Kommunalkredit: Nein zu Griechenhilfe

Private Gläubiger. Die „Bad Bank“ der Kommunalkredit, die in Österreich die meisten Griechenland-Papiere hält, will sich an der Hilfsaktion nicht beteiligen.

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(c) EPA (Karl-Josef Hildenbrand)

Wien. In ganz Europa beraten Regierungen und Aufsichtsbehörden mit den Banken, ob sich diese an einer Hilfsaktion für Griechenland beteiligen werden. Auch in Österreich gibt es bereits Sondierungsgespräche. Die Wiener Banken sind mit 2,3 Mrd. Euro in Griechenland engagiert – im Vergleich zu Konkurrenten in Frankreich und Deutschland ist dies ein niedriger Wert. Trotzdem zeichnet sich ab, dass nicht alle österreichischen Institute ihre griechischen Staatsanleihen im Rahmen einer privaten Gläubigerbeteiligung verlängern werden.

In Regierungskreisen ist zu hören, dass die staatliche „KA Finanz“, die Bad Bank der Kommunalkredit, abseits stehen dürfte. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der „KA Finanz“ haben zwar noch keine Entscheidung getroffen. Doch aus dem Finanzministerium heißt es, dass eine Beteiligung des Instituts wenig Sinn macht. 2008 musste der Staat die Kommunalkredit, die damals mehrheitlich den Volksbanken gehörte, vor der Pleite retten. Es sei daher nicht gerechtfertigt, den Steuerzahler noch einmal zur Kassa zu bitten.

Die „KA Finanz“ ist von den österreichischen Banken mit einer Mrd. Euro am stärksten in Griechenland engagiert. Weitere 800Mio. Euro liegen in Portugal. Auch Irland steht bei der „KA Finanz“ mit 800 Mio. Euro in der Kreide. Laut Berechnungen des Finanzministeriums würde eine Schließung der „KA Finanz“ zum derzeitigen Zeitpunkt zwei Mrd. Euro kosten. Das Management ist gerade dabei, die Risken abzubauen. Eine Verlängerung der Griechen-Papiere würde dieser Strategie widersprechen, heißt es.

 

Erste Bank wartet noch ab

Auf Platz zwei beim Griechenland-Obligo liegt mit rund 500 Mio. Euro die Erste Bank. „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen“, so Bank-Sprecher Michael Mauritz. Bei der Uniqa-Versicherung geht es um 250 Mio. Euro. „Bei den jetzt diskutierten Modellen über eine freiwillige Beteiligung sind entscheidende Punkte noch ungeklärt“, meint Uniqa-Sprecher Norbert Heller. „Einer konstruktiven Diskussion werden wir uns mit Sicherheit nicht verschließen und unsere Verantwortung wahrnehmen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2011)

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