Frankreich schließt Griechenland-Umschuldung aus

11.05.2011 | 12:02 |   (DiePresse.com)

Finanzministerin Lagarde warnt vor den möglichen Nebenwirkungen einer solchen Maßnahme. "Die gesamte Euro-Zone würde darunter leiden", sagt sie.

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Für Frankreich sind neue Hilfszusagen für das hochverschuldete Griechenland noch keine beschlossene Sache. "Bisher ist keinerlei Entscheidung gefallen. Die Regierung (in Athen) muss zuerst ihre eigenen Ressourcen mobilisieren", sagte Finanzministerin Christine Lagarde in einem Interview der Tageszeitung "Le Figaro" (Mittwoch). Vor allem müsse das Privatisierungsprogramm schnell umgesetzt werden.

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Die Möglichkeit einer Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten sieht Lagarde weiter nicht. "Wir schließen das absolut aus - in welcher Form auch immer".

Euro-Austritt steht außer Diskussion

Außer Frage stehe auch ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone. "Es liegt mir sehr daran, die Investoren zu beruhigen", sagte Lagarde. Sollten weitere Hilfen für Griechenland notwendig sein, sei die EU gerüstet. "Mit dem (derzeitigen Rettungsfonds) EFSF und dem (künftigen Stabilisierungsmechanismus) ESM verfügen wir über Instrumente, um aller Situationen Herr zu werden."

Beim Treffen der Finanzminister der Euro-Zone am kommenden Montag (16. 5.) soll die Lage in den Euro-Krisenstaaten umfassend diskutiert werden. Griechenland soll nach Medienberichten ein weiteres Hilfspaket im Umfang von bis zu 60 Mrd. Euro erhalten, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.

Warnung vor den Nebenwirkungen

Gegen eine Umschuldung Griechenlands sprechen nach Einschätzung Lagardes vor allem die Nebenwirkungen einer solchen Maßnahme. "Die Restrukturierung von Schulden eines Staates würde eine so negative Nachricht an die Märkte senden, dass die gesamte Eurozone darunter leiden würde", sagte die Ministerin. Für alle Eurostaaten würden die Refinanzierungskosten steigen. Zudem müsste die Europäische Zentralbank (EZB) hohe Verluste auf ihre griechischen Anleihen verkraften.

Nach Angaben von Lagarde sind in dieser Woche erneut Experten der Europäischen Kommission, der EZB und des IWF in Athen, um die Situation zu bewerten. Vor deren Rückkehr ließen sich keine Schlussfolgerungen ziehen, betonte die Ministerin. Sie zeigte sich aber skeptisch, dass das ursprüngliche Ziel erreicht werden kann, dass sich Griechenland von 2012 an wieder vollständig über die Finanzmärkte refinanziert.

(APA)

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30 Kommentare
 
12

frau minister

liebe frau minister, stimmt es dass ihre, französischen großbanken mit ca 700 mred euro in griechenland investiert sind, und dies bei staatsanleihen welche bis zu 12 per cent gewinn garantierten? könnte es sein dass frau minister ihre großbanken nun über eu-milliarden retten und beköstigen will, und nun die braven eu länder blechen sollen für die französische großmachtssucht. madame, die zeit der imperialen kolonialherren ist vorbei, gottseidank

Gast: Frankophile
11.05.2011 15:15
0

Ist Lagarde die einzige europ. FM mit Hausverstand?

es scheint, dass Lagarde die einzige unter den europäischen Ministern ist mit ein wenig Hausverstand und Mut, wenigstens einen Teil der Fakten zu benennen. Den meisten europäischen Bürgern war schon vom Anfang an klar, dass die Griechen NIEMALS ihre Schulden zahlen werden- nicht einmal einen Teil davon!

Gast: gastname
11.05.2011 14:35
1

Madame "natürlich-war-das-vertragsbruch"

kein Wunder Madame, sind ja selber PIGGY.

Gast: *_?
11.05.2011 14:03
2

EU Austritt

Frankreich kann ja selbst dafür aufkommen, aber es kann doch nicht sein, dass Frankreich anschafft und der Rest zahlt.

"Die gesamte Euro-Zone würde darunter leiden", sagt sie.

jaja, immer das gleiche Angstmachespiel, um Banken weiterhin Unsummen in den offenen gierigen Rachen werfen zu müssen !?

WEG mit der EU samt all den Ministern, welche scheinbar nur die Finanz vertreten, aber das VOlk völlig egal ist !

GR wäre gut beraten selbst auszusteigen und die alte Währung einzuführen, so das Banken dann ihr Versagen auch bezahlen müssten.
Liest man regelmässig den Wirtschaftsteil, erkennt man das es nur allein darum geht, selbst profitablen Geldintituten noch mehr Gelder zukommen zu lassen, damit Anleger und MAnager noch höhere Renditen daraus lukrieren dürfen, während nettozahlende Ländewr immer tiefer in die roten Zahlen geraten, und eigentlich auch gerettet werden müssten; nur, von wem dann ???

Man stelle sich vor die Österreicher würden Generalstreiken weil sie immer weniger Netto bekommen

Da wäre das Gezetter der Linken Steuergeldempfänger groß von wegen unsolidarisch rechts-rechte etc.

Die Grünen und Salon-Sozialitsen (Gusenbauer) würden als erste wieder Sanktionen verlagen und erst Belgien und Brüsseler Beamte.

Gast: Hans im Glück
11.05.2011 13:33
3

Bla Bla Bla

Man riecht die Angst förmlich.

Aber die Griechen streicken schon.
Die Sparmaßnahmen sind nicht durchsetzbar.

Warum sollten wir zahlen?

FINITO!!!

Gast: uburoi
11.05.2011 13:31
1

alles derber unsinn?

griechenland hat sich (oder wurde) eingeschmuggelt.
wie die meiste europäischen staaten auch?
die ziehen euch auf den tisch, beine _____, und geht schon.
viel spaß!

Gast: desert rose
11.05.2011 13:29
1

No Na,

sind alle Staaten gegen eine Umverschuldung!
Ist ja nur ein anderes Wort fuer "wir erlassen Griechenland die Schuld (oder einen Teil)".
Was wollen sie auch tun? Die griechischen Inseln unter den Glaeubiger-Staaten aufteilen??
Schon bloed wenn man das Geld verzockt hat, und wie heisst es so schoen;"Einem Nackten kann man nicht in die Tasche greifen"!
Aber heh, sie waren immer politisch korrekt! Das ist heute doch sehr wichtig, auch wenn wir alle daran zugrunde gehen!

Gast: mysterium
11.05.2011 13:17
1

Rücktritt, Mme Lagarde und nehmen Sie gleich Ihren Spezi den Juncker mit.


Sobald es ans Eingemachte geht, zählen nur mehr die eigenen Interessen

wie von einigen schon gesagt, es geht um die französischen Banken. Da hört sich die europäische Solidarität, sofern es sie bei den Franzosen jemals gegeben hat, sofort auf.

Bald könnte es allerdings für die ganze EU heißen:

rien ne va plus


Gast: dcm
11.05.2011 13:14
0

Schuldenlast

Jetzt da alle Finanzminster eine Umschuldung ausgeschlossen haben und es alle wissen das es so nicht kommt, könnten sie ja jetzt endlich zugeben dass es doch so kommen wird und Griechenland der erste der Eurostaaten ist der eine Entschuldung durchführt.
In der Geschichte ist es ja immer wieder einmal vorgenommen dass Länder Bankrott gegangen sind.

Gast: Griechenland am Abgrund? Mitnichten!
11.05.2011 13:05
4

" Frankreisch schließt eine umschuldung/einen völligen forderungserlass aus/nicht völlig aus/ als durchaus realisierbar!! SOFERN - vorrangig -die Krauts die Choose bezahlen!"

++++
Grichnland steht finanziell am Abgrund, doch das macht die Menschen in dem Land nicht gefügiger: #
Aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung hat dort
ENDLICH
einmal meer ein Generalstreik begonnen.
Noch Fragen?

Ich kann sie verstehen - dö Grichn:
- mit 50 (Leerer) bzw. 60 in rente gehen, das muß einfach toolll sein!!
- keine steuern zahlen wollen – auch ned schlecht!
- und jetzt auch noch von der EU aushalten lassen wollen!
Daaas iiist Spiitze liebe Freunndeee!
Bravo liiieeebe Grichn macht weiter soo!!!

Wir liiiieben Euch ja so - laßt Euch umarmen!.
Schon allein wegen Eures gutem Weines wegen
oder war es Essig?
WURSCHT!

Schon allein
- zwengs der Ägis
- und weil bei Euch angeblich die Wiege
unserer Demo.. Demo war ..
äähh unserer Democratie unseres geliebten Europas stand!!

Angela und Fayrfrau äh Faymann und andere Oligarchen sind ja so happy,
die fehlenden paar Milliarden
– via Euro-Finanzausgleich –
zu berappen!

Vivat Europa ...äh ...

Gast: smilefile
11.05.2011 13:02
2

Tja...


zuerst zerstöre alle Nationalstaaten,- durch das Kapital,- und dann trete als Retter einer neuen Supranationalmacht auf. Die Nationen alle am Tropf der Europäischen und amerikanischen Banken (Weltbank, IWF usw). Und die Kohn's und Kahn's geben wieder den Takt an,...

Bravi Politik,- Bravi Union,-

Gast: daslebenistschön
11.05.2011 12:59
0

ist frankreich die EU?

die unfähigkeit dieser institution und deren politiker ist erschreckend.
bisher war ich guten mutes, was man hier aber liest, läßt keinen hoffnungsschimmer für eine vernünftige lösung der schuldenfallen in der eu zu!

Re: ist frankreich die EU?

Korrekt!

Frankreich ist nicht die EU. Österreich ist aber schon gar nicht die EU! Daher sollten es die Österreicher unterlassen im Namen der EU zu sprechen. Z.B. bei der Türkei!

Re: Re: ist frankreich die EU?

wir sollen also brav weiter zahlen und die Go halten, damit ein par Blutsauger und linke Träumer zufrieden sind ?
Kämme oder kommt die Türkei nämlich in diese EU, wirds noch um einiges teurer für die einst reichen Staaten, und die Union zerbricht noch schneller an ihrer eigene naufgeblähten Unfähigkeit !

es gibt neue informationen, dass nicht nur die haftungen

der eu für die rettung griechenlands zusätzlich zu den altschulden bei einer pleite schlagend würden, sondern auch sogenannte "target kredite", die nationalbanken leistungsfähigerer staaten an die piigs geleistet haben, um leistungsbilanzdefizite abzudecken. diese target kredite in mehrstelligen milliardenhöhen sind angeblich noch gar nicht in der offiziellen schuldenaufstellung erfasst. ein grund mehr, griechenland nicht pleite gehen lassen zu wollen, ist ja der öffentlichkeit anscheinend nur die spitze des eisbergs vorgegaukelt worden.
obwohl ich überzeugter europäer bin, muss ich frustriert feststellen, dass diese eu eine unerträgliche misswirtschaft betreibt und dringend total umgebildet gehört.

Wahrlich!

Sehet die Griechen. Sie säen nicht, sie ernten nicht. Und wir erhalten sie doch.

die gesamte eurozone,

oder doch eher vor allem französische banken?

Gast: wd
11.05.2011 12:30
2

"Die ganze EURO-Zone würde darunter leiden"

Keine Frage. Nur mit welcher Lösung für das Griechenlandproblem würde oder wird die Euro-Zone nicht leiden? An die Zelebrierer französischer "Staatskunst": Der erste Verlust ist immer der kleinste!!

Gast: guesto
11.05.2011 12:29
3

The Forever Reparations.

...und ohne Umschuldung leiden nur D/A/NL und FIN...
Sozusagen gelebte (un)Solidarität.

Le Frogs lachen sich krumm über die Piefkonen und Austriaken, und das mit Fug und Recht! Chapeau!

Gast: kull
11.05.2011 12:25
4

rechenschaft?

und wer von den eu bürokraten wird ob der aufnahme griechenlands in den euroraum zur verantwortung gezogen?
irgendwelche tölpel müssen dafür ja grünes licht gegeben haben.
wie soll die eu funktionieren, wenn es erstens keine kontrollen gibt und zweitens das sichern der eigenen pfründe und interessen das wichtigste ist?

Dass Frankreich das ausschliest, glaube ich gerne.

Schließlich sind französische Banken die Hauptgläubiger Griechenlands und hätten somit bei einer Umschuldung am meisten zu verlieren. Da ist es natürlich viel besser man lässt via Rettungsschirm (ESFS) alle mitzahlen. Frankreich hat die EU schließlich immer schon ausschließlich als Vehikel zur Durchsetzung seiner Interessen betrachtet.

Re: Dass Frankreich das ausschliest, glaube ich gerne.

und in ein paar Monaten hören wir wieder, welch tolle Gewinne die Banken machen und niemand fragt nach mit was die Banken ihre Gewinne machen.

Klar!

Deswegen soll der Steuerzahler Europas weiterhin für die Unfähigkeit und Korruption der Politkerkaste aufkommen, gelle Frau Lagarde?

Ob die Politiker wissen was ihnen bald blüht?
Ich glaube nicht, denn sonst würden sie sich sehr schnell auf Ehrlichkeit besinnen.

Politiker: Aus Dieben sind Räuber geworden!

 
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