Griechenland: Nowotny warnt vor Gefahren für Banken

11.05.2011 | 16:44 |   (DiePresse.com)

Der Nationalbank-Gouverneur sieht im Finanzausschuss keine Alternativen zur Hilfe für Griechenland. Fekter will "keine leeren Bankomaten".

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Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny sieht keine Alternativen zur Griechenland-Hilfe. Ein Austritt Athens aus dem Euro, "Haircut" oder Staatsbankrott hätten nicht nur für Griechenland Folgen, sondern auch für Portugal und andere Staaten, warnte Nowotny im Finanzausschuss im Parlament. Es sei zwar unmöglich, allfällige Ansteckungseffekte zu berechnen. Es könnte aber zu massiven Beeinträchtigungen des Binnenmarktes kommen, die für exportorientierte Länder wie Deutschland und Österreich sehr negative Auswirkungen hätten. Auch mit Gefahren für die europäischen Banken sei zu rechnen.

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Auch der SP-Abgeordnete Christoph Matznetter warnte vor Risiken für europäische Banken als Folge einer Verweigerung der Griechenland-Hilfe. Diese Risiken müssten vermieden werden, so OeNB-Gouverneur Nowotny. Er räumte aber ein, dass die Hilfe mit Unsicherheiten verbunden sei. Es gebe keinen "Wunderweg" aus der Krise.

In der Ausschuss-Debatte bekräftigten Abgeordnete von BZÖ und FPÖ, es wäre besser Griechenland endgültig pleite gehen zu lassen als Athen weiterhin Geld nachzuwerfen. Nowotny stellte Forderungen nach einem Euro-Austritt Athens entgegen, dass bei einem solchen Szenario die Schulden erhalten blieben. Das Problem Griechenlands liege in der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit und sei nicht über Nacht zu lösen.

Für die Grünen stellt sich die Frage einer Umschuldung, wobei der Abgeordnete Werner Kogler von einem "Haircut" als möglicherweise unausweichlichem Schritt sprach.

Finanzministerin Maria Fekter (VP) sagte, sie setze auf Reformen in Griechenland. Der Weg dorthin sei aber offenbar schwieriger und dauere länger als ursprünglich angenommen. Im Ecofin in der nächsten Woche werde es jedenfalls darum gehen, für die Erhaltung des sozialen Friedens in Griechenland zu sorgen. "Die Menschen dürfen nicht vor leeren Bankomaten stehen". "Haircut" oder "Pleitegehenlassen" seien keine Alternativen, so Fekter.

(APA)

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21 Kommentare
Gast: Jannik K.rauss
18.05.2011 08:27
0

Igitt Fingernägel!

Die sind ja fast so eklig wie meine eigenen

Gast: Steuerzahlender Depp
12.05.2011 13:32
0

Wenn sich Herr Münchhausen meldet wird's eng...

Was er absondert muss man negieren um näher zur Wahrheit zu kommen.

Gast: uburoi
12.05.2011 10:39
1

fekter ist jurist, novotny banker.

wo sich juvenile demenz mit der senilen mischt, steigt die spannung.
zum glück haben beide in etwa die kapazität von bullentomaten.
naja, klassisch halt.

Gast: Freiheit
12.05.2011 03:44
0

wuerde nicht ein 2 banken bail out billiger kommen

als noch mehr geld griechenland zu stecken und am ende doch noch ein banken bail out zu zahlen. An sich bin ich der meinung dass die meisten banken den ausfall der schuldenzahlungen der griechen verkraften koennen. man muss doch annehmen dass die die ihr geld in griechenland investiert haben genug zeit hatten ihre risiken anzupassen und massnahmen zu treffen. wenn sie das nicht gemacht haben ist das komplett fahrlaessig. das problem griechenlands ist einfach: jahrelang vom geld der eu gelebt, nichts geschaffen, totale korruption, wirtschaftsstrukturen die an planwirtschaft mit privaten monopolen und ein staat der wege sucht um ueber buerokratie und zusaetzlichen huerden mehr beamte zu beschaeftigen die man mit 50 in pension schickt. wieso muessen wir das akzeptieren? bei den sanktionen gegen oesterreich wurde da nicht lange diskutiert.

Kann es sein,

Dass sie angst um ihren eigenen job haben herr novotny?

Herr Nowotny

Sie werden für ihre Lügen noch grade stehen!

Wie viele Kuverts stecken sie und ihres gleichen pro Tag ein?

Gast: Gastone
11.05.2011 20:53
4

Jean-Claude Juncker erklärt die Demokratie

“Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.” (Quelle, Der SPIEGEL 52/1999, S. 136, zitiert nach Wikipedia.de)
gefunden bei: http://www.rottmeyer.de/eu-prahlt-deutschland-zahlt/2/

Diese ganze Bagage gehört verjagt. Und Sie dürfen sich glücklich schätzen wenn wir sie nur verjagen!

Re: Jean-Claude Juncker erklärt die Demokratie

Sie haben vollkommen Recht!

NACH dem großen Krach werden Politiker und Bankster vogelfrei erklärt und die Todesstrafe für Korruption eingeführt.


Bedauerlich, daß Politiker so ungestraft Unsinn erzählen dürfen.

Inzwischen hat auch der Letzte begriffen, daß die sogenannte "Griechenland-Hilfe" wiedermal ein Bankenrettungspaket ist.

http://www.banken-volksbegehren.at

Gast: Gast 1
11.05.2011 18:52
1

Griechenland hilfe !

Ich bin der Meinung man sollte maßnahmen ergreifen.bevor solche Horror summen von schulden entstehen. Da sind die Damen und Herren der EU gefordert. Das Ökonomischeprinzip lautet: " gibt nicht mehr aus als du einnimmst" aber das hat sich leider nicht bis nach oben durchgesetzt wie man sieht. Der Geldhahn sprüdelt munter weiter für Griechenland,Portugal usw. die Zeche zahlen wir mit Preiserhöhungen bin gespannt wie das weiter geht.

Gast: Cheftrainer
11.05.2011 18:39
0

Darum müssen die Banken auf jeden Fall gerettet werden,

egal was es kostet und wenn unsere Urenkel noch daran zahlen, aber die Pensionen der Manager dürfen nicht gefährdet sein. So ist das!

Gast: WennDieSteuerwahrheitSchlagendWird
11.05.2011 18:31
0

Es gebe keinen "Wunderweg" aus der Krise.

Was man bei dieser Krise und speziell immer gerne übersieht ist das enorme private Vermögen.
In Griechenland wie in Portugal haben die Eliten das Geld aus ihren Staat gesaugt ihn mangels wahrer Steuerleistung ausgehöhlt und die Verwaltung korrumpiert.
Jetzt lassen sie ihn vor die Hunde gehen und die anderen EU Staaten in denen es gar nicht mehr soviel anders läuft, lassen ihre Steuerzahler dafür gerade stehen.

Gast: Aristophanes
11.05.2011 18:29
2

Sozi aller Länder beschummelt uns

Wieviel Provision bezieht Nowotny?

Antworten Gast: third eye fundraising
11.05.2011 19:39
2

Re: Sozi aller Länder beschummelt uns

so um die 300.000 € plus Spesen Sondervergütungen und Steuerliche Vergünstigungen.

Gast: Egal
11.05.2011 18:29
1

Die Frage ist ...

ob man die Welt der Banker zusammenbrechen lassen sollte? Warum sagt die EZB nicht, dass in Europa ca. 20-30% der Banken langfristig nicht überlebensfähig sein werden.

Herr Nowotny sagen Sie mir einen Bank, die in Europa abgewickelt worden ist? Es ist in der Bevölkerung immer Angst verbreitet worden, damit die Banken gerettet werden. Ich bin auch nicht nicht für einen volkswirtschaftlichen Crash, aber warum wickelt man in Griechenland, Irland und Deutschland und Frankreich nicht die Banken ab, die die Schulden in Ihren Büchern haben? Der wirkliche Grund der Griechenland Hilfe ist, dass vor allem Banken aus Deutschland und Frankreich sowie der Schweiz Mrd. EUR in die Schuld Griechenlands gesteckt/investiert haben (nicht zu Vergessen die europäischen bzw. globalen Versicherungen) und so auch Schuld auf sich geladen haben. Es sind nicht nur die Griechen, die das Problem verursacht haben - es sind auch z.B. Deutsche Banken und Versicherungen die lange damit sehr gutes Geld verdient haben.

Brechen Sie die Regeln: Retten wir Griechenland und jedes Land der EU (dafür stehe ich ein), aber fangen Sie an die Banken und Versicherungen abzuwickeln, die nur noch eine Struktur (oder Hülle) ohne Leben sind.

Im Sinne der Jugend in Europa und der Zukunft aller Europäer!

Gast: ShakesBeer
11.05.2011 18:15
1

"Die Menschen dürfen nicht vor leeren Bankomaten stehen"

Das ich solche Weisheiten einmal von einer Finanzministerin erfahren darf, sprengt meine kühnsten monetären Träume.
Und jetzt zu ihr vertrauensvoll aufsehend, warten wir alle dass ihr beim Reden die Goldstücke aus dem Mund fallen.

Ich warne vor Nowotny

Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny sieht keine Alternativen zur Griechenland-Hilfe.

Ich schon - das Gegenteil davon - ablehnen von Hilfe.

Antworten Gast: Sparefroh
12.05.2011 08:31
1

Re: Ich warne vor Nowotny u.zw. ausdrücklichst!

Seit ich Nowotny durchschaut habe, ist mein Vertrauen in den € auf Null gesunken.

Dieser Herr beschwichtigt von Mal zu Mal, und von einem Lügenbaron ist er nur mehr um Haaresbreite entfernt!

Immerhin waren seine Aussagen für mich das Signal, daß ich jetzt endlich mein Bankkonto ausgeräumt habe, bevor der €-Crash meine Ersparnisse vernichtet.

Physisches Gold scheint gegen das was offensichtlich kommt

sogar bei dem derzeitigen Hochstand und möglicher Volatibilität geradezu noch eine bombensichere, mündelsichere Anlage zu sein.

Und das will was heißen

Gast: Franz H
11.05.2011 17:57
0

Seltsame Reform

Ich liebe ja Griechenland als Urlaubsland, es hat schon seinen Charme. Nur: wenn die Reform so aussieht, dass man es touristisch fitter macht, indem man die Mehrwertssteuer von 11% auf 6,5% gesenkt hat (teils), dann dürfte nun doch etwas Geld in den öffentlichen Kassen fehlen.

Gast: L.W.
11.05.2011 17:20
1

Nur einer von vielen Artikeln, deren Inhalt sich inzwischen bewahrheitet haben.


Ich weiß, dieser Verlag wird vielfach geschmäht, dennoch finden sich ab und zu wirklich interessante Artikel auf der Seite, zwar mit Eigenwerbung für die Bücher, trotzdem meiner bescheidenen Meining nach überaus lesenswert.

Speziell die Wirtschaftsnachrichten und Krisenberichte der letzten Monate, wie schon geschrieben, bis jetzt sind fast alle "Angstmachereien" der letzten 24 Monate auch tatsächlich eingetroffen.

Jeder möge selbst urteilen. Und nein, ich bin dort lediglich Kunde, kein Partizipient.

MfG L.W.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/brigitte-hamann/qe3-kommt-zeit-silber-zu-kaufen.html

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