"Politiker versagen bei der Eurokrise"

19.06.2011 | 09:09 |   (Die Presse)

Während EU-Finanzminister um weitere Milliardenhilfen für Griechenland ringen, üben Wirtschaftsexperten heftige Kritik am hilflosen Eindruck, den die Politik bei der Eurorettung hinterlässt.

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Wien/Luxemburg/Red./Ag. Griechenland bekommt die dringend nötigen zwölf Milliarden Euro aus dem „alten“ Hilfspaket, ohne die es bereits im Juli Staatsbankrott anmelden müsste. Aber wie es dann weitergeht – darüber sind sich die europäischen Politiker noch uneinig. Was zunehmend für Unbehagen unter Wirtschaftsexperten sorgt: Während die Finanzminister der Eurozone Sonntagabend in Luxemburg zu einem Krisentreffen über weitere Griechenland-Hilfen zusammentrafen, übten deutsche Wirtschaftsfachleute heftige Kritik am „Versagen der Politik“ in der Eurokrise.

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Märkte mutwillig aufgescheucht


Der deutsche „Wirtschaftsweise“ Peter Bofinger meinte, wenn die Eurozonen-Regierungen „alle Kämpfe öffentlich austragen“ und die Europäische Zentralbank mit Untergangsszenarien drohe, dann dürfe sich niemand wundern, wenn „die Märkte aufgescheucht“ seien. Der Präsident des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung, Dennis Snower, bezeichnete es als konjunkturgefährdendes und „völlig unnötiges Politikversagen“, dass es nicht gelinge, das insgesamt relativ kleine Griechenland-Problem zu lösen.
Der Europaexperte beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, Wim Kösters, wiederum meinte, die Probleme würden dramatisch verschärft, weil der europäische Rat „nicht führt, sondern nur auf die Märkte reagiert“. Die Beteiligung privater Gläubiger an der Sanierung Griechenlands werde im Übrigen nicht viel bringen, weil sie hauptsächlich in öffentlicher Hand befindliche Banken wie etwa die deutschen Landesbanken – und damit den Steuerzahler – treffen werde.

Um diese Beteiligung privater Gläubiger tobt weiterhin ein Streit: Frankreich und Deutschland sind im Wesentlichen übereingekommen, eine Beteiligung auf „freiwilliger Basis“ zu erwirken. Im deutschen Finanzministerium werden laut einem Bericht des „Spiegel“ aber auch Modelle durchgespielt, die eine verpflichtende Einbindung privater Gläubiger vorsehen. Zu diesem Zweck müssten neben dem jetzt diskutierten zweiten Hilfspaket im Ausmaß von 90 bis 120 Milliarden Euro auch noch Anleihen des „Europäischen Rettungsschirms“ angezapft werden, was die Aktion noch einmal stark verteuern würde: Der Rettungsschirm müsste dazu nämlich stark aufgestockt werden, wodurch sich die Länderbeiträge zum „Schirm“ verdoppeln könnten.

Griechen lehnen Sparen ab


Die Sache ist deshalb so kompliziert, weil die Euroländer den „Default“-Status für Griechenland (der bei einer verpflichtenden Beteiligung privater Gläubiger drohen würde) unbedingt vermeiden wollen. Für diesen Fall fürchtet Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker wie berichtet ein Übergreifen der Griechenland-Krise auf Portugal, Irland, Italien und Belgien.

Während die Euro-Finanzminister in Luxemburg die Freigabe der Zwölf-Milliarden-Euro-Kredittranche aus dem „alten“ Hilfspaket und das Schnüren eines zweiten Hilfspakets über bis zu 120 Milliarden Euro berieten, gingen in Griechenland die Proteste gegen die Sparmaßnahmen weiter. Die Europäische Volkspartei (EVP) forderte die konservative Opposition in Athen auf, das Sparpaket nicht länger zu blockieren. Mit ihrer Blockade liegen die Konservativen freilich im Mainstream: Laut einer Umfrage lehnen 80 Prozent der Griechen weitere Sparmaßnahmen ab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2011)

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393 Kommentare
 
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Gast: nestbeschmutzer
16.09.2011 14:35
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Millionärsklub?

Wenn ich diese zt gehässigen, destruktiven Postings hier alle lese, denke ich, dass diese Leute hier allesamt einen riesen Haufen Geld zu verlieren befürchten; s' müssen lauter Millionäre sein, die hier ihr Unwesen treiben. Ich zähl leider nicht dazu:-((

Gast: das hirn
20.06.2011 20:28
1

spekulation auf pleite

sgh mag.tumpel, wann fordern sie, dass die spekulation auf die pleite griechenlands und andere pleitekandidaten weltweit verboten wird ? dann ersparen wir uns pleiten unter allen wie immer gearteten umständen und um jeden preis verhindern zu müssen.

Antworten Gast: rabe1
20.06.2011 21:34
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Re: spekulation auf pleite

Eine Pleite will man nicht abwenden, um Spekulanten nicht zu belohnen sondern man will sie hinauszögern, um den Banken den Transfer der Papierln in die EZB / die öffentliche Hand zu ermöglichen. Die EZB hält mittlerweile schon 50 Mrd an Griechenbonds und ist Hauptgläubiger; vor der Krise warens 0 EUR. Die Demokratie dient zu nichts anderem, als den Schafen vorzugaukeln, sie würden nicht von den Bankern gelenkt und geschröpft. Früher gabs Prognome wo Banker gehängt wurden, heute fliegen die Steine auf die Parlamentarier, die für ein lächerliches Schmiergeld den Volkszorn abfangen...

Gast: das hirn
20.06.2011 20:26
0

spekulation auf pleite

sgh mag.tumpel, wann fordern sie, dass die spekulation auf die pleite griechenlands und andere pleitekandidaten weltweit verboten wird ? dann ersparen wir uns pleiten unter allen wie immer gearteten umständen und um jeden preis verhindern zu müssen.

Gast: das hirn
20.06.2011 20:25
0

spekulation auf pleite

sgh mag.tumpel, wann fordern sie, dass die spekulation auf die pleite griechenlands und andere pleitekandidaten weltweit verboten wird ? dann ersparen wir uns pleiten unter allen wie immer gearteten umständen und um jeden preis verhindern zu müssen.

Gast: Goldmarei
20.06.2011 19:22
0

Hättet Ihr damals Eure Schilling nicht in € sondern in Gold getauscht, bräuchtet Ihr jetzt nicht rumnörgeln!


Re: Hättet Ihr damals Eure Schilling nicht in € sondern in Gold getauscht, bräuchtet Ihr jetzt nicht rumnörgeln!

Durch die seither eingetretene Teuerung blieb nichts zum UMtauschen!

Gast: Desinfoterminator
20.06.2011 18:49
0

Spekulieren auf Griechenlandpleite ist bessere Alternative!

Frau Feker wurde als Finanzministerin von der Raiffeisengruppe, den Giebelkreuzern, die Österreicher missbrauchen, als Finanzministerin als Ersatz für den direkt zur Raiffeisengruppe auf einen Versorgungsposten zurückwechselnden Pröll eingesetzt.

Entsprechend belügt Frau Fekter die Wähler und sagt z. B. dass Österreich besser Aussteige, wenn es noch weitere Milliarden für Griechenland zur Verfügung stellt statt Griechenland in den Konkurs gehen zu lassen. Gemeint ist die Raiffeisengruppe bekäme noch größere Probleme...

Faktum ist, dass Österreich auf jeden Fall besser aussteigt, wenn es es nichts mehr für Griechenland zahlt und stattdessen auf die Seite jene wechselt, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands setzen. Ein CCC-Rating wird nicht einfach so erteilt, da muss Griechenland schon Daten verweigert haben und es müssen auch bei den Ratingagenturen einge Lügen der Griechen aufgeflogen sein.

Besser man spekuliert auf der sicheren Seite jener, die auf einen Bankrott der Griechen setzen, statt den Spekulanten via Konkursverschleppung noch weitere Milliarden nachzuwerfen.

Der Königsweg lautet: Short gehen gegen Griechenland, keinen Cent mehr für die Griechen rausrücken. Mit dieser Erfolgsformel ruinierten die US-Banken ganz Südamerika, wo die US-Banken auch zuerst das Land (bei Griechenland waren es ja auch anfangs US-Banken, die die Kredite brachten) mit Krediten fluteten und dann den Kredithahn abdrehten und via Spekulation auf die Pleite (andere borgten) verdienten.

Gast: Fred97
20.06.2011 17:24
1

Einfach unglaublich!

Hochbezahlte Bonzen in Brüssel bemerken seit vielen Jahren die falschen Zahlen von Griechenland nicht! Nun wollen jene "Versager" Griechenland weitere Mrd. zukommen lassen.

Das kommt mir vor, als ob man Elsner die Bawag sanieren ließe, Kulterer die Hypo Kärnten....

Gast: Plach2
20.06.2011 17:22
0

"Geld für Griechenland ist ein gutes Geschäft",

berichtete die ÖVP Finanzministerin dem Parlament.

Niemand in Europa will den Griechen weitere Mrd. gebe, warm wenn das doch so ein tolles Geschäft sit?

Solche Leute verwalten unser Steuergeld!

Seit sich Griechenland in den Euro hineingelogen hat,

weiß der letzte Grieche auf der kleinsten Insel, daß die EU-Politiker die Deutschen dazu zwingen werden, weiterzuzahlen, auch wenn die Griechen nicht im Traum daran denken, irgendwo zu sparen!

Die Euro-Hilfspakete für die Pleitestaaten werden weiterfließen, bis die ganze EU den Bach hinunter geht!

Vielleicht krachen vorher schon Dollar und Euro gemeinsam.

ad calendas greacas!

ad calendas graecas!
Das wussten schon die alten Römer.Schulden werden "ad calendas Greacas" zurückgezahlt, nämlich am St.Nimmerleinstag!
Das Geld sehen wir nie mehr wieder. Angeblich liegen in der Schweiz schon über 200 Mrd.Euro der Griechen für den Fall des Falles. Und wir überweisen Ihnen unser Steuergeld, Ist das nicht Wahnsinn??

Antworten Gast: Helvetier
20.06.2011 16:33
1

Re: ad calendas greacas!

Ich habe auch gelesen (CH-Presse), dass griechische "Staatsdiener" ihre 13. bis 16. Monatslöhne in die CH und den sicheren CHF transferieren.

Ich hätte da einen Vorschlag: Weshalb schiebt die EU den Schwarzen Peter nicht einfach der CH in die Schuhe? Wäre doch eine passende Antwort auf den Erklärungsnotstand, den Merkel, Sarkozy und co. gegenüber ihren Bürgern aufweisen, oder?

Griechenland wird unter diesem Druck zusammenbrechen!

Die Folgen werden viel schwerer sein als alleine Griechenland pleite gehen zulassen! Alle Laender, die Forderungen an Griechenland haben, werden schlechte Bonitaeten bekommen!

So sympatisch waren mir die Gewerkschaften noch nie

Sie drohen ja schon fast in ganz Europa mit Generalstreik.
Die EU in dieser Form muss untergehen
Für wichtige Sachen wie AKW und Krieg gibt es sowieso keine Union. Am besten gerüstet ist die Union beim Geld einsammeln und den Bürgern Handschellen anlegen.

Man muss kein Linker sein um so zu denken, denn außer ein paar Privilegierten werden alle abgezockt.

Gast: Tronn
20.06.2011 14:49
3

Kann ich

zur Bank gehen und Geld ausleihen und nach Überweisung der Geldes dann sagen, tut mir leid ich kann dir nicht zurückzahlen, aber das Haus gehört mir? So ähnlich macht GR jetzt mit unser Steuergelder. Die Poilitiker reisen überall hin, schön reden, toll essen, super versprechen und wir zahlen dann brav?????? Widerstand ruft.

.

Liest man das Presseforum, so glaubt man sich immer bei einer Hausfrauenrunde, die Chirurgen erzählen, wie man eine Operation am offenen Herzen durchführt.

Antworten Gast: zk
20.06.2011 23:25
0

Re: .

Sie halten sich wohl selbst für einen großen "Experten" und können nur über die unglaublich dummen Elemente des Volkes lächeln.
Beim Lesen der internationalen Finanzpresse zum Thema Griechenland kann ich im Gegenzug nur über die Experten lächeln, die eine Unmenge an widersprüchlichen Lösungsvorschlägen mit einer Selbstsicherheit zum Besten geben, die nahezu religiösen Charakter hat. Wo waren denn die Stimmen all dieser Fachleute, als die EU von dem "Betrüger" Griechenland bei den Aufnahmeverhandlungen aufs Kreuz gelegt wurde?

Antworten Gast: der Doktor
20.06.2011 21:42
2

Re: .

a) zum einen sind Juncker & Co keine Fachleute sondern Lobbyisten - die sind keine Profis in VWL sondern Profis im "Notlügen" und Verschieben von öffentlichem Geld in Bankerhand. Auch Chirurgen, die nebenbei eine Organvermittlungsfirma betreiben, sollte man seine Gesundheit nur bedingt anvertrauen....
b) zum anderen ist der Patient schon tot und wird nur noch mit Elektroschocks behandelt, damit niemandem auffällt dass das gesamte Krankenhaus nur noch aus Siechen in den letzten Zügen besteht und man weiterhin in Ruhe die krankenkasse plündern kann

Re: Die Fachleute waren es

Dafür ruinieren wir aber auch nicht den Euro!

Re: .

Ihr Beitrag geht weit über den Hausfrauen-Horizont hinaus, ja er bildet sogar.

Antworten Gast: grau
20.06.2011 15:23
1

Re: .



die dolmen, die uns regieren, vergleichst du mit fachärzten?

du gehst wohl zum druiden?

offensichtlicher mist wird durch merkel-heiligsprechung auch nix anderes, als die katastrophale serie von fehlentscheidungen, die die ganze ÄÄUU sind !

Re: .Also Chirurgen würde ich nicht gerne das Weltfinanzsystem anvertrauen!!!


Antworten Antworten Gast: gast gast
20.06.2011 15:56
0

Re: Re: .Also Chirurgen würde ich nicht gerne das Weltfinanzsystem anvertrauen!!!

ich weiß aber auch nicht ob ich von dir operiert werden möchte scheinst überfordert zu sein oder woher die ständigen frustpostings angst um deinen suv

Antworten Gast: Marimiliane
20.06.2011 14:48
2

Re: .

Hausfrauen an die Macht!
(Die Chirurgen haben zu viel Blut in den Augen)

Hauptsache das von nur 8 Familien Kontrollierte int.

Finanzsystem wird weiterhin mit Steuergeldern vor den selber verschuldeten Verlusten bewahrt.

 
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