Frankreichs Banken wollen sich nach Angaben von Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Hilfspaket für Griechenland beteiligen. Präsident Nicolas Sarkozy bestätigte am Montag auf einer Pressekonferenz einen entsprechenden Zeitungsbericht. Laut der regierungsnahen Zeitung "Le Figaro" sollen Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen beim Auslaufen einer Griechenland-Anleihe nur 70 Prozent dem Land wieder zur Verfügung stellen.
50 Prozent sollen in neue Anleihen fließen, die diesmal aber 30 Jahre laufen sollen. Die lange Laufzeit verschafft Griechenland Luft beim Zurückzahlen. Die restlichen 20 Prozent sollen in sogenannte Zero-Bonds fließen, also Anleihen ohne laufende Zinszahlungen. Sie sollen durch einen Fonds mit hochwertigen Wertpapieren abgesichert werden, der eine ähnliche Funktion haben könnte wie öffentliche Garantien, berichtete der "Figaro" weiter. Der Plan, den eine Gruppe unter Leitung der Großbank BNP Paribas ausarbeitete, soll demnach am Montag bei einem Treffen der Banken-Lobbygruppe IIF in Rom diskutiert werden. Französische und deutsche Banken halten den größten Teil der griechischen Staatsschuld.
Die deutsche Regierung bewertete den französischen Vorstoß positiv. Sie begrüße es generell, wenn vom Privatsektor Vorschläge kommen wie jetzt aus Frankreich, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dort hoffen die privaten Banken trotz der Ablehnung durch das deutsche Finanzministerium weiter auf Anreize, um sich an neuen Hilfen für Griechenland zu beteiligen. "Ich gehe davon aus, dass jeder das Seine tun wird, um aus dieser schwierigen Situation herauszukommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer. "Es wird gesprochen, es wird konstruktiv gesprochen", beschrieb er die laufenden Gespräche des Finanzministeriums mit deutschen Banken und Versicherungen. Anreize für private Gläubiger würden die Verhandlungen erleichtern.
(APA)
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