Euro-Krise: "Kurzfristige Sparpakete der falsche Weg"

IfW-Chef Dennis Snower warnt vor dem Fehlen eines langfristigen Plans der EU. Die strengen Sparvorgaben für Griechenland seien falsch.

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(c) AP (Heribert Proepper)

Dennis Snower, der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, bemängelt im Gespräch mit dem Ö1-Morgenjournal die mangelnde Weitsicht der EU. Die strengen Sparvorgaben für Griechenland seien der falsche Weg. Diese verhindern seiner Ansicht nach die Antwort auf die Probleme der Schuldenkrise.

Die aktuelle Situation erinnert den US-Experten an die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Nur Fiskalpläne mit langfristigen Schuldenquoten, deren Einhaltung von einer unabhängigen Kommission überwacht werden sollen, könnten zu einer Problemlösung beitragen.

Fiskalpläne für ein, zwei Jahrzehnte

Snower hält die aktuellen kurzfristigen Sparvorgaben wie derzeit in Griechenland für kontraproduktiv. Diese Pläne ließen keine Stimulierung der griechischen Wirtschaft zu und würden zudem die Finanzmärkte beunruhigen. Denn die Märkte machen sich Sorgen, dass das Land auf lange Sicht seine Schulden nicht zurückzahlen könne.

Die von Snower vorgeschlagenen langfristigen Fiskalpläne müssten sich über ein bis zwei Jahrzehnte erstrecken, führt er weiter aus. Entscheidend sei aus Sicht des US-Wirtschaftsexperten die Festsetzung einer langfristigen Schuldenquote, die Wachstum und Sparen gleichzeitig zulässt.

Sparprogramme nicht zielführend

Der Fehler vor 80 Jahren war, dass Länder, die sich in einer Depression befanden, zu weiteren Sparen aufgefordert wurden. Genau diese Systematik werde jetzt in Griechenland angewendet, bemängelt Wirtschaftsprofessor Snower. Sparprogramme seien kontraproduktiv und für das Problem nicht vorrangig.

(Red.)

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