Drittel der Griechen: EU-Kreditpaket "führt zu nichts"

Ein Teil der Griechen würde auch einen Staatsbankrott in Kauf nehmen. Knapp die Hälfte möchte die Bedingungen des Kreditprogramms neu verhandeln.

Ein Drittel der Griechen möchte aus der EU-Hilfe aussteigen
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Ein Drittel der Griechen möchte aus der EU-Hilfe aussteigen
(c) dapd (Steffi Loos)

Ein Drittel der Griechen befürwortet einen Ausstieg des Landes aus dem milliardenschweren Kreditprogramm von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF). Wie eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage ergab, sprachen sich exakt 33,3 Prozent der Befragten dafür aus, das Rettungspaket aufzugeben, da es "zu nichts führt". In solch einem Fall würden die Befragten auch einen Staatsbankrott des Landes in Kauf nehmen. Insgesamt 45,9 Prozent der tausend befragten Haushalte sprach sich indes dafür aus, die Bedingungen für das Kreditprogramm mit EU und IWF neu zu verhandeln.

EU und IWF hatten im vergangenen Mai im Gegenzug für Sparmaßnahmen ein Rettungsprogramm über drei Jahre in Höhe von 110 Milliarden Euro für Griechenland geschnürt. Es gibt aber zunehmend Spekulationen über eine Umschuldung, da die griechischen Staatsschulden inzwischen mehr als 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen und das Land unter einer Rezession leidet.

Ab Dienstag nehmen angesichts der geplanten Auszahlung einer neuen Rate in Höhe von zwölf Milliarden Euro Vertreter von EU, IWF und Europäischer Zentralbank Griechenlands Finanzen unter die Lupe. Die Delegation soll Pläne der Regierung untersuchen, mit denen das Land in drei Jahren 26 Milliarden Euro einsparen will, um seinen riesigen Schuldenberg zu tilgen. Die Untersuchungen von Griechenlands Finanzen finden vierteljährlich statt.

(APA/Ag.)

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