Sir Michael Rake: "Griechen müssen anfangen zu arbeiten"

10.06.2011 | 18:57 |  von Franz Schellhorn (Die Presse)

Sir Michael Rake ist nicht nur Chef der British Telecom. Sondern auch einer der wenigen Briten, die für den Beitritt ihres Landes zur Eurozone plädieren. Auch wenn er für Griechenland wenig Hoffnung sieht.

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Die Presse: Sir Rake, Sie haben in der jüngeren Vergangenheit immer wieder für einen Eurobeitritt Großbritanniens geworben. Sind Sie heute froh, dass es nicht so weit gekommen ist?

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Sir Michael Rake: Nein, ganz und gar nicht, auch wenn ich damit wohl der letzte Eurobefürworter in Großbritannien sein dürfte. Ich habe immer an die Europäische Union und die gemeinsame Währung geglaubt. Klar, es sind Fehler passiert. Zum Beispiel die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone. Oder der Bruch des Stabilitätspakts durch Frankreich, Italien und Deutschland. Das ändert aber nichts daran, dass der Euro bis heute ein großer Erfolg ist, schon allein seiner positiven Wirkung auf den Handel wegen. Das lässt sich ja auch daran ablesen, dass der Euro nach wie vor sehr stark ist.

Dabei freut sich die Wirtschaft in Ihrem Land gerade über das schwache Pfund. Und darüber, dass der Eurozug abgefahren ist. Oder sehen Sie da noch irgendwelche Chancen?

Nein, das ist vorbei. Zumindest für die nächsten zehn Jahre. Allerdings bin ich überzeugt, dass es für Großbritannien und die Eurozone segensreich gewesen wäre, hätten wir (die Briten, Anm.) vor zwölf Jahren das Referendum über den Beitritt wie geplant abgehalten. Damals wäre es für den Euro ausgegangen. Schwer zu sagen, ob mit uns an Bord einiges anders gelaufen wäre. Aber ich denke schon, dass der pragmatische Zugang der Briten für die Währungsunion von Vorteil gewesen wäre.

Mittlerweile stellt sich ja weniger die Frage, wieso Großbritannien nicht Mitglied der Eurozone ist. Sondern eher, warum die Briten überhaupt bei der EU sind, an der sie immer weniger Interesse zu haben scheinen.

Es stimmt, Großbritannien hat sich politisch stark zurückgezogen. Tony Blair hat noch versucht, einiges zu bewegen, aber unter Gordon Brown ging es in die andere Richtung. Heute stellt Großbritannien nicht einmal einen EU-Kommissar. Das ist eine kleine Katastrophe, weil unsere Wirtschaft ja sehr eng mit der europäischen verflochten ist. 50 Prozent unserer Exporte gehen in die EU. Deshalb wäre ein stärkeres Engagement der Briten für Europa und den Euro sehr zu begrüßen.

Über die Zukunft der Eurozone machen Sie sich keine Sorgen?

Nicht wirklich. Vielleicht werden ein bis zwei Länder den Euro verlassen. Es ist absehbar, dass Griechenland einer dieser Kandidaten sein wird.

Und wann wird es so weit sein?

Nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren, so lange wird man (in Europa, Anm.) alles unternehmen, um die Integrität der Währungsunion zu sichern. Entscheidend wird aber sein, ob das griechische Volk die Sanierungspläne dauerhaft mitträgt. Bessert sich die finanzielle Lage des Landes nicht signifikant, bleibt nur die Abwertung der nationalen Währung als letzte Option übrig. Und damit der Austritt aus der Eurozone. Die Griechen müssen aber auch anfangen, Steuern zu bezahlen. Und sie müssen anfangen, zu arbeiten.

Sie halten die Griechen für faul?

Nein, so würde ich das nicht sagen. Aber die griechische Wirtschaft muss produktiver und flexibler werden. Die Gewerkschaften müssen sich mit der Regierung und den Unternehmen auf einen gemeinsamen, harten Weg verständigen. Das ist auch der große Unterschied zu Irland. Die Iren werden es schaffen und nach ein paar harten Jahren die Krise hinter sich lassen. Das Land hat nicht nur eine wettbewerbsfähige Industrie, sondern auch Menschen, die sich damit abgefunden haben, hart an der Sanierung des Landes arbeiten zu müssen.

Nun meint der Ökonom Kenneth Rogoff, dass die Griechen keine Lust haben werden, die Probleme jener deutschen und französischen Banken zu lösen, die griechische Anleihen in ihren Büchern haben und unter einem Schuldennachlass leiden würden.

Das stimmt. Allerdings wäre ein „Haircut“ (Schuldennachlass oder Verlängerung der Laufzeiten für griechische Anleihen, Anm.) nicht nur für deutsche und französische Großbanken unangenehm, sondern auch für die EZB.

Dabei haben Sie die EZB unlängst noch für ihre gute Arbeit gelobt. Nun sieht es so aus, dass sie zur großen Müllhalde für Schrottpapiere und Anleihen von Pleitestaaten geworden ist.

Was genau die EZB in ihren Büchern hat, kann ich nicht beurteilen. In der Krise hat die EZB tatsächlich einen sehr guten Job gemacht, sie hat die Märkte sofort mit ausreichend Liquidität versorgt. Das war enorm wichtig.

Aber wo wird die Politik des billigen Geldes enden? In hoher Inflation?

Darüber würden sich die schwer verschuldeten Staaten freuen. Entscheidend ist, dass die Inflation nicht die Arbeitskosten in die Höhe treibt, und das scheint derzeit auch noch nicht der Fall zu sein.

In Großbritannien liegt die Teuerungsrate aber schon fast bei fünf Prozent.

Das stimmt, allerdings ist die Angst vor Inflation in Großbritannien lange nicht so groß wie in Deutschland. Dort werden immer noch Erinnerungen an die Hyperinflation vor dem Zweiten Weltkrieg wach.

Ein größeres Problem dürfte das trotz niedrigster Zinsen schwache Wachstum sein. Jüngst wurden Spekulationen laut, dass Großbritannien das Triple A verlieren könnte. Wird das Land wieder zum kranken Mann Europas?

Ich hoffe nicht. Ein großes Problem sind die hohen Verbindlichkeiten der privaten Haushalte. Die Einkommen der Briten sinken im Zuge von Inflation und hoher Besteuerung. Es gibt kaum Aussicht auf steigende Löhne, viele Landsleute sorgen sich um ihre Zukunft. Rund 500.000 Briten werden auch demnächst ihren Job im öffentlichen Sektor verlieren. Das alles drückt auf das Wachstum. Allerdings hilft uns das schwache Pfund im Export, Großbritannien verfügt mittlerweile ja auch über eine starke Hightech-Industrie.

Klingt alles in allem nach einer ziemlich explosiven Mischung, die ein wenig an die Thatcher-Ära erinnert.

Die Gewerkschaften haben aber längst nicht mehr die Macht, die sie einmal hatten. Zudem sind weite Teile der Bevölkerung dazu bereit, die bitteren Pillen zu schlucken. Sie wissen, dass es keine Alternativen gibt. Wir werden aber mit Sicherheit einige Streiks im öffentlichen Sektor sehen, weil die Gewerkschafter den Ernst der Lage nicht verstehen wollen.

Und was, wenn die Streiks auch auf andere Sektoren übergreifen?

Es gibt im Land zwar eine Stimmung gegen Banker und „Fat Cats“ (Manager mit hohen Bezügen, Anm.). Für Streiks im öffentlichen Dienst gibt es aus dem Privatsektor aber kaum Unterstützung. Nicht zuletzt, weil unter Gordon Brown der öffentliche Sektor expandierte: mit kräftigen Lohnsteigerungen, hohen Pensionen und vielen neuen Jobs. In einigen Teilen des Landes, etwa im Norden, arbeiten bis zu 75 Prozent der Menschen im öffentlichen Dienst. Das ist nicht haltbar. Und das wissen die Briten auch.

Zur Person

Sir Michael Rake ist Vorstandsvorsitzender der British Telecom, des privatisierten Ex-Monopolisten mit derzeit 107.000 Beschäftigten. Darüber hinaus hält Rake einige Aufsichtsratsmandate, etwa bei Barclays, der drittgrößten Bank Großbritanniens.

Karriere machte Michael Rake zuerst im Beratungsgeschäft. 1974 heuerte er bei KPMG an, von 2002 bis 2007 war er Chef von KPMG International.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2011)

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26 Kommentare
 
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Gast: Certha
13.06.2011 11:11
0

Im Finanzmarkt UK

wird aber auch kaum gearbeitet und viel gezockt.

Gast: pächter der wahrheit
13.06.2011 09:40
0

Die Briten sollen sich aber

hinsichtlich Produktivität auch nicht zu gross aufspielen. Wenn die die Finanzindustrie (wo es auch nichts gross zu produzieren gibt) nicht hätten, wäre es auch eher düster.

Gast: Wörter
12.06.2011 16:02
0

Engländer solten mehr arbeiten und nicht auf Pump leben

Schuld BRD =2.023.283.930.000
Pleiten 2011 = 31.000
Pleiten pro Kopf = 0,00038
Einwohner = 81.882.342
Schuld pro Kopf = 24.710
Staatl.Anleihen 10 J=3%

Schuld AUSTRIA = 211.172.485.000
Pleiten 2011 =5.900
Pleiten pro Kopf =0,00070
Einwohner =8.376.761
Schuld pro Kopf =22.000
Staatl.Anleihen 10 J=3,3%

Schuld GREECE = 302.000.000.000
Pleiten 2011 = 970
Pleiten pro Kopf = 0,00009
Einwohner =11.141.740
Schuld pro Kopf = 27.105
Staatl.Anleihen 10 J= ca.16%

Schuld GROSSBRIT = 2.480.000.000.000
Pleiten 2011 = 25.700
Pleiten pro Kopf = 0,00042
Einwohner = 61.113.205
Schuld pro Kopf = 40.520
Staatl.Anleihen 10 J= 3,65%

"Wir werden aus Deutschland herausholen, was man nur aus einer Zitrone pressen kann, und noch etwas mehr“, rief Sir Eric Geddes 1918...
„Verkauft doch eure Inseln … und die Akropolis gleich mit“, verlangt 92 Jahre später, im Oktober 2010, die Bild-Zeitung. Und jetzt zwingt die Troika, also EU-Kommission, EZB und IWF, Griechenland, Staatseigentum über 50 Milliarden Euro bis 2015 zu versilbern, zu verscherbeln. Nun hat Hellas nicht Europa mittels eines Krieges verwüstet wie einst Deutschland..."
---Im Würgegriff---frankfurter rundschau

Re: Engländer solten mehr arbeiten und nicht auf Pump leben

Ich fürchte, aus den erhofften (oder offiziell sogar erwarteten) 50 Mrd. Euro für das Verscherbeln des Staatssilbers wird´s wohl nix werden: Wer nämlich zu einem Notverkauf gezwungen ist, um möglichst rasch eine schöne Summe dafür zu lukrieren, der bleibt dabei weit unter dem eigentlichen Wert der auf den Markt geworfenen Ware. Da müssen potentielle Interessenten (sofern es diese in Griechenland überhaupt gibt) nur darauf zu warten, bis die Verkäufer ihre sprichwörtlichen Hosen noch tiefer runter lassen. Wesentlich ertragreicher wäre da gewiß ein Stopfen der Steuerlöcher...

Gast: Don Quichote
12.06.2011 10:48
0

Endlich einmal einer, ...

... der die Dinge beim Namen nennt. Wer öfters in Griechenland, am Balkan und in Spanien unterwegs ist, weiß, was Sir Rake mit "mehr arbeiten" meint. Unbegreiflich, daß das in die Köpfe der EUtopisten nicht hineingeht. Wenn ganze Volkswirtschaften wenig leisten wollen, aber den gleichen Lebensstandard beanspruchen, wie die Leistungsvolkswirtschaften, muß das jemand bezahlen. Aus nichts wird nun einmal nichts. Oder aber die besagten Köpfe nehmen das aus nicht näher genannten Gründen in Kauf. Dabei kann einem angst und bange werden.

Re: Endlich einmal einer, ...

Gekontert werden solche Vorwürfe, daß die Griechen (Portugiesen, Spanier) "zuwenig arbeiten" damit, daß die Tages- und Lebensarbeitszeit eh genau so lang, oder sogar noch länger sei, als in den nördlichen Ländern. Auch das Pensionsantrittsalter gibt keinen signifikanten Aufschluß, warum es im Norden besser läuft als im Süden. Ich meine halt, daß durch den Einsatz effizienterer Technik im Norden die zur Verfügung stehende Arbeitszeit ein besseres Kosten-Outputverhältnis besitzt. Es kommt also pro Stunde "mehr heraus"! Das eigentliche Problem in Griechenland sehe ich hingegen in der desaströsen Steuermoral! Der Staat weiß es, tut aber nix dagegen...

Gast: Nikolaos Koutsoukalis
11.06.2011 23:08
1

Griechenlandsproblem

Als Grieche stimme darauf ueberein dass, Griechen muessen anfangen zu arbeiten. Vor dreissig Jahren das ganze griechische Volk war produktiv und hatte viele Produkte zu verkaufen. Alle Maerkte in Europa, Asien, u.s.w waren voll von griechischen Produkten, sowohl agrarprodukten als auch industriellen. Nach der Eingliedschaft zu EU, Griechenland produziert nichts. Alle Fabriken, mit Befehl der Union wurden geschlossen. Wir hatten riesige quantitaeten von Getreide produziert. Nach der Eingliedschaft muessen wir Getreide importieren. Wir haben die Moeglichkeit grosse Qantitaete Milch zu produzieren und Kaese zu machen, duerfen wir aber nicht. Wir duerfen nur Baumwolle zu produzieren und zwar schlechter Qualitaet. Warum? So befehlen die Direktiven der Europaeischen Union. Sind wir dafuer auch schuld daran? Die EU war fuer uns Katastrophe. Sie war gut fuer die Projektenunternehmer und mehrere andere Betrueger. Nicht fuer das griechische Volk.

Antworten Gast: engelhard
13.06.2011 19:16
0

Re: Griechenlandsproblem

Laut IWF ist die griechische Volkswirtschaft in den Jahren 2001-2010 durchschnittlich 2.1% pro Jahr gewachsen. Wie deckt sich das mit den angeblichen EU-Verboten? Oder haben die Griechen vielleicht falsche statistischen Daten geliefert? Dann verstehe ich "The Economist" mit dem vorgeschlagenen neuen Idiom in der englischen Sprache - "greek statistics".

Antworten Gast: engelhard
13.06.2011 05:47
0

Re: Griechenlandsproblem

Einen grösseren Blödsinn habe ich kaum je gelesen. Griechische Agrarproduktion war immer bekannt, aber davon wird kein Land heutzutage reich. Welche Industrieprodukte hatte Griechenland je zu bieten? Ein Land ohne nennenswerten Industriekapazitäten, abgesehen vielleicht von der Nahrungsmittelindustrie. Der EU-Beitritt hat eine Stabilisierung bewirkt und riesige Subventionen von den Kohäsionsfonds ins Land gebracht. Das die griechischen Regierungen konsequent alle Jahre nach dem erschwindelten Beitritt in die Eurozone weit über ihre Verhältnisse ausgegeben und die Maastricht-Kriterien ohne jegliche Reaktion von der EZB verletzt haben, ist der riesige Fehler. Ganz zu schweigen vom griechischen Volkssport genannt Steuerhinterziehung. Aber auch wenn Sie recht haben, gibt es eine einfache Lösung. Griechenland soll austreten und glücklich ohne EU-Verboten weiter wirtschaften und leben.

Antworten Gast: markus trullus
12.06.2011 10:55
0

Re: Griechenlandsproblem

Also das mit den Verboten der EU schau ich mir gerne mal näher an: Quellen bitte. Aber vielleicht war Gr nicht Wettbewerbsfähig. Schlechte Preise. zu hohe Lohnkosten; oder was auch immer.. nur: Produktionsverbote, die kenn ich nicht...

Re: Re: Griechenlandsproblem

Zu denken sollte den Griechen auch geben, daß sie in den letzten Jahren selbst auf dem einzig wirklich ertragreichen Wirtschaftssektor, dem Tourismus, erhebliche Einbußen erlitten. Immer mehr frühere Stammgäste buchten lieber in der Türkei! Frage: Was muß da wohl alles schief gelaufen sein, daß selbst die treuesten Besucher eine andere Destination wählten? Stimmte etwa das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr: lag´s an der abgenommen Freundlichkeit der Einheimischen bzw. an jener in den Hotels und Restaurants? Ursachenforschung wäre jedenfalls angebracht...

"Griechen müssen anfangen zu arbeiten"


Die starken Gewerkschaften bzw. deren Vertreter auch?

Gast: sid
11.06.2011 20:55
1

stimmt nicht

antwort auf die erste frage:......das laesst sich auch daran ablesen, dass der euro nach wie vor sehr stark ist.

das stimmt nicht. in aussereuropaeischen laendern ist der €-kurs bis 25 % gefallen.

Antworten Gast: markus trullus
12.06.2011 10:56
0

Re: stimmt nicht

wär schön, wenns wahr wäre (verbesserte Exportchancen); nur: ich seh es nicht! Quellen bitte, keine Vermutungen!

Antworten Antworten Gast: Quellenangabe
13.06.2011 14:17
0

Re: Re: stimmt nicht

Sollte Ihr Vorposter mit "aussereuropäisch" auch z.B. den CHF gemeint haben, bitte einfach nach "CHF EUR" "googeln". Verlust in den letzten 10 Jahren: etwas mehr als 20%. Extremwert seit Herbst 2007: 30%.
Andere Währungspaare hab ich jetzt nicht angesehen.

Gast: Jackson Emil
11.06.2011 15:07
2

Geißel

"sondern auch Menschen, die sich damit abgefunden haben, hart an der Sanierung des Landes arbeiten zu müssen."
"Zudem sind weite Teile der Bevölkerung dazu bereit, die bitteren Pillen zu schlucken. Sie wissen, dass es keine Alternativen gibt. "
Was für eine perverse Rede!! Offensichtlich kann man heutzutage in der Öffentlichkeit imperatorartig ganze Ländermassen demütigen und deren Knebelstellung als zahlende Melkkuh als Trophäe herumposaunen.
Wenn man heute nach dem Übel in der Welt suchen wollte, fände man es immer dort, wo sich neoklassische Ökonomie und sadistischer Narzismus treffen.

Re: Geißel

NULL reflexion - völlige realitätsverweigerung!!!

wahrscheinlich bist du aus der gewerkschaftsschule mit auszeichnung entlassen worden. dort wird allerdings vor lauter klassendenken vergessen die realität zu erwähnen.

Antworten Antworten Gast: Emil Jackson
12.06.2011 11:04
0

Re: Re: Geißel

Das erste Merkmal eines präreflexiven Stadiums ist die Unfähigkeit Realität und Ideologie unterscheiden zu können.
Die Rede, dass es keine Alternativen gibt und die Menschen die bitteren Pillen schlucken müssen, ist weithin bekannt als Element einer Ideologie. Seit gut 30 Jahren. Ein bisschen Recherche, zumindest über Google wenn schon Bücher nicht das Gemüt erwärmen und man ersieht unterschiedliche Positionen, über deren Wahrheit letztlich niemand definitiv entscheiden kann, zumindest ab einem bestimmten Reflexionsgrad nicht. Der Interviewte vertritt dabei eine imperatorartige, ademokratische Position. Unterwerfung wird als Trophäe herausposaunt.
Die Unfähigkeit, Alternativen zu sehen, ist ein zweites Merkmal eines präreflexiven Stadiums. Der Horizont ist eng und sämtliche Energien werden in die Aufrechterhaltung des engen Horizonts gesteckt bzw. zusammen mit Erregung noch zur weiteren Verengung.
Ein weiteres Merkmal ist die Verhaftetheit in Voruteilen. Das Wahrnehmen bestimmter Wörter und Sätze führt reflexartig zu unbegründeter Schubladisierung und Abwertung, auch zu paranoiden Phantasien (Herkunft aus Gewerkschaftsschule). Bestimmte Themen können nicht differenziert gesehen werden. Das Denken kann sich dort noch nicht von seinem unmittelbaren Inhalt distanzieren und darüber REFLEKTIEREN, sondern kann nur den unmittelbaren Inhalt unendlich iterieren. So wie beim Wein: welche Noten hat der Wein? Er ist sehr gut. Ja, und welche Noten? Er ist sehr gut. Aha...

Re: Re: Re: Geißel

Ganz richtig erkannt! Noch vor wenigen Monaten wurde etwa in der BRD die "Alternativlosikgkeit" des "Nichstausstieges aus der Atomkraft" propagiert. Heute überschlagen sich (mit Ausnahme der FDP) ALLE Parteien in der Jagd nach einem noch früheren Abschalttermin. Fukushima hatte ebeb bewußtseinsmäßig so manches verändert...

Gast: freund !
11.06.2011 10:41
0

AHA !



höhöhöhhöhöhhöö!!!

fernab jeder realität, plaudert der ritter vor sich hin. UND WIR ZAHLEN !

Gast: gast445
11.06.2011 09:12
0

OT

Die Anrede lautet wohl Sir Michael

"Griechen müssen anfangen zu arbeiten"

Sir Rake belieben zu scherzen.

Gast: HJB
11.06.2011 02:39
4

fat cats, the big banks, bureaucracy and social injustice

. . . eine Welt von Diskriminierung, Ungerechtigkeiten und Misswirtschaft.
Ein Resümee, mehr arbeiten, weniger Bürokratie und Kritisieren bringt nichts, die Gemeinschaft brauchte Wissenschaftler, kompetente Fachleute und altruistische Persönlichkeiten (Politiker), welche Europa's Wirtschaft integrieren.
Ein soziales Europa muss sich vom Freien Markt und der Globalisierung abschirmen. Spekulation ist einzudämmen und den Banken sind ihre globalen Machenschaften zu unterbinden.

Antworten Gast: Martin_S
11.06.2011 19:32
3

Re: fat cats, the big banks, bureaucracy and social injustice

"Ein soziales Europa muss sich vom Freien Markt und der Globalisierung abschirmen."
Sehr schön! Und wie soll das gehen? Eine Mauer? So ala Berliner Mauer? Mit Selbstschussanlagen?? Abschuss der Frachtflugzeuge?? Von der Welt im allgemeinen und dass wir in einer globalen Welt leben im besonderen haben Sie wirklich KEINE Ahnung!

Re: Re: fat cats, the big banks, bureaucracy and social injustice

Vollste Zustimmung.

Antworten Antworten Antworten Gast: markus trullus
12.06.2011 10:58
1

Re: Re: Re: fat cats, the big banks, bureaucracy and social injustice

kann mich nur anschließen....

 
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