Für das Gaspipeline-Projekt Nabucco unter Federführung der OMV spielt Aserbaidschan als Lieferland eine Schlüsselrolle. Ende Oktober könnte sich entscheiden, ob das von der EU gestützte Projekt auch tatsächlich realisiert werden kann: Die aserbaidschanische staatliche Ölgesellschaft Socar und der Energieriese BP haben drei Konsortien eingeladen, Angebote zur Gasgewinnung und -weiterleitung bis zum ersten Oktober abzugeben, erklärte Tamam Bayatly vom Ölkonzern BP, der mit 25,5 Prozent am wichtigen Gasfeld Schah-Deniz (Shah Deniz) im Kaspischen Meer beteiligt ist.
Im Herbst soll die Entscheidung über den Zuschlag fallen, sagte Bayatly weiter. Neben Nabucco bewerben sich die Konkurrenten ITGI (Interconnect Turkey-Greece-Italy) und TAP (Trans-Adriatic Pipeline) um Gaskapazitäten aus dem Gasfeld. Allerdings braucht Nabucco dann auch noch die Zustimmung von Turmenistan für Erdgaslieferungen- zumal der Iran als Lieferant wegen politischer Dauerquerelen als unsicher gilt.
Wenn alles nach Plan der EU läuft, soll Nabucco über eine 3900 Kilometer lange Pipeline aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak von 2017 an Gas in die EU pumpen. Im Endausbau soll die Gasleitung eine Kapazität von 31 Milliarden Kubikmeter Gas haben. Die offiziellen Kosten dafür betragen knapp 8 Milliarden Euro. Schätzungen gehen aber von deutlich höheren Kosten aus. Nabuccos oll eine von Russland unabhängige Versorgung gewährleisten.
(APA)
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