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Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier

28.05.2011 | 19:07 |  von Nikolaus Jilch (Die Presse)

Kaum jemand sucht im Geldsystem den Grund für Finanzkrisen. Dabei ist die Beweislast erdrückend. Immerhin erschaffen Zentralbanken Euro, Dollar, Yen und Pfund, soviel sie wollen.

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Die Finanzkrise war den Menschen eine Lehre. Im Nachhinein wissen viele Bescheid über die Gründe für das Fiasko. Dass Banken Kredite vergeben haben an Personen, die sie nie zurückzahlen können, weil sie über kein Vermögen und kaum Einkommen verfügen. Und dass sie diese Kredite in Pakete verpackt und als „sicheres“ Investment weiterverkauft haben. Das Platzen dieser Kreditblase, so die allgemeine Meinung, hat die Krise ausgelöst. Aber kaum jemand fragt, was diese Kreditblase erst ermöglicht hat. Kaum jemand fragt nach dem Geldsystem.

Man stelle sich vor, ein Beamter klopft eines Tages bei der fiktiven Familie Schmidt aus Graz an. Er hat ein unglaubliches Angebot für die Schmidts: Sie dürfen von nun an selbst Euro-Noten drucken. So viele, wie sie wollen. Noch besser: Sie bekommen das Monopol auf die Euro-Herstellung. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen und nimmt ihre neue Notenpresse dankend entgegen. Wie werden die Grazer mit ihrem Privileg umgehen? Zuerst sehr behutsam. Sie werden ihre Schulden bezahlen und ein paar Dinge kaufen, die sie sich vorher nicht leisten können. Aber sehr bald wird das Privileg den Familienmitgliedern zu Kopf steigen, sie werden die Notenpresse immer öfter einsetzen, um auch ihre Verwandten und Freunde mit frisch gedruckten Euro-Noten zu versorgen. Irgendwann gibt es kein Halten mehr: dann wird jede Ausgabe – und sei sie noch so unnötig – mit neuem Geld bestritten, das die Familie Schmidt praktisch aus dem Nichts geschaffen hat. Bald würden sich für die Schmidt-Euros keine Abnehmer mehr finden, weil jeder weiß, dass die Schmidts soviel Papiergeld drucken können, wie sie wollen. Das Geld wird wertlos.


„Es werde Geld.“ Nun ist es weit hergeholt, dass die Regierung dieses gewaltige Privileg irgendeiner Familie einräumen sollte. Das Geld-Monopol hat der Staat schon vor langer Zeit vergeben: an sich selbst. Die Republik Österreich hat es inzwischen wieder abgetreten: an die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, die „Hüterin des Euro“. Die EZB stellt den Banken Zentralbankgeld oder auch „Basisgeld“ zur Verfügung. Das Bankensystem ist auf dieses Basisgeld zur Deckung des öffentlichen Bargeld- und Kreditbedarfs angewiesen.

Die EZB hat das Monopol zur Schaffung des Euro-Basisgeldes. Wie viel von diesem Geld erschaffen wird, entscheidet das Präsidium der EZB im Alleingang. Grenzen für diese Ausweitung der Geldmenge gibt es keine, die Zentralbank kann schaffen, so viel sie will. Willkommen in der Welt des ungedeckten Papiergeldes, auch Fiatgeld genannt. „Fiat“ ist lateinisch für „es werde“– wie bei „fiat lux“: Es werde Licht.

Auf deutsch ist das Zwangsgeld. Die Bürger haben keine Wahl: „Was der Staat befiehlt, ist Geld. So ist das heute“, sagt Guido Hülsmann, Professor an der Universität Anger in Frankreich. Bis vor 40 Jahren war dieses globale Geldsystem zumindest über Umwege noch an Gold gebunden, seit Jahrhunderten das Geld der Menschen. Warum Gold? Weil man es eben nicht so einfach vermehren kann. Und weil es – bis heute – überall auf der Welt als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Aber 1971 haben die Vereinigten Staaten die Eintauschbarkeit des Dollars in Gold beendet, weil zu viel Gold aus dem Land geflossen ist. Seit dem gibt es nur noch Papiergeld. Ein einmaliger Zustand in der Geschichte. Euro, Dollar, Franken, Yen, Pfund: eine Welt aus Papier.

„Aber dieses Geld funktioniert nicht. Es ist kein stabiles System, das wir haben. Dieses ungedeckte Papiergeld ist wahrlich die Wurzel allen Übels. Aber das wird bisher von allen übersehen“, sagt Guido Hülsmann. Er ist Biograf von Ludwig von Mises, dem wichtigsten Geldtheoretiker der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren Professoren und Studenten seit mehr als hundert Jahren auf die Nachteile von ungedecktem Geld hinweisen.


Mises – ein einsamer Kämpfer. Mises kämpfte nach dem Ersten Weltkrieg persönlich als Regierungsbeamter gegen die Inflation in Österreich – am Ende vergeblich. Anfang der 20er-Jahre endete das Kriegsschuldendebakel in einer Hyperinflation – die Menschen hatten das Vertrauen in die Währung verloren, weil die Zentralbank immer mehr davon druckte. „Auch damals konnten die Menschen sich gar nicht vorstellen, wie schnell Geld am Ende seinen Wert verlieren kann“, erzählt Hülsmann.

Die großen Finanzblasen der vergangenen 40 Jahre– und ihr unvermeidlich böses Ende– sind im Grunde auf das ungedeckte und unbegrenzt vermehrbare Papiergeld zurückzuführen. Nach einem Crash senken die Zentralbanken die Zinsen, das frische Geld wird billiger – und feuert die nächste Blase an. Fiatgeld hat aber noch andere Folgen als nur Instabilität. Es ist eine der mächtigsten Umverteilungsmaschinen, die die Welt je gesehen hat. Denn dieses Geld wird von Zentralbanken im Zusammenspiel mit den großen Geschäftsbanken und den Regierungen in die Welt gesetzt. Diese Aufblähung der Geldmenge ist Inflation, steigende Preise ein Symptom davon. „Dieses System kommt wenigen Leuten zu Gute, die das Geld zuerst bekommen“, sagt Hülsmann. „Also den Bankern und Politikern.“ Denn diese Menschen gehen mit dem frisch gedruckten Geld zuerst einkaufen und bezahlen noch die „alten“ Preise. Erst wenn sie das Geld ausgeben, steigen die Preise, weil mehr Geld hinter denselben Waren her ist. Dieser Mechanismus beraubt die Masse ihrer Kaufkraft, weil die Löhne erst nach den Preisen steigen. „Fiatgeld ist ein wesentlicher Faktor, warum die Vermögensspanne in den letzten 40 Jahren so weit auseinandergegangen ist. Und die Inflation ist nichts anderes als eine versteckte Steuer“, sagt Hülsmann.

Systeme wie das aktuelle wurden immer wieder versucht – und sie sind immer wieder gescheitert. Meistens ging dieses Scheitern für das Volk mit einem großen Vermögensverlust einher. Zu den berühmtesten Beispielen zählen die Assignaten. Ein Papiergeld, das der Engländer John Law im Frankreich der Revolution ausgab – weil er die Herrschenden davon überzeugen konnte, dass sein es alle Probleme Frankreichs lösen könne. Das Experiment endete nach weniger als fünf Jahren in einer Hyperinflation, Law wurde aus dem Land gejagt. Ähnliches erlebten die Deutschen und Österreicher nach dem Ersten Weltkrieg. Der bleibende Eindruck der Hyperinflation in der Weimarer Republik ist ein Grund, warum die D-Mark immer eine relativ harte Währung war. Die Bundesbank ließ sich kaum zur Finanzierung von staatlichen Defiziten durch die Druckerpresse verleiten.


Unübersehbare Risse. „Die Loslösung des Geldsystems vom Gold war sicher die folgenreichste Entscheidung“, sagt Philipp Bagus, Assistenzprofessor an der König-Juan-Carlos-Uni in Madrid und Autor des Buches „Die Tragödie des Euro“, das im September auf Deutsch erscheinen wird. „Es gibt einfach keine Grenze des Geldmengenwachstums – wir sind völlig vom Willen der Regierenden abhängig.“ Bagus, Hülsmann und viele andere Ökonomen der Österreichischen Schule warnen seit 2008 immer wieder, dass die „Rettungspakete“ und „Bailouts“, die in der westlichen Welt derzeit geschnürt werden, irgendwann in der Hyperinflation enden könnten – weil auch sie aus frisch gedrucktem Geld bestehen.

„Ein Großteil der Staatsschulden wird durch Gelddrucken finanziert – mit Umweg über das Bankensystem“, sagt Bagus. Vor allem eine neue Krise wäre gefährlich, weil sie die Zentralbanken veranlassen könnte, alle Hemmungen beim Gelddrucken fallen zu lassen. Der 1973 verstorbene Ludwig von Mises schrieb in seinem Hauptwerk „Human Action“: „Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur, ob die Krise durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems.“ Von einer freiwilligen Aufgabe der Kreditexpansion ist Mitte 2011 nichts zu sehen. Im Gegenteil.

Die Risse im globalen Währungsspiel sind nicht zu übersehen. Die Dominanz des Dollars geht zu Ende, und das US-Geld läuft Gefahr, seine Rolle als Weltleitwährung zu verlieren. China, Russland, Indien und Brasilien lassen kaum eine Gelegenheit aus, um ihren Unmut über die Gelddruckpolitik der Amerikaner kundzutun – und kaufen Gold für ihre Reserven.

Die Europäer haben dank der Euro-Krise ihre eigenen Probleme, als Dollar-Alternative ist der Euro im Moment abgemeldet. In der westlichen Welt gibt es nur einen bekannten Politiker, der die Zentralbanken abschaffen und den klassischen Goldstandard wieder einführen will: den republikanischen US-Abgeordneten Ron Paul. Er hat kürzlich angekündigt, 2012 gegen Präsident Barack Obama antreten zu wollen. Rückendeckung für Paul kommt ausgerechnet aus Zimbabwe, wo von 2004 bis 2009 die letzte Hyperinflation stattfand. Damals druckte die Zentralbank sogar Banknoten mit einem „Wert“ von einer Milliarde Zimbabwe-Dollar.

Geholfen hat es nichts, auch diese Scheine waren schnell wertlos. Nun scheint die Zentralbank gelernt zu haben. Ihr Präsident Gideon Gono sagte Mitte Mai: „Wir müssen jetzt ernsthaft darüber nachdenken, den Goldstandard wieder einzuführen.“ Begründung: Die Tage des US-Dollar und des aktuellen Geldsystems seien gezählt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2011)

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125 Kommentare
 
1 2 3 4
geoz
31.01.2012 12:46
0 0

Roland Baader: "Schlußendlich werden sie alle fallen, weil das gesamte System marode ist"

http://youtu.be/i8tcqRBn3D4

Gast: lillibeth
29.06.2011 18:55
0 0

1. Goldstandard - 2. Kapitalismus gescheitert?

1. Winston Churchill hat als Finanzminister 1925 in GB den Goldstandard wieder eingeführt auf Drängen einiger, die dachten, damit könnte die damalige Krise abgekürzt werden. Das Gegenteil war der Fall. Die englische Wirtschaft glitt noch weiter in die Depression, weil sich die britischen Waren auf dem Weltmarkt enorm verteuerten und sie keiner mehr kaufen wollte. Ich denke, daß - wenn überhaupt - der Goldstandard in allen Ländern eingeführt werden müßte. Da Gold aber beschränkt ist, wären die benötigten Mengen nicht zu beschaffen. Außerdem ist diese Bindung des Geldes an Gold für den Export keine gute Sache.
2. Ich glaube nicht, daß der Kapitalismus gescheitert ist. Wir müßten ihn wohl weiterentwickeln. Nach schweren Krisen (Kriege) oder bei sog. Schwellenländern (in der Anfangsphase) ist der Kapitalismus eine feine Sache, weil die Armut damit relativ schnell überwunden werden kann. Wenn die Gesellschaften dann reicher werden, müßte man das Wachstum bremsen oder sogar zu einer geplanten Wirtschaft übergehen. Wer kann so was durchsetzen?

Gast: tw
16.06.2011 17:59
0 0

Der Kapitalismus ist gescheitert!

Vielen Dank für den informativen Artikel.
Man liest heute viel zu selten etwas über die wahren Zusammenhänge der Wirtschaft und Politik.

Das FIAT-Geld hat auch zu der extrem gefährlichen Blase des Derivatehandels geführt. Derzeit haben die weltweiten Derivate ein Volumen von 600 BILLIONEN Dollar, vollkommen psychophatisch. Dem steht ein Welt-BIP von 60 Billionen Dollar gegenüber!

Der Kapitalismus hat ausgedient und ist gescheitert. Die Frage ist nur noch: Was kommt nach der Währungsreform. Ein banales Weiterso, oder mehr soziale Gerechtigkeit. Mehr demokratischer Sozialismus!

http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=30856

periskop
04.06.2011 17:16
1 1

Nur halbe Wahrheiten!

Es liegt überhaupt nicht an den Banken, sondern nur an der Politik, die die Banken in die gewünschte Richtung zwingt!
Schon die anfangs erwähnten Kredite "an Personen, die sie nie zurückzahlen können", haben die Banken nicht freiwillig vergeben, sondern weil sie ein Gesetz von Bill Clinton dazu gezwungen hat!
Der Goldstandard würde die Welt in Armut verharren lassen, weil die nach der "Quantitätsgleichung des Geldes" notwendige Geldmenge, die zur einwandfreien Funktion der Wirtschaft erforderlich ist und Wachstum sichert, mit der Golddeckung nicht bereitgestellt werden kann. Wichtig ist, dass diese Geldmenge weder zu klein, noch zu groß ist. Deutschland hat es richtig gemacht, die Bundesbank zur Geldstabilität verpflichtet und die Politiker von dieser Bank ferngehalten. Auch Österreich, Holland und andere haben sich dem angeschlossen und sind damit lange gut gefahren.
Bei der überhasteten Euroeinführung haben die Deutschen darauf bestanden, dass es die EZB genau so machen soll. Allerdings wurde die EZB im Mai 2010 von den EU-Politikern gezwungen, diese Politik aufzugeben und durch den Kauf wertloser Staatsanleihen neues Geld zu schöpfen, womit das lustige Gelddrucken begonnen hat!
An der noch langsamen, bald aber galoppierenden Geldentwertung sind aber nicht die Banken, sondern allein die Politiker schuld, die die Macht haben, die Banken zu zwingen!
Dass sie nachher ihre Hände in Unschuld waschen wollen und alles auf die Banken schieben, ist verständlich, aber falsch!

Gast: Dr.Ulrich Rapp
03.06.2011 21:55
1 2

Vom Spritzen und Schießen

Karl Graber schrieb in der ersten Phase der Währungskrise, das Zuschießen neuen Geldes sei die Löschung des Brandes mit Benzin. Die Zuschüsse vermindern nämlich den Grad der Knappheit, der notwendig ist, damit das System staatlichen, für sich selbst wertlosen und ungedeckten Geldes funktioniert. Natürlich haben das die großen Nationalökonomen der Österreichischen Schule schon vor Jahrzehnten erkannt, manche Kommentare zeigen aber, dass das nicht von allen Lesern verstanden wird - wie sollen es dann Politiker verstehen? In der deutschsprachigen Presse ist ja auch Die Presse eine der wenigen Ausnahmen, wofür ihr - trotz des Lapsus Law - Assignaten zu danken ist.
Psychologisch interessant ist übrigens der hasserfüllte Unterton mancher Kommentare(charles james fox z.B.). Scheint recht populär zu sein, das Zuschießen und Geldspritzen.

also nur ein "lapsus"...

...wenn nachweislich falsche behauptungen vom autor gemacht werden. und wer es wagt unfug als solchen zu bezeichnen ist natürlich gleich "hasserfüllt". na klar.

wohl nicht fähig kritik einzustecken, ihr gold-fetischisten.

warum papiergeld und die seit 80 jahren nicht mehr bestehende golddeckung unserer währungen zur finanzkrise des jahres 2008 (!) geführt haben sollen, haben weder j. noch sonstwer hier im forum erklären können.

glauben ist bei euch alles. argumente? brauch ma' nicht! wenn wer was kritisiert ist er halt "hasserfüllt", da ersparen wir uns das argumentieren!


Gast: ManfredP
03.06.2011 18:18
0 1

DANKE

Wirklich eine sehr gute Zusammenfassung der Misere. Leider wollen einige Leser ihre verbohrte Sicht der Dinge nicht aufgeben - aber die werden schön schauen, wenn das derzeitige System endgültig zerbröselt ist.

Weiter so! Wegen solchen Artikeln kauf ich die Presse!

"Wegen solchen Artikeln kauf ich die Presse!"


sie kaufen die presse also wegen artikeln die

1.)schleissig recherchiert sind,
2.)voller falschinformationen stecken
3.) vollkommen einseitig nur die sicht einer rechten sekte von goldjüngern und staatshassern darstellt?

denn sind sie bei herrn jilch richtig! die welt der presse-leser will wohl betrogen werden. fachliche kenntisse sind unerwünscht, stören sie doch die verbohrte ideologie und den heilgen glauben daran, dass staatlicher einfluss immer und überall verderblich ist.

wie bei allen echten gläubigen, sind auch bei den marktgläubigen fakten unerwünscht. da ist jeder sektiererische schwachsinn recht, und wenn einer dann noch dazu die geschichte fälscht und dinge erfindet, die nicht staatgefunden haben, umso besser! das zeugt nur von der kreativität des autors!

wenn die geschichte nicht ins bild passt, dann verändern wir sie halt. merkt hier eh niemand, und vor allem: es stört auch niemanden...

vorsicht!


der obige artikel strotzt nur so vor fehlern, unrichtigkeiten und halbwahrheiten!

so wird dem finanzier john law (gest. 1729) von jilch zugeschrieben, dass er die einführung der assignaten in frankreich im jahr 1789 (!) durchgesetzt hat.

und so gehts dahin in diesem sammelsurium von absurditäten...


Iason
31.05.2011 00:03
2 1

Kaum jemand sucht im Geldsystem den Grund für Finanzkrisen.

Ich schreibe davon eigentlich seit Jahren. Gut, ich bin nicht jemand.

*kaum jemand fragt, was diese Kreditblase erst ermöglicht hat.*
Fragt einmal nach was eine Immobilie in Kitzbühel kostet.

Jeder soll die Erlaubnis bekommen Geld zu drucken und das Volk soll FREI wählen dürfen welches Geld sie verwenden wollen.
Was werden sie wohl wählen?

Danke an Hrn. Jilch. Sehr gute Zusammenfassung des Dilemmas.

Gast: nur ein Gast
30.05.2011 22:42
1 0

Fiat Money und der innere Wert, Alternativen? Steingeld

Im Pazifik gibts kleine Inseln, denen Fiat Money (fast) und die Segnungen der westlichen Welt beinahe unbekannt sind.
Mit Geldsteinen bzw. Steingeld geht´s irgendwie auch. ( http://steingeld.com )Nur ein bisschen unpraktisch beim Transport. Dafür haben wir ja Gold und Silber...hoffentlich...


begges
30.05.2011 21:07
0 0

Endlich ein Kommentar, der an der Kernursache der Misere rührt!Es ist aber nicht so, dass die Geldschöpfung der Zentralbanken der Hauptbetrug ist.


In einem Mindestreservesystem findet die eigentliche Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken statt!! Berücksichtigen sie das, Herr Jilch!

Nach jedem vergebenen Bank-Kredit haben 2 Akteure (nach Rückhaltung der Mindestreserve) das Verfügungsrecht auf das selbe "Geld": der Einleger und der Kreditnehmer. In der Bankbilanz findet hier daher einfach eine Verdopplung statt.
Der erschaffene Kredit des Kreditnehmers landet nach getätigter Investition wieder als Einlage auf ein Konto im Bankensystem und steht für eine weitere Kreditausweitung zur Verfügung - ein Pyramidenspiel, wobei die Banken enorm and der Zinsspanne verdienen.

Da dieses System regelmässig in eine Krise gelaufen ist und die Bank-Runs verursacht hat, wurden die Zentralbanken erschaffen. Sie decken diesen Betrug durch ihre unbeschränkte Gelderfindungmacht.

In diesem Handelsblatt-Essay wird das System detailliert beschrieben:

http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/es-werde-geld-es-werde-krise/3205596.html?p3205596=all

Eine elaborierte Darstellung der negativen ökonomischen Auswirkungen der künstlichen Kreditausweitung findet sich in dem wichtigen Buch "Money, Bank Credit and Economic Cycles"
Von Jesus Huerta de Soto.

http://www.amazon.com/Money-Bank-Credit-Economic-Cycles/dp/1933550392/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1306699280&sr=8-1

Dieses Werk ist 2011 auch in Deutsch erschienen.

Ein lesenswertes Buch von Jörg Guido Hülsmann:
Die Ethik der Geldproduktion.

heduda
30.05.2011 20:38
0 0

Woodrow Wilson

Der 1913 der Privatisierung der FED zustimmte.Empfand es bald danach als der großen Fehler dieser Entscheidung zuzustimmen..
Die Privatiesierung der Bankgeschäfte ist eine ,fast,kriminelle Entscheidung,die rückgängig gemacht werden müsste.aber da gacken sie fast ALLE in die Hose.Mir unverständlich.Gibtes keine Frauen und Männer mit Ehre!?.


Antworten periskop
04.06.2011 17:28
0 0

Re: Woodrow Wilson

Zu ergänzen wäre, dass sich die Geschäftsbanken das Geld zur Kreditvergabe von der Zentralbank holen. Auch diese Geldschöpfung wird von der Zentralbank gesteuert!

Antworten Antworten periskop
04.06.2011 17:31
0 0

Re: Re: Woodrow Wilson

Da ist etwas verrutscht! Das soll keine Antwort auf heduda sein, sondern auf begges, weiter oben!

Antworten Iason
31.05.2011 00:05
0 0

Re: Woodrow Wilson

Ich bin mir nicht sicher ob Politiker das besser machen würden.
Man sehe sich einmal die Staatsschulden an. Ist das eine nachhaltige Politik?

heduda
30.05.2011 20:24
0 0

Sytemblick blicht da besser durch als der Autor und vor allem FleischmannHotels und ähnliches damit aufkaufen

Wenn das "fiat"Geld zu Recht irgendwann als wertlos eingestuft wird,nicht so lange das Vertrauen in demselben besteht und die cleveren Privat und Staatspersonen rechtzeitig Reichtümer wie Äcker,Wohnungen,und ähnliche wahre Reichtümer einkaufen,werden die kleinen Männer und Frauen wie bisher die Ars..karte ziehen.Der empfohlene Unsinn in Gold zu decken oder investieren greift um sich,Mit welcher Logik soll das mehr oder weniger wertlose Papiergeld durch mehr oder weniger wertloses Gold substantiell ersetzt werden?Die cleveren werden wieder mit Gold die wahren Reichtümer Kaufen und die minderbemittelten Normalakademiker werden wieder in die Fäkalkiste greifen.Mit Gold kannst du Zahnlücken schliessen und in der Technik verwerten,genau wie Papier aber bei Hunger ist die Wurst weit überlegen.NACHDENKEN!.

Antworten heduda
30.05.2011 20:25
0 0

Re: Sytemblick blicht da besser durch als der Autor und vor allem FleischmannHotels und ähnliches damit aufkaufen

Sorry. Mit meiner Überschrift bin ich abgesoffen.

0 0

Re: Re: Sytemblick blicht da besser durch als der Autor und vor allem FleischmannHotels und ähnliches damit aufkaufen

Und der ganze Kommentar gleich mit...

Antworten Antworten Antworten heduda
30.05.2011 21:12
0 0

Re: Re: Re: Sytemblick blicht da besser durch als der Autor und vor allem FleischmannHotels und ähnliches damit aufkaufen

Aber Dein "Argument"gleich mit.

Antworten Antworten Antworten Antworten heduda
30.05.2011 21:18
0 0

Re: Re: Re: Re: Sytemblick blicht da besser durch als der Autor und vor allem FleischmannHotels und ähnliches damit aufkaufen

Zum argumentieren reichts bei Dir wohl nicht.Also da Capo!.Rein mit deinem "Hirnschmalz".

Gast: Systemblick
30.05.2011 16:03
2 0

Goldgräberstimmung

Es ist grundsätzlich begrüßenswert, dass das Thema "Geldsystem" in der Presse Beachtung findet, selbst wenn Darstellung und Schlussfolgerung von Herrn Jilich falscher nicht sein könnten. Als Anhänger einer heutzutage unsinnigen Golddeckung sieht er die Quelle allen Übels in der ausufernden Geldschöpfung der Zentralbanken und weist so die Schuld dem Staat zu. Er übersieht dabei geflissentlich, dass wir unsere Wirtschaft ja gar nicht mit staatlichem Geld betreiben, sondern dass wir uns als Bezahlung bereits mit Forderungen auf Geld zufrieden geben. Das sind dann die positiven Zahlen auf unseren Konten, die kein gesetzliches Zahlungsmittel sind. Wir arbeiten vorwiegend mit Geld, das von den Geschäftsbanken mit jeder Kreditvergabe geschöpft und bei Kredittilgung wieder vernichtet wird. Auch der Staat muss sich bekanntlich bei diesem Bankensystem verschulden. Ob das so sein muss, darf offensichtlich nicht hinterfragt werden. Was die "Golddeckung" anbelangt, so müsste zur Goldgewinnung vorweg schon einmal Geld verfügbar sein für Maschinen, Löhne und das Überleben. Auch die Erklärung, warum es sinnvoll sein sollte, mühsam und unter Inkaufnahme enormer Umweltschäden Gold aus der Erde zu holen, um es anschließend in den Kellertresoren der Nationalbanken zu lagern, bleibt Herr Jilich schuldig. Ceterum censeo: Der Staat darf sich nicht verschulden müssen! Die Monetative (s.d.) von Joseph Huber enthält dafür konkrete Vorschläge.

Antworten Gast: Reflector
31.05.2011 17:39
1 1

Re: Goldgräberstimmung

Zu den Eigenschaften des Goldes schrieb Greenspan 1966 folgendes:

„Wenn es keinen Goldstandard gibt, so gibt es auch keine Möglichkeit seine Ersparnisse vor der Konfiszierung durch Inflation zu schützen. Es gibt keinen sicheren Wertspeicher. Gäbe es einen, müsste die Regierung diesen verbieten, so wie es bei Gold getan wurde. Würde sich beispielsweise ein jeder dazu entschließen, all seine Bankeinlagen in Silber oder Kupfer oder irgendeine andere Ware umzutauschen, und im Anschluss daran nicht mehr bereit sein, Schecks als Zahlungsmittel für Waren zu akzeptieren, würden die Bankeinlagen ihre Kaufkraft verlieren und der seitens der Regierung geschaffene Bankenkredit wäre als Forderung auf Waren nichts weiter als ein wertloser Anspruch.

Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaats verlangt es, dass es für die Halter von Vermögen keine Möglichkeit gibt, wie sie sich schützen können. Das ist das schäbige Geheimnis der Tiraden gegen Gold seitens der Wohlfahrts-Statisten. Defizitäre Ausgaben sind nichts weiter als ein Plan, Vermögen zu konfiszieren. Und Gold steht diesem hinterhältigen Prozess im Wege. Es fungiert als Beschützer der Vermögenswerte. Hat man dies erst einmal verstanden, dann bereitet es einem auch keine Schwierigkeiten mehr, die Feindseligkeit der Statisten gegenüber Gold zu begreifen.“

Noch 1989 schon als FED Vorstand danach befragt, hat er zu verstehen gegeben, dass er noch immer dieser Meinung sei.

Antworten Gast: Reflector
30.05.2011 22:45
2 0

Re: Goldgräberstimmung

Stimmt in vielen Belangen, Geschäftsbankengeld, Monetative etc. alles richtig.

Allerdings wenn man die menschliche Komponente vernachlässigt, kann man das schönste theoretische Geldsystem Konstrukt ins Leben setzen und es wird genau wieder dort enden wo es nun angekommen ist, nämlich beim Betrug.

Alle Geldsysteme ziehen diesen nämlich aus wohl leicht nachzuvollziehenden Gründen, magisch an.

Gold ist nun einmal der Kanarie in der Kohlemine der die Giftgase des Betrugs sichtbar macht und der Wachhund, der alles was mit Geldsystem an Betrug einhergeht schon frühzeitig meldet.

Damit hat man eine Kontrollinstanz geschaffen, die weder zentralistisch noch durch Menschen kontrolliert werden kann oder muss und diese Eigenschaft des Metalles in Kombination mit vielen anderen die es hat, machten Gold zum idelaen Geldmittel des freien Marktes auf das sich jeder über tausende Jahre bis heute verlassen konnte.

Wenn Goldmünzen aus gesunkenen Schiffen vergangener Epochen geborgen werden, könnte man mit diesen fast unmittelbar einkaufen gehen.

Mit Papiergeld aus vergangenen Epochen, selbst wenn darauf steht durch Gold gedeckt, wird das schon eher schwieriger bis gar nicht funktionieren. Sebst wenn eine Golddeckung darauf versehen wäre, müsste man den Emittenten ausfindig machen, sofern dieser noch existiert (Counterpart Risk) und den Schein einlösen.

Alleine dieses simple Beispiel sollte eigentlich die Unterschiede klar machen.

Gast: Watchthis
30.05.2011 14:30
0 0

Video zur Entwicklung des Geldes

Es geht um den Mechanismus der Verschuldung und des kalkuliertes Abzugs von Eigenkapital von den Privatpersonen hin zu Banken und dem Staat.

Die Message wird in diesem Video sehr gut transportiert

Google "Fabian" und "Geld"

http://www.dailymotion.com/video/xaa4n9_die-geschichte-vom-goldschmied-fabi_tech

Gast: Febobo
30.05.2011 10:28
0 0

Endlich wird diese so wichtige Thema aufgegriffen

Auch wenn einige Fehler passiert. John Law und die Assignaten der Revolution haben nicht miteinander zu tun.

Ebenfalls haben die Zentralbanken nicht das Monopol zur Geldschöpfung, sie teilen sich dieses Privileg mit den Privatbanken, die sogar für den größten Teil der Geldschöpfung verantwortlich sind.

Der größte Mangel ist jedoch, dass nicht erwähnt wurde, dass unser Fiatgeld gleichzeitig Kreditgeld ist, d.h. nur durch Schulden erzeugt wird und in Umlauf gerät. JEDER Euro hat seinen Ursprung in Schuld, die verzinst zurückbezahlt werden muss. Da zum Zeitpunkt des Kredits nur die eigentliche Kreditsumme geschöpft wird, jedoch nicht die Zinsen, muss die Summe der Schulden permanent steigen, um überhaupt die Zinslast zurückzahlen zu können.

Deshalb versinkt die gesamte Welt in Schulden (von der ersten bis zur dritten Welt, von Staaten mit und ohne Sozialsystem bis hin zu den privaten Haushalten) und deshalb muss die Geldmenge immer weiter und immer schneller ausgedehnt werden, um mit diesen Schulden überhaupt noch Schritt halten zu können. Denn die gesamte derzeit im Umlauf befindliche Geldmenge reicht nicht, um alle Schulden zu tilgen.

Wie dramatisch der Wertverlust der Papierwährungen tatsächlich ist (USD -95% seit 1913; DM -80% zwischen 1949-1999) zeigt, wenn man sich vor Augen hält, was meine Großmutter 1950 verdient hat: 110 ATS, gerade mal 8 Euro -> im Monat.

 
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