S&P stuft Griechenland weiter herab

Die Ratingagentur sieht ein "steigendes Risiko, dass Griechenland Maßnahmen für eine Umschuldung ergreift".

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(c) EPA (ORESTIS PANAGIOTOU)

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands um weitere zwei Noten herabgestuft. Die Bonitätsnote werde von bisher "BB-" auf "B" reduziert, teilte S&P am Montag in London mit. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit bleibe auch nach der Herabstufung negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.

"Nach unserer Meinung gibt es ein steigendes Risiko, dass Griechenland Maßnahmen für eine Umschuldung ergreift", begründet die Ratingagentur den Schritt. Um die Schuldenlast des Staates auf ein erträgliches Niveau zu senken, müssten die Gläubiger auf mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten, schreibt das "Handelsblatt".

Griechenland habe zudem sein Defizitziel für den Staatshaushalt von 9,6 Prozent im vergangenen Jahr verfehlt. Tatsächlich habe das Defizit bei 10,5 Prozent gelegen. Es sei zudem fragwürdig, ob Griechenland sein Ziel für das Jahr 2011 erreichen wird.

Griechen kritisieren Hören auf "Marktgerüchte"

Seit der letzten Herabstufung Ende März habe es keine neuen negativen Entwicklungen oder Entscheidung gegeben, teilte das griechische Finanzministerium am Montag in Athen mit. Damit sei die abermalige Herabstufung nicht gerechtfertigt, so das Ministerium: "Rating-Entscheidungen sollten auf objektiven Daten, politischen Ankündigungen und realistischen Annahmen über die wirtschaftliche Bedingungen basieren. Nicht auf Marktgerüchten oder Presseberichten."

Damit spielt das Ministerium offensichtlich auf vergangenen Freitag an, als Meldungen über einen möglichen Austritts Griechenlands aus der Währungsunion die Runde machten.

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