"Griechischer Euro-Austritt größtmöglicher Unsinn"

09.05.2011 | 11:54 |   (DiePresse.com)

Man müsse Ruhe bewahren, sagt das österreichische Finanzministerium. Auch andere Experten halten einen Austritt für einen Irrweg.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Das österreichische Finanzministerium hält einen zuletzt diskutierten Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für "den größtmöglichen ökonomischen Unsinn". Der Sprecher des Ressorts, Harald Waiglein, erklärte am Montag, die ganze Diskussion über Umschuldung oder Austritt habe lediglich dazu geführt, dass die Zinssätze für zehnjährige Staatsanleihen extrem gestiegen seien, was wiederum den Weg von Griechenland erschwere, auf den Sanierungspfad zurückzukommen.

Mehr zum Thema:

Allfällige konkrete weitere Schritte im Rahmen des griechischen Sanierungsprogramms würden beim EU-Finanzministerrat und der vorangehenden Euro-Gruppensitzung in einer Woche diskutiert. Ob bis dahin die jüngste Expertise des IWF (Internationaler Währungsfonds) vorliege, sei noch offen.

"Austritt Griechenlands wäre ein Irrweg"

Ähnlich skeptisch äußern sich auch zwei deutsche Ökonomen. Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), warnt vor einem Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone. Dies wäre ein "Irrweg, dessen gravierende Konsequenzen von seinen Befürwortern wohl kaum zu Ende gedacht worden sein dürften", sagt er dem "Handelsblatt" zufolge. Seine größte Angst: "Am schlimmsten wäre, dass die mit diesen Schritten erzeugte Unsicherheit auf den Finanzmärkten die berechtigte Erwartung weiterer Austritte hervorrufen würde". Das käme einem Ende der Euro-Zone gleich.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, weist dem Blatt zufolge auf zwei Nachteile hin: "Zum ersten würden die Griechen ihre Banken stürmen, um sich ihre Guthaben in Euro auszahlen zu lassen und so der erwarteten Drachme-Abwertung zu umgehen. Zum zweiten müssten viele griechische Unternehmen ihre Auslandsschulden mit harten Euros zurückzahlen, vielen drohte dann Ùberschuldung".

Kopfwäsche für Griechenland

Die Griechen erhalten aufgrund des ihnen auferlegten Sparprogramms jedes Quartal Besuch einer Mission von IWF, EZB und Kommission, die beurteilt, ob Athen auf dem richtigen Weg ist. Erst dann bekommt Griechenland Ende jedes Quartals die Finanzhilfe der EU und des IWF überwiesen. Das nächste Geld erhalten die Griechen damit Ende Juni, vorausgesetzt Athen hält sich an die vorgegebene strikte Konditionalität und die Mission gibt eine positive Stellungnahme ab.

In EU-Ratskreisen hieß es zum jüngsten Geheimtreffen von Finanzministern aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zur Lage in Griechenland vergangenes Wochenende in Luxemburg, es sei dabei auch darum gegangen, die Griechen ins Gebet zu nehmen und ihnen den Kopf zu waschen. Dafür sei ein Treffen im kleinen Kreis gewählt worden. Verärgerung gebe es unter den Eurozonen-Mitgliedern vor allem über die ambivalente Kommunikationspolitik von Athen. So würden immer wieder Gerüchte über Umschuldung gestreut, möglicherweise um damit anzudeuten, dass Griechenland seine Sparvorgaben nicht einhalten könne.

"Ruhe bewahren"

Unklar ist deshalb, ob es kommende Woche beim EU-Finanzministerrat neue Auflagen oder eine Änderung des griechischen Rettungsprogramms geben wird. Zuletzt war als eine der Möglichkeiten eine Verlängerung der Laufzeiten ins Spiel gekommen. Von österreichischer Seite hieß es dazu, es gehe einmal darum, Ruhe zu bewahren und abzuwarten, was die nächste Mission bringen werde. Man sollte nicht vorher schon über politische Entscheidungen spekulieren, bevor nicht die Experten ihre Stellungnahme abgegeben haben.

Das Eurogruppen-Treffen bzw. der EU-Finanzministerrat am 16./17. Mai ist der erste offizielle Auftritt der neuen österreichischen VP-Finanzministerin Maria Fekter in ihrer neuen Funktion. Bei dem Treffen soll auch ein 78 Milliarden Euro schweres Rettungspaket der EU und des IWF für Portugal beschlossen werden.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

62 Kommentare
 
12
Gast: ich fordere
10.05.2011 14:34
0

Faymann zu Euro-Zone: "Ich nenne es nicht Krise"

und ich nenne es nicht Bundeskanzler


Gast: FH
10.05.2011 10:05
0

Unsinn

Ich denke, dass dier Her Waiglein den größtmöglichen Unsinn daherplappert. Bracuht einen dann nicht mehr wundern, wieso wie bei solchen Typen im Ministerium das riesige Defizit haben.
es wird wohl nicht angehen, GR über jahre immer su zuventionieren, wenn die Produktivität nicht entsprechend hoch ist. Das Preis -und auch Lohnniveua sind wahrscheinlich um ca. 20 % zu hoch.

Deutschland und Frankreich halten an Griechenland fest,

weil sie Milliarden Forderungen vom Land haben! Ich verstehe nur nicht, warum auch Österreicher an Griechenland halten?

????

Also wenn man gegen einen Hinauswurf GR au dem € ist, dann wäre es sogar klüger, DKT Geld als neues Zahlungsmittel einzuführen!

am besten wäre, könnte man den Zirkus rückwirkend machen

nicht nur uns im kleinen Österreich wäre dabei vieles erspart geblieben !
Wem diente denn dieser zwangshafte Zusammenschluss aus unterschiedlichster Völker und teils maroder Wirtschaften ?
Den Banken allein, welche längst die Führung übernahmen und weiterhin per gekaufter Experten ihre Ziele durchsetzen werden.
Eingeplant scheinen auch bereits Bürgerkriege zu sein, da die Rüstungsindustrie sehr hungrig darauf wartet , endlich wieder lukrativ tätig werden zu dürfen......

Wann wachen die Verfechter dieser Union endlich auf und begreifen was eigentlich da wirklich dahinter steckt ?!

kaisers neue kleider

die psychologie der staatlichen propaganda ist wundersam wie eh und je

eine realitaet kann nicht sein die nicht sein darf

die leiden unter der illusion das sie irgendwas unter kontrolle haben

erstens kommt es anders, zweitens als du denkst

Der größtmölgiche Unsinn ist es dass unser Finanzministerium uns Österreichern schonungslos die Steuern abknöpft um

sie ihren EU- und Beamten-Freunden in Griechenland praktisch zu verschenken.

a) hier wird nämlich gutes Geld (das wir eh immer weniger haben) schlechtem nachgeworfen

b) eine Staatspleite künstlich verlängert, was dem Wirtschaftsaufschwung insgesamt am meisten schadet (empirisch gut hinterlegt)

expertise?????

es wird ja wohl niemand den kommentar eines "oesterreichischen finanzexperten" ernst nehmen.
ausserdem sollte derartiger unsinn nicht in einer zeitung abgedruckt werden.
ich empfehle als lektuere hans olaf henkel (ex europa chef von ibm und ex vorsitzender des bdi)

Man müsse Ruhe bewahren, sagt das österreichische Finanzministerium.

was alles hat uns genau dieses Ministerium nur in den letzten 3 Jahren eingebracht ?!
Die Staatsschu8lden explodieren ungebremst sogar unter einer angeblich wirtschaftkompetenten Partei ...... Nobotny gibt sowieso nur sinnloses ZEug von sich !

Das einzig richtige wäre, wenn man diese unselige EU sofort auflösen würde denn dies würde vielen Staaten noch mehr Ärger und Schulden bescheren !
Allerdings gäbe es dann keine unzähligen Bürokraten welche meist wegen Unfähigkeit dorthin entsandt wurden mehr, weshalb man sich ja auch zwanghaft daran festkrallt !
Hoffentlich zerbrechen bald entweder die Fingernägel, oder die Union selbst !!!


Gast: pour le merite
09.05.2011 16:26
3

Herr Waiglein wäre gut beraten, den Mund zu halten oder

sich wieder als Popsänger zu versuchen,
wenn er schon als Juwelier unbrauchbar ist...

Die ÖVP hievt auf Zuruf wirklich jeden Versager in "höhere Ämter"...

Kurz, Waiglein, Marek, Molterer...

um nur einige zu nennen.


Der Novotny & Co ist ein totaler Wapplerverein

Wie ein Papagei spricht er nach was die in Brüssel vorgeben. Eine echte Schande. Leider sind wir Oesis im Kuschen und mitspielen Sptize. Das Griechenland umfallen wird ist so sicher wie das Amen im Gebet. Das diejenigen, die damals bei der Aufnahme von GR beide Augen zugedrückt haben nicht zur Rechenschaft gezogen werden (zumindest verbal) zeigt auf, das das ganze EU Kartenhaus auf Lug und Trug aufgebaut it. Es scheinen nur die Wahren Finnen halbwegs zu verstehen was da wirklich abgeht. Bitte lesen:
http://www.zerohedge.com/article/true-finns-timo-soini-releases-statement-why-i-wont-support-more-bailouts

"Die Griechen erhalten aufgrund des ihnen auferlegten Sparprogramms jedes Quartal Besuch einer Mission von IWF, EZB und Kommission, die beurteilt, ob Athen auf dem richtigen Weg ist. Erst dann b"... und die Mission gibt eine positive Stellungnahme ab."


Wetten, die "Mission" gibt trotz dem 8,925 Mrd Euro Defizit der Griechen in den ersten drei Monaten 2011 eine positive Stellungnahme ab?

Gast: WESSen-BROT-ICH-ESSe-DESSen-LIED-ICH-SINGe!!
09.05.2011 14:48
7

Wäre ist ein griechischer Euro-Austritt der größtmöglicher Unsinn

Aufgabe einer seriösen Zeitung ist es
- nicht Lobby-Arbeit zu leisten
sondern
- aufzuklären UND- Fakten zu benennen!
Was SIE machen IST STIMMUNGSMACHE!!

TATSACHE IST - DIE GRIECHEN
-KÖNNEN
-WERDEN
- UND WOLLEN
NIE UND NIMMER
diese immense Schuldenlast
abtragen!

Was hier geschieht ist Lobby-ISMUS
PUR!
PUNKT!

WETTEN DAS MEIN NED VERÖFFENTLICHT WIRD!

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/griechenland-ifo-chef-empfiehlt-euro-austritt_aid_625183.html
" target="_blank">http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/griechenland-ifo-chef-empfiehlt-euro-austritt_aid_625183.html


Griechischer Euro-Austritt größtmöglicher Unsinn

Noch ein größerer Unsinn wäre es noch mehr Milliarden zu überweisen.
Deswegen "Genug gezahlt"

http://www.genuggezahlt.at/

Re: Griechischer Euro-Austritt größtmöglicher Unsinn


Das BZÖ hat auch in der Wehrpflichtdebatte gefordert der NATO beizutreten.
Für mich unwählbar!

Antworten Gast: Idefix1
09.05.2011 14:49
0

Re: Griechischer Euro-Austritt größtmöglicher Unsinn

Die Augenauswischerei des BZÖ könnte man als typisch österreichisch bezeichnen:
AUF HALBEN WEGEN ZU HALBEN ZIELEN

Nur über die EU samt negativen Folgewirkungen mords zu maulen, ohne jedoch die Konsequenz zu ziehen (= sich für den EU-Austritt einsetzen), da ist diese Partei nicht wert, ernst genommen, geschweige denn gewählt, zu werden.

Gast: GNessmann
09.05.2011 14:41
5

Austritt?

Nein, Ausschluss!

Denn jedes Sparpaket wird vom linken Mob in Athen bestreikt und daher nicht durchgesetzt.


Antworten Gast: Idefix1
09.05.2011 14:51
3

Re: Austritt?

Wenn Österreich aus dem Unfriedensprojekt EU ausgeschlossen wird, so kann es uns auch recht sein.

Besser wäre vielleicht doch, sich einvernehmlich zu trennen.
Aber darüber kann man natürlich streiten.

Re: Re: Austritt?

Unfriedensprojekt??
Da sehnt sich wohl einer nach den Zuständen der Zwischenkriegszeit zurück??

Antworten Antworten Antworten Gast: Idefix1
09.05.2011 17:35
1

Re: Re: Re: Austritt?

Da scheint wohl einer immer noch nicht begriffen zu haben???
Was sich derzeit mit Griechenland/Euro-Prolematik und mehr oder weniger auch bereits auch bei Portugal, Irland und Spanien abspielt, ist dem Frieden innerhalb der EU sicher seeeeeeeeeeeeeeeehr zuträglich.

Re: Re: Re: Re: Austritt?

das sit aber nur eine Folge derer Unfähigkeit bzw. derer Bevölkerungen zu verstehehnb, das sie PLEITE sind.

Gast: Faynachtsmann
09.05.2011 14:26
3

Warum befragt man eigentlich Banker zu dem Thema??

"Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, weist dem Blatt zufolge auf zwei Nachteile hin....
1. .....
2. ..... "

3. deutsche Banken bleiben auf ihren Forderungen sitzen und verlieren mehrere Mrd. €!! (wird leider offiziell so nie formuliert)

Bürgerkrieg

Das Euro-Rettungsschirm-Schuldendesaster wird in einem Bürgerkrieg enden. Unser Sozialsystem, unser Pensionssystem und der in letzten 60 Jahren erwirtschaftete Wohlstand steht auf dem Spiel! Die ganze Konstruktion der Euro-Zone samt der fatalen Aufnahme Griechenlands und anderer Pleitestaaaten wurde gegen jede Vernunft durchgezogen, weil politisch erwünscht. Das war schon ein ziemlich großer Unsinn. Dieses System auch noch bis wider besseres Wissen bis zum Kollaps durchzuziehen, ist in der Tat der größtmögliche Unsinn.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.05.2011 14:34
2

Re: Bürgerkrieg

Hat da vielleicht ein Österreichischer Beamter Angst um seinen schönen Ruhegenuss?

Austrittsmeinungen

Ich denke nicht, dass die Griechen (und auch sonst niemand) diese Gelder jemals zurückzahlen werden oder auch nur könnten.

Die vielen Postermeinungen sehe ich übrigens (auch) darin begründet, dass die österreichische Volksseele nie vergessen wird, dass Österreich in einem beispiellos raschen Zusammenschluss der EU Sanktionen ebendieser ausgesetzt war, deren sich ebendiese EU bei Gadafi hätte rühmen können. Allein die daran geknüpften Anlassfälle sind diametral.
Das wird immer zu denken geben.

Gast: Ein Kilo
09.05.2011 14:07
0

Weihnachten ist GR wieder souverän

Wettet einer dagegen?

 
12

Umfrage

  • Sollen in Wien Tourismuszonen für den Handel eingerichtet werden?
  • Ja
  • Nein
  • Ist mir egal
AnmeldenAnmelden