Der Euro liegt in den Händen Spaniens

07.04.2011 | 18:37 |  von Karl Gaulhofer (Die Presse)

Nachdem sich Portugal unter den Rettungsschirm geflüchtet hat, wäre nach der „Domino-Theorie“ Spanien der nächste Kandidat. Die Investoren sehen es anders, aber in den Bankbilanzen ticken Bomben.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wen nach einer Apokalypse gelüstet, der frage nach bei „Dr. Doom“. Seit Nouriel Roubini als einer von wenigen die große Finanzkrise vorausgesehen hat, gilt er als Experte für künftige Katastrophen. Und so kommentiert der US-Ökonom die Flucht Lissabons unter den EU-Rettungsschirm: „Die große Sorge gilt nicht Portugal, dafür ist es zu klein. Sondern, dass es Spanien ansteckt: ein Land, das zu groß ist, um fallen zu dürfen – und zu groß, um gerettet zu werden.“

Mehr zum Thema:

Sonderlich originell ist die düstere Andeutung freilich nicht. Sie entspricht der bisher zutreffenden Domino- und Ansteckungstheorie. Erst Griechenland, dann Irland, nun Portugal: Wie Dominosteine sind die schulden- und krisengeplagten Euro-Peripheriestaaten umgefallen – in die Arme der EU und des Internationalen Währungsfonds, die sie nun mit hunderten Milliarden Euro und einer Reformagenda wieder finanzmarkttauglich machen müssen.

In der Theorie ist es damit nicht vorbei: Spanien, Italien und Belgien gelten als die nächsten Wackelkandidaten. Dass Spanien auf Portugal folgen könnte, liegt scheinbar nahe: Die beiden Volkswirtschaften sind eng verflochten. Spanien ist bei Weitem der größte Gläubiger des kleinen Nachbarn. 105Milliarden Euro stehen für Kreditgeber, Firmen und Käufer von Staatsanleihen auf dem Spiel.

Auch wenn das Risiko durch die Zuflucht zur EU-Hilfe geringer geworden ist: Spanien ist im Fokus. Wenn sich der Staatssektor der viertgrößten Euro-Volkswirtschaft nicht mehr refinanzieren könnte, hätte das Signalwirkung. Es würde Dämme brechen, für Italien, vielleicht gar für Frankreich. Das wäre wohl das Ende für den Euro. So blickt nun alles auf Spanien, genauer: auf José Luis Rodriguez Zapatero. Der Premier aber schließt eine Staatsschuldenkrise „zu 99,9 oder 100 Prozent“ aus. Auf den subtilen Unterschied zwischen völliger und fast völliger Gewissheit lässt sich Elena Salgado nicht ein. Für die resolute Wirtschaftsministerin ist eine Ansteckung „absolut ausgeschlossen“. Opposition und Medien stehen in einem nationalen Schulterschluss hinter der Beschwichtigungspolitik: Uns kann nichts passieren.

 

Die Aufschläge sinken

Das hörte man auch aus Athen, Dublin und Lissabon – bis kurz vor dem Fall. Entscheidend ist, wie die Anleiheinvestoren die Lage einschätzen. Sie scheinen „Dr. Doom“ freilich Lügen zu strafen: Im ersten Quartal haben sich die Risikoaufschläge und Versicherungsprämien für spanische Staatsanleihen vom Umfeld der Problemstaaten „entkoppelt“ und sind deutlich gesunken. Eine ähnliche Entwicklung nehmen die Titel von Italien, Belgien – und (auf besserem Niveau) Österreich mit seiner abgesagten Osteuropa-Bankenkrise. Die erwartete Kapitulation Portugals ist längst eingepreist. Bei einer gestrigen Auktion in Madrid wurde ein niedrigerer Zins als vor einem Monat verlangt.

Die Investoren würdigen den Reformkurs: Kürzungen der Beamtengehälter, ein liberalerer Arbeitsmarkt, Fusionen bei den zersplitterten Sparkassen. Die Reformen erfolgen, nach einem viel zu späten Start, nun konsequenter als in Portugal. Die konservative Opposition murrt, schießt aber nicht quer wie in Lissabon. Zapateros Ankündigung, er werde nicht mehr kandidieren, lässt das Vertrauen wachsen: Er muss keine Geschenke mehr verteilen, sondern sich nur noch vor der Geschichte rechtfertigen.

Und während Portugal sich nicht aus der Rezession befreien kann, wächst die spanische Wirtschaft wieder – wenn auch nur moderat. Die Richtung stimmt, aber jede Erschütterung kann Spanien vom Kurs abbringen. Und eine Bombe tickt weiter, weil sie nie ganz entschärft wurde: die Bauprojekte und Hypothekenkredite in den Bilanzen der Sparkassen. Sie waren die großen Akteure der Immobilienblase und die großen Opfer ihres Platzens.

Wurden die Aktiva ausreichend abgeschrieben? Das Immobilien-Fachportal Idealista hält die Bewertungen für „reine Fantasie“ und schätzt den Kapitalbedarf für die „Cajas“ auf bis zu 100 Milliarden Euro. Die Notenbank kalkuliert nur mit 15 Milliarden. Dazu kommt die Privatverschuldung. Eine Wohnung nur zu mieten ist in Spanien unbeliebt. 80 Prozent leben im Eigenheim – auch solche, die es sich nicht leisten können. Sie blicken besorgt nach Frankfurt, wo die EZB gestern die Zinsen um 0,25Prozentpunkte angehoben hat. Zwei Schritte sollen heuer noch folgen. Wenn dann das Volumen an faulen Krediten deutlich steigt, wird es für Spaniens Banken eng – und Dr. Doom könnte mit seiner Sorge recht behalten.


Mehr zum Thema Seiten 2–3

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.04.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

323 Kommentare
 
1 2 3 4 5 67
Gast: Thomson
06.04.2011 21:57
15 0

die Unterschriften der Embolie.......

....werden früher oder später auch Österreich das Genick brechen - DANKE AN DICK UND DOOF!!!
Ps: uns könnte es so gut wie der Schweiz gehen, wenn da nicht einige LOBBYISTEN aus Geldgier unser ehemals schönes Österreich auf das grausliche Spiel gesetzt hätten!!

Gast: Ösi - der mit Intellekt
06.04.2011 21:45
9 0

Ich beantrage eine Aufstockung meines Arbeitslosengeldes.

Brauch ich da auch nur in Brüssel anrufen?

Gast: Zrim
06.04.2011 21:31
10 0

Ablaufdatum

Das Schuldgeldsystem (jedem Geldschein, jedem Guthaben steht die gleiche Menge an Schulden gegenüber) nähert sich seinem natürlichen, mathematisch bedingten (Exponentialfunktion) Ablaufdatum. Die schwachen Länder erwischt es zuerst. Die stärkeren Länder werden folgen.

http://www.facebook.com/pages/Challenges-for-the-21st-century/123755141031815?sk=wall

Gast: Marximiliane
06.04.2011 12:45
7 0

Hört, hört!

Was würden Raiffeisen und ErsteBank tun, wenn die Republik Österreich nach deren Rettung selbst um Hilfe bitten würde?

Die

Banken sind nicht so blöd und werfen den Bankrotteuren das Geld nach. Weil sie genau wissen, dass sie es nie mehr wiedersehen.

Antworten Gast: Walti
06.04.2011 16:09
9 0

Re: Die

Es ist nicht das Geld der Bank !!!
Es ist das Geld der SPARER und Anleger
das auf Nimmerwiedersehen verschwindet !!

Re: Re: Die

Sie haben natürlich recht. Auch wenn es das Geld der Sparer und Anleger ist, die Banken selbst würden auch verlieren.

Gast: Geldentwertung
05.04.2011 23:15
1 13

Staatsbankrott

HIHI...der Staat rettet die Banken mit Steuergelder nach Lehmann und dann vernichten die geretteten Banken den Staat...in der Steiermark gewinnt die KPÖ derzeit massiv an Stimmen....kein Wunder...irgendwann kapiert es auch der letzte ÖSI, dass die Banken enteignet gehören...aber erst geht Deutschland und Österreich noch unter, bevor es auch der letzte kapiert.

Antworten Gast: Pips
07.04.2011 13:46
0 0

Re: Staatsbankrott

Da hammas ja mit einem ganz hellen Köpfchen zu tun! Da die Banken von den Anleger-Geldern also den Spareinlagen der Kunden getragen werden, willst Du eben diese enteignen! Is ja toll. Ganz im Sinn von Marx und Lenin

Re: Staatsbankrott

Lieber Geldentwertungsgast
wenn wir die KPÖ wählen, dann gehen wir auch unter. Also, was solls? Lieber in Stil untergehen, als rot.

Antworten Antworten Gast: Bärenfalle...
06.04.2011 22:26
4 1

Re: Re: Staatsbankrott

Wo ist der Unterschied ?

Im Kommunismus habe ich zwar Geld bekomme dafür aber nix zu kaufen.

Im Kapitalismus könnte ich zwar alles kaufen habe aber kein Geld.

Oder versucht die EU den Mittelweg ?
Ich könnte zwar alles kaufen aber das Geld ist nix wert.

(Anm.: Siehe Wechselkurse zu richtigen Währungen wie Franken, Tschechenkrone oder auch thailändischer Baht und sich dabei nicht vom dauerbeschworenem Euro-Dollar Kurs verwirren lassen)


Gast: neindanke
05.04.2011 23:08
5 0

banker verraten ihr eigenen länder und die politik hat gar nichts mehr mitzureden.

na da wird mal offen vorgezeigt welche interessen die banker eines landes vertreten. von den steuerzahlern, arbeitnehmern und kleinunternehmern werden jahrelang milliardenspritzen verlangt und diese auch gerne genommen und weiter gezockt. nun da portugal pleite ist und geld von den eigenen banken bräuchte geben die banker kein geld an den staat und treiben so den eigenen staat und die eigenen landsleute in die gierigen hände der internationalen spekulanten und kapitalmärkte. dieser global vernetzten spekulantensysteme, börsenkonstrukte mit schattenbanken und spekulanten führen uns eneut nach 2009 vor, wie europas politiker machtlos sind und nur mehr steuergelder in die hände der spekulanten transferieren dürfen. die politiker und lobyisten in den eigenen reihen lassen sich vom volk in die eu wählen und betreiben dann einen dekadenten lobbyismus für die börsen und finanzbranche. europas staaten werden im sozial-und pensionsbereichen budgetär ausgehungert. die jugendarbeitslosigkeit ist oft katastrophal und niemand in der gesamten EU rührt nur einen einzigen finger um diesem wilden spiel der banker und spekulanten ein ende zu bereiten. nein, es werden nochmals 700 Milliarden steuergelder der völker in den spekulantenbanken gesteckt, diese treiben weiter ihr wildes spiel auf kosten der bevölkerung und für die menschen hat man nur mehr massiven sozialabbau bei pensionen und gesundheit über. auch in österreich haben diese eu bankenzockereien massiven sozialabbau zur folge.

Re: banker verraten ihr eigenen länder und die politik hat gar nichts mehr mitzureden.

Es ist nicht die sogenannte Finanzkrise welche Portugal in den finanziellen Abgrund getrieben hat,sondern die Schuldenpolitik der Sozis.Jetzt wird in allen von den Sozis ruinierten Ländern wie Spanien,Griechenland usw. die Finanzkise als Schuld dafür herangezogen.Tatsache ist aber,dass die Staaten schon vor der Krise pleite waren.So lügen eben die Genossen-Politiker ihre Bürger an.

Kein Problem

Dann springen unsere österr. Banken ein. Erste Bawag, Raika & Co werden sofort Geld an Portugal verleihen - 100% gesichert durch den Euro Rettungsschirm, maximale Zinsen und wenn's schief geht zahlt der österr. Steuerzahler. Die Bankenboni kann man schon wieder erhöhen - 0 Risiko - Megaertrag! Banker müsste man sein!

Die Deutschen werden für die PIIGS länge mal breite zahlen, weil die Angela hat sich alle intern. Unterstützung selbst abgegraben

Man kann nicht beim Gipfel zuerst sagen: Liebe Franzosen Engländer etc schauts selber wie ihr in Lybien weiter kommt und 5 Minuten später verlangen, dass diese einem bei der Euro-Krise zur Seite stehen, politische Unterstützung gegen die PIIGS Geldforderungen gewähren.

Portugal wird Hilfe in Anspruch nehmen und die Deutschen werden zahlen.

Intern. Politik ist kein Kindergeburtstag, da wird mit harten Bandagen gekämpft.

11 0

Euro und Währungscrash programmiert



Mit immer größerer Geschwindigkeit rollte die globale Währungskatastrophe auf uns zu. Politiker sind hilflos, Notenbanken lügen, Massenmedien ignorieren das Problem.

Angefangen von der Pleite der IKB bis zum Untergang fast aller großen US-Banken, über den Bankrott einiger Euro-Staaten bis hin zu den Unruhen in Nord-Afrika und dem Mittleren Osten hat alles eine Ursache: das nahende Ende des Geldsystems. Die globalen Schuldenuhren ticken immer schneller – doch die Zeit ist bald abgelaufen.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/7603-der-waehrungscrassh-kommt

Gast: pächter der wahrheit
05.04.2011 16:44
5 5

An Alle die jetzt wieder

auf den Pepi und Werner, auf die Angela, den Wolfgang, den Nicolas und Konsorten herumhacken: Die haben alle nicht wirklich was zu sagen. Die sind bloss diejenigen, welche die Bevölkerungen die Botschaft verkaufen müssen. Im Endeffekt ist die Politik der Schwanz mit dem der Hund wackelt. Und der Hund in dem Fall sind die Finanzinstitute, angeführt von der Deutschen Bank.

Die Angela hat mittlerweile auch geschnallt, dass Sie in Realität die Erfüllungsgehilfin von Josef Ackermann ist. Deswegen schaut Sie auch so verdriesslich. Der Werner und der Pepi haben das anscheinend noch nicht so begriffen (der Pepi vielleicht, der kennt das vom Onkel, von den Bünden und von Raiffeisen).

5 0

Re: An Alle die jetzt wieder

die regierungen hätten schon was zu sagen!
Sie brauchen nur ein nulldefizit verabschieden, und schon bräuchte man die banken nicht mehr.

Wer hat da was dagegen? Das volk, die beamten, die gewerkschaften, ....

Und bevor man sich mit wähler und interessensvertretungen anlegt macht man lieber schulden.

Gast: chris pongratz
05.04.2011 14:22
0 0

eine nachricht wie gemacht für ...

...

www.facebook.com/betriebsdesaster

Gast: Pseudo Nym
05.04.2011 14:10
11 1

Pleite

Die USA sind doch, wie jeder weiß, inoffiziell sowieso schon "broke".

Aber es ist amüsant anzusehen, wie ein einziges Land mehr als die Hälfte aller weltweiten Schulden auf seinen Schultern trägt und gleichzeitig noch überall die Klappe aufreisst, Kriege führt, weiterhin Schulden aufnimmt.

Derweil wird der ohnehin schon verwässerte Dollar weiterhin aufgeweicht. Kann man von der Potenzierung her wohl schon mit Schüssler Salzen vergleichen. ;)

Wieviele Amis müssen schon mit Essensmarken versorgt werden, damit sie überhaupt etwas am Teller haben? Hab' die Zahl nicht im Kopf, aber es ist für solch ein Land eine wahre Schande.

Die kommen nie und nimmer wieder aus Ihren Schulden raus, so wie kein Staat auf dieser Welt.

Die Sparpakete sind doch reine Augenwischerei, um die Bevölkerung noch weiter zu enteignen und in den Ruin zu treiben.

Wie kann es funktionieren, dass exponentiell anwachsende Schulden mit "Sparpaketen" bekämpfte werden? Richtig, gar nicht.

Der Kollaps wird kommen, ob das wem in sein Weltbild passt oder nicht.

Re: Pleite

Soweit ich es weiß E S S E N Täglich ca 40 Millionen Amis auf Essenmarken.
Wieviele Einwohner hat Österreich ?
achso 8,2 Mio.

Dort gibts Essensmarken hier Grundsicherung

für die die selber nichts bzw nicht genug verdienen.

Und es gibt Essensmakren, damit das Geld nicht gliech versoffen wird - was bei uns ja auch vorkommen soll.

Eine Schande würde ich beides nicht bezeichnen.

Re: Dort gibts Essensmarken hier Grundsicherung

Sie haben Recht. Es ist keine Schande arm zu sein. Aber es ist sehr wohl eine Schande, dass ein Land wie die USA, das bis vor 20 Jahren eine massive Mittelschicht aufgewiesen hat heute Einkommensunterschiede aufweist wie in der dritten Welt!
Man sollte nicht vergessen, dass im letzten Jahr die höchsten Bonusummen in der Geschichter der USA ausgezahlt wurden, und gleichzeit die Foodstamp Bezieher auf ein Rekordhoch geklettert sind. Achtung um dies Sozialleistung wird nur über 6 Monate ausbezahlt, danach muss man selber schauen wie man über die Runden kommt. Diese Leute fallen dann aus der Statistik raus!

Eßmarken Emüfänger USA Stand vor 2 Wochen: 44 Millionen Staatsbürger erhielten Eßmarken


Gast: EU-GR
05.04.2011 13:43
3 2

Zum teufel mit euch US-Agenturen

Düstere Aussichten für Griechenland, denn USA habe ich gelesen geht es schlimmer als Griechenland mit der verschuldung etc. Aber von den gottverdammten scheiss Agenturen Modys etc. hört man keine herabstufungen USA`s. Griechenland wird es schwer haben nur wegen diesen scheissdreck US-Agenturen.

Antworten Gast: Desinfoterminator
05.04.2011 14:14
4 0

Wenn sich Europa in den USA verschuldet können die USA uns nicht ihre Schulden anhängen!

US-Agenturen arbeiten nun mal im Sinne von US-Banken.

Die Fed gibt bekanntlich für Staatsanleihen, wenn man diese an die Fed verpfändet 100 % (!) in Dollar her. Das bedeutet, dass Staatsschulden via Fed praktisch direkt monetarisiert werden können.

Nun war z. B. die Erste Bank so frech und hat der Fed ihre griechischen Staatsanleihen im Wert von 5,4 Mrd. Euro (für diese kassiert die Erste Bank fette Zinsen, die an das Management als Boni weitergeleitet werden; wenn die Griechen nicht zahlen muss der Steuerzahler ohne Gegenleistung der Erste Bank diese wieder auffangen) verpfändet, als diese ein spezielles Refinanzierungsfenster öffnete, wonach eben Staatsanleihen bis zu einer gewissen Bonitätsstufe als Sicherheit gegen 100 % in baren oder giralen (das ist im Prinzip egal) US-Dollar gegeben werden können. Kurz gesagt: 5,4 Mrd. Dollar sind das Nominale der griechischen Anleihen, also gibt die Fed dafür 5,4 Mrd. Dollar her und das zu einem minimalen Zinssatz gemessen an dem was die Griechen blechen.

Nun wird so aber natürlich die Dollarmenge erhöht und das passt den US-Banken nicht, die ja auch gerne billist bei der Fed borgen und viel mehr Zinsen kassieren wollen. Wenn sich aber Europäer bei der Fed mit Geld billigst eindecken, dann fällt der Dollar und die Zinsen sind für die US-Banken kein echter Gewinn mehr. Senkt man nun die Bonität Griechenlands, so kann die Fed sagen, sie nehme so ein schlechtes Pfand nicht an, damit die Europäer sich nicht in den USA verschulden.

Antworten Antworten Gast: Hubertus
05.04.2011 19:59
2 0

Re: Wenn sich Europa in den USA verschuldet können die USA uns nicht ihre Schulden anhängen!

So ein Unsinn. Die Fed leiht Geld über Repo-geschäfte aus. D.h. wenn die zur Sicherheit übergebenen Wertpapiere weniger oder nichts mehr wert sind, dann muß der Schuldner (zB die Erste) trotzdem zurückzahlen. Nur wenn die Erste in ein Insolvenzverfahren geht, dann könnte die Fed einen Verlust erleiden (nämlich Forderung der Fed minus Realisierung der Pfänder, minus Quote in der Insolvenz der Ersten).

6 0

wir werden keinen einzigen Cent wieder sehen

dafür aber weiterhin einzahlen müssen, weil die Bürokratie es so will !
Unser Land bewegt sich aber dank unserer Regierung auch wenn zwar langsamer, genau dahin, bis sämtliche nettozahlende Länder selbst pleite sein werden und wohl erst Aufstände zu einem Neubeginn (ohne EU) schaffen werden.

0 0

Re: wir werden keinen einzigen Cent wieder sehen

erklären sie den schaden in einer wirttschaftsbeziehung bei
a) abwertung einer währung gegenüber anderen (vor euro-system) und
b) kreditausfälle im euro-system?

Antworten Gast: caz
05.04.2011 14:03
0 1

Das ist eine populistische Aussage

Bei dem hohen Vernetzungsgrad der europäischen Wirtschaft würde der Zusammenbruch eines Staates das Wohlstansniveau der anderen automatisch senken. Egal ob man nun einen gemeinsamen Währungsraum hat oder nicht. Man denke nur daran dass über 60% der österreichischen Wertschöpfung mit ausländischen Abnehmern der heimischen Erzeugung erwirtschaftet werden. Ein so kleiner Binnenmarkt wie der österreichische kann sich ohne massive Einbrüche des Wohlstandsniveaus nicht einfach abschotten.

Vernetzungsgrade

Eben dieser "Vernetzungsgrad" ist keine Konstante die für jede beliebige 2er Gruppe aus den europäischen Ländern gleich ist.

Ja, ein Ausfall Deutschlands hätte massive negative folgen für Österreich.
Nein, einen Ausfall Griechenlands würeden wir wahrscheinlich nichteinmal bemerken - es sei denn es "derwischt" eine unserer Banken (gell, Herr Treichl...) - nur dann wäre ein Ende mit Schrecken wohl auch besser als der Schrecken ohne Ende, den wir uns so einhandeln.

0 0

Re: Vernetzungsgrade

bei Einigen hat die Gehirn.wäsche bestens funktioniert, denn die glauben all das was sogenannte Experten von sich geben; ein Schundblatt wie die Krone tut dazu ihr übriges wie vor dem Beitritt in diese Union; siehe Pandi der zwar lustig ist aber mehr schon nicht !

2 0

Griechen-Desaster

>Das EU-Sorgenkind hat im Vorjahr ein Defizit von 10,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes angehäuft,<

>>Der griechische Schuldenberg ist bereits auf rund 150 Prozent des BIPs angewachsen.<<

Das gesamte nominale BIP in Griechenland lag 2010 bei 230,173 Mrd.

Wenn das Defizit im Vorjahr um 10,6% des BIP angewachsen ist, wie hoch war dann die Verschuldung zu Beginn des Vorjahres?

10,6% von 230,173 Mrd sind 24,398 Mrd.

Die Schulden Griechenlands betrugen Ende 2010 340,277 Mrd Euro (147,8% vom BIP).

Also betrugen die Schulden Griechenlands Anfang 2010 315,879 Mrd Euro (340,277 Mrd minus 24,398 Mrd), oder?

Laut griechischem Finanzministerium betrugen die Griechen-Schulden Anfang 2010 aber nur 298,524 Mrd Euro. Das entspräche dann aber einer Neuverschuldung von 41,75 Mrd Euro oder 18,1% vom BIP.

Also was jetzt, haben sich die Griechen 2010 mit 10,6% oder mit 18,1% vom BIP verschuldet.

Kann das jemand aufdröseln? Der 'diepresse'-Redakteur vielleicht?
__

Quellen:

http://www.querschuesse.de/griechenlands-abwartsspirale/
" target="_blank">http://www.querschuesse.de/griechenlands-abwartsspirale/


http://www.minfin.gr/content-api/f/binaryChannel/minfin/datastore/14/90/39/14903996c439862738744b8790877f25b03da784/application/pdf/pdb_2009_12_20100219.pdf
" target="_blank">http://www.minfin.gr/content-api/f/binaryChannel/minfin/datastore/14/90/39/14903996c439862738744b8790877f25b03da784/application/pdf/pdb_2009_12_20100219.pdf


http://www.minfin.gr/content-api/f/binaryChannel/minfin/datastore/f7/44/65/f74465062afa8551c24ac1be8ad818f80f46ce7a/application/pdf/Bulletin_No_60.pdf
" target="_blank">http://www.minfin.gr/content-api/f/binaryChannel/minfin/datastore/f7/44/65/f74465062afa8551c24ac1be8ad818f80f46ce7a/application/pdf/Bulletin_No_60.pdf


Sie denken zuviel.

Diese Problem kann nicht analytisch, sondern nur emotional angegangen werden.

Gast: Gast18
05.04.2011 12:32
4 2

der Hintergrund

Mir ist unverständlich, dass keiner sieht oder sehen will, dass das ganze Schauspiel nur dazu dient, den Dollar zu erhalten und den Euro zu zerschlagen.

Die Situation in Griechenland und Portugal ist nicht grundsätzlich anders als vor Jahren auch: diese Staaten leben von Transfers der anderen EU Staaten. Nur sind die Mechanismen und die Grössenordnungen jetzt ganz andere.

Was aber nicht übersehen werden sollte, ist wer von dem Ganzen profitiert: der Dollar und die USA.

Nicht dass es schade wäre um den Euro.

Aber die USA betreiben doch eine ganz gezielte und von langer Hand geplante Politik, Europa, und dabei insbes. Deutschland (da gibts noch was zu holen), für Ihre eigenen Probleme (insbes. überbordende Staatschulden) zahlen zu lassen.

Daher sollte das Ziel im Moment weder die Vermeidung von Staatsbankrotts der PIGS Staaten noch die Vermeidung von Bankenpleiten sein. Einziges Ziel sollte es sein, die totale Europleite (insbes. Staatsbankrott Deutschlands und Eurocrash) länger hinauszuschieben als den zu erwartenden Staatsbankrott in den USA und den Dollarcrash.

Gast: Geheimrat
05.04.2011 11:44
0 0

Legen wir doch unser aller Schicksal

vertrauensvoll in die Hände eines der grössten Finanzstrategen der Gegenwart - Pepi Pröll - und alles wird gut..................

4 0

Re: Legen wir doch unser aller Schicksal

Pepi hat schon ein Teil unseres Geld in Griechenland angelegt wo wir es hoch verzinst zurueckbekommen.
Werner und Pepi sind die Besten.
(Wenns nicht unser Geld waere, waers fast lustig)

Düstere Aussichten ...

nicht nur für Griechenland, viel mehr für uns. Aber unsere Politiker werden unser Geld weiterhin dorthin schmeißen, und dafür bei uns bei den Familien und bei der Bildung einsparen.

Wenn nur die Familien und bei der Bildung betroffen wären dann wär es ja nicht weiter tragisch.



Es wird uns unser gesamtes Vermögen (erspartes) Kosten und auch unsere Eigentumsheime werden betroffen sein.

In Europa gibt es ja im Gegensatz zu den USA noch schuldenfrei Gegenwerte zu den Schulden, die haben die Staaten aber bereits mitverpfändet was Wir dann bei der Geldentwertung auch hautnah spüren werden.

Vergleiche Geldentwertung 1929 und das Aufwertungsgesetz in Deutschland, da mußte man per Gesetz nach der Währungsreform, für sein bestehendes Eigentum ( Land etc.) nachzahlen, weil dieses ja "angeblich durch die Währungsreform mehr Wert geworden war.

6 0

Staatsinsolvenz

Wurde den Griechen von Frankreich und Deutschland nicht gestattet, weil ansonsten Milliarden bei den Banken abzuschreiben gewesen wären und die bereits bekannten Probleme der überschuldeten Banken verstärkt hätte.
Die elegante Lösung für Griechenland wäre die Insolvenz und die Einführung der Drachme gewesen. Nunmehr wird jahrelang dahin gewurstelt, wobei offen bleibt inwieweit eine Lösung der Probleme jemals gefunden werden kann!

Wir alle Wissen das die PIIGS Staaten nie den €uro bekommen hätten dürfen, und das wir da von der Politik belogen und betrogen wurden.


Antworten Gast: Febobo
05.04.2011 11:24
0 2

Re: Staatsinsolvenz

Die Wiedereinführung der Drachme war zu keiner Zeit eine echte Alternative, weil:
a.) die Schulden dann ohnehin weiter in Euro geführt worden wären, GR bei einer Abwertung der Drachme umso schneller pleite gewesen wäre und die Banken durch die Finger geschaut hätten
b.) die Schulden in Drachmen ausgewiesen worden wären und die Banken bei einer Abwertung der Drachme Mrd. verloren hätten.

Die Banken sind systemrelevant, die Rettung der Banken ist alternativlos. Ende der Diskussion.

3 0

Die Banken sind systemrelevant, die Rettung der Banken ist alternativlos. Ende der Diskussion.

leider glaubt den Schmarrn auch noch immer jemand wie DU, und deshalb wird weiter unser Geld mitverbraten bis zum bitteren Ende !

In der privaten Wirtschaft, wenn eine solche derart fehlspekuliert, handelt sie auf eigenes Risiko und wird wohl untergehen; Banke nsind deshalb systemrelevant, da etliche Abgeordnete davon bestens profitieren, und weil man zuliess das diese Institute das Volk zu Konten beinahe zwangsverpflichten durften !

Gast: intreafs
05.04.2011 08:54
5 0

simple und doch so schwierig

Die Alternativen sind 2
UMSCHULDUNG PLUS Austritt aus dem EURO
oder
Umschuldung plus ABWERTUNG der Löhne um 25 % plus Produktivitätsmaßnahmen -

alles andere sagen nur die , die schon in der Volksschule nicht rechen gelernt haben oder uns bewußt anlügen.

13 0

Das griechische Defizit für das Jahr 2010 ist noch höher als erwartet.

sakra, wer hätte das gedacht

Antworten Gast: Hubertus
05.04.2011 20:05
2 0

Re: Das griechische Defizit für das Jahr 2010 ist noch höher als erwartet.

Das sollte uns nicht wundern. Schon bei den alten Griechen(in der Antike) haben die Zahlen bei 10.000 geendet. Darüber war alles unendlich.

Gast: markus trullus
05.04.2011 06:27
5 0

der Urknall

Das wirkliche Ur-Problem ist nähmlich kein spezifisch griechisches: die Bevölkerung will nicht von den tollen Partei- Schleuder- Wahlgeschenken abrücken. Umverteilung um jeden Preis, gell, Frau Rudas! Denn "sozialistische Gerechtigkeit" muss sein!!! Und wenn die Wirtschaft den Bach runter geht, wir streiken, bis die Regierung windelweich ist! Es darf keinen Sozial- Umverteilungsabbau geben! Das ist der Ruin ganz Eruopas, nicht nur Griechenlands!! Das Rausschleudern von Geld, das noch gar nicht verdient ist! Und das ist der eigentliche Grund, warum alle diese Geschenkverteilerregierungen den Griechen helfen müssen, sonst gehts ihnen selbst an den Kragen!

Re: der Urknall

Genau so ist es.Die Genossen habe alle Pleiteländer in den Abgrund geführt.Auch Österreich wird von den Roten Apparatschiks durch Stimmenkauf mit Steuergeldern ruiniert.Genossen können nur VERWIRTSCHAFTEN,wie man Geld ERWIRTSCHAFTET davon haben diese Bonzen keine Ahnung.

1 0

Re: der Urknall

Na ja, in punkto Griechenland bin ich mir nicht so sicher ob dieses Land von den Armen oder von den Reichen ruiniert wurde!

Das ist ja das Komische an der ganzen Sozialdemokratie, da werden Milliarden hinausgeschmissen und die Armen bleiben so wie immer arm!

Das war eine Kollektivaktion

Mit dem Euro-Beitritt wurden plötzlich Privatkredite leistbar und es gab einen ungekannten Konsumrausch.

Der Staat widmete sich gleichzeitig seiner Lieblingsbeschäftigung - dem "Schaffen" von unproduktiven Arbeitsplätzen im öffentlichen Bereich.

In Summe hat Griechenland 10 Jahre lang massiv über seine Verhältnisse gelebt und bekommt halt jetzt die Quittung präsentiert.

1 0

Mit dem Euro-Beitritt wurden plötzlich Privatkredite leistbar und es gab einen ungekannten Konsumrausch.

zuvor nicht ?
Wie konnte es denn zu dem vermeintlichen Reichtum zuvor, und dem seit Eu folgenden sozialen ABstieg kommen ?

Das Problem in GR war, dass Beamte dort stets weit merh verdienten als anderswo und die Korruption samt Steuerschulden (in allen Volksschichten) als Kavaliersdelikte angesehen wurden !

 
1 2 3 4 5 67
AnmeldenAnmelden