Euro-Krise: "Kurzfristige Sparpakete der falsche Weg"

23.05.2011 | 10:35 |   (DiePresse.com)

IfW-Chef Dennis Snower warnt vor dem Fehlen eines langfristigen Plans der EU. Die strengen Sparvorgaben für Griechenland seien falsch.

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Dennis Snower, der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, bemängelt im Gespräch mit dem Ö1-Morgenjournal die mangelnde Weitsicht der EU. Die strengen Sparvorgaben für Griechenland seien der falsche Weg. Diese verhindern seiner Ansicht nach die Antwort auf die Probleme der Schuldenkrise.

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Die aktuelle Situation erinnert den US-Experten an die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Nur Fiskalpläne mit langfristigen Schuldenquoten, deren Einhaltung von einer unabhängigen Kommission überwacht werden sollen, könnten zu einer Problemlösung beitragen.

Fiskalpläne für ein, zwei Jahrzehnte

Snower hält die aktuellen kurzfristigen Sparvorgaben wie derzeit in Griechenland für kontraproduktiv. Diese Pläne ließen keine Stimulierung der griechischen Wirtschaft zu und würden zudem die Finanzmärkte beunruhigen. Denn die Märkte machen sich Sorgen, dass das Land auf lange Sicht seine Schulden nicht zurückzahlen könne.

Die von Snower vorgeschlagenen langfristigen Fiskalpläne müssten sich über ein bis zwei Jahrzehnte erstrecken, führt er weiter aus. Entscheidend sei aus Sicht des US-Wirtschaftsexperten die Festsetzung einer langfristigen Schuldenquote, die Wachstum und Sparen gleichzeitig zulässt.

Sparprogramme nicht zielführend

Der Fehler vor 80 Jahren war, dass Länder, die sich in einer Depression befanden, zu weiteren Sparen aufgefordert wurden. Genau diese Systematik werde jetzt in Griechenland angewendet, bemängelt Wirtschaftsprofessor Snower. Sparprogramme seien kontraproduktiv und für das Problem nicht vorrangig.

(Red.)

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4 Kommentare
Gast: finanz
23.05.2011 15:48
0

Immer wir

Machen wir mal ein Sparrpacket der anderen Variante. Wir könnten doch durt sparren, wo noch nie gesparrt wurde. Die halbe Anzahl der Politiker und der halbe Gehalt. Ist ja das noch zu viel.

Gast: Zyni
23.05.2011 14:48
0

Puplikationsliste

vom Herrn Snower lesen und du kennst di aus! Und der ist gut: Sparprogramm würde die griechische Wirtschaft nicht stimulieren. Gell den Hausverstand gibts nicht für Professoren mit Wiener Wurzeln. Man könnt fast glauben der Spruch "bled studiert" hat eine gewisse Berechtigung. Wenn die Griechen in den letzten Jahren schon einen forcierten fremdfinanzierten Keynes gefahren sind und jetzt trotzdem in der Schei.e sitzen....... ::))))Hausverstand vom Billa holen.

Gast: Analyst
23.05.2011 14:46
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Es geht weder allein ums Sparen noch ...

.... um Kurzfristigkeiten, sondern nur um das System. Solange nach wie vor Milliarden für Rüstung zum Fenster hinausgeworfen werden, einige wenige Konzerne und Organisationen oder Institutionen steuerlich begünstigt werden etc, etc und zudem eine Steuerwettbewerb in Europa eine gerechte Lastenverteilung unmöglich macht, so lange wird die Verschuldung nicht einzudämmen sein. Wie man nicht nur am Beispiel der Griechen sieht!

Gast: radius
23.05.2011 12:44
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Aber geh, könnte ja Europa gegenüber USA einen Vorteil haben,

wenn jetzt hart umstrukturiert wird. Weiter Betrugsgeld in die Wirtschaft schwemmen und dann inflationieren. Das wollen Sie ja, HerrSnower.

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