Ratingagenturen gegen Schuldenstreckung

Einstufung griechischer Anleihen als „Zahlungsunfähigkeit“, würde eine schlimme Krise auslösen. Deutscher Finanzminister: „Ohne Schuldenschnitt geht es nicht.“

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(c) AP (Kirsty Wigglesworth)

Frankfurt/Red/Ag. Die Bemühungen der Euroländer, Griechenland durch eine „Streckung“ der Staatsschuld Luft zu verschaffen, haben einen argen Dämpfer erlitten: Die Ratingagentur Fitch hat am Dienstag mitgeteilt, sie würde eine solche Maßnahme als „Zahlungsunfähigkeit“ Griechenlands einstufen. Auch dann, wenn private Gläubiger dabei „freiwillig“ mitmachen.

Eine solche Einstufung griechischer Anleihen würde eine schlimme Krise auslösen, weil die Europäische Zentralbank griechische Papiere dann nicht mehr als Sicherstellung annehmen dürfte - und griechische Banken dann von einer ihrer letzten Finanzierungsquellen abgeschnitten wären. Auch die anderen Ratingagenturen haben eine derartige Rückstufung griechischer Anleihen für den Fall einer Schuldenstreckung schon angekündigt.

Um einen Schuldennachlass – in welcher Form auch immer – werde man in Griechenland aber nicht herumkommen, meint der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Es gehe „nur noch um das Wie“.

Bank-Austria-Generaldirektor Willibald Cernko sprach sich unterdessen für einen „Marshallplan“ aus, mit dem die griechische Wirtschaft wieder auf die Beine gestellt werden könnte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2011)

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