Um gegen die drastischen Sparpläne der Regierung zu protestieren, sind Mittwoch Früh in Griechenland hunderttausende Arbeitnehmer in den Streik getreten. Betroffen ist vor allem der staatliche Sektor. Ministerien, Steuerämter, viele Schulen und die Behörden der Städte und Gemeinden blieben geschlossen. Auch der Fährverkehr war betroffen. Am Morgen lief keine Fähre aus Piräus zu den Inseln aus.
Ausfälle und Verzögerungen stehen auch im Flugverkehr an. Wegen einer vierstündigen Arbeitsniederlegung der Flutlotsen zwischen 12 Uhr und 16 Uhr Ortszeit (11 Uhr und 15 Uhr MESZ) fallen dutzende Inlandsflüge aus. Im internationalen Verkehr sind Verzögerungen zu erwarten. Zudem streiken in Griechenland die Journalisten für 24 Stunden. Im Radio und Fernsehen gibt es bis 06.00 Uhr am Donnerstag keine Nachrichten.
Im Zentrum Athens und anderer Städte des Landes sind am Mittwoch Kundgebungen geplant. Zu den Streiks haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des privaten (GSEE) und des staatlichen Sektors (ADEDY) aufgerufen. Es ist der zehnte umfangreiche Streik seit Einführung des harten Spar- und Reformprogramms vor etwa einem Jahr, berichtete die griechische Presse. Im Gegenzug zum Milliarden-Rettungsprogramm für das hoch verschuldete Griechenland hatte die Regierung umfangreiche Sparauflagen akzeptiert. Griechenland soll nach Medienberichten ein weiteres Hilfspaket im Umfang von bis zu 60 Milliarden Euro erhalten, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.
''Das trifft uns hart'': Reaktionen auf das Griechen-Hilfspaket
Taxifahrer streiken: Verkehrschaos in Athen
Kritik an Ratingagenturen: ''Das ist Terrorismus''
Griechenland: Die unglaublichsten Zuschüsse
Griechenland: Das Engagement europäischer Banken
Häfen, Banken, Glücksspiel: Was Athen verkaufen will
Sparpolitik: Griechen machen ihrem Ärger Luft
Griechenland: Ein Land, viele Meinungen
2010: Das schreckliche Jahr des Euro
Städte-RankingWo die meisten Superreichen leben
KreativDie Welt der Werbung
Cash-KaiserDiese Firmen horten am meisten Bargeld
''Plagiarius''Dreisteste Fälschungen ausgezeichnet
UrlaubÖsterreicher im EU-Ranking voran