Brüderle für "sanfte Umschuldung" Griechenlands

Der deutsche Wirtschaftsminister will eine "sanfte Umschuldung" unterstützen – unter der Bedingung, dass sich Banken beteiligen.

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REUTERS/Fabian Bimmer

Deutschlands Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat Finanzminister Wolfgang Schäuble Unterstützung für eine eventuelle "sanfte Umschuldung" Griechenlands zugesagt. Als Bedingungen dafür habe Schäuble unter anderem die Beteiligung privater Gläubiger wie etwa Banken genannt, sagte Brüderle am Donnerstag im Bundestag. "Der Bundesfinanzminister hat die FDP-Fraktion an seiner Seite, wenn er eine sanfte Umschuldung hart aber fair umsetzt."

Schäuble hatte unlängst ein Einvernehmen mit IWF und der Europäischen Zentralbank zur Bedingung für eine sogenannte sanfte Umschuldung Griechenlands gemacht. Ein Zahlungsaufschub für das hoch verschuldete Griechenland komme zudem nur mit einer Beteiligung privater Gläubiger infrage.
Eine sanfte Umschuldung könnte bedeuten, dass es längere Kreditlaufzeiten oder Zinsverbilligungen gibt.

Umschuldung mit unkontrollierbaren Folgen

Am Donnerstag warnte Schäuble zugleich vor unkontrollierbaren Folgen einer Umschuldung, bei der Gläubiger auf ihr Geld verzichten müssen. Manchen Experteneinschätzungen zufolge könnten die Auswirkungen katastrophaler sein als der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers, sagte er dem "Handelsblatt".

Brüderle plädierte mit Blick auf den bevorstehenden G-8-Gipfel für einen gemeinsamen Markt, offene Grenzen und eine starke Währung in Europa. In diesem Zusammenhang warnte er vor einer Aussetzung des Schengener Abkommens für offene Grenzen, was ein Zeichen der Schwäche wäre. Europa müsse zu seinen Werten stehen und dürfe nicht zu einer Festung werden.

(APA)

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