Unter 1,40 Dollar: "Der Euro wird ziemlich weggeputzt"

23.05.2011 | 14:36 |   (DiePresse.com)

Vor allem am Anleihenmarkt reagieren die Anleger nervös. "Sie sehen die ultimative Gefahr, dass die Euro-Zone auseinanderbricht", sagt ein Analyst.

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Das geringe Vertrauen der Ratingagentur S&P in die Wirtschaftspolitik Italiens hat am Montag den Euro in die Knie gezwungen. Die Gemeinschaftswährung brach bis zu Mittag um beinahe zwei US-Cent bis auf 1,3970 Dollar ein und notierte damit so niedrig wie seit Mitte März dieses Jahres nicht mehr. "Der Euro wird ziemlich stark weggeputzt, und jetzt wieder Ruhe in die Märkte zu bringen, dürfte sehr schwierig werden", erklärte Devisenanalyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler in Frankfurt.

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An den Rentenmärkten flüchteten die Anleger in deutsche Bundesanleihen, was letztlich für die Regierungen in Rom, Madrid und Athen bedeutet, dass sie den Anlegern noch höhere Risikoaufschläge als bisher zahlen müssen.

Zweifel an Italiens Kreditwürdigkeit

Standard & Poor's (S&P) hatte am Wochenende den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Italiens von "stabil" auf "negativ" gesenkt und dies unter anderem mit dem schwachen Wirtschaftswachstum begründet. Laut Börsianern ist S&P schon seit jeher Italien gegenüber sehr kritisch. Die Ratingagentur hatte vor kurzem allerdings auch den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA gesenkt. Die Konkurrenz - Fitch und Moody's - zeigte sich unbeeindruckt und kündigte an, ihren Ausblick für Italien nicht zu senken. Italien ist nach Deutschland und Frankreich die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone und leidet schon seit langem unter einer schwacher Konjunkturentwicklung.

Der Euro hatte zuletzt vor allem vom Zinsvorteil gegenüber dem Dollar profitiert. Denn während die EZB im April die Zinswende einleitete, hält die US-Notenbank Fed unverdrossen an ihrer Nullzinspolitik fest. Dies hatte den Euro Anfang Mai noch bei fast 1,50 Dollar notieren lassen. Doch nachdem die EZB Spekulationen auf rasche weitere Zinserhöhungen enttäuscht hatte, rückte die Schuldenkrise in der Euro-Zone wieder in den Vordergrund. Am Montag setzte dem Euro so auch die Entscheidung von Fitch zu, die am Freitag die Kreditwürdigkeit Griechenlands um drei Stufen radikal gesenkt hatte. "Die Anleger sehen die ultimative Gefahr, dass die Euro-Zone auseinanderbricht", erklärte UniCredit-Analyst Kornelius Purps die harsche Reaktion der Märkte.

Anleger sind nervös

Vor allem am Rentenmarkt reagierten die Anleger nervös: So stiegen die Renditen der zehnjährigen italienischen Anleihen bis auf 4,9 Prozent von 4,8 Prozent am Freitag. Auch die Renditen für die zehnjährigen griechischen Anleihen - ohnehin schon astronomisch hoch - erreichten in der Spitze 17,4 Prozent nach 16,8 Prozent am Freitag.

Für die deutsche Regierung wird die Bedienung der Schulden dagegen immer günstiger: die Rendite der vergleichbaren Bundesanleihe - die in der Euro-Zone als richtungsweisend gilt - rutschte zeitweise auf nur noch gut drei Prozent von 3,06 Prozent am Freitag ab. Denn die Anleger wollten lieber auf Nummer sicher gehen.

Kosten für Kreditausfallversicherung steigen

Dieses Verlangen nach Sicherheit spiegelte sich auch im Anstieg der Kosten für eine Kreditausfallversicherung (CDS) wider. So mussten Anleger nach Daten der Finanzagentur Markit 176.000 Euro berappen, wenn sie sich gegen den Ausfall italienischer Staatsanleihen im Volumen von zehn Millionen Euro über fünf Jahre absichern wollten. Das waren 15.000 Euro mehr als noch in der vergangenen Woche.

Auch die Kosten für die Versicherung gegen einen Ausfall griechischer und spanischer Kredite sprangen in die Höhe. Im Falle Spaniens fürchten die Anleger, dass die anhaltenden Demonstrationen den Sparwillen der Regierung dämpfen könnten. Zudem hatten die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Jose Luis Zapatero bei Regional- und Kommunalwahlen eine derbe Niederlage einstecken müssen.

(Ag.)

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108 Kommentare
 
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Gast: Öko-Vergelter
24.05.2011 14:53
0

Rettung Europas

Europa kann durch diverse ökologische Maßnahmen gerettet werden. Z. B. kann man die herkömmlichen Autos durch 0,9-Liter-Autos ersetzen. Und den €uro kann man durch regionale Gelder mit Umlaufgebühr ersetzen.
www.humane-wirtschaft.de

Das ganze Projekt EU kommt zu früh.

Da wurden Länder in ein gemeinsames Währungs- und Wirtschaftssystem zusammengepresst, die nie wirklich dafür bereit waren. Das sieht man ja sehr schön an den Euro-Banknoten: irgendwelche Gemäuer. Jede nationale Banknote irgendeines Landes hatte selbstverständlich immer irgendwelche Portraits ihrer Geistesgrößen abgebildet. In diesem "Friedensprojekt EU" konnte man sich nicht einmal auf irgendwelche gemeinsamen europäischen "Köpfe" einigen, weil das womöglich zu endlosen Streitigkeiten geführt hätte, á la: "Unser Mozart/Goethe/Dante etc. hätte viel besser auf den 500-Euro-Schein gepasst als euer Sokrates/Chopin/Cervantes..." - Europa ist nun mal nicht die USA.

Antworten Gast: "irgendwelche Portraits"
26.05.2011 11:00
0

Re: Das ganze Projekt EU kommt zu früh.

Und du und "irgendwelche" Deppen die an "irgendwelche Gemäuer" gerannt sind, geben hier ihren Unsinn bekannt.


Vielleicht war es doch keine so gute Idee von den parteiübergreifenden Sozialisten, mittels exzessiver Schulden mehr Wohlstand zu schaffen als tatsächlich erarbeitet wurde?


Was wurden doch die Warner ausgelacht! Schulden sind doch nur eine andere Art des Sparens hieß es. Es würden ja Werte für die Zukunft geschaffen.

Tatsächlich wurde ein großer Teil der Schulden verfressen und verjuxt. Und heute ist der Patient süchtig danach.

Jetzt kommt eben der Zahltag und die Entwöhnung.

Antworten Gast: Diagnostiker.
26.05.2011 11:03
0

Re: Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn du endlich nicht mehr nur deine Arbeitslose versaufen würdest.

Weißt ja: "Der Lumpus ist ein Dumpus"

Gast: smilefile
24.05.2011 09:32
0

..sehe ich eher so...



IWF am Tropf der Europäischen Nationen! / ....

Den IWF ...

... als "neutralen Kontrollor" zu bezeichnen, ist weltfremd. Er ist Verwalter von US-Interessen und diese sind: den Rest der Welt in Zinsenabhängigkeit zu stürzen. Wer nicht mitmachen will, gefährdet in ihren Augen die Sicherheit des 300 Mill. Einwohner zählenden Staatenkonstruktes USA, also etwa 4% der Weltbevölkerung, und dann läuft es so wie im Irak ab, der Öl mit Euro zu handeln versuchte. Oder in Serbien, dass sich gegen IWF-Gelder wehrte. Die USA hängen am Tropf der Welt, und die gibt dem Raubtier fleißg zu fressen, um dieses Kuckuksei nicht vollends wahnsinnig zu machen. Gerecht wäre, sämtliche IWF-Bedienstete samt der US-Regierung und Bankmanger wegen Völkervergewaltigung, Massenvernichtung und Betruges lebenslang in Gefängnisse zu stecken. Leider hat niemand die Macht dazu. Und deshalb werden wir unser Sklavendasein solange dulden, bis wir, von Bargeld befreit, unsere Lebensmittel von Monsanto einlösen dürfen.

Gast: Ich frage nur mal...
24.05.2011 02:20
0

für die Zusammenhänge dahinter: Wie ist denn der IWF historisch entstanden? Wer steckt denn eigentlich hinter dem IWF? :-)


Antworten Gast: Wanderer.
26.05.2011 11:05
0

Re: für die Zusammenhänge dahinter: Wie ist denn der IWF historisch entstanden? Wer steckt denn eigentlich hinter dem IWF? :-)

Der IWF wurde im Zuge der Abkommen von 1944 (Bretton-Woods) geschaffen.

Hilft die Antwort?

BigBrain

Hahahahhah so viel zum Mächtigen Wirtschftbündnis EU

Die Bulgaren und die REumenien hzab ihr ja auch noch am Hals !!!!

Was für ein Klub von verlierern


Antworten Gast: HitMan
26.05.2011 11:09
0

Re: BigBrain - du hast ja eine elende Rechtschreibung.

Und so ein Idiot nennt sich "BigBrain".

Antworten Gast: Blümchen
24.05.2011 12:42
0

Re: Hallo PigBrain ! Du meinst wohl: TurkEU - nein danke !


Gast: Hemingway
23.05.2011 21:52
5

Schon kapiert ? Die EU - Länder sind PLEITE !

Die Printmedien und vor allem der ORF können die Menschen nicht mehr manipulieren.

Bankrupty !

67 % waren aus Geldgier für die kriminelle und korrupte EU .

Wo sind denn die dummen Politiker(innen), die die Menschen mit falschen Versprechungen in diesen Verein gelockt haben ?


"Die Presse" am

intellektuellen Tropf der Kronenzeitung?

keine sorge der euro ist noch immer viel mehr wert

als er sein sollte.

wieso soll man jetzt das teure gold kaufen? um verluste zu bauen?

wer jetzt noch kein gold hortet soll nimmer tun.

Antworten Gast: Friedrich Smetana
24.05.2011 03:14
0

Der Euro ist noch immer viel mehr wert?

Können Sie dies unter Meineid beschwören?

Interessant wäre es, wenn Sie eine Expertenfunktion hätten oder Spitzenpolitiker wären.
Dies wäre in Folge historisch sehr, sehr interessant.

Die EU-Eliten haben Europa verkauft!


Antworten Gast: Rothschuld
24.05.2011 03:20
1

Re: Die EU-Eliten haben Europa verkauft!

Jein. Nicht alle EU-Eliten haben Europa verkauft. Manche haben auch teils sehr gut gekauft, bzw. kaufen in Folge die staatlichen Unternehmen anderer Staaten auf.


Wenn jetzt schon 80 % sind, dann ist für Griechenland aber nicht mehr viel Geld da

(und beim nächsten Kandidaten ist sowieso schluss)

Deshalb kommt jetzt vielleicht Italien als finaler großer Kracher.

Re: Der finale große Kracher ...

wird schon bei Spanien erfolgen.

Wer ist ein Wucherer?

Die IWF saugt den Europaern das Blut ab!

Re: Wer ist ein Wucherer?

Das ist lächerlich bei einem Kreditvolumen von nicht einmal 100 Mrd.

Die Wähler haben das schon ganz alleine geschafft, indem sie die letzten 4 Jahrzehnte weit über ihre Verhältnisse gelebt haben und von der Regierung Leistungen vorderten, die die Staatshaushalte in den Ruin trieben!

lustig, lustig...

Die Wucherer von gestern sind heute Opfer der Wucherer!

Antworten Gast: garstig?
23.05.2011 20:04
2

Re: lustig, lustig...



und die türkei hängt überhaupt an unserem tropf, wo hinten und vorne nicht genug für uns da ist- DAS ist sicher eine zeitlich begrenzte situation, svenc.

Gast: Gräfin von Herberstein ist frei
23.05.2011 19:25
0

Die EU ist geeint wie selten

Liebe Mitbürger seit gescheit, euer Steuergeld ist im europäischen Raum nicht verloren.
Ein Europäer ist jemand, für den der Hummer nur die Vorspeise zu einer Pellkartoffel ist

 
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