Athen: Brand vor Finanzministerium, Hotel evakuiert

30.06.2011 | 06:31 |   (DiePresse.com)

Demonstranten und Sicherheitskräfte liefern sich schwere Auseinandersetzungen. Ein Abgeordneter wird mit Wurfgeschossen angegriffen.

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Die Lage in Athen hat sich am Mittwochabend zugespitzt - die Krawalle hielten in der Nacht auf Donnerstag an. Hunderte Vermummte randalierten und lieferten sich rund um den zentralen Syntagmaplatz Zusammenstöße mit der Polizei. Vor dem Finanzministerium brach ein Feuer aus. Der Brand sei "in oder vor der Post" ausgebrochen, die im Erdgeschoß des Ministeriums untergebracht sei, erklärte die Feuerwehr.

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Wegen der dramatischen Lage musste zuvor ein Luxushotel in der griechischen Hauptstadt evakuiert werden. "Alle unsere Kunden wurden in Sicherheit in anderen Hotels untergebracht", sagte ein Sprecher des Hotels.

Abgeordneter auf Straße angegriffen

Wie aus Polizeikreisen verlautete, wurde zudem der Abgeordnete Alexander Athanassiadis von der regierenden sozialdemokratischen PASOK-Partei auf einer Straße in Athen mit Wurfgeschoßen angegriffen. Er hatte kurz zuvor für das milliardenschwere Sparpaket gestimmt, nachdem er zunächst ein Nein angekündigt hatte. Der Radiosender Skai berichtete, Athanassiadis sei leicht am Kopf getroffen und in einen Gebäudeingang in Sicherheit gebracht worden.

Insgesamt wurden bei den Protesten nach Berichten griechischer Medien mehr als 500 Menschen verletzt. Die meisten von ihnen hätten Augen- und Atemwegsbeschwerden. Wie die Polizei mitteilte, wurden 38 Menschen festgenommen; 26 Polizisten wurden verletzt, hieß es.

Die Randalierer sind militante Gegner des rigorosen Sparprogramms der Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Das Parlament hat das Sparpaket am Mittwoch gebilligt.

Am Donnerstag steht eine weitere entscheidende Abstimmung an. Die Verabschiedung ist Voraussetzung für weitere Milliarden-Hilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF).

 

(Ag.)

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10 Kommentare
Gast: Goggi
30.06.2011 18:15
0 0

Griechenland- Unruhen wegen Sparpaket

Gebt endlich den Griechen die Drachme- natürlich über Nacht, sonst heben alle ihr Geld in Euro ab- und lasst sie dann endlich abwerten.
Dann können sie wieder günstig produzieren und exportieren!
Die Banken verlieren natürlich beim Abwerten, verlieren werden sie jetzt auch!
Wenn sie dann auf sich gestellt sind, werden sie halt doch auch arbeiten müssen!

Gast: niederösterreicher
30.06.2011 10:30
1 0

verantwortung übernehmen!

In Griechenland muss das Militär endlich die Verantwortung übernhemen, damit das Land nicht in den Abgrund von Chaos und Bürgerkrieg versinkt!

in griechenland waren alle korrupt, die großen wie die kleinen. nur kommen die großen sicher wieder mal relativ ungeschoren davon...


Antworten Gast: Adalbert M. Rohde
30.06.2011 11:07
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Re: in griechenland waren alle korrupt, die großen wie die kleinen. nur kommen die großen sicher wieder mal relativ ungeschoren davon...

Nicht unbedingt, wie dieses Video von SPIEGEL-Online eindrücklich vor Augen führt.

http://www.spiegel.tv/#/filme/unterwegs-mit-griechischen-steuerfahndern/

Griechenland mobilisiert aktuell 3000 zusätzliche Steuerfahnder. Und kann dabei aus einem gewaltigen Reservoirs von bislang unproduktiven Beamten schöpfen. Bleibt nur zu hoffen, dass die auch arbeiten.

Antworten Antworten Gast: dr. philppp
30.06.2011 14:45
0 0

und die sind dan aus Gewohnheit arbeitsscheu und auch korrupt (mit Nachholbedarf)

Griechenland hinzubekommen ist WEIT schwieriger als in Österreich eine wirkliche Verwaltungsreform zu machen und das heißt was....

Vorwärts Griechen...

...macht euch frei, von der Eurokratentyrranei! ;)

Dieses wirtschaftliche System ist dem Untergang geweiht. Griechenland ist nur einer von vielen EU-Dominosteinen die fallen werden.
Auch Österreich steht im Endeffekt nicht viel besser da.
Wir sind insgesamt (Staat, Private & Unternehmen) auch mit rund 300% des BIP verschuldet, und jedes % an Zinserhöhung bedeutet, daß wir mindestens 3% BIP-Wachstum brauchen, um diesen Abfluss ans Finanzkapital auszugleichen.

Wer glaubt, daß dieses System noch lange halten wird, träumt auch von warmen Eislutschern. ;)

vertrag von lissabon

wenn mich nicht alles täuscht, könnte dieser vertrag bei der "niederschlagung" der proteste der eu gelegen kommen.

Nur ein Politiker... schade...

Hoffentlich gibts im Hotel noch Beute - ein paar Analysten oder Bankster werden dort schon zu kriegen sein! Vorwärts Griechen - wehrt euch!

Offensichtlich ist die griechische Bevölkerung nicht so begeistert vom Sparpaket, als es die Politiker gerne hätten.


Die europäische Politik

scheint momentan dazu übergegangen zu sein, mit mehr als fragwürdigen Argumenten (EU-Rettung, EURO-Rettung und sonstigen Rettungen), gegen den Willen der Mehrheit der EU-Bürger zu regieren.

Es gab schon weniger gefährliche Spiele mit dem Feuer.

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