Die Ratingagentur Fitch hat der Politik die Tür zu einer Lösung der Griechenlandkrise einen Spalt weit geöffnet. Zwar würde die Agentur einen Tausch alter gegen neue griechische Anleihen ("Wiener Initiative") als letzte Vorstufe für einen Zahlungsausfall ansehen, aber nicht als sofortigen Zahlungsausfall Athens werten. Dies würde es der Europäischen Zentralbank (EZB) erlauben, griechische Staatsanleihen weiter im Refinanzierungsgeschäft mit den Banken anzunehmen. Der Druck vor allem auf griechische Finanzinstitute würde damit deutlich sinken.
"Wiener Initiative" als Modell
Das Modell der "Wiener Initiative" gilt derzeit als aussichtsreichste Möglichkeit einer Einbindung privater Investoren in das zweite Rettungspaket für Griechenland. Der Vorschlag zielt darauf ab, den Bestand griechischer Staatsanleihen in den Händen der Gläubiger zumindest konstant zu halten. Dies soll erreicht werden, indem fällige Staatsanleihen nicht bar zurückgezahlt, sondern in neue Schuldtitel getauscht werden. Vermutlich würde ein Tausch nicht verpflichtend, sondern auf freiwilliger Basis erfolgen. Der Plan gilt weniger hart als eine verpflichtende Laufzeitverlängerung von Staatsanleihen oder gar eine Rückzahlung unter Nennwert ("Haircut").
Damit scheint sich in der Griechenlandkrise ein Mittelweg abzuzeichnen. Einige Länder mit Deutschland an der Spitze drängen auf eine spürbare Beteiligung privater Investoren wie Banken und Versicherungen durch eine Laufzeitverlängerung griechischer Staatsanleihen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen lehnt jede Art einer erzwungenen Beteiligung ab. Auch die Ratingagenturen stellen sich einer Einbindung privater Gläubiger in den Weg - zumindest in Form einer Laufzeitverlängerung oder noch härterer Varianten.
(APA)
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