Schieder: Schuldenstreckung mit Österreichs Banken

11.07.2011 | 10:54 |   (DiePresse.com)

Der Finanzstaatssekretär sagt, dass Private einen Teil der Griechenlandhilfe schultern müssen. Eine unkontrollierte Pleite hielte er für das Schlechteste.

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Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) ist überzeugt, dass auch die österreichischen Banken bei der in Europa diskutierten Beteiligung des Privatsektors beim "Schuldenstrecken" für Euro-Problemländer mitmachen werden. Er glaube, dass die heimischen Institute "gemäß dem Portfolio, das sie haben, auch durchaus im Rahmen einer europäischen Bandbreite bereit sind mitzuziehen", sagte Schieder im Ö1-"Morgenjournal".

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Es gehe darum, dass man mit einem "Rollover", also mit einer Verlängerung der Frist, "die Privaten", die Papiere halten, in eine Neustrukturierung der Schulden mit einbeziehe, so Schieder. Die große Frage sei, wie diese Neustrukturierung mit einer Fristerstreckung eingeschätzt werde - ob es akzeptiert oder als "Quasi-Pleite" gewertet werde. Denn "eine unkontrollierte Pleite wäre das Schlechteste, daher gibt es hier noch Überlegungen und Diskussionen". Er halte es aber für "dringend notwendig, dass auch die privaten Sektoren einen Teil der Griechenlandhilfe auf ihre Schulter nehmen", sagte der SPÖ-Finanzstaatssekretär.

Positive Ergebnisse für Stresstest erwartet

Zu den für Freitag dieser Woche erwarteten Resultaten der diesjährigen Banken-Stresstests meinte Schieder, "falls ein österreichisches Institut unter den geforderten fünf Prozent unter Stressannahmen zu liegen kommen soll, wird man diskutieren, welche Maßnahmen zu setzen sind, damit es in einem echten Stressszenario eben nicht der Fall sein wird". Die Banken, die nicht gut abschneiden, müssten dann "darlegen, wie sie das selbst beseitigen". Er gehe aber davon aus, dass die heimischen Institute aus den Fragen der letzten Jahre gelernt hätten und daher auch die Stresstests keine große Herausforderung für den hiesigen Bankensektor darstellen.

(APA)

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2 Kommentare
1 0

Eine unkontrollierte Pleite hielte er für das Schlechteste.

klingt glaubhaft, denn hier wird ja auch eine kontrollierte Pleite angestrebt, um wie in komunist Ländern bekannt, das Volk gefügiger machen zu wollen.

Warum begreift man nicht endlich, dass die Mitverursacher welche ja viele Jahre bestens verdienen konnten, nun Verluste einfahren sollen, OHNE sich vom Staat aushalten zu lassen ?!

Re: Eine unkontrollierte Pleite hielte er für das Schlechteste.

Weil das die sind, von denen sich der Staat (auch unserer) in Zukunft Kredite geben lassen will.
Das sind also unsere "strategischen Finanzierungspartner";-)
Die darf man nicht fallenlassen. Ganz im Gegenteil: Die müssen auch die Zinsdifferenz zwischen Anleihenkupon (3-16%, je nach Pleitestatus) und 1,5% (aktueller EZB-Hauptrefinanzierungszinssatz) bekommen.

Ich sag´s ja immer: Das kommt davon, wenn man sich durch andauerndes Neuverschulden "systemrelevante" Institutionen züchtet.

GR ist nur das erste deutlich sichtbare Symptom. Die Ursache - ständige Neuverschuldung - wird verschwiegen.

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