Griechenland-Anleihen: Fitch signalisiert Lösung

16.06.2011 | 11:50 |   (DiePresse.com)

Die Ratingagentur macht einen Vorstoß. Ein Anleihentausch soll nicht als Zahlungsausfall gewertet werden. Diese Vorgangsweise würde eine Refinanzierung der Altschulden erleichtern.

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Die Ratingagentur Fitch hat der Politik die Tür zu einer Lösung der Griechenlandkrise einen Spalt weit geöffnet. Zwar würde die Agentur einen Tausch alter gegen neue griechische Anleihen ("Wiener Initiative") als letzte Vorstufe für einen Zahlungsausfall ansehen, aber nicht als sofortigen Zahlungsausfall Athens werten. Dies würde es der Europäischen Zentralbank (EZB) erlauben, griechische Staatsanleihen weiter im Refinanzierungsgeschäft mit den Banken anzunehmen. Der Druck vor allem auf griechische Finanzinstitute würde damit deutlich sinken.

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"Wiener Initiative" als Modell

Das Modell der "Wiener Initiative" gilt derzeit als aussichtsreichste Möglichkeit einer Einbindung privater Investoren in das zweite Rettungspaket für Griechenland. Der Vorschlag zielt darauf ab, den Bestand griechischer Staatsanleihen in den Händen der Gläubiger zumindest konstant zu halten. Dies soll erreicht werden, indem fällige Staatsanleihen nicht bar zurückgezahlt, sondern in neue Schuldtitel getauscht werden. Vermutlich würde ein Tausch nicht verpflichtend, sondern auf freiwilliger Basis erfolgen. Der Plan gilt weniger hart als eine verpflichtende Laufzeitverlängerung von Staatsanleihen oder gar eine Rückzahlung unter Nennwert ("Haircut").

Damit scheint sich in der Griechenlandkrise ein Mittelweg abzuzeichnen. Einige Länder mit Deutschland an der Spitze drängen auf eine spürbare Beteiligung privater Investoren wie Banken und Versicherungen durch eine Laufzeitverlängerung griechischer Staatsanleihen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen lehnt jede Art einer erzwungenen Beteiligung ab. Auch die Ratingagenturen stellen sich einer Einbindung privater Gläubiger in den Weg - zumindest in Form einer Laufzeitverlängerung oder noch härterer Varianten.

(APA)

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6 Kommentare
Gast: uburoi
17.06.2011 14:27
0

fitch?

wer dem hund die wurscht gibt, !zum aufpassen!, hat irgendwas nicht verstanden.
naja.

Das sind getürkte Dinge...

Warum handelt die Halbinsel von Asien so getürkt?

Gast: raven-666
16.06.2011 12:34
0

staatsbankrott jetzt

lieber ein schrecken mit ende, als ein ende ohne schrecken - zahlen tut es am ende eh der steuerzahler, die frage ist nur wieviel

Antworten Gast: JT1980
16.06.2011 17:05
0

Re: staatsbankrott jetzt

DH lieber ein ende mit schrecken las ein schrecken ohne ende!

Gast: ASVG-Sklave
16.06.2011 12:17
0

schwarzer Peter - wer hat ihn gerade?

Das sind die Gläubiger:

Griechenlands Totalverschuldung: 154 Mrd.

Davon:

Europäische Banken = 136 Mrd.

davon:

französische Banken = 56,7 Mrd.
deutsche Banken = 34,0 Mrd.
italienische Banken = 4,0 Mrd.
spanische Banken = 1,0 Mrd.
britische Banken = 14,0 Mrd.

------

US amerikan. Banken = 7,3 Mrd.

Conclusio: Das Finanzsystem ist kaputt. Es ist alles nur noch eine Frage der Definition, wer gerade den schwarzen Peter hält.

Wer jetzt noch sein Geld den Banken anvertraut, dem ist nicht mehr zu helfen.

Re: schwarzer Peter - wer hat ihn gerade?

Ich würde an Ihrer Stelle schleunigst ein ev. vorhandenes Girokonto auflösen. Wer wei? ? Vielleicht freut es Ihre Bank.

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