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Erste-Bank-Chef: "Wirtschaft ist wie Fußball geworden"

12.05.2011 | 13:49 |   (DiePresse.com)

Treichl ortet in der Euro-Krise Ratlosigkeit bei den Entscheidungsträgern. Sie sollten zugeben, dass sie keine Lösungen wissen. Indes hat die Erste Group die Verdopplung der Gagen der Aufsichtsräte beschlossen.

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Erste-Chef Andreas Treichl kritisierte am Donnerstag in seiner Jahreshauptversammlung die unzähligen Wortmeldungen von allen Seiten, wie es mit dem schuldengebeutelten Griechenland und dem Euro weiter geht. "Die Wirtschaft ist wie Fußball geworden: Jeder hat eine Meinung, jeder weiß, warum die Mannschaft schlecht spielt". An den relevanten Stellen ortet Treichl hingegen Ratlosigkeit.

"Wer sich intensiv damit beschäftigt, muss einen Schritt machen, den man in der Medizin setzt: Wo Ärzte und Wissenschafter zugeben, dass sie es schlicht und einfach nicht wissen, wie man das löst".

"Den Menschen reinen Wein einschenken"

Zu allen Fragen, ob oder wann es bei Griechenland zur Umschuldung kommt, welche Kosten da auf Bürger und Steuerzahler zukommen, ob die Schuldenkrise eine Krise der Banken oder der Staaten sei, ob ein Staat pleite gehen könne oder ob der Euro untergehe, wüssten viele vorgeblich genau Bescheid. Treichl: "Ich sage, es gibt viele Probleme in der Wirtschaft und wir wissen nicht, wie das zu lösen ist. Diesen reinen Wein sollte man den Menschen einschenken."

Es sei eine Krise von Staaten und Banken, befand Treichl. Ob der Euro besteht, sei eine Frage der Politik. "Der Euro ist durch die Politik eingeführt worden und kann nur durch die Politik abgeschafft werden. Ich mache mir keine Sorgen um den Euro", so der Erste-Chef. "Sicher ist, dass wir in einer Zeit leben, wo Finanzinstitute, Realwirtschaft und Politik wirklich eng zusammenarbeiten sollten. Das sehe ich derzeit aber nicht."

"Krise war gestern, Gier ist heute"

Indes hat die Erste Group die Verdopplung der Gagen der Aufsichtsräte beschlossen. Den Aufsichtsratsmitgliedern zahlt die Bank für das Geschäftsjahr 2010 eine Vergütung von 700.000 Euro, im Jahr davor waren es 350.000 Euro gewesen. Das hat der Bankspitze am Donnerstag in der Jahreshauptversammlung heftige Kritik von Seiten kritischer Anleger eingebracht, wo von einem "unverschämten" Antrag an die Aktionärsversammlung die Rede war.

Treichl will noch länger im Amt bleiben

Wenn im Sommer 2012 die Vorstandsmandate in der börsenotierten Erste Group auslaufen, will Vorstandschef Treichl, dann 60, im Amt bleiben. "Wenn ich darf, würde ich das sehr gern weiter machen", sagte Treichl.

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(APA)

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85 Kommentare
 
12 3

diese Leute sind so abgehoben

die verstehen das worum es im Leben geht überhaupt nicht mehr...

man muß auch mit der Nomenklatur aufpassen - Treichl hat das Geld ja nicht verdient, er hat es bekommen bzw. es sich eigentlich genommen...

verdienen würde ja bedeuten, daß man eine entsprechende Leistung erbracht haben müsste...

und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß Hr. Treichl 100x so viel arbeitet wie ein durchschnittlicher Angestellter in seinem Konzern

Gast: Marximiliane
13.05.2011 12:46
3 0

Buchgewinne oder Bares?

Gehaltsverdoppelung weil sich die Bilanz verdoppelt hat?
Und was passiert, wenn sich die Bilanz halbiert?
Kommen die Sparer dann noch an ihr Geld?


Gast: Gustoso
13.05.2011 12:27
4 0

"Wirtschaft ist wie Fußball geworden"

ja... lauter eigentore und blamagen!!!
und bei den banken ist nichts anderes!!!
nur die wenigen verstehen dass Sie sich gerade eine verdoppelung ihres gehaltes geleistet haben, in bester US wall street tradition... Sie sind ein cretin hr. treichl!

Die Höhe des Gehaltes muss fehlendes Hirnschmalz ersetzen und so Bedeutung vortäuschen, wo keine ist

Auch der Treichl hat bereits jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren. Denn Ausdruck seiner Problemlösungskapazität kann sein astronomisch hohes Gehalt doch nicht sein, wenn er selbst zugeben muss, dass auch den hoch bezahlten Bankenbossen schon das Hirn steht, wie sie mit den riesigen Finanzproblemen umgehen sollen. Auch wenn sie es sind, die diese unlösbar scheinende Krise durch ihre Raffgier verschuldet haben, wissen auch sie nicht einmal ansatzweise einen Ausweg aus diesem Dilemma.
Denn bloße Luftgeschäfte waren viele, nur zu dem Zweck gemacht, um die Bilanzsummen aufzublähen und damit auch das eigene Einkommen und so besondere Geschäftstüchtigkeit vorzutäuschen, wo keine war.
Wettbewerbsfähig müsste man auch bei den Aufwandsentschädigungen der Aufsichtsräte bleiben, meint Treichl. Deren Höhe bestimmt nämlich deren Bedeutung und muss offenbar in vielen Fällen fehlendes Hirnschmalz ersetzen.
10 Millionen in alter Währung sollen nach Ansicht Treichls solche Personen im Jahr wert sein, nur weil sie einige Male im Jahr ihre Ärsche in Lederfauteuils fallen lassen und ihre Namen in eine Anwesenheitsliste eintragen.

Anspucken sollte man sie, statt sie zu grüßen, weil sie so unverschämt sind

Darüberhinaus hat das Beispiel der Hypo-Alpe-Adria eindrucksvoll gezeigt, dass die Aufsichtsräte einer Bank überhaupt zum Krenreiben sind. Vielleicht tauchen sogar einige von denen in der Erste Group wieder auf. Deren Verantwortung würde auch ich zu einem Bruchteil der ihnen zugeschanzten Aufwandsentschädigung gerne tragen, auch dann noch, wenn es ordentlich kracht, weil der Vorstand die Bank an die Wand gefahren hat. Dann muss ohnehin der Steuerzahler einspringen und die Zeche für das Versagen der Bankfunktionäre tragen.
Trotzdem genehmigen sie sich Gehälter und Entschädigungen in unvorstellbarer Höhe, die keine Begründung mehr in ihren Leistungen finden. Die Antwort darauf kann daher nur heißen: Anspucken sollte man sie, statt sie zu grüßen, weil sie so unverschämt sind.

Gast: Hemingway
13.05.2011 06:15
2 1

Vielleicht sollten die Sparer ihr hart erarbeitetes Geld von ERSTE BANK und SPARKASSEN abheben ?

Dann würde dem Herrn, der jährlich 2.800.000.-- Euro - 38.528.000.-- ehemalige harte Österreichische Schillinge - angeblich 'verdient', sein schmieriges Lachen vergehen ....

Gast: Freiheit
12.05.2011 23:13
1 0

ich moechte mir die Abstimmung der Aktionaere

anschauen, die dieser Steigerung zugestimmt haben. ob da nicht ein paar auftsichtsraete irgendwie doppelfunktionen haben? Als Aktionaer und somit Eigentuemer waere ich nicht dafuer da die krise noch nicht vorbei ist.

Gast: mysterium
12.05.2011 23:02
0 0

Wenn die Realwirtschaft, die Finanzwirtschaft und Politik enger zusammenarbeiten,

dann haben wir das chinesische System.

Das ist nicht im Sinne der Bevölkerung, steht auf.

1 0

Schulden mit noch mehr Schulden bezahlen

Die Staatsschulden können nicht zurückgezahlt werden
weder jene von Griechenland, noch jene der USA, Deutschland oder Österreich. Das ist in einem Schuldgeldsystem nicht möglich. Die zu darauf zu bezahlenden Zinsen existieren ja noch gar nicht (Geldmenge=Menge der Schulden). Daher ist die Idee, dass sich alle gleichzeitig raussparen können absurd.
http://www.facebook.com/pages/Challenges-for-the-21st-century/123755141031815?sk=wall

Staatshilfe zurückbezahlt? Nein?

Keine Sorge Herr Treichl.

Nach der jetzt kommenden Krise, werden sie sich in erhöhter Position wiederfinden.
Mit kurzem Ausblick auf das zerstörte Wien.


Gast: Klaus
12.05.2011 18:39
2 0

Unverschämtheit gegeüber den kleinen Sparer!

Gagen für sich selbst und für den Aufsichtsrat erhöhen. Mit den Zinsen knausern und Gebühren rauf.
Oder: Bei Putzfrauen die Stunden kürzen.

Pfui,Pfui usw.............................

Gast: Tudor Jones
12.05.2011 18:16
1 0

Erste Bank short

Target 7,00 Euro.

Gast: Mittelfeld Regisseur a la Zidane mit Kopfdenkanstoss
12.05.2011 18:15
1 0

Wirtschaft ist wie Fußball geworden- dies wäre ja super!

Dies wäre ja sehr zu empfehlen, wenn Wirtschaft wie Fußball wäre:
Einfach zu verstehen, die Masse begeisternd, sportlicher und fairer Wettkampf dahinter. Transparenz und Verständnis, dazu ein simpler Ablauf. Würde die Masse Wirtschaft wie Fußball verstehen, würden mehr und noch bessere Unternehmen gegründet werden und es würde mehr Startups geben. Dies würde mehr Unternehmertum bedeuten: Mehr Wertschöpfung, mehr Geld, mehr Innovationen, mehr Zukunft.
Jeder Arbeiter und Angestellte könnte leichter auch Unternehmer werden, die Einstiegsbarrieren wären niedriger. Dies wäre sehr gut. Ich verstehe nicht, warum, der Vergleich von ihm so negativ besetzt wird. Soll er doch froh sein, dass mehr Leute mitdenken, viele Gedanken sind ja sehr intelligent.

Gast: Buenos Noches
12.05.2011 18:09
3 0

100% Gehaltssteigerung in einem Jahr

Obwohl man mit dem Rücken zur Wand steht. Wieviel Prozent Gehaltserhöhung haben denn Arbeitnehmer erhalten, die im Gegensatz zum Aufsichtsrat einen Vollzeitjob haben?

100% mehr in den letzten 30 Jahren.

Man ist sich scheinbar sicher, daß der Staat weiterhin die Mittelschicht für die Fehlinvestitionen der Banken zahlen läßt.

Gute Nacht Österreich. Du hast es verdient, grandios unterzugehen.

Die Gagenhöhe ist uninteressant. Als Kleinanleger irritiert mich, warum nicht mehr herausgeholt wurde.

Vorstände, die ihre Profitgier nicht maximieren, sind als Manager untragbar. Der kleine Mann hat ja auch keine moralischen Hemmungen, Zinserträge, die das Wirtschaftswachstum übersteigen, als Schädigung der Realwirtschaft zu empfinden. Manager sollen sich bis an die Grenze zur Substanzschädigung bedienen, diese aber auch definieren müssen. Den Bürger stört die Beliebigkeit der Gagen, nicht die Höhe.

Gast: M.Gatzke
12.05.2011 17:43
1 0

Die Gier frisst den Euro, die EU-Politik gibt ihm den Rest

Schöner Satz:
"Krise war gestern, Gier ist heute"
----
Gier war gestern heute und ist auch morgen--.
Der Mensch und die ganze Gesellschaft wurde zur Gier erzogen. Freiwillig oder gar aus Vernunft legt er diese niemals ab.
Also geht es weiter bis zum letzten Gefecht, bis zum tiefen Fall..
War das jemals anders? Nein, deshalb wiederholt sich alles in schöner Regelmäßigkeit.
Ich kann bei der ganzen EU-gesellschaft keine Vernunft erkennen. Alle heucheln , jeder versucht aus der Krise sein Süppchen zu kochen, egal wem es schadet.
Die EU ist für viele ein Selbstbedienungsladen, die einen holen, die anderen geben in grenzenloser Dummheit- alles getarnt als Solidarität.
Weiter so, je schneller die Abrechnung kommt , um so besser.
Nur der brutale Schock des gemeinsamen Niedergangs wird sie alle aufwecken und sie möglicherweise für eine kurze Zeit zur Vernunft bringen.
Es wächst eben nicht zusammen, was nicht zusammengehört.

Gast: Römer
12.05.2011 17:18
3 0

Herr Treichl, A bissl aufpassen, welche Vergleiche Sie ziehen.

Vor einiger Zeit haben Sie schon einmal einen Vergleich zum Sport gezogen, im Hinblick auf die Höhe der Managergehälter. Ihre damalige Aussage war, das sei wie im Spitzensport, wenn ein Markt für so hohe Gehälter vorhanden ist, dann werden Sie eben bezahlt. (Meine Anmerkung: Ein Spitzensportler der keine Leistung bringt, kriegt auch keinen Vertrag mehr. Ein Spitzenmanager, der nichts zusammen bringt, kassiert noch eine Prämie und verzieht sich wo anders hin, wo es wieder einen fetten Vertrag gibt). In ihrem damaligen Vergleich war die Analogie zur Sportwelt in Ordnung. Dann gehören die gegenwärtigen Verhältnisse, die Sie so kritisieren, aber auch dazu. Trotzdem möchte ich mich bei Ihnen für diese Aussage bedanken, weil sie einfach die Doppelmoral, die in Ihren Sphären herrscht, herrlich zur Schau stellt.

100% Party

Liebe Erste Bank! Wir wollen mit Euch feiern! Ich lade alle ein, zu einer spontanen 100% Freudenparty in der Aula der Sparkasse am Graben! Morgen um 10:00. Kommt bitte alle mit Torten und lasst uns dieses freudige Ereignis feiern!

Lieber Ausfsichtsrat, wir sind so stolz auf Euch! Ihr habt Euch die 700.000 Jahresgehalt wirklich verdient!

2 0

3. Akt und 4. Szene

Haben 0.125 % Soll 13.5%

Gast: Delta
12.05.2011 16:53
4 0

Verdopplung der Gagen

Ja super Herr Treichl!
Gehen Sie ruhig mit gutem Beispiel voran!
Wasser predigen und Wein saufen - sie wären ein guter Pfaffe!

ich packs nimma!

Treichl über die Gehaltserhöhung: „Ich als Vorstand unterstütze das. Ich will, dass uns Leute über die Schulter schauen, die wissen, worüber wir reden, und hart arbeiten .... Aufsichtsrats-funktionen seien heute wesentlich verantwortungsvollere Positionen als früher."

ja,ja und das alles rechtfertig eine 100%ige Gehaltserhöhung! So ihr lieben KindergärtnerInnen, jetzt wisst ihr, dass Eure Arbeit nicht so verantwortungsvoll ist, darum bekommt ihr ja auch zurecht nicht soviel!

scheinmoral

kuerzlich hat sich die bankiersgattin angeischts des opernballgastes von herrn lugner ueber den moralischen verfall besorgt gezeigt....
widerlicher geht es nicht mehr

Gast: Apropos
12.05.2011 16:36
6 0

ERSTE-BANK IGNORIERT GESETZ





Seit 1. März 2011 sind gemäß Gleichbehandlungsgesetz die KV-Mindestgehälter bei Stellenausschreibungen anzugeben.

Die ERSTE-BANK ignoriert das Gesetz auf ganzer Linie.








Antworten Gast: international_
12.05.2011 17:59
0 0

Re: ERSTE-BANK IGNORIERT GESETZ

ist aber auch eines der unnötigsten und unsinnigsten gesetze, die unsere massengesetzblattproduzenten sich in der letzten zeit ausgedacht haben.

wem bringt das etwas? die bewerber können höchst unterschiedliches alter, erfahrung und ausbildung haben. entsprechend wird das tatsächliche gehalt auch verschieden sein.

wenn mich der mindest-kv interessiert kann ich das jederzeit nachlesen oder bei der ak erfragen.

Gast: nina blum
12.05.2011 16:35
3 0

schlagzeile dazu im standard

Erste Bank verdoppelt Aufsichtsratsgagen

so kauft man sich einen vorsstandssessel

outsourcen

warum werden eigentlich keine Aufsichtsratposten nach Rumänien oder Indien "outgesourced"? Was da für Einsparungspotenzial drinne steckt!

 
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Hobbyökonom