Die Lage in Athen hat sich am Mittwochabend zugespitzt - die Krawalle hielten in der Nacht auf Donnerstag an. Hunderte Vermummte randalierten und lieferten sich rund um den zentralen Syntagmaplatz Zusammenstöße mit der Polizei. Vor dem Finanzministerium brach ein Feuer aus. Der Brand sei "in oder vor der Post" ausgebrochen, die im Erdgeschoß des Ministeriums untergebracht sei, erklärte die Feuerwehr.
Wegen der dramatischen Lage musste zuvor ein Luxushotel in der griechischen Hauptstadt evakuiert werden. "Alle unsere Kunden wurden in Sicherheit in anderen Hotels untergebracht", sagte ein Sprecher des Hotels.
Abgeordneter auf Straße angegriffen
Wie aus Polizeikreisen verlautete, wurde zudem der Abgeordnete Alexander Athanassiadis von der regierenden sozialdemokratischen PASOK-Partei auf einer Straße in Athen mit Wurfgeschoßen angegriffen. Er hatte kurz zuvor für das milliardenschwere Sparpaket gestimmt, nachdem er zunächst ein Nein angekündigt hatte. Der Radiosender Skai berichtete, Athanassiadis sei leicht am Kopf getroffen und in einen Gebäudeingang in Sicherheit gebracht worden.
Insgesamt wurden bei den Protesten nach Berichten griechischer Medien mehr als 500 Menschen verletzt. Die meisten von ihnen hätten Augen- und Atemwegsbeschwerden. Wie die Polizei mitteilte, wurden 38 Menschen festgenommen; 26 Polizisten wurden verletzt, hieß es.
Die Randalierer sind militante Gegner des rigorosen Sparprogramms der Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Das Parlament hat das Sparpaket am Mittwoch gebilligt.
Am Donnerstag steht eine weitere entscheidende Abstimmung an. Die Verabschiedung ist Voraussetzung für weitere Milliarden-Hilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF).
(Ag.)
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