IWF zahlt nächste Griechenland-Rate nicht aus

Laut einem Zeitungsbericht ist die Finanzierung des laufenden Programmes für die nächsten zwölf Monate offenbar nicht gesichert. Moody's hat das Land drei Ratingstufen nach unten gesetzt.

IWF verweigert angeblich die nächste Tranche
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IWF verweigert angeblich die nächste Tranche
(c) AP (Thanassis Stavrakis)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird sich nach einem Zeitungsbericht wahrscheinlich nicht an der nächsten Teilauszahlung von Finanzhilfen für Griechenland beteiligen. "Es gilt mittlerweile als sicher, dass der IWF seinen Teil der Ende Juni fälligen nächsten Tranche nicht auszahlen wird", schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am Mittwoch.

Offenbar komme die Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission bei ihren Prüfungen zu dem Schluss, dass die Finanzierung des laufenden Programms für zwölf Monate nicht gesichert sei. Daher dürfe der IWF seinen Teil nicht auszahlen. Deutschland hat schon gemeldet, nicht für den Zahlungsausfall einspringen zu wollen.

Prüfung in der Endphase

Der Zeitung zufolge zeichnet sich unterdessen ab, dass die EU Griechenland wohl ein neues Hilfsprogramm bewilligen muss, um das Land vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Das Programm laufe auf neue Kredite und neue Auflagen für das Land heraus, wobei sich der IWF abermals mitbeteiligen solle. Der europäische Teil aus dem Programm solle über den Euro-Hilfsfonds EFSF kommen.

Häfen, Banken, Glücksspiel: Was Athen verkaufen will

Griechenland und die Troika beenden einem Medienbericht zufolge spätestens am Donnerstag ihre Verhandlungen über die mittelfristige Steuerplanung. Dadurch könne das Kabinett in Athen am Freitag über die Maßnahmen im laufenden Jahr und die mittelfristigen Steuerpläne abstimmen, berichtete die griechische Tageszeitung "Kathimnerini" am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Von dem Befund der Troika hängt im wesentlichen ab, wie mit den Auszahlungen aus dem laufenden Griechenland-Hilfeprogramm verfahren wird und ob gegebenenfalls ein neues Programm aufgelegt werden muss.

Bonitätsnote weiter gesenkt

Am Mittwoch hat die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote Griechenlands um drei Stufen auf Caa1 gesenkt. Moody's begründete den Schritt mit dem wachsenden Risiko, dass es der griechischen Regierung nicht gelingen werde, die Finanzlage ohne eine Umschuldung zu stabilisieren.

Mit Caa1 wird Griechenland auf einem extrem spekulativen Niveau bewertet - sieben Stufen tief im Ramschstatus. Zuvor hatte die Agentur das Land mit B1 eingestuft.

Darüber hinaus gab Moody's auch den Ausblick mit negativ an, was weitere Herabstufungen in nächster Zukunft erwarten lässt. Griechenland teilte mit, dass die Senkung der Bonitätsnote durch die Agentur nicht die Bemühungen der Regierung berücksichtige, die Zielvorgaben der EU zu erfüllen und die Privatisierung zu beschleunigen.

(APA)

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