S&P kontert Kritik an Ratingagenturen

Der Chef von S&P-Deutschland verteidigt die Ratingagenturen: Sie seien nicht dafür zuständig, zu bewerten, ob Entscheidungen politisch richtig sind.

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EPA (Oliver Berg)

Der Chef von S&P-Deutschland, Torsten Hinrich, hat die internationalen Ratingagenturen gegen die wachsende Kritik in der Euro-Schuldenkrise verteidigt. Es sei nicht Aufgabe der Bonitätswächter zu beurteilen, ob Rettungsprogramme der Regierungen politisch richtig seien. "Unsere Aufgabe ist es, eine Meinung dazu abzugeben, ob die zukünftige Zahlungsfähigkeit gegeben ist oder nicht", sagte Hinrichs am Mittwoch in der ARD.

Die Ratingagenturen würden auch nicht immer genau dann bestimmte Länder herabstufen, wenn die Politiker nach Lösungen für ein verschuldetes Land wie etwa Portugal oder Griechenland suchten. Er würde das Vorgehen der Agenturen deshalb "absolut nicht als besonders brutal bezeichnen im Augenblick".

In dem konkreten Beispiel, nämlich dem französischen Vorschlag für eine Beteiligung von Banken und Versicherungen an Hilfen für Griechenland, sei die Möglichkeit gegeben, dass die ursprüngliche Laufzeit von zwei oder vier Jahren gegen ein Laufzeit von 30 Jahren ausgetauscht werde, erklärte Hinrichs. Zudem sollten diese neuen Anleihen für etwa zehn Jahre nicht handelbar sein. "Das hat nichts mehr zu tun mit dem ursprünglichen Zahlungsversprechen. Und deswegen ist es nach unseren Kriterien ein zumindest teilweiser Zahlungsausfall", bekräftigte Hinrichs die Position von S&P zu dem französischen Modell.

(APA)

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