Papandreou: Griechenland Opfer von Schwarzmalerei

13.05.2011 | 12:56 |   (DiePresse.com)

Der griechische Ministerpräsident kritisiert Finanzmärkte und Medien. Aus der EU werden indes neue besorgniserregenden Zahlen bekannt.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou sieht sein Land als Opfer einer dramatischen Schwarzmalerei an den Märkten und in den Medien. "Selbst der IWF sagt heute, dass unsere Schulden tragbar sind", sagte der Sozialdemokrat Papandreou am Freitag bei einem Treffen von Mitte-Links-Politikern in Oslo. Eine Umschuldung sei nicht erforderlich. "Trotzdem prügeln die Märkte unaufhörlich auf uns ein, die Medien sagen einen Weltuntergang voraus, und das fördert eine Kultur der Angst."

Mehr zum Thema:

Papandreou forderte Europa zur Geschlossenheit auf, um die gemeinsame Währung zu verteidigen. "Es gibt kein Zurück vom Euro. Aber wir gehen auch nicht genug voran", kritisierte er. "Wir suchen nach Prügelknaben, wir spielen Schwarzer Peter: Wir sagen, der Norden ist schuld, die Peripherie ist schuld, die Migranten sind schuld." Diese Haltung lähme Europa, mahnte der griechische Ministerpräsident. Er nannte es zugleich nicht tragbar für eine Währungsunion, dass die Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen so viel höher seien als die von Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Griechischer Schuldenberg steigt weiter

Nach Einschätzung der Brüsseler Währungshüter kommt Griechenland aber nicht von seinem hohen Defizit herunter. Die Neuverschuldung werde von 9,5 Prozent der Wirtschaftsleistung 2011 im kommenden Jahr nur geringfügig auf 9,3 Prozent sinken, berichtete die EU-Kommission in ihrer am Freitag in Brüssel vorgelegten Frühjahrskonjunkturprognose. Der gesamtstaatliche Schuldenberg werde von knapp 158 Prozent der Wirtschaftsleistung 2011 im kommenden Jahr auf gut 166 Prozent steigen.

In der EU wird wegen der Schuldenentwicklung in Athen ein neues Hilfspaket debattiert, das nach bisher nicht offiziell bestätigten Spekulationen eine Höhe von 30 bis 60 Milliarden Euro haben soll. Schnelle Entscheidungen sind aber nicht geplant. Es wird befürchtet, dass Griechenland nicht - wie zunächst geplant - im kommenden Jahr wieder an die Kapitalmärkte zurückkehren kann. Das Land bekommt bereits Hilfen von Europäern und dem Internationalen Währungsfonds von 110 Milliarden Euro.

Griechen: Land auf falschem Weg

Nur EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn versprüht angesichts des überraschend kräftigen Wachstums in Griechenland im ersten Quartal Optimismus. "Was die Wirtschaftsentwicklung in Griechenland anbelangt, ist es ermutigend", sagte Rehn am Freitag in Brüssel. Das Bruttoinlandsprodukt in dem hoch verschuldeten Euro-Land war im ersten Quartal um 0,8 Prozent zum Vorquartal gewachsen.

Im hoch verschuldeten Griechenland selbst macht sich jedoch Pessimismus breit: Nach einer Meinungsumfrage sind 83 Prozent der Griechen der Ansicht, dass ihr Land sich in die falsche Richtung bewege. Knapp die Hälfte der Befragten erwartet eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in den kommenden fünf Jahren, wie die Tageszeitung "Kathimerini" berichtet.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

42 Kommentare
 
12

griechen vor

recht hat er, soll er die deutschen gleich wegen rufschädigung klagen.
die dumme merkel hat sich selbst wieder hervortun wollen, damit die teutschen gut da stehen und alle anderen schlecht.
die blöden artikel der neidgesellschaft über griechenland sind ehrlich dämlich, weil sich bei uns keiner über das aufregen würde, hätte nicht raiffeisen schon alle verdummt.
meine lieben, bei UNS ist das nicht anders, nur die griechen haben das für die allgemeinheit, bei uns machen das aber nur die "leistungsträger" bei banken, börsenzocker und die anderen raiffeisennahen sowie staatsnahen betriebendie
und die wollen nachher auch noch gehuldigt werden.

Opfer einer dramatischen Schwarzmalerei

Eher vielleicht Opfer des Schwarzgeldes
Würden die Typen die Steuern zahlen??????

Wenn schon das mickrige Griechenland

die Eurozone ruinieren kann, was bleibt dann noch übrig wenn der restliche Süden Konkurs anmeldet! mfg

Gast: futschijammer
13.05.2011 20:28
0

Staatsverschuldung

Aber lassen Sie mich noch einmal klar
sagen: Das ist selbst verschuldet. Die Abhängigkeit,
in der die Regierungen jetzt sind,
wenn es darum geht, diese Staatsverschuldung
ständig am Markt zu replatzieren, ist
durch eine nicht nachhaltige Finanzpolitik
gefördert und selbst bedingt. Jetzt dürfen wir
nicht sagen, das Problem sei die Aufnahmefähigkeit
der Märkte. Das Problem ist die
exzessive Verschuldung, die zurückgeführt
werden muss.
Dr. Axel Weber 5.5.2010

Gast: TOM22
13.05.2011 20:12
1

Werte veräußern

Griechenland soll seine stattlichen und privaten Werte verkaufen. Muss sonst auch jeder der Pleite ist! Kein Geld nach Griehcnenland in diesen korrupten Sumpf undPriviliegienstadl!

so schauts aus in griechenland

"Beamte erhielten eine Prämie, wenn sie pünktlich zum Dienst erschienen. Auch bei Staatsbetrieben wie dem Mineralölkonzern Hellenic Petroleum wurde die Loyalität der Beschäftigten teuer erkauft, mit 18 Monatslöhnen im Jahr. Ein Nachtwächter verdient 72 000 Euro im Jahr. Und jeder Angestellte darf auf Firmenkosten fünf Tage im Jahr mit seiner ganzen Familie in einem Luxushotel verbringen. Bei der Stadtbahngesellschaft ISAP verbringen Triebwagenführer die Hälfte der Achtstundenschicht mit Pausen, ganz offiziell. Bei den Staatsbahnen OSE haben die freien Tage der Lokführer nicht 24, sondern 28 Stunden.

Re: so schauts aus in griechenland

ganzähnlich geht es auch bei uns zu, weshalb auch die Sozialisten, allen voran Krinsekater sich stark machen den Proporz am Leben erhalten zu wollen.

Bei uns dauern Bescheide, welche bereits einmal positiv erledigt wurden, erneut an die 3 Monate ..... !
Leistung wird also nur von allen anderen, nicht in geschützten Bereichen einverlangt, selbst geht man den lange gewohnten Gang der Müssigkeit weiter.

Re: so schauts aus in griechenland

ohne Quellenangabe leider nutzlos...status quo?

Re: Re: so schauts aus in griechenland

Tagesspiegel - Berlin 12. Mai 2011 -Griechenland: Der geplünderte Staat. Diese Beamten werden lieber den Euro versenken als auf ihre Privilegien verzichten! mfg

Re: Re: Re: so schauts aus in griechenland

Danke!

Gast: LV
13.05.2011 19:05
2

Unfassbar

Über den griechischen Ministerpräsidenten: ..."Er nannte es zugleich nicht tragbar für eine Währungsunion, dass die Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen so viel höher seien als die von Deutschland und anderen europäischen Ländern."...

Nicht tragbar??? Zuerst das eigene Land in den Abgrund reiten und dann es "nicht tragbar" finden, dass z.B. Deutschland weniger Zinsen bezahlt als Griechenland. Der Mann scheint die Situation noch immer nicht verstanden zu haben - unfassbar!

Re: Unfassbar

Papandreou ist erst seit 2009 Ministerpräsident. Er musste die Suppe auslöffeln, die andere angerichtet haben. Immerhin ist es respektabel, dass er bisher nicht den Hut genommen hat, angesichts solcher Probleme. Da hätten sich schon viele aus dem Staub gemacht und sich vertschüsst. Der Mann wird in diesen 4 Jahren Legislaturperiode gut 20 Jahre altern.

Gast: Eurrora
13.05.2011 18:35
0

Eine dümmere Behauptung ,gibt es ja nimmer .

Pak schlägt sich ,Pak verträgt sich.
Vergesst die Griechen ,sie werden von den Chinesen aufgekauft und die werden die Griechen ,dann so richtig einheizen.

Antworten Gast: Nudelauge
13.05.2011 19:55
0

Re: Eine dümmere Behauptung ,gibt es ja nimmer .

Pardon:

Pack

Pak = Panzer Abwehr Kanone.

War nicht böse gemeint....


Finanzinvestoren

Laufen hier im Hintergrund eventuell Finanzwetten auf Griechenland, von sogenannten Finanzinvestoren? Hat die EU schon etwas gegen diese Wetten unternommen?

Gibt es schon eine europäische Raiting-Agentur?

Re: Finanzinvestoren

Mangels reglementiertem Finanzgesetzwesen. (durch Korruption unterbunden!)
haben diese Finanzheinis freies Spiel, die dürfen alles...viel Geld darf viel, noch mehr Geld darf noch mehr...das innerste Wesen der Korruption.

In einer Gesellschaft in der Geld und Gut zum alleinzigen Maß aller Dinge erhoben wurden, wird Korruption, zwangsläufig zum alleinzigen Credo.

Genau vor dieser globalen Problematik steht die menschliche Zivilisation, welche sich im Endstadium befindet.


Gast: sdfsdf
13.05.2011 17:31
1

Griechenland (und damit der restliche Euroraum) ist einzig und allein Opfer von korrupten Betrügerpolitikern.


Re: Griechenland (und damit der restliche Euroraum) ist einzig und allein Opfer von korrupten Betrügerpolitikern.

DAS kann man wohl sagen, leider scheinen das gewisse Menschen (meistens die mit Parteibuch) nicht ganz zu äh...verstehen.

Gast: nursoweiter
13.05.2011 16:20
1

der griechische politproporz und sozi parteiapparat haben griechenland kaputt gewirtschaftet und an die banken verkauft. die eu spielt dabei mit.

dieser staatsschuldenberg von 166% des BIP kann GR sowieso nie mehr rückzahlen, daher die risokaufschläge. die griechen können nicht einmal die zinsen bezahlen, aber da sind sie ja in guter gesellschaft mit vielen anderen EU ländern, auch österreich, besser gesagt die steuerzahler(= arbeitnehmer und kleinunternehmer) muß schon an die 10 Mrd. Euro an zinsenaufwendungen aufbringen. die ursachen sind vielfältig, aber vor allem war es ein ungezügelter neoliberaler abzockerkapitalismus, den unsere politiker mit ihren bankerfreunden massiv mit passenden gesetzen gefördert haben. Seit mitte der neunziger jahren wurden beinahe alle relevanten und notwendigen kapitalvermögenssteuern abgeschafft und die reichen Kapitalvermögenden sogar zusätzlich steuerlich bevorzugt und entlastet. die Sozis die in GR,Österreich oder sonst irgendwo an der macht sind, haben alle sozialen- und volkswirtschaftlichen aspekte einer realwirtschaft u.friedlichen gesellschaft missachtet und sich den konzernen, banken und spekulanten angebiedert. die folge sehen wir nun überall in europa nicht nur in griechenland. Dieses land wurde von der politischen elite in den abgrund gestürzt und die menschen an die heuschrecken-konzerne verkauft. Die sozialisten reden immervon sozialer gerechtigkeit,aber sind sie erst an der macht ist es vorbei damit, dann wird nur mehr gepackelt und gemogelt,dass sich die balken biegen. nun ist es für europas arbeitnehmer schon zu spät,die gewerkschaften haben viel zu lange weggeschaut

armes Opfer GR

falls ich Zeit finde, leg ich eine Gedenkminute für den Sozialdemokraten, der massgeblich an dieser Verschuldung beteiligt war und ist, ein.

>Papandreou forderte Europa zur Geschlossenheit auf, um die gemeinsame Währung zu verteidigen. "Es gibt kein Zurück vom Euro.<

Typisch für diese Partei, Forderungen mit gleichzeitiegen Versuch erpressen zu wollen.
Es wird Zeit das sich diese Union auflöst, und alle welche sich derart aufführten tief in den Abgrund reisst !
War nicht GR auch dabei als wir wegen einer nicht akzeptierten Koalition boykottiert wurden ???


Re: armes Opfer GR

Papandreo vergisst, daß es GR war, welches die EU betrogen hat um in die Währungsunion aufgenommen zu werden. Wer erinnert sich noch an Joschi Pröll als er versprach, Österreich würde GR nur unterstützen, wenn das alle Staaten der Eurozone machen würden. Die Slowakei hat abgelehnt aber Joschi hat wieder gelogen wie Schüssel vor ihm. Fekter wird wohl wieder 1 Milliarde Euro an GR transferieren. Das Sparpaket der Regierung ist ein Schlag in das Gesicht aller österr. Bürger. Es wäre Zeit, alle Toppolitiker der Regierung in die Wüste zu schicken. Vranitzky, Eder, Mock, Schüssel und viele andere haben uns verraten.

Antworten Gast: LS
13.05.2011 19:11
1

Re: armes Opfer GR

Sie scheinen nicht zu wissen, dass der jetzige sozialistische Ministerpräsident Griechenlands erst seit 6. Oktober 2009 im Amt ist. Von 2004 bis 5. Oktober 2009 war Konstantinos Karamanlis greich. Ministerpräsident - ein Konservativer. Also scheint ihre Argumentation bezüglich den Sozialisten ziemlich erbärmlich zu sein - jedenfalls zeigt sie, dass sie keinerlei Ahnung von den Fakten haben. Aber nachdem die Konservativen das Land 2004-2009 dank billiger Kredite in den Abgrund geführt haben, ist es ja gerade ganz nett, wenn ein Sozialist die Suppe auslöffeln muss. Tipp: Zuerst die Fakten studieren - dann posten.

Re: Sie scheinen nicht zu wissen, dass der jetzige sozialistische Ministerpräsident Griechenlands erst seit 6. Oktober 2009 im Amt ist.

egal, denn seine Gewerkschaften fordern ewig und bekommen beinahe sogar alles an mehr Geld für ihre Beamten, früher in Pension gehen dürfen ...usw; also ist wenn nicht er selbst doch seien Partei gehörig mitschuld, und sollte sich nun nicht aus der verantwortung stehlen !

Natürlich sind die Konservativen auch keineswegs unschuldig.

Sorry, Herr Papandreou

Als gute EU Bürger glauben wir doch alle an die Marktwirtschaft. Oder?

Und in der Marktwirtschaft hat nun mal der Markt immer Recht.

Und wenn der Markt meint, dass neue Kredite an Griechenland 20% p.a. kosten, dann stimmt das so. Das nennt man Preisbildungsmechanismus. Niemand hat daran "Schuld", außer diejenigen, die Griechenland in diese Situation gebracht haben: die Griechischen PolitikerInnen.

Gast: BeobachterinAthenundSparta
13.05.2011 15:05
9

Papandreou heisst die Kanaillie

Dieser SOZIALISSSTISCHE FAMILIENKLAN hat Griechenland ruiniert. Sovietische politik in einem mediterranen Land funktioniert eben nicht.

Re: Papandreou heisst die Kanaillie

Als wenn sovjetische Politik in kälteren Ländern besser funktioniert hätte ;-)

 
12

Umfrage

  • Sollen in Wien Tourismuszonen für den Handel eingerichtet werden?
  • Ja
  • Nein
  • Ist mir egal
AnmeldenAnmelden