Entscheidung über neue Griechen-Hilfen erst im Juli

16.06.2011 | 13:17 |   (DiePresse.com)

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn erwartet eine Entscheidung erst beim übernächsten Eurogruppen-Treffen am 11. Juli. Der IWF äußerte sich indes sehr besorgt über die Lage in Griechenland.

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EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn erwartet eine Entscheidung der Euro-Länder zu einem nächsten milliardenschweren Rettungspaket für Griechenland am 11. Juli. Zugleich teilte Rehn am Donnerstag in Brüssel mit, er sei zuversichtlich, dass die Eurogruppe am kommenden Sonntag die Auszahlung der nächsten Kredittranche aus dem ersten Rettungspaket in Höhe von 12 Milliarden Euro billigen werde.

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Man wolle am Sonntag und Montag auch über die Bedingungen für ein zweites Hilfspaket und die Art der Privatsektor-Beteiligung diskutieren. Beim nächsten Eurogruppen-Treffen am 11. Juli soll dann eine Entscheidung getroffen werden, erklärte Rehn in einer schriftlichen Stellungnahme. "Das bedeutet, dass die Finanzierung der griechischen Schulden bis September sichergestellt ist, während wir mittelfristige Entscheidungen für die Zeit nach September im Juli treffen."

Deutschland will erst im Herbst entscheiden

Deutschland hingegen hat am Donnerstag mit einem Termin im frühen Herbst aufhorchen lassen: Der größte EU-Zahler will die Entscheidung über ein zweites Hilfspaket bis September verzögern.

Deutschland wolle angesichts des Streits über die private Gläubigerbeteiligung Zeit gewinnen und werde dabei von den Niederlanden und Finnland unterstützt, hieß es in Diplomatenkreisen. "Das Argument ist: Wir möchten Zeit kaufen, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen." Gegen den Vorschlag gebe es aber großen Widerstand.

Bedauern über Scheitern von Übergangsregierung

EU-Kommissar Rehn erinnerte die griechischen Politiker einmal mehr daran, dass sie eine eine große Verantwortung zu tragen haben. Die EU erwarte, dass das griechische Parlament den Reformplänen von Premier Papandreou zustimme. "Es ist bedauerlich, dass die Bemühungen um eine nationale Einheit gestern gescheitert sind", betonte Rehn. Die nächsten Tage seien entscheidend, um Stabilität dazu schaffen. Er vertraue auf die Verantwortung der Führungspersönlichkeiten in Griechenland und Europa, sagt der Kommissar.

Die politischen Unruhen in Griechenland ließen auch beim IWF die Alarmglocken schrillen. "Ich bin in großer Sorge darüber, dass sich die Lage in den vergangenen 24 Stunden dramatisch verändert hat", sagte der Sonderberater der IWF-Spitze, Zhu Min, am Donnerstag in Paris. Er hoffe, dass die Regierung in Athen Zustimmung für ihre Sparvorschläge finde. "Wir sind bereit, Unterstützung zu leisten", so Zhu. Er verwies darauf, dass derzeit ein Team des Fonds in Athen eine Prüfung des griechischen Sparkurses abschließe.

Griechenland: Ausschreitungen gegen Sparmaßnahmen

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IWF zahlt offenbar nächste Tranche

Laut Insidern hat sich der IWF bereits dazu durchgerungen, die nächste Tranche des ersten Rettungspakets auszubezahlen. "Die Lage ist klar: Wenn es eine starke Verpflichtung der Europäer zur Unterstützung Griechenlands gibt, wird der IWF das Geld auszahlen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus ranghohen Kreisen der Euro-Zone.

Griechenland, das 2010 mit einem 110 Milliarden Euro schweren Programm von Währungsfonds und Eurostaaten gestützt wurde, ist ohne zusätzliche Milliarden-Hilfen von der Pleite bedroht. Die Verhandlungen in der Euro-Zone sind bisher jedoch ohne Ergebnis geblieben. Streitpunkt ist die von Deutschland geforderte Beteiligung privater Gläubiger.

(APA)

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88 Kommentare
 
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Wieviele griechische Staatsanleihen

hat eigentlich die Fekter in ihrem privaten Portfolio? Das würde mich echt interessieren.

Re: Wieviele griechische Staatsanleihen

Sie wird es nicht sagen, aber den Polit-Papa Erwin fragen, er weiß sogar mehr als die ÖVP-Regierungspartei.

das geschwätz von gestern

kümmert die banken wenig , man darf küger werden ...

machen die politiker - zumindest die österreichischen - genauso, und die werden nicht mal rot dabei

Antworten Gast: uburoi
17.06.2011 14:24
0

Re: das geschwätz von gestern

das müssen die nicht werden.
es gibt keine politik mehr, weil interessen zählen.
das wars.

ps: nein, da gibts noch was, nanotechnologie.

*hüstel*

Gast: Marximliane
17.06.2011 11:15
0

Fekter: Das ist ein gutes Geschäft!

Ein paar Promille hat Österreich für die Milliardenhaftungen zurückbekommen, hurra!
Finanzministerin Fekter, erst wenige Tage iim Geschäft, hat offenbar ihren Anfangselan schon verschlissen.
Wenn sie wirklich ein gutes Geschäft machen will, soll sie lieber österreichische Anleihen kaufen und damit Österreich von Zinszahlungen entlasten!

Gast: Verkaufsangebot
17.06.2011 10:58
1

Verkaufe Hymermobil 550 S für 10 Unzen Gold!


Gast: Goldkäfer
17.06.2011 10:48
1

Wer seine SCHILLING nicht in EURO sondern in GOLD getauscht hat, ist jetzt fein raus !eak


Gast: wer wenn nicht er
17.06.2011 09:35
1

Kann es sein, dass hier bereits eine "Umschuldung" läuft?

Wenn griechische Staatsanleihen in großem Stil verkauft werden drückt das doch massiv auf deren Preis:

1. Alle Banken verkaufen ihre griechischen Anleihen mit einer Quote von z.B. 65% zunächst an die EZB. Den Verlust von z.B. 35% schreiben die Banken ab.

2. IWF und EZB geben Griechenland Kredit zu sehr guten Konditionen, mit diesem Geld kauft Griechenland die eigenen Anleihen zum EZB-Einkaufswert (z.B. 65%) zurück.

3. Die griechische Regierung setzt ihre Haushaltskonsolidierung weiter fort.

4. Sobald das Defizit wieder "normale" Dimensionen angenommen hat (0-4% des BIP), legen die Griechen neue Staatsanleihen auf, mit denen die IWF- und EZB-Kredite getilgt werden.

-> Somit ging Griechenland offiziell nie pleite, und dennoch schlucken die Banken 35% der griechischen Staatsverschuldung. Griechenland hat einen sanierten Haushalt und etwas weniger halbkommunistische Staatswirtschaft (dank Umsetzung von IWF-Auflagen wie Privatisierungen, Abschaffung von gesetzlichen Monopolen etc.). Ende gut alles gut.

Antworten Gast: der goldhamster
17.06.2011 20:12
0

Re: Kann es sein, dass hier bereits eine

Sie haben versäumt, zu erwähnen, daß , wenn die Banken den Schrott zu 65 % oder so bei der EZB abladen, irgendjemand diesen Schrott ausgleichen muß.

Und sind dann die Sparer, spez. die Deutschen mit ihren Einlagen.

Griechen und Defizitkonsolodierung ß#
Tatsache ist, daß die Griechen, wie wir alle !!!!, die Schulden nicht tilgen können.

Also - die gegenüberstehenden Guthaben sind weg.

Das sollte fairerweise erwähnt werden.

Das wird den Bach runtergehen........

.....keine Frage- auch wenn sie sich noch so anstrengen !

Gast: dereuro
17.06.2011 08:56
0

TIME TO SAY





GOODBYE !

Gast: grau
17.06.2011 08:26
1

aufgabe einer österreichischen bundesregierung



in dieser prekären situation wäre es , möglichst schaden von uns abzuwenden, und, nachdem der oyro nur mit kramphaften maßnahmen weitergeschleppt werden kann ,den schilling wiedereinzuführen, und den junckerrubel zum teufel zu jagen.

der niederländische finanzminister redet schon von einem rettungsschirm von 1500 milliarden!

wer soll DAS dotieren?

kein Steuergeld nach Griechenland!


Gast: Samtpfote
17.06.2011 08:05
1

Die Dreisten

gestern konnte man die "Freunde" Griechenlands wieder werkeln sehen: maybritt illners Gesprächsrunde war nach den Regeln der Gehirnwäsche aufgebaut. Transferunion, Marshallplan, Kompensation für die deutschen Exporte......dreiste Vokabeln für einen Wunsch: Wir wollen weiter von Eurem Geld leben.

Gast: detailsunbekannt
17.06.2011 08:02
1

ich warte noch

auf den Tag, wo auch der letzte "Dank der EU geht es uns besser" oder "Dank der EU haben wir Frieden" Marktschreier hierzulande verstummt.

aber Dummheit überdauert angeblich sogar das kommende Desaster


Antworten Gast: wer wenn nicht er
17.06.2011 09:38
0

Aus einer Zeit vor dem EUR

Wussten Sie dass die Abwertung der italienischen Lira noch vor ca. 25 Jahren bei uns ca. 40.000 Jobs kostete?

Glauben Sie mir, es überwiegen die Vorteile der wettbewerbfähigeren Länder in dieser Währungsunion!!

Antworten Antworten Gast: Reflector
17.06.2011 16:00
0

Re: Aus einer Zeit vor dem EUR


Eine Kausalität zu dieser Behauptung wäre aufschlussreich.

Aber das Argument diesesmal sind nicht 25.000 Jobs. Wenn sich nämlich der Bondmarkt auf das bereits sturmreife Italien einschiesst, sind nicht nur 25.000 Jobs weg (die Brüsseler Bürokratie weist schon mehr auf und die wird in diesem Fall verschwinden, was aber eher positiv zu bewerten wäre) sondern dann zieht der Strudel der Entwicklungen noch ganz andere, derzeit noch halbwegs Gesunde, unter Wasser.

BTW: In GR sind bereits 44%, in I 30% und in E 25% der 15 - 25 jährigen arbeitslos. Das ist also das propagierte € Jobwunder? Dagegen sind die angeblichen 25.000 durch Lira Abwertung Arbeitslosen eine feuchte Kleinvogelblähung.

Ohne empfindlichen Beitrag der Ursprungsgläubiger darf kein Steuergeld fließen

Vereinfacht ausgedrückt bewirkt der Rettungsschirm, daß die Steuerzahler das Risiko und die Verluste tragen sollen während die Banken und Finanzinstitute hohe Gewinne eingefahren haben. Wirtschaftliche Verantwortung sieht anders aus und es ist auch das falsche Signal, da private Hochrisikogeschäfte durch Steuergeld subventioniert werden.

Die Institute sind bewußt das höhere Ausfallrisiko eingegangen und haben damit blendend verdient und wenn jetzt die Steuerzahler die Risken übernehmen sollen, dann ist es mehr als gerecht, daß die Ursprungsgläubiger ihre ungerechtfertigterweise lukrierten Risikoprämien als Solidarbeitrag einbringen müssen. Sollte sich dies eine Bank nicht leisten können, dann sollten die Steuerzahler dieses Institut nach dem Motto Geld gegen Beteiligungen auffangen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten diese Anteile privatisiert werden und Geld würde an den öffentlichen Haushalt zurückfließen.

Gast: uijegerl
17.06.2011 07:40
3

wahnsinn

dass die ezb immer noch griechische staatsanleihen kaufen MUSS, ist eigentlich unglaublich KRANK und haben wir deutschland und frankreich zu verdanken, die die ehemaligen grundprinzipien der ezb - kein kauf von staatsanleihen - geändert haben.

danke an frau merkel und herrn sarkozy.


Re: wahnsinn

Wenn die EZB keine Anleihen kauft, passiert folgendes: Sie verleiht Geld zu 1,25% (aktueller Zinssatz) an Banken, die dann die Anleihen kaufen. Diese werfen deutlich mehr ab. Für diesen Zinsgewinn hat die Bank nur das Anlegen von zwei Buchungszeilen geleistet.
Fällt die Anleihe aus (oder wie im Moment - macht nur den Eindruck, als würde sie es wohl tun), garantieren die Staaten den Banken diesen Zinsgewinn (durch Kauf von Anleihen).
Ich gebe Ihnen zwar soweit Recht, dass das was jetzt passiert nichts anderes ist, als den Banken das Risiko abzunehmen.
Aber bitte erklären Sie mir den volkswirtschaftlichen Nutzen, Banken ohne Not (das Geld kommt ohnehin von der EZB) ihr Zinsgeschäft zu sichern. Der erste Fehler liegt also schon weit zurück - jetzt wird nur planlos herumgerudert.

Gast: Pastor Hans-Georg Peitl
17.06.2011 07:26
1

Staatsbankrott

Anstatt die Griechen friedlich in den Staatsbankrott zu schicken, eine neue Währung einzuführen und neu durchzustarten, versucht man momentan das unvermeidbare dadurch auszugleichen, dass man auch noch andere Staaten belastet.

Wir von der Petition "WIR ZAHLEN NICHT FÜR EUROPAS SCHULDEN" http://www.openpetition.de/petition/online/wir-zahlen-nicht-fuer-europas-schulden sagen: NEIN.

Besser ein gut geplanter Staatsbankrott Griechenlands, als ein gesamtbelastetes Europa.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://www.oebote.gnx.at

Gast: Fenninghaus
17.06.2011 04:50
1

Dämmerung

wem sein Bares lieb ist, sollte es sich nun gut überlegen, ob seine Bank wirklich so liquid ist, wie sie verspricht,..

und falls China den Euro nicht weiterhin so massiv stützt, werden die Europäer harten Zeiten entgegengehen,.. dann werden sie endlich mal erkennen, dass sie selbst als geeinter Wirtschaftssraum keine Macht mehr haben,.. und so zerstritten wie sie nun auftreten, sind sie leichte beute für Spekulanten und Krisengewinnler,...

Gast: Wiener Wald
17.06.2011 01:41
1

Die griechen das schon wieder hin

Griechenland, ein durch und durch korruptes Land dass seit seinem EU-Beitritt 1981 nachweislich die größten Subventionszahlungen erhielt und trotz allem bisher keine richtige Industrie aufgebaut hat, dass bis heute nur durch Kredite und Tourismus auf den Beinen stehen kann, wird sich mit Sicherheit wieder irgendwie durchmogeln.

Etwa so, wie Sie sich den Beitritt in die Euro-Zone ergaunert haben.

Die Zukunft der EU

Die Zukunft, für EU, sieht nicht Rosig aus.

http://www.youtube.com/watch?v=weqAwZuHbB4&feature=channel_video_title

ich würde all meine Ersparnisse, die ich auf der Bank habe, sofort abheben und in krisensicheres Investitionen investieren ( z.B Gold, Immobilien usw.) sonst Wacht Ihr eines Morgen auf und der Euro ist nichts mehr Wert.

Antworten Gast: L.W:
17.06.2011 10:54
1

sonst Wacht Ihr eines Morgen auf


Exakt so wird es kommen.

Kaufe griechische Anleihen

Habe heute für 10.000 Euro griechische Anleihen gekauft. Kosten fast nichts.

Mal sehen, wenn der Euro kollabiert, ist es sowieso egal. Wenn die Griechen es schaffen kann man schön verdienen.

No risk, no fun!

 
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