwar um bis zu 3,5 Mrd. Euro, wie die griechische Tageszeitung „Kathimerini“ berichtet.

Dennoch: Offiziell will noch niemand von einer griechischen Tragödie sprechen. So erhielt Athen Rückendeckung vom Internationalen Währungsfonds (IWF). „Der IWF unterstützt die Ablehnung Griechenlands einer Umschuldung und die Entschlossenheit der griechischen Regierung, ihren Verpflichtungen vollständig nachzukommen“, sagte eine Sprecherin am Sonntagabend. Alle Berichte, die anderes behaupteten, seien falsch.

Damit meinte die Sprecherin wohl den Artikel des deutschen „Spiegel“. Das Nachrichtenmagazin hatte am Samstag berichtet, dass der IWF auf eine baldige Umschuldung des Landes dränge, um den Schuldenberg zu reduzieren. Hochrangigen Vertretern des Währungsfonds zufolge gebe es demnach drei verschiedene Alternativen: einen Schuldenschnitt, die Verlängerung von Anleihenlaufzeiten oder niedrigere Zinszahlungen. Den Inhabern griechischer Staatsanleihen bliebe hingegen keine Wahl. In allen drei Fällen müssten sie auf einen Teil ihres Geldes verzichten.

 

Bei Ratingagenturen unten durch

Die griechische Regierung und der IWF weisen Überlegungen dieser Art zurück. Dem Bericht zufolge scheue sich der Währungsfonds noch, die Überlegungen öffentlich zu äußern – man wolle das angeschlagene Portugal nicht unter Druck setzen.

Realistisch wäre die Forderung jedoch allemal. Denn die meisten Experten gehen längst davon aus, dass Griechenland um eine Umschuldung nicht herumkommen wird. Das 110-Mrd.-Euro-Rettungspaket von EU und IWF läuft 2013 aus – viele Ökonomen rechnen damit, dass es Griechenland nicht gelingen wird, sich danach auf dem Kapitalmarkt zu refinanzieren. Selbst wenn sich das Land unter den jüngst beschlossenen dauerhaften EU-Rettungsschirm flüchtet, zahlen die Gläubiger mit.

Der griechische Schuldenberg ist bereits auf rund 150 Prozent des BIPs angewachsen. Neben Portugal ist Griechenland der einzige EU-Staat, der es auch heuer nicht aus der Rezession schaffen wird: Die griechische Wirtschaft soll 2011 um mindestens drei Prozent schrumpfen, für Portugal werden 0,7 Prozent minus prognostiziert.

Die Ratingagenturen haben Griechenland so gut wie aufgegeben. So hat die US-Bewertungsgesellschaft Standard & Poor's das Rating von langfristigen Staatsanleihen in der Vorwoche erneut um zwei Stufen auf „BB–“ gesenkt und vor weiteren Herabstufungen gewarnt. Während die hellenischen Schuldscheine damit bei S&P noch unter „spekulativ“ rangieren, bezeichnet Mitbewerber Moody's sie bereits als „hoch spekulativ“. Der Unterschied ist gering: Den „Ramsch“-Status haben sie in beiden Fällen.

 

25 Milliarden Euro bis 2015

Die Regierung in Athen versucht unterdessen Kasse zu machen, wo es nur geht: In den kommenden Jahren will sie durch Privatisierung von Staatseigentum 50 Mrd. Euro lukrieren. Verkauft werden sollen Anteile an Flughäfen, Häfen, der staatlichen Lotterie und der Eisenbahn. Außerdem wurden die Steuergesetze verschärft: Wer dem Fiskus künftig Abgaben vorenthält, der muss mit höheren Geld- und Freiheitsstrafen rechnen.

Mit einem drastischen Sparkurs will Athen die Neuverschuldung heuer auf 7,4 Prozent drücken. Nach Schätzungen griechischer Medien müssen bis 2015 rund 25 Mrd. Euro gespart oder zusätzlich eingenommen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.04.2011)

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323 Kommentare
 
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also das heisst was

wenn die landes-eigenen banken eine ganze regierung flach legen können. wenn die portugiesen auch nur ein bischen stolz hätten, würden sie die einfach enteignen, ohne abgeltung der jetzigen eigentümer....DAS wäre ein schritt, der den ganzen finanzhaien einmal zeigt wo es lang geht und sie in ihre schranken weist. die tun ja so (sind leider tatsächlich) mächtiger als staaten. gottgleich sinds aber noch nicht, zur not kann man die oberen ja wieder erschiessen wenns nicht spuren und zu blöd werden

Gast: eu-bürger
09.04.2011 09:35
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OLE

Es geht weiter bergab.

Solidarität ja aber EURO nein; man muss Defizitsünder nicht retten, sondern man muss selbige haushalten lernen - das bedeutet, selbige ruhig in den Staatsbankrott schicken und nur sinnvolle Massnahmen, die vereinbarte Erträge bringen, nachhaltig fördern.

Verwaltungsposten etc. als unproduktive Arbeitsplätze sind sozialistische bzw. kommunistische Auswüchse !

Gast: Währungshüter
08.04.2011 22:36
0 0

Der Euro liegt in den Händen Spaniens

Also alles Peseten.

2 0

gestern in der ZIB2 beruhigte unser aller Freund Nobody

das Volk erneut, also macht Euch keine Sorgen, alles wird gut weil unser Land in den besten Händen liegt und regiert wird ?! fg

Die Spirale dreht sich bereits und immer schneller wie ein schwarzes loch, und zieht alles mit was sich in unmittelbarer Nähe aufhält.
Statt nun die Fluchtraketen anzuwerfen, heften sich unsere Experten an den Glauben das bisher nix passiert ist, und sich alles so weiterbewegt wie gewohnt.

Gast: Promil
08.04.2011 15:03
0 0

Und was sagt König?


Gast: Hemingway
08.04.2011 13:35
2 0

Warum explodiert der Gold- und Silberpreis ?

Antwort:

Weil nicht nur Europe - sondern die ganze Welt - pleite ist.

Antworten Gast: kopfschmerz
08.04.2011 17:25
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Re: Warum explodiert der Gold- und Silberpreis ?

aus dem selben grund warum in österreich die geigerzähler ausverkauft sind u. aufrufe gestartet werden müssen keine jod-tablette zu fressen! weil die leute paranoides, hysterisches panikvieh sind! aber bitte sollen sie in die nächste blase investieren! ich wette die spekulanten die auf fallende kurse setzen warten nur darauf das gold einbricht.

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Re: Re: Warum explodiert der Gold- und Silberpreis ?

Naja wenn man die Geldmenge extrem vermehrt, dann muss man mehr $ oder Euro fuer die gleiche Menge Gold zahlen.
Ist wohl logisch.

Antworten Antworten Antworten Gast: kopfschmerz
09.04.2011 10:12
0 0

Re: Re: Re: Warum explodiert der Gold- und Silberpreis ?

das nennt man inflation u. betrifft nicht nur gold sondern alle waren. aber die überproportionale nachfrage nach gold in der annahme es handelt sich hierbei um einen sicheren hafen entkoppelt sich hierbei vom normalen angebot u. nachfrage prinzip. noch dazu wenn man sich ansieht wie praktisch wertlos gold eigentlich ist. eine klassische blase!

der wert von gold ist nur durch seine seltenheit u. historisch bedingt. als werkstoff ist gold vernachlässigbar.


Re: So holt man sich das Geld!

Tja, so lange sich die Menschen sowas gefallen lassen, wird sich nichts ändern.

Gast: me
08.04.2011 12:45
1 6

finanzexperten österreichs

ich habe gar nicht gewusst dass es in österreich so viele finanzexperten gibt! vl sollten sich manche beim wifo bewerben...könnte natürlich sein dass sie dafür überqualifiziert sind!

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Re: finanzexperten österreichs

man braucht wahrlich kein Experte zu sein, um diesen Schwachsinn namens EU-Rettungsschirm mit einfachster Logik durchschauen zu können.

Leider hat aber die Bildungsmisere bestens zugunsten der Verantwortlichen funktioniert, und somit kann man jedem alles erzählen.
Wieviele können denn heute noch im Kopf eine Preisermässigung im Supermarkt von 25% wenn ein Artikel normal 23,99 kostet, ausrechnen ?!

Antworten Antworten Gast: kopfschmerz
08.04.2011 17:36
0 2

Re: Re: finanzexperten österreichs

das ist halt das problem wenn man ein kompexes system mit dem hausverstand nicht mehr erfassen kann u. stattdessen alles vereinfacht. solche personen sind die wahren produkte der bildungsmisere.

die fähigkeit kopfrechnen zu können ist kein nachweis für intelligenz od. einen gewissen bildungshorizont. das gilt besonders für die die mit milchmädchenrechnungen die finanzwelt erklären wollen.

@me.

Na, wie kommst du darauf, im WIFO "Finanzaxperten" zu v ermuten? Das ist heute eine Versorgungsstätzte ideologisch-genderistischer SelbstüberschätzerInnen. Man muss deren Fehleinschätzungen etwa an Hand ihrer ein paar Jahre zurück liegender "Studien" nur nachlesen. Etwa jene des Herrn Dr. Aiginger aus dem Jahre 1986, als er jede Investition in die Stahlindustrie als "fehl geleitet" denunzierte. Über eine freundliche "konsultative" Einladung aus Linz revidierte er Mann dann seine "Expertise". Und kam sogar in den ÖIAG-Aufsichtsrat. Wo er nur durch Platitüden aber ansonst mit keinen substanziellen Meldungen auffiel.
Na ja, ein paar gut honorierte Einladungen zu Vorträgen gab's dann auch noch.

Ein Meister der jeweiligen Gemeinplätze je nach Windrichtungen. Und so wie der Herr so sein anderes G'scherr...

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Re: @me.

derartige Experten wie ein Novotny richten dieses Land völlig zugrunde !
Ein sehr trauriges und teures System das wir uns da noch leisten (können?) .

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Re: Re: @me.

Novotny hat bei der Bawag Sache den Mund gehalten, deshalb wurde er versorgt.
Es ist traurig, dass man ihn ueberhaupt interviewt. Das erweckt den Eindruck, dass es rechtmaessig den Job ausuebt und eine Ahnung davon hat.

Antworten Antworten Gast: me
08.04.2011 14:44
0 1

Re: @me.

na dann wirds ja höchste zeit für ihre bewerbung damit die studien in zukunft auch wirklich stimmen!

frage mich

wann endlich die letzten EU Befürworter und Schönredner aus ihrem Tiefschlaf erwachen?

Die EU ist eine korrupte Totgeburt mehr nicht

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Re: frage mich wann endlich die letzten EU Befürworter und Schönredner aus ihrem Tiefschlaf erwachen?

leider wohl nie, da die (ver)Bildung ihre Leistung vollbracht hat, und leider immer noch viele all den Nonsens glauben den sie in den Nachrichten hören und lesen.

Man braucht sich aber nur den Lokführer der diesen Zug mit immer höherer Geschwindigkeit gege nein Hinderniss fährt ansehen um zu erkennen, dass es bald crashen wird müssen.


Bei uns


wird bei Förderungen, Beamten, Frühpensionisten und ÖBB auch nicht gespart !

Es ist also nur eine Frage der Zeit bis wir einen Rettungsschirm brauchen !

Dann wird der Euro und der dazugehörende Rettungsschirm längst Geschichte sein !

Alles nur mehr eine Frage von wenigen Monaten!


Antworten Gast: Angstfrei
08.04.2011 13:40
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Re: Bei uns

u. die förderungen,beamten,frühpensionisten u. öbb kosten dann in schilling auch gleich viel....österreich wäre auch ohne eu u. euro hoffnungslos überschuldet(staatschulden von über 100% des bip)....sollte es wirklich zum crash kommen,es werden sich wieder neue dinge entwickeln u. märkte auftun.....u. die obengenannten wären vielleicht erstmals in ihrem leben richtig gefordert wenn der sozialstaat auslässt.....letzteres wäre mir sogar einiges an "eintrittsgeld"wert,denn ich musste etliche(zu viele) von diesen tachenierern mitfinanzieren in meinem arbeits/unternehmerleben.....

Gast: Freigeist
08.04.2011 12:07
7 1

Der Euro liegt....

in den letzten Zügen.


GAME OVER

Das Spiel ist aus. Das sind schon die letzten Zuckungen von einem gemeinsamen Europa.
Warum glaubt eigentlich noch wer, dass sich alles zum Guten wendet?
Europa zerfällt durch nationale Interessen( Frankreich, England( hat bis heute ja den Euro nicht) Griechenland, Spanien) und den Nationalstolz der Südländer, der uns ja staatlich Verboten wurde.
Zusätzlich die anerzogene Mentalität der Ostländer, nimmt was du bekommen kannst.
Als Draufgabe werden die ethnischen und religiösen Befindlichkeiten toleriert.
Die Währung dient nur als Ablenkung vor dem großen Finale.

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Warum glaubt eigentlich noch wer, dass sich alles zum Guten wendet?

ganz einfach, weil es immer noch gepredigt wird.


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Warum spricht niemand von Frankreich?

Sarkozy ist ungarische Rache an Frankreich. Der Mann geht nicht weg bis Frankreich ganz kaputt ist.
Übrigens: Die Franzosen hatten der Eroberung von Ungarn durch Osmanen zugestimmt!

 
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Hobbyökonom