Bei einem neuerlichen Treffen der internationalen Bankenlobby IIF mit Vertretern der EU in Rom wurden weiterhin mehrere Optionen für die Gläubigerbeteiligung diskutiert, ohne dass eine Entscheidung absehbar war. Der Weltbankenverband bekräftigte nach der Sitzung, neben einer Laufzeitverlängerung sei weiterhin auch ein Schuldenrückkauf im Gespräch. Diese Möglichkeit hatten die Euro-Länder schon vor Monaten im Zusammenhang mit neuen Instrumenten für den Euro-Rettungsschirm EFSF diskutiert, damals aber verworfen. Die deutsche Bundesregierung will ihr Modell eines Anleihetauschs wieder zur Diskussion stellen. Es war zunächst von den anderen Euro-Ländern verworfen worden, weil die Ratingagenturen unweigerlich einen Zahlungsausfall erklärt hätten. Doch da dies auch bei dem alternativen, von Frankreichs Banken vorgeschlagenen Weg der Fall ist, kann die härtere deutsche Lösung nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums wieder in Betracht kommen.
Die Euro-Länder stecken bei dem Versuch, die Banken am notwendigen zweiten Kreditpaket für Griechenland zu beteiligen, in einer Zwickmühle. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte in dieser Woche erklärt, auch bei dem Modell einer freiwilligen Abnahme langfristiger griechischer Staatsanleihen durch Privatinvestoren Griechenland für zahlungsunfähig zu erklären. Die EZB könnte nach ihren Prinzipien dann griechische Anleihen nicht mehr als Sicherheiten für ihre Kredite an die Banken des Landes akzeptieren, was den Kollaps des Bankensektors bedeuten würde und eine Kettenreaktion in der gesamten Euro-Zone auslösen könnte.
(APA/Ag.)
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