Schuldenkrise: Italien macht der EU Kopfzerbrechen

10.07.2011 | 17:42 |   (Die Presse)

Bei einem Sondertreffen wollen die EU und EZB beraten, wie sie ein Übergreifen der Griechenland-Krise auf andere Länder verhindern können.

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Wien/Rom/London/APA/Reuters. Die Lage ist ernst: EU-Ratspräsident Herman van Rompuy hat für heute, Montag, ein Krisentreffen einberufen. Man sorge sich wegen eines Übergreifens der Schuldenkrise auf Italien, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Marktdruck auf das südeuropäische Land wächst. So kletterte die Verzinsung italienischer Staatsanleihen mit langer Laufzeit erstmals über fünf Prozent. Steigende Renditen (aus Käufersicht) bedeuten fallende Kurse. Das Signal, das von den spanischen und italienischen Anleihenmärkten komme, lege die Befürchtung nahe, dass noch vor Spanien eine Ansteckung Italiens erfolgen könnte, zitiert die „Financial Times“ einen Händler.

Auch waren am Freitag die Kurse italienischer Bankaktien kräftig abgerutscht: Die Aktie der Bank-Austria-Mutter UniCredit verlor allein am Freitag 7,9 Prozent, in der gesamten vergangenen Woche waren es 20 Prozent. Italien hat mit einer Verschuldung von 120 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) die nach Griechenland zweithöchste Verschuldung der Eurozone und muss im zweiten Halbjahr die Rückzahlung alter Anleihen in Höhe von etwa 177 Mrd. Euro refinanzieren.

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Neues Paket für Griechenland

Die EU will indes auch über das zweite Rettungspaket für Griechenland sowie die Beteiligung des Privatsektors an den Hilfsmaßnahmen verhandeln. An dem Sondertreffen nehmen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, EU-Währungskommissar Olli Rehn sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso teil.
Mit abschließenden Entscheidungen wird auf der Sitzung nicht gerechnet. Die Beteiligung privater Gläubiger (Banken und Versicherungen) an dem Rettungspaket ist umstritten. Die Ratingagenturen haben bereits angedeutet, dass sie eine Laufzeitverlängerung von Anleihen als teilweisen Zahlungsausfall werten würden. Experten warnen, dass das zu Kettenreaktionen an den ohnehin nervösen Finanzmärkten führen könnte. Das neue Griechenlandpaket soll einen Umfang von 120 Mrd. Euro haben.

Auch soll der Vertrag zur Schaffung eines dauerhaften Krisenfonds mit einer Kapitalausstattung von 700 Mrd. Euro unterzeichnet werden. 80 Mrd. müssen in bar einbezahlt werden, der Rest sind Nachschussverpflichtungen.

Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner Ifo-Instituts, riet Griechenland einmal mehr zum Austritt aus der Eurozone. Um wettbewerbsfähig zu werden, müsse das Land um 20 bis 30 Prozent billiger werden. Das sei mit dem Euro kaum zu schaffen. Trete Griechenland aber aus der Eurozone aus, könnte es später zu einem veränderten Wechselkurs wieder einsteigen. Sinn räumt aber ein, dass ein Austritt aus der Eurozone dazu führen könnte, dass Kunden ihre Gelder aus den Banken abziehen und diese pleitegehen.

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38 Kommentare
 
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Gast: Luzifer
11.07.2011 17:11
0

Die Polarisierung in Italien zeigt jetzt wirtschaftlicdhe Folgen:

Silvio Berlusconi genießt in der Welt der Wirtschaft offenbar größeres Vertrauen als seine linken Widersacher, die sein Regime mit allen Mitteln, notfalls durch Kriminalisierung, beenden wollen. Die drohende Herabstufung Italiens durch Rating-Argenturen ist sicherlich auch im Zusammen mitden jüngsten innenpolitischen Niederlagens Berlusconis zu sehen.

nur mehr der Sinn

sagt Sinnvolles.

Strafrechtliche Konsequenzen

Wer hat die PIGS in die Euro-Zone geholt? Wer waren die Politiker, die uns mit gewaltigem Propagandaaufwand weismachten, der Euro sei als genuine Mischung aus DM und LIRE so hart wie die DM?

Die Euro-Krise hat bereits Vermögen in Milliardenhöhe vernichtet. Da sind Leute am Werk, die hinterlassen rauchende Ruinen und schimpfen auf Rationgagenturen, weil sie uns sagen, dass es sich hierbei nicht um romantische Lagerfeuer handelt, sondern dass es unsere Heime sind, die da abbrennen.

Fekter

wird uns dann erklären, daß wir mit Italien ein Bombengeschäft machen werden (noch viel mehr Zinsen als aus Griechenland)!

Erst haben wir uns mit dem Bankenpaket gesundgestoßen, nun mit den Pleiteländern - irgendwie ist die EUDSSR eh voll super!

Gast: grau
11.07.2011 09:15
0

fällt italien, ist der spuk vorbei..



und man sollte, angesichts der nicht finanzierbaren summen, die nötig wären, für SO einen rettungsschirm, gar nicht versuchen, italien zu retten !

das wäre sehenden auges unser geld weiter in den sand setzen.

SCHLUSS MIT DEM UNFUG !

ES IST UNSER GELD !

FINGER WEG, POLITFUZZIS !

Hauptsache die Politikerpest €uropas

feiert weiterhin glanzvolle Feste und Orgien, auf unsere Kosten, um ihre eigene Unfähigkeit und Verderbtheit offen zur Schau zu stellen.
Die Korruption hat ihre Gehirne zerfressen und wir können zahlen, zahlen, zahlen und zahlen...

Gast: p2
11.07.2011 07:17
4

Seids nicht so negativ Burschen...

...die Deutschen und all die anderen Nettozahler, werden schon zahlen.

Abgesehen davon - unsere Entscheidungsträger können jederzeit neue Euros drucken (wenn's sein muss auch mit ein paar zusätzlichen Nullen am Ende).

Antworten Gast: iona
11.07.2011 18:25
0

Re: Seids nicht so negativ Burschen...

he, super, vielleicht verirrt sich dann endlich auch mal ein 200er in mein börsl. der einzig schöne schein, aber leider extrem selten.

Wieder ist man völlig ...

... vom Verlauf der Exponentialfunktion überrascht.
(Mathematische) Bildung scheint ein rares Gut!

http://www.banken-volksbegehren.at

Gast: trauriger
11.07.2011 06:37
2

beim besten willen......

....ich kann diesen schwachsinn echt nicht mehr lesen und glauben!!!
wie lange punmpen wir noch marode länder mit den geldern der NETTOZAHLER voll?
wann endet das?
offensichtlich erst bis wir selbst ZAHLUNGSUNFÄHIG sind nur wer rettet uns dann?
wir brauchen jeden cent selbst im land um unsere fetten politikergehählter, beamtenpensionen und alle möglichen beihilfen usw bezahlen zu können!

wir werden untergehen wie die titanic........die EU ist die spitze des eisbergs

Der nächste Dominostein,

der wackelt. Aber es ist alles in Ordnung. Für wie dumm halten uns die Eurobonzen? Wie lange wollen uns sie uns noch belügen?

Antworten Gast: Brüsseler Re-Feudalismus
11.07.2011 12:02
0

Re: Der nächste Dominostein, Wie lange wollen uns sie uns noch belügen?

Bis die EU-Diktatur euch alles genommen hat.

Die Weichwährungsländer

gehören raus aus der Eurozone. Nur so können sie sich sanieren, ohne alle anderen hinabzuziehen. Man kann das Festhalten der Verantwortlichen am Euro nicht einmal mehr als verantwortungslos bezeichnen. Es ist ein Verbrechen.

Gast: Die dumm in die Kamera grinsen
11.07.2011 01:24
1

Schuldenkrise: Italien macht der EU Kopfzerbrechen

Was für ein Kopf? Die EU-Parlamentarier sowie alle EU-Mitgliedsstaaten Politiker wissen gar nicht was momentan überhaupt wirklich passiert!

Muss sich Berlusconi jetzt bald vom IWF

Vorschriften machen lassen?

Gast: weihnachtsmann
11.07.2011 01:00
0

Ohne Alternative

Zur Rettung Griechenlands gibt es keine Alternative? Und wer hat uns in diese Sackgasse, dieses Chaos, diese Katastrophe hineingeführt? Hoppla, das war ja die "Elite" Europas, der wir jetzt glauben sollen, dass es keine Alternative gibt (viele Experten widersprechen da). Aber wenn das wirklich stimmt: dann müsste man diejenigen, die diesen Wahnsinn durch ihre Verblendung verursacht haben, zur Verantwortung ziehen. Es scheint ganz so, als ob die EU am Abgrund steht - vielleicht ist sie sogar schon einen Schritt weiter. Das nennt man dann wohl europäischen Fortschritt...

Investoren

was machen die Investoren mit den 177mrd. die sie von Italien bekommen werden?
die EZB sollte die 177mrd. refinanzieren und die Zinsen nehmen, dann ist die Lücke zu.

Zinsen

Die EZB könnte doch Papiere kaufen, mit denn eingenommen Zinsen, könnte man die EU Verwaltung finanzieren.

man wäre damit unabhängiger vom
Kapitalmarkt und die EU hätte eine finanzierungsform die nicht den "fleißigen" bestraft.

Gast: BAZI
10.07.2011 23:50
1

Überraschung

Ich bin absolut überrascht und schockiert. Wie konnte das nur so schnell passieren ?

Gast: barra
10.07.2011 22:23
0

haha, an den italienern werden sie sich die zähne ausbeißen.

vielleicht ist es insgesamt ganz gut, daß diese hochaggressiven und gemeingefährlichen, brandschatzenden und plündernden spekulanten schon jetzt italien attackieren. die sind nämlich anscheinend auf gewisse weise ganz schön dumm und haben keine ahnung von den verhältnissen vor ort.

da bekommen sie jetzt eine lektion fürs leben.

Antworten Gast: Shareholder
11.07.2011 01:27
0

Re: haha, an den italienern werden sie sich die zähne ausbeißen.

Smile, gegen die Spekulanten des Kapitals ist Italien ein Nichts.

Antworten Antworten Gast: barra
11.07.2011 17:40
0

Re: Re: haha, an den italienern werden sie sich die zähne ausbeißen.

nun, abgesehen davon, daß italien gegen niemanden ein nichts ist,
wird sich ja zeigen um wessen cosa es hier eigentlich geht und wer letztlich über die effizientere organisation verfügt.

Italien ist doch schon seit Jahrzehnten pleite ...

nur wollte das niemand sehen und wahrhaben.
Ein EU- Gründungsmitglied das pleite ist, wäre eine Bankroterklärung für die ganze EU, folglich wurde das Problem Italien Jahrzehntelang heruntergespielt. Auf die Dauer ist ein Selbstbetrug jedoch nicht zu verheimlichen, denn Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch die EU …

Die Südländer- insbesondere Italien- sind unfähige, chaotische Staaten. Die Charaktere deren Bewohner kennen keine Disziplin, keine Ordnung und kein Leistungsdenken. Sie verstehen es gut und fröhlich zu leben, aber das ist auch schon alles.

Italien hat traditionell immer die Lira abgewertet, wenn es ihnen zu eng wurde. Das geht jetzt freilich nimma- es gibt keine Lira mehr die sie abwerten könnten...

Jeder wusste es, aber keiner wollte es wahrhaben:
Italien ist der weitaus größte Sargnagel für den Euro- und somit für die EU!
Die einzige Staatsform die diese Südländer regierbar macht, ist eine Diktatur!

Re: Italien ist doch schon seit Jahrzehnten pleite ...


Bisher war der Österreich-Anteil "nur" 25 Mrd Euro, mit Italien dann 50 Mrd.

Wird auch nicht reichen. In ein paar Quartalen wird wohl noch ein mal verdoppelt werden müssen (Spanien, Frankreich).

Zu unseren 250 Mrd Eigenschulden noch 100 Mrd "Solidaritätsschulden" ergibt 350 Mrd = 120% vom BIP!

Wetten, unsere Polittrolls machen gute Miene zum bösen Spiel?

----------------

Rettungsschirm muss für Italien aufgestockt werden

Der Euro-Rettungsschirm wird laut EZB nicht ausreichen, um Italien zu schützen. Diskutiert wird sogar eine Verdopplung auf 1,5 Billionen Euro. [...]

http://www.welt.de/wirtschaft/article13478845/Rettungsschirm-muss-fuer-Italien-aufgestockt-werden.html

Gast: gasto
10.07.2011 21:43
1

>Bei einem Sondertreffen wollen Europäische Union und Europäische Zentralbank (EZB) beraten, wie sie ein Übergreifen der Griechenland-Krise auf andere Länder verhindern können.<



- gar nicht! :-))

http://www.wissensmanufaktur.net/bankrotterklaerung

mfg.

Gast: Halbwissen
10.07.2011 21:31
0

who cares

i geh in Hacklerpension

 
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