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Portugal: Harte Reformen für 80-Milliarden-Kredit

08.04.2011 | 16:06 |   (DiePresse.com)

Die EU wird die Verhandlungen über die Maßnahmen für den Hilfskredit mit der Übergangsregierung und der Opposition in Portugal führen. Das Hilfspaket soll bis Mitte Mai geschnürt sein.

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Europas Finanzminister nehmen die nächste Milliarden-Rettung eines Euro-Landes in Angriff: Bis Mitte Mai soll ein Hilfspaket für das hoch verschuldete Portugal mit Notkrediten über rund 80 Milliarden Euro geschnürt werden, wie EU-Währungskommissar Olli Rehn im ungarischen Gödöllö mitteilte. Die Europäer werden rund zwei Drittel der Last - also rund 54 Milliarden Euro - stemmen, der Internationale Währungsfonds (IWF) das restliche Drittel.  Das erste Geld könnte schon vor den Neuwahlen Anfang Juni fließen. Auf Portugal kommen nun harte Einschnitte zu, da ein Sparprogramm und Wirtschaftsreformen Bedingung für die Hilfe sind.

Strukturreformen notwendig

Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) geht davon aus, dass das für die portugiesische Finanzhilfe notwendige Sparpaket "härter" sein wird als das zuletzt von der Minderheitsregierung in Lissabon vorgelegte und vom dortigen Parlament abgelehnte Maßnahmenpaket. Dies hatte dazu geführt, dass die Regierung von Ministerpräsident Jose Socrates zurücktrat. Die Übergangsregierung müsse ein klares Sparprogramm erarbeiten. Dabei müsse die Opposition eingebunden werden. Auch die neue Regierung ab Juni werde das Sparpaket umsetzen müssen.

Portugal ist nach Griechenland und Irland das dritte Euro-Land, das seine Schulden nicht mehr alleine in den Griff bekommt. Rehn kündigte an, dass die Verhandlungen über das Hilfspaket auch mit der portugiesischen Opposition geführt werden. "Wir rufen alle politischen Parteien in Portugal auf, schnell eine Einigung über das Anpassungsprogramm zu erzielen, und nach den Wahlen eine Regierung zu bilden, welche die vereinbarte finanzielle Konsolidierung sowie Strukturreformen umsetzen kann", erklärten die EU-Finanzminister.

Die Regierung, die nach langem Zögern am Mittwochabend mitgeteilt hatte, dass sie Finanzhilfe benötigt, wollte vermeiden, dass ihr Sparmaßnahmen diktiert werden. Darum wird das Land aber nun nicht mehr herumkommen. Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker kündigte an, dass Portugal seinen Haushalt sanieren und Reformen zur Stärkung seiner Wirtschaft sowie des Finanzsektors einleiten muss. Portugals Volkswirtschaft gilt als unflexibel und unproduktiv und somit kaum wettbewerbsfähig. Rehn forderte ein "ambitioniertes Privatisierungsprogramm" zur Verringerung der Schulden.

Geld soll ab Juni fließen

Konkret sieht der Notplan folgendermaßen aus: Portugal soll Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds bekommen. Experten von EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) beginnen nun umgehend damit, gemeinsam mit den portugiesischen Behörden die Höhe der benötigten Kredite festzustellen.

Aufgrund erster Schätzungen nannte Rehn einen Bedarf von rund 80 Milliarden Euro über vermutlich drei Jahre. Zudem soll mit der Regierung in Lissabon und den großen Oppositionsparteien bis Mitte Mai das Spar- und Reformprogramm ausgearbeitet werden. Nach der Wahl im Juni folgt mit der neuen Regierung die Klärung der letzten Details, damit das erste Geld fließen kann.

Trichet widerspricht de Sousa

EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat sich gegen Berichte verwahrt, die Europäische Zentralbank habe Portugal zur Flucht unter den Rettungsschirm getrieben. Er widersprach am Freitag am Rande des EU-Finanzministertreffens in Ungarn dem Chef des portugiesischen Bankenverbandes, Antonio de Sousa. Dessen Darstellung zufolge soll die EZB die am Tropf der Zentralbank hängenden Institute des Landes angehalten haben, bei Staatsanleihen des Landes in den Käuferstreik zu treten.In einer beispiellosen Aktion haben die portugiesischen Banken am Montag einen Käuferstreik bei Staatstiteln angedroht, falls sich die Regierung nicht mit einem Hilfegesuch an die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds (IWF) wenden sollte.Laut Bankenverbandspräsident de Sousa haben die EZB und auch die Notenbank in Lissabon die Rolle der portugiesischen Banken bei der Refinanzierung des klammen Staates als nicht mehr haltbar erachtet und die Notbremse gezogen.

 

(APA)

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13 Kommentare
Gast: nestbeschmutzer
13.04.2011 16:55
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Dimensionen sind das ......

Liebe Leute; wir haben, scheints die Dimension verloren; 80 Mrd Euro sind nach altem Geld über 1000 Milliarden Schilling. Schon geschnallt? Irgendwie hat da die Inflation schon alles an Bedenken weggeschappt, oder?
Kommen unsere Regierungen in Europa irgendwann wieder auf den Boden der Vernunft? Das ist es, trotz Atom (Ablenkungsmaneuver), was die EU Bürger doch wollen. Erzählen wir das mal einer 600 Euro pro Monat verdienenden prekären TZ Arbeiterin und Alleinerzieherin.

0 0

Irreführung!

Es fließt überhaupt kein Geld. Es geht doch garnicht um Geld.

http://www.banken-volksbegehren.at/Rettungspakete_und_Rettungsschirme.html

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Damals, ...


... als der potugiesische Ministerpräsident António Guterres (gerade EU-Ratsvorsitzender) die Sanktionen gegen Österreich erklärte, hätten wir unseren Austritt aus der EU ankündigen sollen.

Und zwar per 31.12.2001, vor Einführung des Euro-Bargeldes.

Da hätten wir uns eine Menge erspart. Statt dessen zahlen wir jetzt, u.a. auch für die Portugiesen, die Sanktionen-Verkünder.

Gast: obongo
09.04.2011 10:50
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Problem ist der übergrosse Wohlstand

Portugal, Griechenland sind sehr wenig innovativ, können keine konkurrenzfähigen Produkte anbieten.
Die Anzahl der Patente, die Zahl von preissetzenden Produkten ist auch nicht grösser als in den meisten armen LÄndern, und sogar kleiner als in den Schwellenländern!

Ja, so führte die Alimentationswirtschaft der EU (Stichwort: "Kohäsion, Subventionen") zu einem Konsum-feuerwerk, wo die Bevölkerung dieser Länder den fast gleichen WOhlstand wie die Deutschen erwarben - aber keine Deutschen waren und sind!!

D.h.: Deutsche erarbeiteten sich ihren Wohlstand selber, sind auch sparsam und zukunftsdenkend.
Die Bevölkerung der südEUropäischen Länder dagegen waren und sind genauso un-innovativ, leistungsfern als eh und je - aber bie deutschem WOhlstandsniveau!

Eine solche Entwicklung wurde von EUphorikern komplett ausser 8 gelassen!
Solche side-effects wruden einfach nicht bedacht, weil man in der EUphorie alles wegblendete, das störend oder unangenehm gewesen wäre.

Man kann eben aus Griechenland und Portugal ein 2. Deutschland machen, das geht nicht!
Da helfen auch schöne EU-Fahnen, gemeinsame Währungen oder das Stillmachen jeglicher Kritik nichts (EUSanktionen).

Habe mir ja gleich gedacht bei den Sanktionen dass da was nicht stimmt.
Diese übertriebene EU-Heuchelei von "Wertegemeinschaft"undsoweiter.
Wir mussten uns von Griechenland sanktionieren lassen, und asl Dank dafür hat Griechenladn die EU jahrelang belogen und betrogen....

Schöne "Gemeinschaft"...

Rezession

Was es bringt wenn man die öffentlichen Ausgaben von heut auf morgen extrem zurückfährt hat man in Griechenland gesehen, eine Rezession wo dann die Einsparungen fast durch die ausbleibenden Steuereinnahmen aufgefressen werden.

Schon klar dass Länder wie Portugal und Griechenland sparen müssen nur ob es nicht eh schon zu spät ist weil man das viel zu lange herausgezögert hat und jetzt nach der Wirtschaftskrise bei zu harten Sparmaßnahmen von heut auf morgen die Wirtschafts nicht nachhaltig schädigt.
Ich kann mir nicht vorstellen dass Griechenland nachdem die Wirtschafts 2010 4,5% geschrumpft ist und 2011 bis zu 3% erwartet werden da bei der Schuldenrückzahlung noch was zu erwarten ist.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.04.2011 10:29
0 0

Nix Rezession - nix Wirtschaftswachstum!

Das mit der Rezession kann man nur glauben, wenn man auch an das BIP als Leistung einer Volkswirtschaft glaubt.

Leider ist das BIP in Griechenland sehr aufgeblasen gewesen und von den staatlichen Kosten dominiert gewesen, welche das nominelle BIP, ohne brauchbare Leistung, nach oben getrieben hat. Das Gleiche gilt auch für Österreich, vielleicht noch viel mehr.

Es stimmt aber, dass Griechenland seine Schulden niemals bezahlen wird können. Schon der erforderliche Zinsensdienst wird Griechenland überfordern. Das gilt aber auch für die meisten Euroländern, also auch Österreich, Italien und Frankreich.

Die 10.000.000 Mio. Euro an Staatsschulden wir die Eurozone niemals abbauen können. Damit ist die Eurozone genauso hin wie auch die USA oder Japan. Dem Luftschloss der ungedeckten Währung geht eben langsam die Luft aus, musste es auch.

Die Scheinwelt des Wirtschaftswachstum geht damit genau so zu Ende wie das verbr.echerische Luftschloss in sich zusammenfallen wird.

Die Daten zur realen Produktionsleistung im Euroraum geben doch ein gutes Indiz über das erfolgte "Wirtschaftswachstum".

Produktion Euroraum:
Dez. 2001: 95,6%
Dez. 2002: 95,5%
Dez. 2003: 97,9%
Dez. 2004: 98,8%
Dez. 2005: 101,7%
Dez. 2006: 106,9%
Dez. 2007: 108,9%
Dez. 2008: 95,3%
Dez. 2009: 92,1%
Dez. 2010: 99,6%

Das größte, jemals begangene, Wirtschaftsverbrechen geht seinem vorläufigen Ende zu.

Erklärung?

Ist ja gerade der Staatschef zurückgetreten, da er sein Sparpaket nicht durchgebracht hat.
Und jetzt muss aufgrund des Rettungsschirmes aber ein viel härteres Sparpaket umgesetzt werden.
Wie soll das funktionieren?

Re: Erklärung?


Das funktioniert durch "Jaja"-sagen zu allen Auflagen und Sparplänen. Um dann, wenn das Geld geflossen ist, "bedauerlicherweise keine Mehrheit" dafür zu haben.

Sie müssen verstehen: die Geldgeber-Regierungschefs sind auf Schaumschlägerei und Blabla wie "harte Auflagen, strengeres Sparpaket, ..." angewiesen, damit ihnen das Zahlvolk nicht sofort die Schädel einschlägt.

In einem halben Jahr waren es dann eben "die Umstände", die alles ganz anders...blablabla..."

Hauptsache unser Steuergeld fließt.

schnueren

in europa kann man schulden mit pakete schnueren tilgen
unterm schirm natuerlich

finanz- deutsch ist eigenartig

meine bank will immer geld, nix mit schirm

Gast: unbeteiligter
08.04.2011 16:31
1 0

Die neueste Kommission der Eu.............

nennt sich " Eu-bettelgroup."

Diese besteht aus Vertretern der Iren,Griechen und Portugiesen und zieht schnorrend durchs Land.

Demnächst werden sich auch die Spanier beteiligen, die jedoch noch heftig dementieren............

Antworten Gast: nestbeschmutzer
13.04.2011 16:58
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Re: Die neueste Kommission der Eu.............

... und bald ist Ösiland auch mit von der partie....

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Die EU wird die Verhandlungen über die Maßnahmen für den Hilfskredit mit der Übergangsregierung und der Opposition in Portugal führen. Das Hilfspaket soll bis Mitte Mai geschnürt sein.

ein Portugiese als Chef führt also mit sich selbst Verhandlungen ?
Na wenn das nicht ein Intereessenskonflicht ist, was dann ???!??
Braucht man dafür nicht neue Gesetze ?
Interessant auch, dass man hier bainahe schneller als der Schall sein will, um dieses unbedeutende Land retten zu müssen !
Oder steckt da eventuell mehr dahinter Hr Barroso ?

Gast: Ederer, die Ederer mit der sie einen Tausender mehr im Taschl haben - KOTZ
08.04.2011 16:29
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ich freue mich schon......

....wenn Österreich endlich den Euro bekommt.....dann liegen wir unterm Zauberschirm...dann geht es UNS ALLEN viel besser....durch den Euro bleibt uns viel mehr im Börserl....VIEL MEHR LÖCHER!!
Lustig geht die Welt zu Grunde - Leider:-((

Hobbyökonom