Griechen ziehen ihre Spargelder ab

Private Geldeinlagen schrumpften seit Jänner 2010 um mehr als 31 Milliarden Euro. Am Flughafen werden immer wieder Griechen mit Geldpaketen erwischt.

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ORESTIS PANAGIOTOU

Die Sorge um die Ersparnisse treibt immer mehr Griechen dazu, ihr Geld bei den Banken abzuheben. Die privaten Geldeinlagen seien von Jänner 2010 bis April 2011 um mehr als 31 Milliarden Euro auf 165,5 Milliarden Euro zurückgegangen, teilte die Bank von Griechenland mit.

Ein Teil der Gelder wird offenbar ins Ausland gebracht: Zöllner berichten, dass in der letzten Zeit wiederholt Menschen mit großen Geldpaketen im Gepäck bei Kontrollen in den Flughäfen von Athen und Thessaloniki erwischt worden seien.

Fast 20 Prozent weniger Einkommen

Das griechische Finanzministerium geht davon aus, dass ein Teil der von den Konten geholten Gelder in den Konsum geflossen ist. Hintergrund: Die Griechen haben wegen der harten Sparprogramme in den vergangenen 14 Monaten durchschnittlich fast 20 Prozent ihres Einkommens verloren. Ein anderer Teil, so vermutet das Finanzministerium, werde als Bargeld gehortet.

Auch Unternehmen ziehen ihr Geld ab, wie aus den Zahlen der Bank von Griechenland hervorgeht. Im Jänner 2010 hatten sie noch 40,6 Milliarden Euro bei griechischen Banken angelegt, im April 2011 waren es noch 33,6 Milliarden Euro.

Aus Angst vor einer regelrechten Kapitalflucht hat der griechische Generalsekretär des Verbandes der Banken, Giannis Gortsos, am Dienstag im Fernsehen versichert, die Geldeinlagen seien sicher: "Das Geld ist garantiert - egal was unter den jetzigen Umständen passiert", sagte er. Allerdings gelte dies nur bis zu einer Summe von 100.000 Euro, hieß es.

(APA)

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