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Strafzölle: EU sagt Chinas Subventionen den Kampf an

14.05.2011 | 01:48 |   (Die Presse)

Die chinesische Regierung fördert die Papierindustrie auf unlautere Weise. Die Europäer schlagen nun erstmals zurück. Beobachter warnen vor einer Eskalation.

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[BRÜSSEL/go] Samstag ist ein historischer Tag in den Handelsbeziehungen zwischen der EU und China. Erstmals verhängen die Europäer Strafzölle gegen chinesische Unternehmen, weil diese rechtswidrige staatliche Subventionen erhalten haben. Ab sofort müssen europäische Druckereien, die chinesisches Hochglanzpapier für die Herstellung von Katalogen und Broschüren kaufen, bei der Einfuhr in die Union zwischen vier und zwölf Prozent Aufschlag an die Zollbehörden zahlen.

Dazu kommen zwischen acht und 35,1 Prozent an Strafzöllen, weil die chinesischen Hersteller ihr Papier mit Preisen unter den Herstellungskosten exportieren, was man Dumping nennt. Die Welthandelsorganisation WTO verbietet das. Experten der Europäischen Kommission schätzen, dass chinesisches Hochglanzpapier durch diese Strafzölle in Summe um 20 bis 39 Prozent teurer wird. Das gilt für zumindest fünf Jahre.

„Ein teurer Kampf, der wenig Sinn hat“

15 Monate lang hat die Kommission die Papierbranche Chinas unter die Lupe genommen. Ihr Befund: Die chinesischen Papiermühlen, vor allem in den Provinzen Wuhan und Shandong, erhalten von den staatlichen Banken konkurrenzlos günstige Kredite und bekommen Grund und Boden billig oder gratis zur Verfügung gestellt.
China hat bis vor Kurzem mehr Papier importiert als exportiert. Doch seit 2004 baut es seine Produktionskapazitäten jährlich im Schnitt um 26 Prozent aus. Währenddessen schrumpft Europas Papierwirtschaft, und immer mehr europäische Hersteller lagern die Produktion nach China aus. „Weltmarktanteile von untergehenden Industrien zu verteidigen ist ein teurer Kampf gegen die Zeit, der wenig Sinn hat“, erklärt Hosuk Lee-Makiyama vom Brüsseler Thinktank Ecipe. Er warnt vor einem „neuen Handelskrieg“. Vor allem Europas Stahlkonzerne dürften nun von Brüssel ein ähnliches Vorgehen fordern.

(c) Die Presse / GK

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2011)

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6 Kommentare
0 0

prinzipiell eine gute idee

man sollte dieses vorgehen jedoch auf jedes produkt aus china ausweiten, da durch die koppelung der währung an den us dollar ein unfairer wettbewerbsvorteil erzielt wird.


Imperator
14.05.2011 09:52
2 0

Es ist an der Zeit,

den Chinesen mal ordentlich den Marsch zu blasen.

Antworten Gast: Gast4711
14.05.2011 11:04
1 0

Re: Es ist an der Zeit,

Dafür ist es jetzt schon zu spät. Das hätte schon vor vielen Jahren geschehen müssen. Nun ist die Wirtschaftsmacht von China schon viel zu groß.

Antworten Antworten Imperator
14.05.2011 11:59
1 0

Aber nein,

es ist nie zu spät.
Allein, es fehlt am guten Willen.

Gast: Santa
14.05.2011 09:40
0 1

Machen die Europäer was anderes ?

Der Förderalismus der EU ist nicht´s anderes.
Es gibt viele Produkte die in der EU weit billiger verkauft werden als im Ursprungsland. So funktioniert der freie Handel der uns eingeredet wird. Wir betreiben hier modernen Kolonialismus mit vielen unsauberen Mitteln.

Re: Machen die Europäer was anderes ?

Welche Güter - bitte benennen Sie.

Meinen Sie die AKP-Bananen? Oder meinen Sie bevorzugte Güter, die wir aus Entwicklungsländern importieren? Die deshalb bevorzugt werden, weil das der Entwicklungshilfe dienen soll? (BSP: Besserstellung von Entwicklungsländern in puncto Zoll gegenüber hochindustrialisierten Ländern)

Verstehen Sie, was Dumping ist? Hinweis: Wenn in der EU eine Stereoanlage aus Japan (höhere Nominallöhne, höheres Preisniveau) billiger verkauft wird als in Japan selbst, aber dennoch innerhalb der Gewinnzone des japanischen Unternehmens liegt, ist das eben kein Dumping.

Bitte drücken Sie sich klar aus. Was genau ist der Kolonialismus hier?