Das zweite Rettungspaket für Athen wird geschnürt

24.06.2011 | 18:47 |   (Die Presse)

Die Finanzminister der Eurozone werden am 3.Juli die Bedingungen der neuen Hilfskredite beschließen. Die Details zur Rettungsaktion.

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• Wer bezahlt: Das zweite Griechenland-Paket wird wie das erste nur von den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geschnürt. Die zehn EU-Mitgliedstaaten außerhalb der Eurozone machen nicht mit. Der ESFM, also jener Mechanismus, im Rahmen dessen das EU-Budget als Sicherheit für die Aufnahme von Darlehen verwendet wird, kommt somit anders als bei den Rettungspaketen für Irland und Portugal nicht zum Einsatz. Das liegt in erster Linie am Widerstand Großbritanniens und Tschechiens, im Umweg über den EU-Haushalt an der griechischen Rettungsaktion teilzunehmen. Auch die Staats- und Regierungschefs einiger Euroländer drängten beim Gipfel darauf, auf den EFSM zu verzichten und sich dafür nicht mit der Europäischen Kommission und den Nicht-Euroländern herumschlagen zu müssen.

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• Um wie viel Geld es geht: um mindestens 100 Milliarden Euro. Ob die Finanzminister der Eurogruppe am 3.Juli schon eine genaue Zahl bekannt geben werden, ist offen, doch der Finanzierungsbedarf Griechenlands in den nächsten drei Jahren bis einschließlich 2014 lässt diese Schätzung zu. Der Bedarf hängt natürlich von der griechischen Konjunktur und der Frage ab, ob und wann die Athener Regierung wieder beginnt, Primärüberschüsse zu erzielen (also vor Zinsen). EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy ließ am Rande des Gipfeltreffens verlauten, er denke, dass Griechenland im Jahr 2014 einen Primärüberschuss von sechs Prozent der Wirtschaftsleistung erzielen könne. Das erste 110-Milliarden-Euro-Paket läuft jedenfalls mit der derzeit debattierten fünften Tranche über zwölf Milliarden Euro aus. Der Rest, in etwa die Hälfte, wird in das neue Kreditprogramm umgegossen.

• Die Rolle der Banken: Am 3.Juli werden fünf bis sechs Finanzminister konkrete Zahlen darüber vorlegen, in welchem Ausmaß ihre Banken ihre Positionen in Griechenland verlängern. Deutschland, Frankreich, Belgien und Spanien dürften mit Sicherheit dabei sein. Ob Österreich auch, ist offen. Sämtliche Gespräche laufen über die nationalen Notenbanken und unter äußerster Diskretion. go

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2011)

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3 Kommentare
Gast: EFF EFF
25.06.2011 17:54
0 0

Kein Verlass auf die Post?

Jetzt wird schon das zweite Paket geschnürt, dabei ist das erste noch nicht bei mir angekommen.

Antworten Gast: f0f0a5a5
26.06.2011 14:53
0 0

Re: Kein Verlass auf die Post?

das rettungspaket liegt nach wie vor beschädigt zu hause. ;-)

Was soll die ganze Schnürerei

Das Volk Griechenlands soll demokratisch entscheiden dürfen ob sie sich voll und ganz in die Klauen der EU begeben wollen.
Es können 10 Hilfspakete geschnürt werden. Den Griechen selbst hilft das überhaupt nicht. Nur den Banken.
Die AAsgeier warten schon auf die Schnäppchen griechischer öffentlicher und natürlich nur gewinnbringender Unternehmen.

Viele Finanzexperten haben am Anfang bereits vorgeschlagen einmal in den faulen Apfel zu beissen, Griechenland entschulden und mit einer eigenen Währung neu beginnen zu lassen.

Doch in der EU sind ja die polit und Wirtschaftsexperten vertreten.
Experten sind sie. Wenn es um die Qualifizierung von gekrümmten Salatgurken geht. Und dazu benötigte man Sonderausschüsse.

War ja auch enorm wichtig. Schließlich ging es dabei um die Sicherheit der Innen und Aussenpolitk der EU.

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