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IWF warnt: Griechen-Sparkurs droht aus Spur zu laufen

18.05.2011 | 11:58 |   (DiePresse.com)

Wenn die Griechen ihre Anstrengungen nicht verstärken, werde das Land scheitern, sagt der Leiter der IWF-Delegation zur Prüfung der Reformpläne.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in der Schuldenkrise eindringlich vor einem Scheitern des griechischen Reformprogramms. Die Regierung müsse ihre Anstrengungen verstärken, sagte der Leiter der IWF-Delegation zur Prüfung der griechischen Reformpläne, Poul Thomsen, am Mittwoch in Athen: "Wenn wir diese Verstärkung nicht sehen, denke ich, wird das Programm aus der Spur laufen."

Führungsmitglieder der EZB wiesen zugleich Überlegungen von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zurück, Griechenland mit einer "sanften Umschuldung" zu entlasten und die Rückzahlungsverpflichtungen des klammen Landes zu strecken.

EZB: Umschuldung als Illusion

"Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Umschuldung, oder ein Forderungsverzicht oder welche Art von Stundung der Schulden auch immer die Probleme dieses Landes lösen würde", sagte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark in Athen.

Auch sein italienischer Kollege Lorenzo Bini Smaghi verwarf das von Juncker propagierte Konzept in Bausch und Bogen: "Wir hören jetzt von einer sanften Umschuldung, so als ob die Tatsache, dass ein Industrieland seine Schulden nicht zurückzahlt, keine fatalen Folgen für die Finanzstabilität insgesamt hätte", warnte das EZB-Direktoriumsmitglied.

Griechen lehnen Umschuldung weiter ab

Griechenland selbst lehnt nach den Worten von Ministerpräsident Giorgos Papandreou eine Umschuldung weiter ab. Seine Regierung sowie europäische Institutionen und andere Mitglieder der Eurogruppe seien der Meinung, dass die Kosten einer Restrukturierung den potenziellen Nutzen bei weitem übertreffen würden.

Wenige Stunden zuvor hatte seine Arbeitsministerin jedoch eine sanfte Umschuldung als Lösungsmöglichkeit noch befürwortet. Dieser Plan wird in der Europäischen Union (EU) für den Fall durchgedacht, dass die Reformanstrengungen der Regierung in Athen nicht ausreichen sollten, die Tragfähigkeit der Schulden zu sichern. In den Genuss des Zahlungsaufschubs soll Griechenland aber erst kommen, wenn es trotz zusätzlicher Sanierungsschritte von der normalen Kapitalmarktfinanzierung ausgeschlossen bleibt.

Griechen müssen Reformtempo steigern

Eine Schlüsselrolle beim weiteren Vorgehen in der griechischen Schuldenkrise kommt dem Bericht der Expertenkommission von IWF, EU und Europäischer Zentralbank zu. Sie hat ihre laufende Prüfung in Athen verlängert, um Klarheit über weitere Einsparungen zu schaffen und Maßnahmen des längst beschlossenen Privatisierungsplans festzulegen.

Delegationsleiter Thomsen machte nun mit seiner drastischen Warnung deutlich, dass Griechenland sein Reformtempo deutlich steigern müsse. Es sei wesentlich, die Reform des öffentlichen Sektors deutlich zu beschleunigen, um das griechische Defizit weiter zu verringern. Ohne weitere Reformen werde es nicht merklich unter zehn Prozent sinken, sagte Thomsen. Zwar gerate die griechische Wirtschaft allmählich wieder ins Gleichgewicht und gewinne auch an Wettbewerbsfähigkeit. Es sei aber fraglich, ob das Land nächstes Jahr an die Kapitalmärkte zurückkehren könne.

(Ag.)

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11 Kommentare

Macht nix,

dann pfeffern wir noch mehr Geld rein. Irgendwann wird den Griechen schon zu helfen sein und auch den Iren, Porugiesen und allen Anderen.

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...hat Treichl recht ?


Re: ...hat Treichl recht ?

Sehr wahrscheinlich

Gast: Reflector
18.05.2011 19:19
1 0

Was heisst, droht aus der Spur zu laufen?

Die sind längst aus der Spur und es darf bezweifelt werden, dass die jemals drinnen waren.

Aber was in GR passiert, ist in anderen Ländern ähnlich, wenn vielleicht nicht gar so krass.

GR ist vielleicht voraus was den Zustand betrifft, aber bei weitem nicht alleine in Europa.

Aha, der weise Smaghi erkennt dass ein kollabierendes Land Folgen f. d. Finanzstabilität haben kann. Sehr aufschlussreich!

Welche Stabilität? Wenn das Geldsystem als Ponzi Schema aufgebaut ist, gibt es maximal eine Scheinstabilität bis zu dem Zeitpunkt wo der exponentielle Geldmengen = Schuldmengenanstieg spürbar wird.

Und wir sind eben gerade weltweit dabei in diese Phase einzutreten.

Keine noch so gute Reform könnte GR jetzt wirklich noch etwas helfen.

Die Zeiten mittels Reformen das Ruder wirklich Kurs bestimmend so umzulegen, dass die Sturmfront umschifft werden könnte, sind längst vorbei.

Jetzt kommt die Zeit wo man mit den mehr oder weniger maroden Zuständen der einzelnen Staatsschiffe diesen Sturm bald abwettern wird müssen.

Da sinken eben einige schon bei den vorauseilenden Wellen, viele dann im Höhepunkt und nur ganz wenige werden diese Phase so überstehen können, dass den Manschaften die tödliche Knochenarbeit an den Pumpen erspart bleibt.

Für Instandsetzungsarbeiten der jahrzehntelang vernachlässigten Struktur der Schiffe aber fehlt es derzeit schlichtweg an Zeit und an Mitteln. Diese sind ja ohnehin schon zum Feiern verwendet worden ...

4 0

Ich habe eine Lösung!

Griechenland sollfür seine Schulden als Gegenleistung die Inseln an Deutschland abtreten! So wird Deutschland Nachbar der Türkei! Deutschland kann wiederrum seine Türken aus Deutschland auf diese Inseln besiedeln!

so als ob die Tatsache, dass ein Industrieland seine Schulden nicht zurückzahlt, keine fatalen Folgen für die Finanzstabilität insgesamt hätte


der spricht ein wahres Wort gelassen aus der Lorenzo Bini Smaghi

Alle sehen´s, was da auf uns zu kommt, nur unsere "Faulen und Blöden" wollen´s nicht sehen

Gast: Marximiliane
18.05.2011 12:49
2 1

Solidarität mit Griechenland!

Im TV habe ich das gerade gehört, aus dem WIENER PARLAMENT.
Schöne Worte, aber bitte nicht schon wieder an den österreichischen TV-Konsumenten, sondern an die Bank-Aktionäre in Frankfurt und Paris sich zu wenden!

Gast: Blankenstein Husar
18.05.2011 12:44
4 1

aus der "Spur" laufen....?

Bitte, welche "Spur" denn?

Die Griechen waren doch noch nie in einer "Spur".


Gast: 1. Parteiloser
18.05.2011 12:39
5 0

Auch einen 100%ige Entschuldung würde nichts nutzen!

Die strukturellen Defizite von Griechenland sind so extrem, dass auch ein vollständiger Schuldenerlass, also wenn keine Kosten für Zinsen mehr anfallen, noch immer keine Sanierung des Haushaltes bringen können. Tatsächlich ist das Defizit von Griechenland noch immer viel höher als der Zinsendienst. So wie die Griechen wirtschaften brauchen diese eben laufenden Gelder (Waren!) von anderen Ländern.

Aus Österreichischer Sicht ist aber keine Kritik angebracht, weil Österreich in der gleichen Lage ist, obwohl die Österreicher wesentlich höhere Zwangsabgaben brennen müssen. Das Versagen der Österreichischen Regierung scheint noch größer als das Griechische zu sein, der Unterschied ist nur die Zeitverzögerung bis zum Bankrott.

Auch wen man die Schuldenkrise über alle Euroländer betrachtet, dann bringt das kaum einen Optimismus, weil ja auch Frankreich, Italien und viele Länder mehr, die irren strukturellen Probleme haben. Die Euroländer haben ja schon etwa 10.000.000 Mio. Euro an Staatsschulden aufgebaut, weil eben die Entscheidungsträger gewaltige Mittel zur exzessiven Umverteilung verwenden und irre Summen (volkswirtschaftlichen Leistungen) in den staatlichen Strukturen verschwenden. Begleitet wird das Versagen von einem durchgeknallten Finanzunwesen.

Gast: DI
18.05.2011 12:36
1 0

Haben die noch die Kontrolle????

Papandreou eine Umschuldung ablehnen, … Arbeitsministerin jedoch eine sanfte Umschuldung als Lösungsmöglichkeit…
Vermittelt den Eindruck, die wissen weder ein noch aus, wie bei uns. Vielleicht hat die „Wirtschafts-Kern-Schmelze“ schon begonnen.

Gast: Hans im Glück
18.05.2011 12:20
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Sie werden die Anleihen platzen lassen...

wenn keine Umschuldung oder andere Maßnahmen ergriffen werden.

Das wird dann den Staat zum Sparen zwingen, da auf länngere Sicht niemand mehr griechische Anleihen kaufen wird.

Hobbyökonom