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Ratingagentur schickt Politik zurück zum Start

05.07.2011 | 10:50 |   (Die Presse)

Die Ratingagentur S&P will die geplante Beteiligung der Privatgläubiger an der Griechenland-Hilfe als „teilweisen Zahlungsausfall“ werten. Nowotny kritisiert deren Verhalten.

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Wien/Bloomberg/Reuters/Jaz. In der Vorwoche hoffte die europäische Politik, die Griechenland-Misere langsam aber sicher lösen zu können. Trotz heftiger Widerstände auf der Straße beschloss das Parlament in Athen ein Sparprogramm, das von EU und IWF als Voraussetzung für frisches Geld aus dem Hilfstopf genannt worden war. Die bevorstehende Staatspleite war abgewendet. Zudem sorgte ein Vorschlag des französischen Bankenverbands über die Beteiligung der Privatgläubiger an der Griechenland-Hilfe für Aufatmen bei Politikern. Denn erstmals signalisierten auch Banken und Versicherungen, sich finanziell zu beteiligen.

Anfang dieser Woche war die Euphorie wieder verflogen. Grund dafür war ein Statement der Ratingagentur S&P zu den Plänen. „Aus unserer Sicht würden sie zu einem teilweisen Zahlungsausfall führen“, so die Ratingagentur. Die bestehenden und künftigen Staatsanleihen Griechenlands würden daher mit der schlechtesten Bewertung „D“ versehen werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird einem Bericht der Financial Times zufolge weiter an ihrem Prinzip festhalten, auf das beste Raing aller Agenturen zu achten. Die EZB könnte damit die Tür für einen Kompromiss zur Lösung der griechischen Schuldenkrise offenlassen, der eine Beteiligung der privaten Gläubiger vorsieht, solange nicht alle Ratingagenturen dabei ihre Bewertung auf die schlechteste Note absenken.

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Auch der US-Derivateverband äußerte sich dahingehend, dass er den französischen Vorschlag nicht als Kreditereignis bewerte. "So wie ich Frankreichs Plan verstehe, handelt es sich gewissermaßen um einen freiwilligen Roll-Over und im Allgemeinen werden durch einen freiwilligen Roll-Over keine Kreditausfall-Versicherungen (CDS) fällig", teilte der Derivateverband International Swaps and Derivatives Association (ISDA) am Montag mit.

Nowotny-Kritik an Ratingagenturen

Der Chef der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, kritisiert die Rating-Agenturen wegen ihrer strengen Vorgaben für die Griechenland-Hilfe. Ihm sei aufgefallen, dass die (großteils US-amerikanischen, Anm.) Rating-Agenturen in dieser europäischen Angelegenheit "sehr viel strikter und aggressiver sind als bei ähnlichen Fällen in Südamerika", meinte der OeNB-Gouverneur Montagabend in der "Zeit im Bild 2".

Nowotny spricht hier von einer "schwer schwierigen Diskussion" mit den Rating-Agenturen, da dieser auch teilweise Verzichte als Ausfall werten würden. Überhaupt gebe es eine "eigenartige Situation". Die Banken selber wären nämlich durchaus bereit, sich an der Rettung zu beteiligen, weil sie Interesse an der Stabilität Griechenlands hätten.

Faymann zeigte sich ebenfalls erbost über die Kritik der amerikanischen Ratingagenturen. Er attestierte den Agenturen ein mangelndes Einfühlungsvermögen sowie mangelnde "Ortskenntnis". Es sei an der Zeit, eine europäische Ratingagentur zu errichten, die mit den Gegebenheiten in Europa besser vertraut sei. Der Kanzler sprach von einer "unkontrollierten Entwicklung", bei der Ratingagenturen einen größeren Einfluss hätten als parlamentarische Beschlüsse.

Zusammenbruch der Banken

Sollten die Ratingagenturen konsequent bleiben, wäre die Folge davon der Zusammenbruch des griechischen Bankensystems, da die EZB angekündigt hatte, in einem solchen Fall keine griechischen Staatsanleihen mehr als Pfand zu akzeptieren. Dies ist zurzeit jedoch die einzige Möglichkeit für griechische Banken, noch zu frischem Geld zu kommen. Dies könnte zu einem Sturm auf die Banken und „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ in Griechenland führen, meinte IHS-Chef Bernhard Felderer in der Vorwoche.

Darüber hinaus würde die geplante Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt unmöglich sein, solange das Rating auf dem schlechten Niveau verweilte. Ökonomen befürchten zudem negative Auswirkungen auf die anderen Wackelkandidaten des Mittelmeerraums – allen voran Portugal. Da die EU-Politik dieses Szenario auf jeden Fall vermeiden möchte, bedeutet das Urteil von S&P für sie eine Rückkehr an den Start. „Politiker, Zentralbanker und Bankenvertreter müssen nun zurück an den Zeichentisch und sich etwas Neues überlegen“, sagt Christoph Rieger, Strategiechef bei der deutschen Commerzbank. Eine Beteiligung der Privatgläubiger wurde in der Vorwoche von führenden EU-Politikern wie der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lautstark gefordert.

 

Kritik an französischen Plänen

Die französischen Pläne hatten vorgesehen, dass die Gläubiger 70Prozent ihres auslaufenden Griechenland-Investments neuerlich in 30-jährige griechische Staatsanleihen stecken. 50 Prozent der ursprünglichen Summe hätte Griechenland erhalten, die restlichen 20 Prozent sollten in einen Sicherungsfonds fließen, der eine Rückzahlung auch nach einer Staatspleite garantieren würde.

Dieser letzte Punkt – als Anreiz für die Banken gedacht – erklärt laut Kritikern des Plans auch die Ablehnung durch S&P. So wäre für Griechenland nach einer solchen Umschuldung eine Staatspleite samt Schuldenschnitt in einigen Jahren günstiger, als die vollen Zinsen für 30 Jahre zu zahlen.

Des Weiteren würden die Gläubiger laut der Einschätzung von S&P in Summe weniger Geld erhalten, da die Zinsen bei den neuen 30-jährigen Anleihen „deutlich geringer“ sein dürften. Zudem würde es sich nicht um einen freiwilligen Umtausch, sondern eine „Restrukturierung“ Not leidender Kredite handeln, so die Ratingagentur. Daher müsse dies als „teilweiser Zahlungsausfall“ gewertet werden.

 

Klage gegen Griechenland-Hilfe

Widerstände gegen die Griechenland-Hilfe gibt es aber auch in Deutschland. Dort verhandelt das Bundesverfassungsgericht heute, Dienstag, über die Rechtmäßigkeit des Hilfspakets. Die Kläger berufen sich auf die EU-Verträge, die eine Finanzhilfe für andere Länder untersagt. Einer der Kläger, der Berliner Ökonom Markus Kerber, fordert daher den Euro-Austritt der EU-Nettozahler – neben Deutschland auch Österreich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 5. Juli 2011)

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401 Kommentare
 
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Ökonomen verstehen ja kaum

etwas von Ökonomie und jetzt geben sie schon ihren Senf zur Politik dazu?
Wie unterhaltsam...

Re: Ökonomen verstehen ja kaum

Wahrscheinlich sollte Hr. Kerber bei Fr. Fekter ein paar Privatstunden nehmen? Denn die hat Ihre Weisheiten offensichtlich von höheren Stellen bezogen?

Waum gibt eigentlich der Weihnachtsmann nicht auch anderen direkten Privatunterricht?

Re: Re: Ökonomen verstehen ja kaum

Es gibt ja tausende ökonomische Meinungen. Warum sollte gerade diese stimmen?
Ökonomen können ja auch im Gegensatz zu Politikern nichts gestalten.

Re: Re: Re: Ökonomen verstehen ja kaum

Bereits einmal rausgeflogen, versuch's nochmals - in abgekürzter Form:

Auf "tausende" gehe ich nicht ein, das ist leider nur schon wieder so ein "Allgemein-Totschlagargument".

Wird sie stimmen? Weiß ich nicht. Nur sie deckt sich mit den bekannten Fakten und den Spielregeln der (noch?) geltenden Marktwirtschaft. Damit hat sie zumindest eine weitaus höhere Wahrscheinlichkeit zu stimmen, als die derzeitige Politstrategie.
Hinweis: Verschuldung ist bis dato ein Problem zwischen Schuldner und Gläubigern. Diese beiden müssen ihr Problem lösen, und nicht Dritte.

Es stimmt schon, dass "nur Politiker gestalten". Aber genau das sollten sie im Sinn des Wunsches der Mehrheit der Bevölkerung machen. Zuminest so lange gem. einer Verfassung noch die Mehrheit "bestimmt". Und es gibt noch keinen "Verfassungszusatz", welche bestimmte oder einen Großteil von Bürgern von der Mitbestestimmung "mangels Wissens" (und wer würde das beurteilen - Bürokraten?) ausschließt.

Einer dafür,

fünftausend dagegen...

Antworten Gast: Plach3
04.07.2011 13:30
0 0

Ungarn ist da schon viel weiter!

Ungarn verkauft Mrd. Staatsanleihen an China. Für sie dürfte es kein Problem sein vom Euro zur chinesichen Währung zu wechseln; die außerdem viel stabiler ist.

Keine (US) Ratingargentur getraut sich in China, Rußland oder Indien eine Teilrepublik in den Bankrott schicken. So etwas erlauben ihnen nur die Europapolitiker!

handelsbilanzüberschuss?!? dieser regel folgend, könnte österreich gar nicht austreten...


ein blick auf statistik austria würde genügen: österreich importiert mehr waren als es exportiert.

daher: HANDELSBILANZDEFIZIT

und für alle die gedankenlos dem deutschen experten an den lippen hängen:

1. wäre er tatsächlich experte, dann wüsste er, dass österreich gar nicht zu seiner musterschüler-klasse gehört

2. wüsste er es, dann würde er österreich genauso verdammen wie griechenland u.a.

BITTE ZUR KENNTNIS NEHMEN:
österreich leidet an unerträglicher selbstüberschätzung - die handelsdaten zeigen die wahrheit: wir sind und bleiben eine nasenbohrer-nation! nix überschuss - defizit!!

Re: handelsbilanzüberschuss?!? dieser regel folgend, könnte österreich gar nicht austreten...

@ thomas bernhard

Österreich gehört zu den EU-Nettozahlern und darauf kommt es an.

Lesen Sie bitte diesen Satz so oft bis Sie ihn verstanden haben.

Antworten Gast: euroschmattes
04.07.2011 13:20
0 0

Re: handelsbilanzüberschuss?!? dieser regel folgend, könnte österreich gar nicht austreten...

Ich bin sogar sehr froh, dass Österreich kolossal verschuldet ist. Was glauben sie, wer die wirklich Dummen nach einem Neustart sind? Richtig, diejenigen, die nie Schulden gemacht haben und gerade nicht mehr dazu gekommen sind, ihr Erspartes zu genießen.

Antworten Gast: grau
04.07.2011 13:06
0 0

Re: handelsbilanzüberschuss?!? dieser regel folgend, könnte österreich gar nicht austreten...



dein nick sagt mehr, als tausend worte.

Gast: grau
04.07.2011 13:01
2 0

VOLKABSTIMMUNG JETZT !



bevor die narren haus und hof verspielt haben !

Gast: Desinfoterminator
04.07.2011 12:55
4 0

Österreich hat ein immer größeres Handelsbilanzdefizit

Jahr Einfuhren Mrd. Euro Ausfuhren Mrd. Euro Handelsbilanz +/- Mrd.
2000 74,935 69,692 -5,243
2005 96,499 94,705 -1,793
2006 104,201 103,742 -0,459
2007 114,255 114,680 +0,425
2008 119,586 117,525 -2,043
2009 97,574 93,739 -3,835
2010 113,65 109,37 -4,28

Zuletzt hatte Österreich 2007 in Folge des Erfolgs von "Red Bull" einen minimalen Außenhandelsüberschuss! Österreich würde also aus dem Euro genauso rausfliegen nach der Definition des Herrn Professors der TU Berlin.

Vielleicht meint der Herr Professor das Leistungsbilanzdefizit, in dem die Fremdenverkehrsbilanz eingerechnet wird, gemeint, nur muss er es auch sagen und nicht von einem strukturellen Leistungsbilanzüberschuss faseln, den Österreich definitiv nicht hat.

Laufend weitet sich seit der Wiedereinführung der SPÖVP-Regierung das Leistungsbilanzdefizit aus, man muss bedenken, dass das Budget 2007 noch von der schwarz-blauen Koalition geplant worden war. Mit der SPÖVP kam schlagartig wieder die Lücke in der Handelsbilanz. Heuer dürfte das Loch etwa 7,8 Mrd. Euro betragen, eine Summe wo es eng wird, da man das nicht mehr via Fremdenverkehr ausgleichen wird können.

Das sich ausweitende Handelsbilanzdefizit zeigt aber auch, dass die SPÖVP ihr gigantisches Defizit sinnlos baut und höchstens mit den neuen Schulden die Konjunktur in China oder sonst wo angeheizt wird, aber in Österreich oder bei den Österreichern kommt kein Multiplikatoreffekt an. Die SPÖVP hat auch hier wieder komplett versagt!

0 0

Re: Österreich hat ein immer größeres Handelsbilanzdefizit


Das Leistungsbilanzdefizit wird sich auch nicht ausweiten, im Gegenteil, wir werden wieder einen Milliarden-Überschuss haben, wie die Jahre davor:

Leistungsbilanzüberschuss

2008: 9,8 Mrd €

2009: 6,3 Mrd €

2010: 7,8 Mrd €

2011 könnte sogar besser als 2010 werden (so wie die Exporte derzeit laufen).

Antworten Antworten Gast: Desinfoterminator
04.07.2011 15:45
0 0

Die USA sind am ewigen Handelsbilanzdefizit zu Grund gegangen!

Der TU Professor aus Berlin spricht von einem "strukturellem Handelsbilanzüberschuss" (ICH habe mich vertippt und im Unterbewusstsein auf Leistungsbilanz ausgebessert) und das bleibt schlicht FALSCH.

Österreich hat KEINEN strukturellen Handelsbilanzüberschuss.

Ein Handelsbilanzüberschuss ist nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen für die produzierenden Betriebe besser sind als im Ausland, doch das ist seit Ende von Schwarz-Blau eben nicht mehr der Fall und entsprechend explodiert wieder das Handelsbilanzdefizit von Österreich. Da braucht man nichts schön reden mit der Leistungsbilanz, denn die produzierende Wirtschaft ist einfach immer weniger konkurrenzfähig gemessen am Ausland. Das ist auch kein Wunder, wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern und z. B. Treibstoffe künstlich verteuert werden, da die Regierung nicht sparsam mit Geldern umgehen kann.

Das mit dem Fremdenverkehr ist ein reines Glück, da die Landschaft in Teilen Österreichs sehr schön ist und wir eben einen Kaiser hatten der seine Residenz in Wien hatte.

Aber wehe, schifahren, snowboarden u. s. w. kommt aus der Mode, dann ist der Ofen schnell aus.

Ohne Industrie geht es nicht, das siehe USA, die durch den US-Dollar (ungedeckte US-Dollar gegen Ware in aller Welt verteilt, da kann kein echter Hersteller preislich mit) deindustriealist sind. Seit dank Internet und Gratismanetalität die letzte Industrie, die Musik- und Filmindustrie - eine Cashcow Kaliforniens - wegbrach ist dort der Ofen aus!

0 0

Re: Die USA sind am ewigen Handelsbilanzdefizit zu Grund gegangen!


Natürlich wäre es für uns besser, mit einem Handelsbilanzüberschuss einen ähnlich guten Leistungsbilanzüberschuss zu erzielen.

Aber besser mit einer positiven Dienstleistungsbilanz und negativer Handelsbilanz eine positive Leistungsbilanz zu erreichen als wie die Amerikaner mit ihrer negativen Handelsbilanz (500 Mrd $ p.a.) auch eine negative Leistungsbilanz.

Da die meisten Euro-Länder eine negative Leistungsbilanz haben, müssen die aktiven Länder wie Deutschland, Holland, Österreich die Leistungsbilanzdefizite dieser Länder via EZB finanzieren.

Zur Gänze schaffen sie's eh nicht, im ersten Quartal 2011 hatten die Euro-Länder ein Leistungsbilanzdefizit von 33,5 Mrd Euro (die Nicht-Euro-EU-Länder einen kleinen Überschuss von 0,7 Mrd Euro).


Gast: grau
04.07.2011 12:45
5 0

SCHILLING und

SOUVERÄNITÄT, wir freun uns auf euch !!

Re: SCHILLING und

Achtung!
Die eigene Währung und politische und wirtschaftliche Souveränität muß man sich erst einmal leisten können!

Es ist unmöglich als Österreich aus den wirtschaftlichen Zusammenhängen in Europa und der Welt auszusteigen!

Rückschritt ist fast immer schlechter als Probleme zu lösen!

MfG.

Antworten Antworten Gast: grau
04.07.2011 18:51
0 1

Re: Re: SCHILLING und



NICHTS ist schlechter, als oyro und ÄÄUU !

kotzverein, adieu !

Re: Re: SCHILLING und

Das eine Entscheidung zu einem "Rettungsschirm" (bereits das Wort ist sinngebend falsch, ausgenommen man meinte bereits Kreditgeber), welcher Investoren in letzter Konsequenz höhere Zinsen bei Null Risiko bietet, ein Fortschritt bzw. eine Problemlösung ist, werden Sie sicher nicht behaupten.

Und bereits eine reine Nichtbeteiligung daran hätte keinen Ausstieg aus den "wirtschaftlichen Zusammenhängen" bedeutet, siehe Slovakei. Oder mit anderen Worten, die Beteiligung hat ein Problem geschaffen, jedoch keines beseitigt.

Re: Re: Re: SCHILLING und

Ich denke da haben Sie Recht, aber schon der Versuch einer Lösung ist besser als Rückschritt.

So wie es aussieht scheinen sich unsere Polikiker punkto EU-Transfersteuer nun doch gegen alle anderen Mitglieder durchzusetzen!

Wie man mit betrügerischen Staaten wie Griechenland umgeht, wenn sie einmal in der EU und Eurozone sind ist ein Gordischer Knoten!

Re: Re: Re: Re: SCHILLING und

Dieser "gordische Knoten" war aus meiner Sicht gar nicht vorhanden, denn es gab und gibt Verträge. Und diese wären einfach einzuhalten gewesen.
Zusatz: Selbst wenn man einen Vertrag im nachhinein als "falsch" oder "ungeeignet" ansieht, ist das mehr als eine fadenscheinige Begründung, in nicht einzuhalten.

Im Prinzip geben ich Ihnen zwar Recht, eine falsche Entscheidung ist besser als keine. Nur in diesem Fall gabe es eine vertraglich vorgesehene Lösung, und jeder halbwegs vernünftige Wirtschaftstreibende hätte (und hat) voraussagen können, dass mit dieser Lösung hauptsächlich das Geschäftmodell der "Investoren" zu Lasten der Steuerzahler bestätigt und damit prolongiert wird.

Ich kann es daher aus meiner Sicht leider nicht besser formulieren als, das war kein Versuch einer Lösung, sondern eine Potenzierung des Problems.

Denn letztendlich war es auch eine politische Freigabe weiterer, risikoloser Spekulationen gegen Irland, Portugal, ..... Und, last but not least, war es zudem die Entscheidung staatliche Buchhaltungsfäschung nicht zu verfolgen sondern ohne Konsequenzen zu akzeptieren (und zu belohnen).

Antworten Gast: Pedro
04.07.2011 13:02
1 1

Re: SCHILLING und

Der Schilling war an die DM gekoppelt, wir hatten also eigentlich nur eine umbenannte DM. Das wäre heute nicht mehr möglich und somit wäre die Rückkehr des Schilling unser Untergang.

Re: Re: SCHILLING und

Der ATS war praktisch an die DEM gekoppelt, da unsere Wirtschaft mit der der BRD ziemlich tief verflochten ist. Auch bei zukünftigen Währungsentscheidungen werden wir daher der BRD hinterher hoppeln müssen.

Austreten!

Wer heute noch immer nicht begreift, dass der EURO gescheitert ist, wie Herr Cap, Herr Kopf und Herr Kogler (gestern "Im Zentrum"), der hat nicht alle Tassen im Schrank. Er sollte den "Nachruf auf eine gemeinsame Währung" im "Spiegel" (v. 20. 06. 11)lesen, um sich wenigstens ein bißschen mit der Sache vertraut zu machen statt zu "klugscheißern".
700 Nationalökonomen hielten noch vor Maastricht die Schaffung einer EWU für "einen grotesken Irrtum", weil Staat und Währung niemals getrennt werden dürfen ("Der Staat ist das Geld"). Die EU ist kein Staat, und wird es nie werden. Langfristig gibt es nur eine Lösung: die Korrektur des Irrtums, d.h. raus aus dem EURO. Jeder Staat muss für seine Währungs-, Geld- und Kreditpolitik selbst verantwortlich sein, alles andere ist Unfug.
Unsere völlig inkompetente Regierung betreibt nur noch Wohlstandschädigung, Konkursverschleppung, Lüge, Betrug und Verrat am Bürger.

Re: Austreten!

Sie haben leider Recht. Und "im Zentrum" war (wie fast alles vom ORF zu diesem Thema) grauenhaft, Blinde sprechen über Farbenlehre.

Der, aus meiner Sicht einzig richtige Satz war (obwohl davon nicht betroffen) von Hrn. Kopf zu Thema Vermögenssteuer = das wäre eine Besteuerung von bereits versteuertem Geld (Substanz) und eine Strafe für jene, welche es nicht (rasch genug) ausgegeben haben.

Der Rest war zum fürchten, vor allem der Versuch des Ultimatums von Hrn. Kogler an die SPÖVP betreffend der 2/3 Mehrheit. Einmal davon abgesehen, dass er nicht einmal über genügend Gesprächskultur verfügt, auch andere ohne dauerndes Zwischenreden sprechen zu lassen.

Antworten Gast: Wir pfeifen auf die EU!
04.07.2011 12:55
3 0

Österreich muss die EU-Titanic rechtzeitig verlassen!

Nur raus aus dem Euro, das wird zu wenig sein.

Wenn, dann aus der EU austreten!
Damit ist man gleichzeitig auch vom Euro draussen.

1 0

Re: Österreich muss die EU-Titanic rechtzeitig verlassen!


Aus dem Euro alleine austreten geht eh nicht, aus der EU insgesamt schon.

Die genannten Länder (D, A, Lux, NL, Fin) ja, jedoch außer Luxemburg.

Die haben dort sicherlich noch viele Junckers und was die anrichten können, erleben wir gerade.

Gast: Jako
04.07.2011 12:31
3 7

Papperlapapp


Jaja, das Sommerloch ist da.




7 2

endlich jemand vernünftiger

Sinn hat dies aber schon früher vorgeschlagen, nur sind unsere Poliks zu abhängig von den Banken, und Beratern in den eigenen Reihen.

Die einzige Partei welche dies selbst befürwortet, kann nur durch das Volk 2013 gewählt werden. Bis dahin werden wahrscheinlich noch viele Mrd verbrannt werden, weil angeblich alternativlos.

Wie wär's mit einem "Euro-Neu"?

Eine neue Währung für die "braven" Staaten. Bei der Neugründung kann man alle Fehler vermeiden, die jetzt so garstig zum Vorschein gekommen sind.

Die restlichen Länder behalten das, was sie immer wollten, einen Weichwährungs-Euro, der dann nach Belieben abgewertet werden kann, wenn die Gewerkschaften wieder mal zu gierig und die Politiker zu korrupt waren.

Re: Wie wär's mit einem

@ Nobadaddy

Das würde aber auch nicht funktionieren, weil da wird wieder irgend so eine P. der Banken wie der Jean-Claude Junckers als Chef ernannt.

Vielleicht diesmal der Bürgermeister von Gibraltar. Luxenburg hat ja schon seinen "Euro-Chef".

Und diese Marionette der Banken macht dann auch wieder das was seine Auftraggeber von ihm verlangen.

PS: Gibraltar hat 28.000 Einwohner.

Re: Wie wär's mit einem

Der "Nord- und Südeuro" wird von einigen Bankmitarbeitern seit Monaten diskuttiert.

Re: Re: Wie wär's mit einem/Walter2

"...seit Monaten diskutiert". Ja! Und zwar so laut und anhaltend, dass sie keine Zeit für wartende Kunden haben. Auf solche Mitarbeiter ( ein paar "Innen" sind sicher auch dabei?) sollte (ja müsste) verzichtet werden.

Finazielle Stabilität des Landes

ist zweitrangig.
Erste Priorität haben Banken und andere Sponsoren aller Regierungsparteien.

Spät aber doch,

und wahrscheinlich doch zu spät?

Wie Hr. Kerber hier sagt, die bisherigen Entscheidungen (Zahlungen und Bürgschaftsübernahmen) haben bereits so weit geführt, dass eine vernünftige und allen(!) helfende Lösung immer teurer, und sich in absehbarer Zeit selbst ad absurdum führen wird.

Der einzige Lichtblick ist, dass diese "Gegenmeinungen" zum Rettungsschirm nun auch etwas öffentlicher werden. Denn wenn die Politik mittels ihrer Rettungsschirme Licht am Ende des Tunnels sieht, so scheint sie nicht zu begreifen, dass dieses Licht ein entgegenkommender Schnellzug auf einer eingleisigen Bahnlinie ist.


Re: Austreten!/Collector

War g'rad! Muss daher nicht!

Haben die Griechen noch nicht begriffen, was sie sich seit Alexandria eingehandelt haben ?

Goldmann Sachs hat Griechenland garantiert nicht gemeinsam mit dem Verkäufer von der Gyros-Bude in die Euro-Zone gekunkelt. Wer waren die Mittäter ? Diese müssen zur Verrantwortung gezogen und finanzwirtschaftlich unschädlich gemacht werden. Vorher lässt jede Milliardenhilfe nur die Augen der Spekulanten glänzen, hilft aber nicht dem Lande, Der Durchschnittsgrieche hat die derzeitige Situation nicht verschuldet.

Wahrheit

...kommt da am Ende jetzt die Wahrheit ans Tageslicht?

11 0

Re: Wahrheit

Was nutzt die Wahrheit, wenn Realitätsverweigerer an den Schalthebeln sitzen?

Gast: Hans im Glück
04.07.2011 11:20
9 0

Ich freue mich auf den neuen Schilling.


Re: Ich freue mich auf den neuen Schilling./Hans im Glück

Auch auf die Spekulationen GEGEN ihn?

Antworten Antworten Gast: Wir pfeifen auf die EU!
04.07.2011 12:58
2 0

Lächerliche Angstmache ist der letzte Rettungsanker der EU-Gläubigen

Sicher, gegen die "kleine" Schwedische Krone wird ja auch so ungemein spekuliert.


Re: Lächerliche Angstmache ist der letzte Rettungsanker der EU-Gläubigen/Wir pfeifen auf die EU

Das, was Sie hier "lächerliche Angstmache" bezeichnen, ist wirklich das kleinste Problem, das die Schweden zurzeit haben, da haben Sie Recht. Dennoch wird gegen "Kleine" immer wieder spekuliert - hatten "wir" doch auch schon; schon vergessen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
04.07.2011 14:05
1 0

Re: Re: Lächerliche Angstmache ist der letzte Rettungsanker der EU-Gläubigen/Wir pfeifen auf die EU

Ein guter Finanzminister, bzw. Notenbank-Chef weiß sich zu helfen.

Nur aus Angst auf die eigene Währung zu verzichten ist ein Armutszeugnis.


Re: Re: Re: Lächerliche Angstmache ist der letzte Rettungsanker der EU-Gläubigen/Wir pfeifen auf die EU

Wie Sie völlig korrekt schreiben: "Ein guter Finanzminister, bzw. Notenbank-Chef", etwas, das ich in Österreich seit vielen Jahren nicht gesehen habe und das, so wie es mir scheint, auch nicht in irgendeiner Personal"reserve" dieses Landes steckt. Noch etwas: wie kommen Sie auf die seltsame Idee, ich hätte Angst? Eine sehr verknappte Auslegung dessen, was ich schrieb.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
04.07.2011 17:08
0 0

Re: Re: Re: Re: Lächerliche Angstmache ist der letzte Rettungsanker der EU-Gläubigen/Wir pfeifen auf die EU

Ich habe mit "Angst" nicht Sie gemeint.

Ich habe mich auf Österreich und die österreichischen Politiker bezogen.

Ein Herr Nowotny sollte sich angesprochen fühlen. Auch Spinny und Fayny sollten aufhorchen.

Re: Re: Re: Re: Re: Lächerliche Angstmache ist der letzte Rettungsanker der EU-Gläubigen/Wir pfeifen auf die EU

In Ordnung! o:)))

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Idefix1
04.07.2011 15:05
0 0

Die Angsthasen in Sachen EU(ro) werden es auch überstehen

Na offensichtlich haben Sie schon mords Angst vor der Rückkehr zum Schilling.

Nachdem diese Rückkehr aber ohnehin unausweichlich ist, lehnen Sie sich am besten zurück und atmen tief durch. Einen Lutscher mit einer Euromünze oben drauf zum Nuggeln sollte ihre Angst zur Überbrückung derweil auch mildern.

Und dann werden Sie feststellen, nachdem der Schilling wieder das sein wird: Es war alles halb so schlimm

Re: Die Angsthasen in Sachen EU(ro) werden es auch überstehen/Idefix

Welch ein großer "Pischologe" wäre doch aus Ihnen geworden! JA, ich habe SORGE, und zwar vor denen, die sich hinstellen und schreien: " HER/WEG mit dem und/oder dem, und schon ist unser Problem GELÖST!" Erstaunlich, was sich nach all' dem, was die Welt in den vergangenen hundert Jahren erlebt hat, an dieser Art von "Lösern" noch herumtreibt. Aber ich nehme Ihren Rat gerne an, lehne mich zurück und genieße das kommende Schauspiel "erste Reihe fußfrei".

Antworten Gast: Wir pfeifen auf die EU!
04.07.2011 12:31
4 0

Ich auch!

Und meine Verwandten und Arbeitskollegen auch!

 
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