Währungen: Euro steuert auf 1,50-Dollar-Marke zu

25.04.2011 | 18:05 |   (Die Presse)

Die europäische Gemeinschaftswährung gewinnt gegenüber dem Dollar bereits seit Wochen rasant an Wert. Als Hauptgrund gilt die Schuldenkrise in den Vereinigten Staaten. Sie überschattet die Sorge um Griechenland.

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Wien/Stef. Als im Februar 2008 der Euro erstmals die Marke von 1,50 Dollar überschritt, war die Aufregung groß. Von einem „historischen Moment“ sprachen viele US-Medien. Der Dollar steckte in einer fundamentalen Krise. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten kamen Zweifel an seiner Vormachtstellung auf, die der wenige Monate später folgende Bankrott von Lehman Brothers weiter verstärkte.

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Zweieinhalb Jahre und eine zwischenzeitliche Talfahrt des Euro auf 1,20 Dollar später zeigt sich ein ähnliches Bild, trotz einer noch immer nicht überwundenen Eurokrise. Die von den USA ausgegangene Bankenkrise von damals ist heute eine Schuldenkrise. Das ausufernde Defizit der Amerikaner ist der Hauptgrund, warum die europäische Gemeinschaftswährung seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent gegenüber dem Dollar gewonnen hat. Und es ist der Hauptgrund, warum zahlreiche Analysten davon ausgehen, dass der Euro bald die Marke von 1,50 Dollar neuerlich knacken könnte.

„Die Unfähigkeit des US-Kongresses, sich auf eine Anhebung der Schuldengrenze zu einigen, nährt Zweifel an einer nachhaltigen Fiskalpolitik“, heißt es in einem Kommentar der Commerzbank. Der derzeit bei 1,46 Dollar notierende Euro werde deshalb weiter zulegen, erwartet das deutsche Institut.

 

Wer steckt tiefer in der Krise?

Die USA überschritten kürzlich die vom Kongress festgelegte Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar – das entspricht 96 Prozent der Wirtschaftsleistung. Einigt sich die Politik nicht bis Juni auf eine Anhebung, droht der größten Volkswirtschaft der Welt die Insolvenz. Noch tobt ein heftiger Streit, die Republikaner wollen nur zustimmen, wenn sich die Demokraten zu einem umfassenden Sparprogramm bekennen.

Tatsächlich ist die große Unsicherheit in den USA der Hauptgrund für die Bergfahrt des Euro, und keineswegs die eigene Stärke der EU. Die seit Wochen im Raum stehende Umschuldung Griechenlands müsste die Gemeinschaftswährung eigentlich belasten, sind sich Experten einig. Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, warnte am Wochenende gar davor, dass eine griechische Insolvenz die Auswirkungen der Lehman-Pleite in den Schatten stellen könnte.

Braucht Griechenland mehr Geld?

Dass die Inhaber von griechischen Staatsanleihen in irgendeiner Form zur Kasse gebeten werden, darüber zeigen sich mittlerweile fast alle Beobachter einig – intensiv diskutiert wird bloß noch der Zeitpunkt. Vor den Folgen warnt nicht nur EZB-Ökonom Stark, sondern beispielsweise auch das Investmenthaus Goldman Sachs.

Zwar sei ein „Haircut“ kurzfristig für Europas Banken nicht „tödlich“. Allerdings müsse die Zentralbank den Griechen schon bald „weiteres Kapital zur Verfügung stellen“, um Investoren in das Land zu locken, heißt es in einer Aussendung. Soll heißen: Mit der bereits erfolgten Nothilfe in Höhe von 91 Mrd. Euro könnte es nicht getan sein, die EU wird möglicherweise erneut Geld in Richtung Griechenland überweisen müssen.

Nicht zuletzt deshalb sprechen Analysten, etwa jene der Commerzbank, eher von einer Dollarschwäche als von einer Stärke des Euro. Das bestätigt auch ein Vergleich mit anderen Währungen: So hat der Euro innerhalb des vergangenen Jahres zum Beispiel gegenüber dem Japanischen Yen und dem Schweizer Franken deutlich an Wert verloren (siehe Grafik).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2011)

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47 Kommentare
 
12

Super!!!

Da ich sehr viele Parts aus Amerika bestelle kommt mir das sehr zugute.

Also das ist doch wirklich alles nur

reines Glücksspiel. Letztes Jahr hatten alle noch Panik, weil der Euro so stark und unaufhaltsam fällt und die Talfahrt kaum zu stoppen war. Und plötzlich dreht sich doch wieder alles um 180 Grad. Alles nur Glücksspiel oder von irgendwelchen Hintergrundmächten gesteuert - jedenfalls kann ein normalsterblicher Bürger an der Börse auf Dauer nur verlieren und sollte deshalb die Finger davon lassen.

read my lips.

ich fürchte, dass wieder mal alle auf dem falschen dampfer sind.

bevor es nämlich mit euro oder dollar bzw den dahinterstehenden volkswirtschaften zu einem problem kommen wird, wird es china zerreissen!

politisch und ökonomisch.
das ist es, worauf wir uns vorbereiten sollten!

Antworten Gast: lips
26.04.2011 12:21
0

Re: read my lips.

reines Wunschdenken des Westens.

Jim Rogers sagt, das einzige Problem, dass den Aufstieg China´s stoppen kann, ist das Wasserproblem.

Aber auch das werden sie lösen.
Schließlich wurden dort schon vor 2.500 Jahren die ersten genialen Bewässerungsanlagen, Kanäle, Deiche und Dämme gebaut.
Zu dieser Zeit ist man hierzulande noch auf den Bäumen herumgeklettert.

Antworten Antworten Gast: Desinfoterminator
26.04.2011 14:43
1

Re: Re: read my lips.

Na, na na, Schauerberichte der Römer über die Germanen sind in etwa so glaubwürdig wie die Darstellungen der Siegermächte über den II. Weltkrieg. Man sollte nicht verdrängen, dass beispielsweise die Germanen schon seit Jahrtausenden den Chinesen im Schiffsbau überlegen waren und die Chinesen niemals in ihrer Geschichte, den Germanen oder einem sonstigen eurpäischen Volk beim Schiffsbau überlegen waren. Im Schiffsbau waren die Chinesen immer schwach und noch ein Problem haben Chinesen, sie sind nicht so schön wie Germanen und Germaninnen und für Schönheit wird am Markt viel bezahlt.

Das erste Kulturvolk der Erde waren übrigens - man mag es nicht für möglich halten, aber es ist Faktum - die Afghanen! Und die Afghanen wiederum sind praktisch ein Brudervolk der Deutschen, das zeigen genetische Untersuchungen, daran ändert sich nichts, auch wenn Merkel das Brudervolk im Auftrag von US-Besatzern bekriegen lässt.

Ähnlich wie sich die Germanen nie von den Römern besiegen ließen, wurden die Afghanen in Wahrheit nie von weit besser gerüsteten Armeen besiegt. Afghanen sind sehr klug, auch wenn man davon auf Grund des Moslemglaubens, der diese Klugheit durch Glaubensgrundsätze überdeckt, derzeit nicht viel merkt.

Momentan vergiften Konzerne China. Die einzige Motivation von Investoren noch nach China zu gehen sind die laschen Umweltgesetze und die hohe Korruption. In China gehört einem nicht das Land und man kann es entsprechend sorglos vergiften, da es an den Staat zurückfällt!

Re: Re: Re: ... wurden die Afghanen in Wahrheit nie von weit besser gerüsteten Armeen besiegt.

Ihr Rückschluss auf das dt. Brudervolk, die im Gegensatz doch sehrwohl besiegt, ...

...
hat mit dem Thema doch wenig am Hut?

Wenn Sie die indogermanischen Arier-Strömungen nützen wollen, um die EU-Währung zu verteidigen?

"In China gehört einem nicht das Land"? - wie sich doch die Länder gleichen. Auch in Österreich bin ich nicht wirklich "Eigentümer" - den Pachtzins für Grund&Boden haben Sie Grundsteuer benannt und wollen uns so nicht vorhandenes Eigentum als Eigentum verkaufen!

Re: Re: read my lips.

Ja, Herr Botschaftschauffeur.
Dabei hat sich China noch nicht einmal getraut seine Währung frei konvertierbar zu machen.
Und von den inneren Unruheherden, die das Land zerreissen könnten, haben wir noch gar nicht geredet.

Natürlich ist China zusammen mit der EU und den USA der grösste global player, wer wann womit jeweils die Nase vorne hat, darüber lässt sich diskutieren.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, eines Tages wird ein Mega-EU einem geschrumpften China gegenüber stehen, das deutlich hinter RU zurückgefallen ist.

Re: Re: Re: ... nicht einmal getraut seine Währung frei konvertierbar zu machen?

Wenn Sie meinen, dass dieser Begriff Mut voraussetzt, sind Sie am Holzweg.

Konvertibel heißt doch, sich fremden Einfluss auszuliefern - wohin das führt, sehen Sie zZt. am EURO - wogegen das Reich der Mitte mit der zurückgehaltenen Währung den Westen kaufte - (wenn sie nur wollten)?

Re: read my lips.

Naja... Wenn Ihr meinet!

Ich gelaube dies nit.

Antworten Gast: Desaster
26.04.2011 10:57
0

Re: read my lips. "China zerreissen"??

Sagen sie mir zumindest einen plausiblen
Grund für ihre Annahme!

China hat die weltweit meisten Währungsreseven, ein Wachstum das kontiunierlich um 9% liegt, mit einem nie versiegendem Potential an Inlandsnachfrage, eine boomende Exportwirtschaft, die bedeutensten Ressourcen an Rohstoffen , wie z. B. seltene Erden,...

Wo sehen sie die Stärke der USA, außer im militärischen Bereich, gegenüber China?

Re: Re: read my lips.

@ Desaster, stimmt schon alles was du sagst, aber was eindeutig dazukommt ist dass es Innenpolitisch ziemlich brodelt(davon bekommt man ja im Ausland wirklich nur Bruchstücke mit)

Antworten Antworten Antworten Gast: Desaster
26.04.2011 11:54
1

Re: Re: Re: read my lips.@ nurglexxx

Aus Informationen aus erster Hand, weiß ich auch von politischen Unruhen, besonders in den Provinzen mit vorwiegend landwirtschaflichem Erwerb; in vielen Kommentaren von Kennern Chinas ist dies auch immer wieder zu lesen.

Doch wird dies die Parteiführung in China, zumindest noch die nächsten Jahre eher bewältigen, als die Politik der USA; wenn in den USA, bedingt durch einen sich bereits abzeichnenden weiteren, noch gewaltigeren Finanzcrash, Unruhen infolge Inflation, Massenarbeitlosigkeit, sowie Verarmung breiter Bevölkerungsschichten auftreten werden.

Und dies kann schon bereits Anfang Juni der Fall sein.

Nun sind alle auf unseren Euro neidisch - Kritik verboten!

Die ganze Welt beneidet uns wegen unserer starken und sicheren Währung. Alle wollen den Euro - nur Europa hat das einzigartige Glück den Euro zu haben.

Aus diesem Grund sagen auch viele Länder: Europa - ein Kontinent voller Frieden und der stärksten Währung der Welt, da möchte ich glatt mit dabei sein! Anwärter gibt es viele, doch wann werden auch Sie sagen können: Wir sind ein Teil der stärksten Währung der Welt!

Was musste der neue Wonderpoppen der Währungen - unsere gemeinsame Währung der Euro, sich nicht alles gefallen lassen? Heftigste Kritik von Rechts außen, musste er sich gefallen lassen. Nun sind die Stimmen - wie die Ameise, verstummt. Kritik verboten!

Schön längst sagt die aufstrebende Amerikanerin: Respekt, was Europa für eine harte Währung hat - ich hätte Europa das gar nicht zugetraut!

Damit ist auch ein Neues Selbstbewusstseins Europas entstanden. Ein Denken bis zur Grenze ist längst überwunden. Heute zählt nur noch Europa! Jeder ist Europa und hat den Euro stets wie ein Talisman mit sich dabei. Der Euro - von ihm können die Menschen nie genug haben! Aber seien wir nicht gierig - oftmals ist weniger mehr!

Re: ... längst sagt die aufstrebende Amerikanerin:

An dieser Wortfolge und der "Berwertung" Ihres Kommentars erkannte ich Sie als genialer Spötter, vonwegen: "Der Euro - von ihm können die Menschen nie genug haben! Aber seien wir nicht gierig - oftmals ist weniger mehr"!

Re: Nun sind alle auf unseren Euro neidisch - Kritik verboten!

was hast denn du bitte geraucht???

Antworten Gast: Gast11
26.04.2011 10:23
0

Re: Nun sind alle auf unseren Euro neidisch - Kritik verboten!

Ah so ein schmarrn, jetzt werden unsere Exporte wieder teurer...
Dabei hamma uns soviel mühe geben Griechenland und Portugal schlecht darzustellen damit der endlich abwertet der Euro.
Aber gegen die verschuldung der USA komma einfach nicht an.

Re: Nun sind alle auf unseren Euro neidisch - Kritik verboten!

Heuchler - es ist nur ein paar Jahre her, dass auf unserem Fried-Konitnent die Waffen sprachen!

Re: ... ein Kontinent voller Frieden und der stärksten Währung der Welt?

Ihr Loblied -ohne Melodie- auf den EURO hat nur in Bezug auf den "unwerten US-Dollar"; chf bald 1:1?

Die 40%, die sie uns mit dem Schilling abgekupfert haben sind nun auch passeé und der, achsostarke, EURO schwindet im Wert schneller, als die Klimaveränderung unsere Gletscher abschmilzt zeronnen - zeronnen :-(((

Antworten Gast: Hallo
26.04.2011 07:11
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Re: Nun sind alle auf unseren Euro neidisch - Kritik verboten!

Wir wollen den Euro nicht!

Antworten Gast: Altkater1
26.04.2011 00:29
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Re: Nun sind alle auf unseren Euro neidisch - Kritik verboten!

Sie lasen eine nicht-von-Belangsendung aus der Löwelstrasse!

Re: Re: Nun sind alle auf >> Dürfte Teilentmündigt sein;-)


Gast: gute Besserung
25.04.2011 22:42
4

die 2 Kranken wechseln sich halt ab

Einmal liegt der eine in der Intensivstation und der andere im Krankenzimmer und dann wieder umgekehrt.

na schaumer mal

wer zuerst eine null auf die banknoten dazumalt, die amis oder die UDSEUR

Antworten Gast: Halbwissen
25.04.2011 22:31
2

Re: na schaumer mal

oder China

Re: Re: na schaumer mal

never

 
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