26.05.2013 05:59 Merkliste 0

Griechenland: Umschuldung löst die Probleme nicht

10.05.2011 | 08:26 |   (DiePresse.com)

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark sieht die Griechen nicht im Zustand der Pleite. Für OeNB-Gouverneur Nowotny hat Griechenland zu lange über seine Verhältnisse gelebt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Griechenland ist nach den Worten von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark nicht pleite. "Griechenland hat einen hohen Schuldenstand, aber Griechenland ist nicht insolvent", sagte Stark am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Das Land habe jahrelang eine falsche Wirtschaftspolitik betrieben. Das müsse jetzt korrigiert werden. "Das geht nicht ohne Probleme ab", sagte das Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB). "Man ist in einer Anpassungsrezession."

Eine Umschuldung löst Stark zufolge die Probleme des Landes nicht. "Wenn man über Umschuldung redet, muss man über die Konsequenzen reden: auf das Bankensystem, auf die Refinanzierung durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung."

Nowotny mit EZB-Kollegen einer Meinung

In die gleiche Kerbe schlägt der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, im Ö1-Morgenjournal-Interview. Einen Schuldenschnitt hält er für nicht möglich. Das hätte Rückwirkungen auf die griechischen Banken sowie auf die Bankensystem insgesamt und würde die Krise nur verschärfen.

Einen Lösungsansatz sieht Nowontny in der Erstreckung des Zeitraums für die Schuldenrückzahlung. Griechenland muss im nächsten Jahr 25 bis 30 Milliarden Euro zurückzahlen. Es gebe nun "starke Hinweise", dass Athen das nicht wie angenommen auf dem Markt finanzieren kann. Dieses Problem müsse man nun lösen.

Griechenland habe lange über seine Verhältnisse gelebt, jetzt gehe es um einen "Strukturprozess", um das wieder zu korrigieren, sagt Nowotny. Die Erwartungen einer  Kommission, die das Hilfsprogramm überprüft, seien aber "leider schlecht". Die internationale Hilfe sei zwar richtig konzipiert, man habe aber die Tiefe des Problems von Griechenland unterschätzt. Die Einhebung der Steuerung sieht der Gouverneur als ein Hauptproblem, das nicht so schnell gelöst werden kann. Was bisher in Griechenland geschieht, sei zu wenig konsequent. Entscheidend sei eine dauerhafte Lösung.

(APA/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

6 Kommentare

Nachtrag

...und wer hat an den vielen Schulden von Griechenland bestens verdient??? Wer hat Griechenland fahrlässig so viel Kredite eingeräumt. Das mit der Bilanzfälscherei und Trickserei macht jeder kleine Betrieb, das ist nicht erkannt worden?? Lügen über Lügen!!

Wirtschaftsverbrecher

...Hr. Nowotny, wer hat über seine Verhältnisse gelebt?? ich kenne einige Griechen, die stehen am Rande des Bürgerkriegs, verlassen jetzt schon das Land. Keiner von denen hat eine Villa, 3 Ferraris oder sonst den argen Luxus. Warum beantworter man die Frage nicht, das Griechenland erst mit dem EURO in die Krise gestürzt worden ist! Sie sind genau so ein Lügner wie die restlichen Gauner!
Der kleine Mann darf zahlen das sie und ihresgleichen den mund nicht voll genug bekommen!

Gast: asfdfa
10.05.2011 10:23
1 0

Wo sonst wird ein Betrüger von der Allgemeinheit aufgefangen, wenn er sich beim Betrügen übernommen hat?


Gast: Observer2
10.05.2011 09:12
2 0

Unterschied?

Wo ist der Unterschied zwischen Griechenland und Österreich? In ehestens einem Jahrzehnt steht Österreich genauso sch***e dar wie Griechenland weil wir eine Regierung von Möchtegern-Politikern haben, die es außer durch die Partei im Zivilleben nie zu etwas gebracht hätten! Das dumme Wahlvolk läßt sich das auch noch ohne zu murren gefallen und denkt sich alles wird gut.

Träum weiter, Österreich!

nowotny und sein geschwafel zum thema, auch so ein emporkömmling

hoher schuldenstand, aber nicht insolvent - genau das staatsgold heraus und verscherbeln!

falsche wirtschaft / muss jetzt korrigiert werden - nur zu spät weil die eu dümmlinge die griechischen ganovenregierungen nie hinterfragte

starke hinweise griechenland kann nicht zahlen - und das haben die wissenden eu macher nicht eher erkannt?

und so weiter- ich kann den nowotny schon nicht mehr hören oder lesen.


Re: nowotny und sein geschwafel zum thema, auch so ein emporkömmling

Schon vor dem Eintritt Griechenlands in die Euro-Zone haben namhafte Experten vor diesem verhängnisvollen Schritt gewarnt! Doch sie wurden einfach mundtot gemacht, weil ihre Expertise nicht in die damalige "politische Landschaft" Europas paßte. In den meisten EU-Ländern waren Sozialdemokraten am Ruder und deshalb wollte man die griechische "Genossen" nicht außen vor lassen. Ein geschicktes Zusammenspiel zwischen Athen und Goldman-Sachs machte die Vortäuschung, die Euro-Kriterien seien erfüllt, komplett. Und auf eine "begleitende Kontrolle" hatte Brüssel, weil offenbar nicht"opportun", sowieso verzichtet...

Hobbyökonom